XXL-Reiseplaner: #11 Korsika – GR20

Fotos: Erik Van de Perre
Schroffe Felsen, mediterrane Düfte, magische Ausblicke: Der GR 20 durchquert die Mittelmeerinsel Korsika der Länge nach – und zählt für viele zu den schönsten Treks in Europa.
Beste Zeit: Die Saison dauert von Juni bis September. Nur in diesem Zeitraum sind die Hütten (refuges) bewirtschaftet. Im Juli und August ist es sehr voll. Vor allem im August drohen oft Gewitter. Im Juni und in der zweiten Hälfte im September ist es (etwas) ruhiger und das Wetter meist stabiler. 
Preis: Ca. 700 Euro p. P. (Fähre, Übernachtungen, Verpflegung, Shuttle).
Tipp: Wer sich den GR 20 nicht alleine zutraut, kann bei verschiedenen Anbietern auch geführte Pauschalreisen buchen (z. B. www.abenteuer-korsika.de).
 

Foto: Camp´s/Fotolia
ALLGEMEIN

Charakter: Der GR 20 ist eine alpine Wanderroute auf Korsika. Die 195 km lange Route führt von Calenzana im Nordwesten nach Conca im Südosten der Mittelmeerinsel. Sie folgt dem Verlauf der zentralen Gebirgskette und führt dann auch meist durch steiles, oft ausgesprochen felsiges Gelände. Auch die täglichen Höhenunterschiede (im Schnitt mehr als 700 Hm) sind beträchtlich. Im Sommer kommt die Hitze als erschwerender Faktor hinzu.
Voraussetzungen: Das oft steile, schroffe und bei Nässe mancherorts extrem rutschige Gelände erfordert Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Ausdauer. Die Nordetappen sind generell steiler und technisch anspruchsvoller; ab und zu sind leichte Kletterstellen (I-II) zu bewältigen, die aber in der Regel mit Ketten gesichert sind. Die Südetappen sind zwar meist etwas einfacher, jedoch oft länger und deshalb konditionell nicht weniger herausfordernd.
Orientieren: Der GR 20 ist durchgehend mit rot-weißen Streifen markiert. Andere große Fernwanderwege, die man ab und zu quert, sind orange markiert, Varianten (z.B. von Bonifatu nach Carozzu) mit gelben Farbkleksen gekennzeichnet.
Kinder-/Familienfreundlich: Die Nordetappen sind aufgrund ihres extremen Charakters nicht für Touren mit kleinen Kindern geeignet. Einige der Südetappen kämen da eventuell schon eher in Frage, z.B. zwischen Vizzavona und Col de Verde oder zwischen Bavella und Conca.
Tipp: Wer sich den GR 20 alleine nicht zutraut, braucht nicht gleich darauf zu verzichten. Verschiedene Anbieter bieten den GR 20 (komplett oder Teilstücke) auch als Pauschalreise an. Ein deutscher GR-20-Spezialist ist z.B. Abenteuer Korsika
 

WETTERSTÜTZE

Häufig unterschätzt wird das Wetter in den korsischen Bergen. Denn während die Mittelmeerinsel zu Recht als Badeparadies gilt, hat das Wetter in den hohen Bergen im Inland seine eigenen Gesetze. Plötzlich auftretende Wetterstürze sind leider keine Seltenheit. Dabei kommt es manchmal zu orkanartigen Windböen, was im Steilgelände für Wanderer nicht von Vorteil ist. Auch die Niederschlagsmengen, die innerhalb kurzer Zeit hinunterprasseln können, sind unvorstellbar. Unscheinbare Bäche verwandeln sich dann im Nu in reißende Mahlströme, die im Extremfall Brücken und Straßen fortreißen. Auch Erdrutsche sind möglich. Das zeigte sich vor wenigen Jahren auf dramatische Weise in der Cirque de la Solitude: Dort riss eine schwere Fels- und Schlammlawine, ausgelöst durch ein heftiges Gewitter, am 10. Juni 2015 sechs Wanderer in den Tod. Die »Königsetappe« des GR 20 ist seitdem gesperrt – möglicherweise definitiv!
Da Gewitter in der Regel im Laufe des Nachmittags auftreten, sollte man deshalb möglichst früh aufbrechen und im Zweifelsfall gar nicht erst losgehen. Erkundigen Sie sich vorab nach den zu erwartenden Bedingungen beim Hüttenwirt oder beim Météo Montagne (s. Information).
 

