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Zielsicher unterwegs mit GPS – die totale Peilung

Foto: Lars Schneider
Sie bieten Orientierung in einer komplizierten Welt und ermöglichen es, sich unterwegs auf das Wesentliche zu konzentrieren: Navigationsgeräte mit »Global Positioning System«, kurz GPS. Doch welches Gerät funktioniert nicht nur in Downtown New York, sondern auch im Nebel auf dem Kungsleden? Eine Standortbestimmung von Roman Wolf-Consilius.

 

Wandelnde Bedienungsanleitung: So hilfreich GPS auch ist, bei Auswahl und Inbetriebnahme braucht es profunde Beratung. Diese bekommt, wer Roman Wolf-Consilius (32) in der Kölner Globetrotter-Filiale aufsucht. Der Leverkusener ist in der »Abteilung für Männerspielzeug« tätigt und überprüft die Leistungsfähigkeit neuer Geräte am liebsten beim Tourenradeln. | Foto: Michael Neumann

Entschuldige bitte die Verspätung, ich habe mich auf dem Weg hierher ein paar Mal verlaufen. Ich brauche also dringend ein GPS. Wozu rätst du mir?

Erst mal schön, dass du uns trotzdem gefunden hast. Es geht also immer noch ohne. Bist du mit dem Auto hier? Dann bietet sich ein Straßen-Navi natürlich an, das sagt dir genau, wie du fahren musst, bis du bei uns bist.

 

Und dann kann ich in eurem Kölner Megastore mit GPS navigieren und mich nach Ende der Shopping-Tour zu meinem Auto in der Tiefgarage zurücklotsen lassen?

Nein, das geht leider nicht: Ein GPS-Gerät benötigt immer die Verbindung zu mindestens drei Satelliten, um eine Positionsbestimmung vornehmen zu können. Bei uns im Haus können die neuen, verbesserten Empfänger in der GPS-Abteilung unter der Glaskuppel eine gute Verbindung herstellen, ansonsten ist in Gebäuden meist Schluss mit der GPS-Navigation. In Tiefgaragen sowieso.

 
 

Kann man dann bei euch die Geräte gar nicht richtig ausprobieren?

Doch, das geht. Nur eben nicht überall. Aber um die Funktionen und die Handhabung zu testen, reicht der Empfang locker. Es ist ja wichtig, dass wir dem Kunden live und direkt die Geräte und Karten demonstrieren und Unterschiede aufzeigen können.

 

Vor zwei Jahren wurde in nahezu jedes elektronische Gerät ein MP3-Player eingebaut, nun avanciert GPS zur Ist-mit-drin-Killerapplikation in Handys, Armbanduhren & Co.

Allein in die AUswahl des richtigen Geräts kann man einige Stunden investieren. | Foto: Michael Neumann

Stimmt, das ist ein Trend, der gerade losgeht. Jetzt ist man langsam technisch in der Lage, die Geräte alltagstauglich zu bauen. Die Bauteile werden immer kleiner und die Karten immer besser. Das ist der eigentliche Schlüssel für die rasante Verbreitung von GPS: das Kartenmaterial. Denn eine reine Positionsbestimmung bringt mir ja nur dann was, wenn ich zusätzlich eine Papierkarte oder einen anderen Bezugspunkt zur Verfügung habe. Erst mit einer auf dem Gerät installierten Karte kann ich im Alltag schnell und problemlos etwas mit dem Teil anfangen. Alltag heißt normalerweise: Ich bin in der Stadt oder auf der Straße unterwegs. Und das ist es ja, was beispielsweise ein Handy-GPS vor allem können soll: Straßennavigation in der Stadt.

 

Worin unterscheiden sich solche Teile von Autonavis und den klassischen Handgeräten für den Outdoor-Einsatz?

Für den Outdoor-Bereich ist ein GPS, das lediglich als Zusatzfunktion in einem Handy oder so verbaut wird, nur begrenzt verwendbar: Kurze Akkulaufzeit, nicht wetterfest, lange nicht so robust, fehlende Funktionen und begrenzte Verfügbarkeit von topografischen Karten schränken den Einsatzbereich ein. Echte Outdoor-Geräte sind wesentlich vielseitiger. Die Hauptfunktion von Straßennavis ist, dass sie »routingfähig« sind. Will heißen: Sie leiten einen automatisch zu einer vorgegebenen Adresse und meist besteht eine nette Frauenstimme darauf, in 200 Metern rechts oder links abzubiegen. Straßennavis besitzen auch ein viel größeres Display, damit man es auch während der Fahrt gut ablesen kann. Outdoor-Geräte sind natürlich kleiner, aber ansonsten sind sie am vielseitigsten: Manche sind auch routingfähig, besitzen zusätzlich einen barometrischen Höhenmesser, Trainingsfunktionen wie Pulsmesser und Stoppuhr und so weiter. Nur auf die Frauenstimme muss man verzichten.

