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XXL-Reiseplaner: #2 Island Laugavegur

Island Laugavegur
Vulkanlandschaft im isländischen Hochland | Foto: Michael Neumann
Ist das noch die Erde? Wie können Berge so aussehen? Sind das wirklich alles Gletscher am Horizont? Hast du die dampfenden Quellen gesehen? Die wilden Bäche? Das leuchtend grüne Moos?

Allgemein

Charakter: Spektakulärer und anspruchsvoller Trek durch den schönsten Teil von Island.
Beste Reisezeit: Juli und August. Bis in den Juni hinein liegt viel Altschnee. Im September kündigt sich meist schon der nächste Winter an.
Voraussetzungen: Der Laugavegur ist längst kein Geheimtipp mehr. Trotzdem sollt er nicht unterschätzt werden. Besonders bei schlechtem Wetter stellt er höchste Anforderungen an Orientierung (trotz Markierung GPS-Gerät mitnehmen!) und Ausrüstung (optimaler Regenschutz!). Wanderer sollten ausdauernd, trittsicher, wetterfest und so vernünftig sein, auf die Ratschläge der Hüttenwirte und auf Wetterwarnungen zu hören.
Kinder: ab 12 Jahre, sofern wandererprobt und abenteuerlustig.
Kosten: Island ist teuer, vor allem im Sommer. Besonders Hotels, Mietwagen und Restaurants gehen ins Geld. Aber Laugavegur-Trekker schlafen ja meist im Zelt, nehmen den Hochlandbus und kochen selbst …
Warum sorum? Manche Wanderer gehen den Laugavegur von Süden. Dann müssen sie sich allerdings Höhenmeter erarbeiteten, weil Landmannalaugar (600 m) höher liegt als Þórsmörk (240 m). Und es fühlt sich auch schöner an, aus dem rauen Norden in den fast lieblichen Süden zu gehen.
Reisedauer: Mit An- und Abreise von und nach Reykjavík mindestens sechs Tage. Lieber einen Zeitpuffer für Schlechtwetter-Pausen einplanen!
 
Furt Laugavegur
Viele Flüsse müssen gefurtet werden. | Foto: Dirk Wilhelm
 

Tipps

Übernachten: In oder bei den Hütten des isländischen Wandervereins Ferðafjélag Íslands (www.fi.is). Ca. 50 € pro Nacht, Camping 12 €. Hüttenplätze unbedingt Monate im Voraus reservieren!
Anreise: Im Sommer fliegen zahlreiche billige Fluglinien (Wow-Air, Eurowings …) von Deutschland nach Island. Bei rechtzeitigem Buchen (mehrere Monate im Voraus) sind Tickets ab 200 € p.P. drin. Den besten Preis findest du bei Dohop.
Anfahrt: Hochlandbus ab Reykjavík. Ideal ist der Hiking-Passport (90 €) von Reykjavík Excursions (www.re.is): Reykjavík – Landmannalaugar, Þórsmörk – Reykjavík bzw. Skogar – Reykjavík.
Essen und Trinken: Selbst kochen ist angesagt, ob in den Hütten oder beim Camping. Entweder Trekking-Mahlzeiten (möglichst aus Deutschland mitbringen, weil billiger) oder Frisches. Einkaufen in Reykjavík. Danach gibt es lediglich in Landmannalaugar einen kleinen Kiosk (in ausrangierten Schulbussen). Trinken kann man aus jedem Bach/Fluss. Ausnahmen: Gletscherwasser (milchig trüb) und heiße Quellen (riechen nach Schwefel).
 
 
 

Extra

Erweiterungsmöglichkeit: Schwindelfreie und sehr ausdauernde Wanderer können von Þórsmörk aus über den Pass Fimmvörðuháls bis zum Wasserfall Skogarfoss an der Südküste/Ringstraße weiter gehen. Dort Bus nach Reykjavík (ebenfalls mit Hiking-Passport möglich). Die sehr anstrengende Etappe (1100 hm, 25 km) führt teils ausgesetzt zwischen den Gletschern Myrdalsjökull und Eyjafjallajökull hindurch. Auf dem Pass betreibt der Wanderverein Útivist eine Hütte.
 

Infos

Karten: Landmannalaugar/Þórsmörk/Fjallabak, 1:100.000/1:50.000, Mál og Menning
Literatur: Eric van de Perre, Island: Trekking-Klassiker, 4. Auflage (2016), Conrad-Stein-Verlag, ISBN 978-3-86686-411-5.