XXL-Reiseplaner: #13 Pembroke Coast Trail

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Wilde Steilküsten, lange Sandstrände, verschlafene Dörfer: Der Pembrokeshire Coastal Path führt fast vollständig durch den gleichnamigen Nationalpark an der walisischen Küste entlang. Wer Ruhe, Erholung und Natur sucht, ist hier goldrichtig.
Beste Zeit: Frühling und Herbst. Im Sommer kann es nämlich passieren, dass einem die »midges« (in Schwärmen auftretende Kleininsekten) den ganzen Trip oder große Teile davon ruinieren. Aber egal ob Frühling, Herbst oder Sommer: wind- und wetterfeste Kleidung ist mitzuführen!
Reisedauer: Für den ganzen Weg mindestens zweieinhalb Wochen (inkl. An- und Abreise)
Tipp: In der Hauptreisezeit (Frühling und Herbst) sollte man seine Unterkünfte so weit als möglich vorbuchen. Denn obwohl der Coastal Path alles andere als überlaufen ist, sind die Orte am Ende der Etappen meist recht klein, haben also einfach nicht die Kapazität, spontan größere Mengen an Touristen aufzunehmen. Das ist aber kein Problem, wenn man sich unter u.g. Websites schlau macht und seine Unterkünfte im Vorwege arrangiert.
 

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ALLGEMEIN

Charakter: Der ca. 300 Kilometer lange Fernwanderweg auf gut ausgebautem Wegnetz führt zumeist an der wilden walisischen Atlantikküste entlang. Neben den Steilküsten beeindruckt der Coastal Path mit rollenden Wiesenlandschaften und geradezu lieblichen Wegabschnitten etwas weiter im Landesinneren. Die dünn besiedelte Gegend und der nicht gerade überlaufene Coastal Path ist die ideale Wanderung für Leute, die Ruhe und schöne Natur suchen, aber dafür keine Outdoor-Härten auf sich nehmen wollen. Übrigens ist der Coastal Path von vielen Stellen aus auch mittendrin gut zu erreichen, so dass man keineswegs gezwungen ist, alle Etappen zu machen.
Anspruch/Schwierigkeit: Der Coastal Path ist in 15 wohldefinierte Tagesetappen unterteilt, wobei keine der Etappen länger als 26 Kilometer ist. Nur auf der ersten Etappe von St. Dogmaels bis Newport geht es mit etwas steileren Wegabschnitten zur Sache. Alpine Trittsicherheit ist auf den Wegen jedoch nicht gefordert.
Kinder-/Familienfreundlich: Warum nicht! Eigentlich ist nur die erste Etappe von St. Dogmaels aus ein wenig mühsam. Und diese (und andere, die ein wenig »härter« sind, s.u.) können ohne Probleme ausgelassen werden. Echte Geländeschwierigkeiten und andere Gefahren sind nicht zu erwarten. Allerdings sind es eben doch teilweise recht lange Etappen... 
Preis: Flüge nach Cardiff sind schon ab 85.00 € zu haben. Wie üblich geht’s auch bedeutend teurer. Bahn/Bustickets von Cardiff nach St. Dogmaels rangieren von ca. um die 60.00 €.  Die Übernachtungen, auch wenn man die billigeren B&Bs frequentiert, machen eigentlich den Hauptteil der Kosten aus: 2 Wochen in B&Bs schlagen dann mit gut 500 € zu Buche, je nach Komfortklasse aber auch gern das Doppelte. Alternative sind Youth Hostels und Hostels, wo man mit ungefähr 20 englischen Pfund (ca. 24 €) pro Nacht zu rechnen hat.
 

TRANSPORT

An-/Abreise: Flug nach Bristol oder Cardiff. Von da mit »Bummelbahn« und Bus nach St. Dogmaels. Alternativ mit dem eigenen Auto und der Autofähre (Hamburg, Rotterdam) nach England und dann hinauf nach Wales. Vom Endpunkt des offiziellen Coastal Path aus, Amroth, Busse und Bahnen nach Cardiff oder Bristol. Von hier aus auch Bahnfahrt zurück nach St. Dogmaels, um ggf. das eigene Auto wieder einzusammeln. 
Ausgangspunkt/Endpunkt: St. Dogmaels, Wales bis Amroth, Wales.
Tipp2: Hilfreich: Die interaktive Karte unter http://nt.pcnpa.org.uk/website/sitefiles/nt_page.asp?PageID=2 zeigt freie Unterkünfte an, sowie alles aktuell Wissenswerte über Wetter und Geländeverhältnisse, etwaige Sperrungen etc. Wer es lieber bequem hat und sich nicht selbst um Gepäcktransport, Übernachtung und Transfers kümmern möchte, kann sich von einem der vielen Veranstalter wie Celtic Trails, Contours Walking Holidays, Drovers Holidays oder Footpath Holidays solche Details arrangieren lassen. Wer individuell reisen oder evtl. auch nur einige der Etappen machen will, kann sich das ganze Jahr über auf den Bus-Service verlassen, der die gesamte Küste abdeckt.
 
 
 

ÜBERNACHTEN

Es gibt ein paar nicht besonders einladende Zeltplätze – aber auch nicht an jedem Etappenende. Wild zelten ist verboten. Traditionell wird hier in Bed&Breakfasts übernachtet (s.o.). Youth Hostels, die nicht nur Jugendliche nehmen, sind eine preisgünstige, aber nicht an allen Etappenzielen verfügbare, Alternative: www. yha.org.uk/ oder http://www.independenthostels.co.uk. Es empfiehlt sich zu reservieren. 
Essen und Trinken: 
Unterwegs: Auf den Etappen ist sicherheitshalber alles an Verpflegung und Wasser mitzubringen, was man den Tag über braucht. Auf einigen der  Etappen kommt man durch kleine Ortschaften und kann sich da zwischendurch verpflegen/rasten. 
Wasser: Ausreichend Wasser für jede Etappe mitführen, da im Gelände kein Trinkwasser aufgenommen werden kann. 
 

WISSENSWERT

Öffnungszeiten: In der Regel Montag-Samstag 9-20 Uhr; Banken 9-16:30 Uhr. Viele kleine, informelle Geschäfte haben aber wesentlich längere Öffnungszeiten. Große Supermärkte haben auch am Sonntag geöffnet. 
Sprache/Verständigung: Englisch.  
Zahlungsmittel: Bargeld, also Englische Pfund. Euros werden nicht genommen. Kreditkarten werden in jedem Supermarkt genommen, in kleineren Geschäften jedoch nicht überall. 
Sicherheit: Wales ist ein sicheres Reiseland. 
Elektrizität: 230V Spannung, also geeignet für alle gängigen Ladegeräte; Steckdosenadapter notwendig. 
 

KARTEN

Ganz Großbritannien ist detailliert und systematisch vermessen und in genormte Karten übertragen, in die sogenannten Ordnance Survey Maps, die auch topographisch exakt sind. Für den ganzen Coastal Path braucht man derer drei: 
Ordnance Survey maps of Pembrokeshire, Landranger series, Maßstab 1:50 000 ( 2 cm = 1 km).
- Blatt 145 Cardigan and Mynydd Preseli (North eastern sector)
- Blatt 157 St Davids and Haverfordwest (West, northwest and central)  
- Blatt K158 Tenby and Pembroke (South east sector)
Je Karte 8.99 Pfund (ca. 11 Euro) 
 
INFORMATION/LITERATUR: Pembrokeshire Coast Path, Brian John, Aurum Press, 2013, 17,95 € Wales Pembrokeshire Coast Path, Ingrid Retterath, OutdoorHandbuch, 2011, 14,90 €