Worauf sollte man beim Kauf eines GPS-Geräts besonders achten?

Eigentlich kann man heute wenig falsch machen. Die Grundfunktionen sind bei all unseren Geräten vorhanden: Track- und Routenfunktion, Backtracking, Positionsbestimmung und bis auf das ganz preisgünstige »Lowrance iFinder Go2« auch ein PC-Anschluss, der mal mehr, mal weniger komfortabel ist. Außer beim reinen Geocaching-Einsatz ist es für die meisten Leute wichtig, dass das Gerät kartenfähig ist. Das heißt, dass ich eine Karte draufspielen und somit nicht nur meine Position bestimmen kann, sondern auch gleich auf dem Display erkenne, wie die Gegend drumherum aussieht.

 

Track oder Route: Wo ist der Unterschied?

Ganz simpel: Ein Track ist das, was das eingeschaltete Gerät aufzeichnet, sobald man eine Strecke zurücklegt. Ich nenne es die Hänsel-und-Gretel-Funktion: Ich hinterlasse – allerdings nur im Gerät – eine Spur, die ich auch wieder zurückverfolgen kann. Eine Route plant man am PC oder anhand von vorher festgelegten Wegpunkten. Diese beiden Informationen werden als unterschiedliche Dateiformate gespeichert.

 

Wer braucht ein GPS? Würdest du jedem Kunden zum Kauf raten?

Wer bin ich? Das kann auch ein GPS-Gerät nicht beantworten. Aber das Wo-bin-ich dafür umso präziser. | Foto: Lars Schneider

Gute Frage. Ich sag mal: Derjenige braucht eins, der eines will. Für die meisten Leute ist es zunächst eine technische Spielerei. Man ist einfach neugierig und will mal gucken: Wo bin ich gerade? Das ist eine schöne Sache. Vor allem, wenn man das mit der Tourenplanung vorab am PC kombinieren kann und weitere technische Möglichkeiten nutzt wie Google Earth oder eben Geocaching. Hat man die Bedienung einmal verinnerlicht, fällt auf Tour das umständliche und missverständliche Karten- und Schilderlesen weg und man kann sich verstärkt aufs Genießen konzentrieren. Besonders angenehm ist das beim Fahrradfahren, wenn man nicht immer zur Orientierung anhalten muss, kaum dass der Puls mal in Schwung gekommen ist. Auch der Sicherheitsaspekt bei schlechter Sicht auf Skitour und im Seekajak ist nicht zu verachten. Richtig unverzichtbar ist ein GPS aber nur auf Expeditionen, vor allem in der Wüste oder im ewigen Eis. Dort ist dann die absolute Basisfunktion, nämlich die Ermittlung der Koordinaten des momentanen Standortes und die Aufzeichnung eines Tracks, am allerwichtigsten. Davon abgesehen sind aber mittlerweile ganze Industriezweige wie zum Beispiel die Seefahrt auf satellitengestützte Orientierung angewiesen.

 

Wofür werden die meisten GPS-Geräte verwendet, die Globetrotter anbietet?

Typische Kunden bei uns sind zum einen die Eifelwanderer und dann die Fahrradfahrer. Viele kennen GPS von ihrem Auto und finden das gut. Jetzt wollen sie sich auch beim Sonntagsausflug nicht verlaufen und zielsicher die nächste Sehenswürdigkeit ansteuern. Geocaching, also die digitale Schatzsuche, ist auch ein Thema, dass an Bedeutung gewinnt. Außerdem werden Kombigeräte immer beliebter, die auch als Trainingscomputer eingesetzt werden können.

 

Welche Funktionen sollte ein GPS mindestens haben?