Den Streckenrekord auf dem GR20 hält der Franzose Kilian Jornet – in 32:54 Stunden war wohl eher keine Zeit zum Kartenlesen. | Foto: Erik Van de Perre
TRANSPORT

Hinkommen: Direktflüge gibt es in der Saison von verschiedenen Airlines. Eurowings bietet z.B. ein Retourflug nach Bastia ab 240 Euro. Autofahrer können wählen zwischen vielen Fährverbindungen vom französischen Festland (Marseille, Nizza, Toulon) und Italien (Genua, Savona, Livorno) aus. Mit Corsica Ferries ist z.B. die Hin- und Rückfahrt auf der Strecke Livorno-Bastia für 2 Pers. + Pkw ab 180 Euro zu haben. 
Herumkommen: Für den Transport zwischen den größeren Städten Bastia, Ajaccio und Calvi empfiehlt sich der korsische Zug (u Trinighellu). Die Bergdörfer sind nur per Bus erreichbar. Die Busse fahren aber nicht selten zu unpraktischen Zeiten, oft nur einmal pro Tag und in der Nebensaison manchmal gar nicht mehr. Fahrpläne zu allen Bus- und Zugverbindungen gibt es unter www.corsicabus.org.
Calenzana, der offizielle Start- bzw. Endpunkt im Norden, ist mit dem Bus erreichbar ab Calvi. Der Bus fährt in den Sommerschulferien (Juli bis Anfang Sept.) von Montag bis Samstag zweimal täglich, sonst weniger. Viele Wanderer reisen deshalb mit dem Taxi an. 
Ein weiterer beliebter Startpunkt im Norden ist Bonifatu. Dieser Ort ist jedoch nicht per Bus erreichbar; eine Taxifahrt von Calvi nach Bonifatu kostet ca. 70 Euro.
Conca, der offizielle Start- bzw. Endpunkt im Süden ist nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Jedoch bietet der Wirt der Gîte d’étape in Conca im Anschluss an den Busverbindungen von/nach Porto-Vecchio gegen geringes Entgelt einen Shuttledienst an. 
Für Wanderer, die nur die Nord- bzw. Südetappen laufen, ist Vizzavona meist Beginn- oder Endpunkt. Dieser Weiler an der Passstraße über den Col de Vizzavona, bietet ausgezeichnete Zug- und Busverbindungen.
 

ÜBERNACHTEN

Hütten: In Tagesabständen von einander liegen Hütten (refuges) des korsischen Naturparks PNRC. Die Ausstattung ist jedoch keineswegs mit dieser in den Alpenhütten vergleichbar. Sie verfügen in der Regel über Matratzenlager und/oder Stockbetten (ohne Decken!), eine Kochmöglichkeit, Toiletten (manchmal Hocktoiletten) und Duschen (für die Glücklichen, die zeitig eintreffen, bevor die Warmwasservorräte verbraucht sind). Eine Übernachtung kostet 14 Euro. In der Saison sind die Hütten allerdings meist restlos überfüllt. Übernachtungen sollten deshalb im Vorfeld gebucht werden. Online-Reservierungen sind möglich unter www.parc-corse.org.
Zelten: Wer ruhiger schlafen oder einfach nur flexibler sein möchte, sollte lieber ein kleines Zelt mitnehmen. Zelten kann man bei den Hütten des PNRC (6 Euro/Pers.). Bei den meisten Hütten (und einigen privat geführten Bergeries) können auch Zelte gemietet werden (11 Euro/Zelt). Achtung: Zelten ist nur auf den ausgewiesenen Plätzen bei den Hütten/Bergeries erlaubt. Wildzelten ist im Naturpark strikt verboten. Verstöße werden streng geahndet!
Hotels/Gîtes d‘étape: In manchen Orten (Calenzana, Bonifatu, Haut-Asco, Castel de Vergio, Vizzavona) gibt es kleinere Hotels, oft mit Matratzenlagern. Anderswo (u.a. Capannelle, Col de Verde, Bavella, Conca) betreiben private Anbieter einfache gîtes d’étape, deren Komfort und Ausstattung mit denen der Hütten vergleichbar ist. In eine gîte d’étape zahlt man für eine Übernachtung mit HP moderate 35-40 Euro. Für ein DZ im Hotel am GR 20 sind schon eher um die 100-120 Euro fällig (an der Küste betragen die Preise in der Saison oft das Doppelte!).
 