Wer ein GPS will, braucht keinen PC. Doch wer beides kombiniert, kann alles Möglichkeiten der GPS-Navigation ausschöpfen. | Foto: Michael Neumann

Das hängt davon ab, welche Ansprüche man stellt. Komplett falsch liegen kann man eigentlich nicht. Manche Dinge machen die GPS-Navigation aber komfortabler: erweiterbarer Speicher, ein besseres und größeres Display, Kartenfähigkeit, PC-Schnittstelle. Für den Kauf spielt es letztlich auch eine Rolle, wie gut man selbst mit einem Gerät zurechtkommt. Je plastischer und bedienungsfreundlicher die Teile werden, desto mehr Leute interessieren sich dafür. Der Colorado 300 von Garmin ist mit einem großen Drehrad super zu bedienen. Manche mögen aber Knöpfe lieber. Das sollte man ausprobieren.

 

Warum haben manche Geräte zusätzlich einen barometrischen Höhenmesser eingebaut? Das GPS misst doch auch die Höhe?

Ein Barometer ist immer noch genauer als die GPS-Messung und liefert detailliertere Höhenprofile. Eventuell wird sich das in ein paar Jahren mit der nächsten GPS-Generation und Galileo ändern. Neben der Höhenmessung kann ein Barometer zusätzlich wichtige Informationen über die Wetterentwicklung liefern – gerade outdoors eine nützliche Sache.

 

Was bitte ist Galileo?

Wenn wir von GPS sprechen, meinen wir das US-amerikanische System Navstar-GPS, das seit 1985 seinen Dienst tut. Zunächst als militärische Erfindung und zivil mit großen Abweichungen, seit 2000 dann auch ohne Störsignale, wodurch die Genauigkeit profitiert hat. Das europäische Galileo-Projekt verspricht eine verbesserte Technologie und die Nutzung von drei Systemen: den eigenen Galileo-Satelliten, dem Navstar-GPS und dem russischen Glonass-System. Das heißt, die Abdeckung wird viel besser sein als bisher. Und die Daten genauer. Jeder Punkt der Erde soll dann mit einer Genauigkeit von unter einem Meter bestimmt werden können.

 

Nochmal zurück zu den Bienchen und den Blümchen. Wie funktioniert GPS überhaupt?

Kurz gesagt misst das GPS-Gerät, wie lange die synchronisierten Funksignale der Satelliten bis zum Empfänger unterwegs sind. Die Positionen der Satelliten sind bekannt, diese werden mit sehr genauen Uhren abgeglichen. Damit das funktioniert, müssen mindestens drei Satelliten dem GPS-Empfänger melden, wo sie gerade sind. Dann spricht man von einer »2D-Positionsbestimmung«, die aber relativ ungenau ist. Vier oder mehr Satelliten sind besser: Damit erreicht man in einer »3D-Bestimmung« eine Genauigkeit auf wenige Meter und kann auch die Höhe bis auf ca. 15 Meter genau bestimmen. Je mehr Satelliten, desto genauer die Positionsbestimmung.

 

Kann man mich orten, wenn ich ein GPS bei mir habe?

Nein, das geht nicht. Ein GPS-Empfänger ist wirklich nur ein Empfänger, also ein rein passives Gerät. Bei Mobiltelefonen sieht das anders aus, sie können angepeilt werden.

 

Was ist der aktuelle Stand der GPS-Technik?

Weite Wasserflächen ohne Landmarken und steter »Nebelneigung«? Willkommen im GPS-Land! | Foto: Lars Schneider

Auf der Outdoor-Messe Mitte Juli hat Garmin eine interessante Gerätereihe vorgestellt, das es ab Herbst geben wird. Die Oregons sind optisch sehr schön: Wie ein dickes iPhone mit großem Touchscreen, sehr übersichtlich, sehr clean und ausstattungsmäßig top. Magellan hat angeblich auch ein Gerät mit Touchscreen im Programm, das sogar eine Kamera und ein Diktiergerät bietet. Aber das Ding ist in Deutschland schwierig zu bekommen. Schade, denn das könnte der nächste Schritt sein: Kein Handy mit GPS, sondern ein echtes Outdoor-GPS mit erweiterten Funktionen. Der Marktführer Garmin hat das besser im Griff. Oregon 300 und 400 besitzen bereits einen Speicher mit 512 MB und eine routingfähige weltweite Reliefkarte mit Höheninformationen, im 400er ist auch eine Topo-Europakarte im Maßstab 1:100.000 enthalten. Puls- und Trittfrequenzmessung sind optional ebenfalls möglich, so dass man das Teil sogar zum Training verwenden kann. Bilder anschauen geht auch, eine Kamera ist aber leider nicht dabei.

 
 

Wann wird es das erste All-in-one-Gerät geben?  

Jeder Einsatzbereich bedingt gewisse funktionelle Konstruktionsdetails. Wenn ich Kartennavigation möchte, reicht ein Armbandgerät aufgrund des kleinen Displays nicht aus. Wenn ich trainieren möchte, stört ein großes Display. Um all die Telefon- und Internetoptionen zu nutzen, brauche ich viel Strom, also zusätzliche Akkus oder Batterien. Und wenn ich mein Gerät am Fahrradlenker befestige, sollte es sehr stoßfest sein. Ein absolutes Universalgerät nützt also im Zweifelsfall niemandem, denn jeder, der sich mit der GPS-Navigation auseinandersetzt, weiß ungefähr, welche Funktion er am häufigsten benötigt. Die Zusatzfunktion einer Herzfrequenzmessung beim Oregon mag für die Leute nett sein, die ihn wegen seiner anderen Funktionen sowieso gekauft hätten. Aber wenn man wirklich trainieren möchte, legt man sich besser einen Forerunner oder ein Edge von Garmin zu.

 

Wohin geht die Entwicklung in Zukunft?

Was technologische Neuerungen betrifft, machen die führenden Hersteller immer ein Geheimnis daraus. Was ich spannend fände: Autorouting auf topografische Karten erweitern und auch Feld- oder Fußwege mit Routingfunktionen zu versehen. Momentan ist das noch ein Problem: Denn nach welchen Kriterien soll man welche Wege wie einteilen, um eine Routenempfehlung zu entwickeln? Für Rennradfahrer, Mountainbiker oder Tourenradler? Was gilt als fahrbar, was nicht? Steil oder flach? Um dieses Problem zu lösen, muss man enorme Datenmengen verarbeiten können. Und natürlich die vielen Wege und Pfade mit ihren Eigenheiten erst einmal erfassen und sie mit weiteren Informationen verknüpfen. Noch bessere, empfindlichere Empfänger wären natürlich wünschenswert, wobei das heute selbst in günstigen Geräten wie dem Garmin eTrex H schon extrem gut funktioniert. H steht dabei für einen »High Sensitivity Chip« – ein Quantensprung im Vergleich zur Generation vorher.

 

Welche Unterschiede gibt es bei Empfängern und welcher ist der beste?

Seit zwei Jahren macht der Sirfstar III von sich reden. Dieser wird nach wie vor im Highend-Gerät GPSmap 60CSx von Garmin verbaut. Der Colorado 300 besitzt angeblich einen hochempfindlichen Empfänger von MediaTek. Das brandneue Oregon beinhaltet wiederum den High Sensitivity Chip. Solche Chips machen erstmals Schluss mit dem Problem, dass im Wald oder engen Häuserschluchten die Abschattung so groß ist, dass keine durchgehende Navigation möglich ist.

 

Wenn ich mich nun als GPS-Anfänger für ein günstiges Gerät wie den eTrex H entscheide, kann ich es später aufrüsten?

Nur im Rahmen dessen, was das Gerät vorgibt. Das eTrex H zum Beispiel ist nicht kartenfähig. Das günstigste kartenfähige Gerät ist das Garmin eTrex Venture HC, das momentan bei uns für 160 Euro zu haben ist. Für anspruchsvollere Geschichten reicht der feste Speicher jedoch nicht aus und ein Kartensteckplatz ist nicht vorhanden. Das nächsthöhere Gerät eTrex Vista HCx hat dieses Feature.

 

Das Vista ist bei weitem nicht das preisgünstigste Outdoor-Gerät von Garmin, aber eines der beliebtesten. Welchen Mehrwert bieten diese teureren Geräte?

Zweierlei: Mehr Komfort durch eine bessere Kartendarstellung, mehr Speicher und eine USB-Schnittstelle, zum anderen für den Outdoor-Einsatz einen barometrischen Höhenmesser und elektronischen Kompass. Der Vista ist schon ein Klassiker: vielseitig, zuverlässig, ausreichend komfortabel und eben mit einem super Preis-Leistungs-Verhältnis. Er hat auch fast alles drin, um die Funktionalität der neuen, detaillierten Karten gut ausnutzen zu können.

 

Das heißt, so richtig praktisch wird das GPS erst mit etwas Zubehör. Was benötigt man denn außer dem Empfangsgerät noch, um damit auch wirklich was anfangen zu können?

Ein Stück Glück: Positionsbestimmung ohne Sicht. | Foto: Lars Schneider

Auch das hängt von den Ansprüchen ab. Eigentlich erstmal nichts. Kaufen, Batterien rein und ab nach draußen. Aber wenn man den PC als Hilfsmittel nutzen möchte, Spaß an der Vor- und Nachbereitung von Touren hat und Internetaffin ist, dann ist eine bessere Ausstattung sinnvoll. Es gibt beispielsweise viele umfangreiche Karten wie die »Topo Deutschland« für die Verwendung im GPS-Gerät und die Tourenplanung am PC. Hier setzt die neue »Deutschland Digital 25« Maßstäbe: ganz Deutschland im Maßstab 1:25.000, angereichert mit Zusatzinformationen, 3D-Darstellung und Satellitenbildern.

 

Gibt es bestimmte Systemvoraussetzungen, um digitale Karten am Computer zu nutzen?

Klar, aber die meisten normalen PCs reichen dafür aus. Für die neuen Funktionen wie beispielsweise Überflug ist etwas mehr Leistung natürlich nicht schlecht. Mac-User haben allerdings ein Problem: Die Kartenapplikationen laufen eigentlich nur am PC – außer, man hat einen Intel-Mac und darauf auch Windows installiert. Dort funktioniert das dann problemlos. Aber leider nicht auf älteren Power-Macs.

 

Mit einem kartenfähigen Gerät kann ich mir also künftig eine Papierkarte sparen?

Das solltest du keinesfalls tun. Zumindest nicht, wenn es gefährlich werden kann. Denn was ist, wenn das Gerät ausfällt oder die Batterien alle sind?

 

Stichwort Batterie: Wie schaut es denn mit der Energieversorgung aus?

Schneller, immer schneller – virtuelle Trainingspartner messen die zurückgelegte Laufstrecke und feuern sogar bei Verzug an. | Foto: Michael Neumann

Das ist ein zentrales Problem bei allen elektronischen Geräten: Ist man mehrere Wochen unterwegs, geht der Saft aus. Dies ist ein Hauptgrund, warum man bei ernsthaften Expeditionen oder langen Reisen in entlegene Gebiete mit einem sehr einfachen Gerät oft mehr Freude hat. Ein eTrex H braucht vielleicht halb so viel Strom wie ein Oregon mit großem Display und vielen Funktionen. Und wenn man aus Energiegründen sowieso nicht ständig mit Tracks und Karte navigiert, sondern nur ab und zu die Lage checkt, dann kann man auch auf die schöne Darstellung verzichten. Sehr gut ist, dass die meisten Outdoor-Geräte mit den weltweit gängigen AA-Batterien betrieben werden.

 

So kompliziert klingt das ja nicht. Was tun, wenn ich die Bedienung trotzdem nicht blicke?

Globetrotter bietet in einigen Filialen immer wieder Workshops an. Wenn ein Kunde ein Gerät bei uns gekauft hat, kann er sich natürlich jederzeit an uns wenden, wenn er Fragen hat. Der Service endet hier nicht an der Ladentheke. Erfahrungsgemäß tauchen viele Fragen ja erst mit dem Einsatz unterwegs auf. Auch wenn man Karten auf das Gerät spielen möchte, ist oft Hilfe angesagt: Denn das ist bei den Garmin-Karten eine etwas kompliziertere Prozedur.

 

Wenn man sich nur auf das Navi verlässt, hat man hinterher oft keine Ahnung, wie man zum Ziel gekommen ist. Leistet GPS nicht der Orientierungslosigkeit Vorschub?

Es ist wie mit allen technischen Hilfsmitteln: Gesunder Menschenverstand ist durch nichts zu ersetzen. Ich sag‘s mal mit den Worten von Rainer Höh, der ein sehr gutes Praxishandbuch über Outdoor-Navigation mit GPS geschrieben hat: Wenn das GPS-Gerät dich an den Rand eines Abgrunds führt und partout darauf beharrt, in dieser Richtung weiterzugehen, dann kann ich nur empfehlen: Ignoriere es!

 

4-Seasons Info
 

Talk like a Techie – Lexikon der Fachbegriffe

 

Um ein GPS zu bedienen, braucht es keineswegs das Fachwissen eines IT-Nerds. Doch wer die Bedeutung der gängigsten Begriffe kennt, tut sich beim Lesen der Bedienungsanleitung um einiges leichter.

 

Track: Weg, den das eingeschaltete GPS-Gerät tatsächlich zurücklegt. Ein Track besteht aus vielen hintereinander aufgezeichneten GPS-Positionen.

Route: Vorab planbarer Wegverlauf, der mithilfe des GPS-Geräts verfolgt werden soll.

Autorouting: Automatische Zielführung zu einer vorher dem GPS-Gerät angegebenen Position (z. B. bestimmte Adresse bei Vektor-karten; Wegpunkt bei routingfähigen Topokarten).

Kartenfähig: Möglichkeit, digitales Kartenmaterial auf ein GPS-Gerät aufzuspielen. Die meisten kartenfähigen Geräte können nur mit Vektorkarten bespielt werden.

Vektorkarte: Karte bestehend aus Linien, Kurven, Flächen und Schriften mit Zusatzinfos auf verschiedenen Informationsebenen, abhängig vom Zoomfaktor.

Rasterkarte: Plastisch gezeichnete Darstellung wie bei einer topografischen Papierkarte. Kann teilweise durch sog. Overlays mit zusätzlichen Informationen angereichert werden, d. h. die Informationsbreite variiert ebenfalls mit dem Zoomfaktor, wobei die reine Rasterdarstellung nur gezoomt, aber nicht verändert wird.

Topokarte: Raster- oder Vektorkarte mit topografischen Infos.

Schummerung: Angedeutete Schatten an Höhenzügen auf einer Rasterkarte zur besseren plastischen Darstellung.

Empfänger: Das »Herz« eines GPS-Geräts. Er verarbeitet die Satellitensignale. Die Genauigkeit liegt bei fünf bis zehn Metern. Mit drei Satelliten ist eine relativ ungenaue 2D-Messung möglich, mit mindestens vier Satelliten eine genaue 3D-Messung samt Höhenangabe. Mit SBAS kann die Genauigkeit zusätzlich verbessert werden.

Koordinatensystem: Gitter oder Netze zur Positionsbestimmung. Die geodätischen, rechtwinkeligen Gittersysteme sind nach dem Dezimalsystem aufgebaut. Für das GPS ist vor allem das UTM-Gitter von Bedeutung. Das geografische Koordinatensystem (Netz) ist in Längen- und Breitengrade unterteilt (die weiter in Minuten und Sekunden aufgeteilt werden). Der Nullmeridian verläuft durch die Sternwarte von Greenwich, der Breitengrad null ist der Äquator.

Galileo: Europäisches Satelliten-Navigationssystem, das ab 2013 funktionieren und dann die modernste und genaueste Technologie stellen soll (Abweichungen unter einem Meter). Nutzt alle drei Systeme: Galileo, Navstar, Glonass.

Navstar: US-Satelliten-Navigations-System, das von den gängigen zivilen GPS-Geräten genutzt wird.

Glonass: Das russische Navstar.

UTM (Universale Transversale Mercatorrojektion): Rechtwinkelige Abbildung der Erdoberfläche.

WGS84: World Geodetic System 1984. Standard, nach dem GPS arbeitet.

GRID: Gitter zur Positionsangabe (wie z. B. UTM).

SBAS: Satellite Based Augmentation System: Systeme zur Verbesserung der Positionsgenauigkeit von GPS-Empfängern mithilfe von Korrektursignalen, die von geostationären Satelliten abgesetzt werden.

EGNOS: SBA-System in Europa (Europäisches Geostationäres Navigations-Überlagerungs-System).

WAAS: SBA-System in Nordamerika (Wide Area Augmentation System).

DGPS: Exaktere Positionsbestimmung über Bodenstationen, welche die momentanen Abweichungen ermitteln und diese Informationen an den Zusatzempfänger im GPS-Gerät übermitteln, der den Fehler korrigiert. Ermöglicht Genauigkeiten von einem bis fünf Meter.

 

Sie haben noch nicht genug?

Dann hat 4-Seasons noch ein paar Linktipps parat, wo garantiert auch Ihre letzte Frage beantwortet wird:
     • www.kowoma.de
     • www.wanderkompass.de
     • www.opencaching.com
     • www.geocaching.com
     • www.gpsies.de
     • www.gpstracks.de
     • www.gpsforum.de
 

 
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15.08.2009ArtikelBeratung und Service

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Karte lesen war gestern. Der aufgeklärte Reiseradler setzt verstärkt auf mobile GPS-Geräte und investiert die gesparte Zeit unterwegs lieber in Sightseeing und Pausen – oder macht früher Feierabend ;-) zum Artikel

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