GUT ZU WISSEN 
Essen und Trinken: In allen Hütten des PNRC (und in einigen privat geführten Unterkünften) können Übernachtungen mit Frühstück oder Halbpension gebucht werden. In der Regel wird abends ein einfaches Drei-Gänge-Menü geboten. Auch Lunchpakete sind in der Regel erhältlich. In vielen Hütten wird auch eine (sehr kleine) Auswahl an Lebensmitteln verkauft. Trinkwasser ist vor allem bei den felsigen Nordetappen oft Mangelware. Unterwegs gibt es zwar hin und wieder Quellen, die jedoch im Laufe des Sommers oft rasch versiegen. Nehmen Sie deshalb sicherheitshalber immer genügend Wasser (min. 2 Liter pro Person) von der letzten Hütte mit.
Öffnungszeiten: Die Öffnungszeiten der Banken variieren, üblich ist 8.30-12 Uhr und 14-16.30 Uhr. Lebensmittelgeschäfte haben in der Regel Montag-Samstag 9-12 Uhr und 15-19 Uhr geöffnet, in der Saison haben einige Läden auch sonntagvormittags geöffnet; kleinere Läden haben oft abweichende Öffnungszeiten.
Sprache/Verständigung: Französisch mit korsischem Lokalkolorit. In den Touristenzentren wird auch Englisch gesprochen, außerhalb eher nicht.
Zahlungsmittel: Euro. In den Hütten und in den Bergdörfern kann in der Regel nur mit Bargeld bezahlt werden, in Hotels (auch am GR 20) oft auch mit Maestro Card oder Kreditkarte.
Sicherheit: Korsika gilt als sichere Reiseregion. Auch die gelegentlichen Attentate korsischer Separatisten in der Vergangenheit richteten sich nur gegen die französische Obrigkeit, nicht gegen Touristen.
 
 

ETAPPENÜBERSICHT GR20 (in Nord-Süd-Richtung)

ETAPPE 1*
Calenzana – Refuge d’Ortu di u Piobbu
Länge: 10 km | Dauer: 6-7 Stunden |  1.300 Meter  50 Meter 
Ein Auftakt nach Maß! Vom Imkerdorf Calenzana stetig, teilweise steil bergauf. Insgesamt sind 1.300 Hm durch oft schattenloses Gelände zu bewältigen. Einige versicherte Passagen in den steilen Felsplatten am Capu Ghiovu sorgen für einen ersten echten Härtetest. Unterwegs gibt es meist kein Trinkwasser!
 
* Variante
Auberge de la Forêt de Bonifatu – Refuge de Carozzu
Länge: 6 km | Dauer: 3 Stunden |  740 Meter 
Viele Wanderer ziehen den leichteren Einstieg vom Forsthaus Bonifatu vor. Damit reduziert sich die gesamte Etappenzahl auf 15. Die Route (Variante) ist gelb markiert. Vom Forsthaus führt zunächst ein breiter Forstweg zur Roncu-Furt. Diese lässt man links liegen und folgt nun dem schmalen Trampelpfad, der durch das Tal der Spasimata hochführt. 
 
ETAPPE 2
Refuge d’Ortu di u Piobbu – Refuge de Carozzu 
Länge: 8 km | Dauer: 6-7 Stunden |  670 Meter  920 Meter
Im ständigen Auf und Ab durch felsiges, schattenloses Gelände mit einigen leichten Kletterstellen. Großartige Einblicke in den Felskessel von Bonifatu. Steiler Abstieg (850 Hm) nach Carozzu. Auch hier ist Trinkwasser unterwegs Mangelware!
 
ETAPPE 3
Refuge de Carozzu – Haut-Asco 
Länge: 7 km | Dauer: 5-6 Stunden |  790 Meter  640 Meter 
Landschaftlich besonders reizvolle Etappe! Auf einer abenteuerlichen Hängebrücke wird der Spasimata-Bach überquert. Danach steigt man parallel zum Fluss über glattgeschliffene Felsplatten hoch. Auch hier gibt es einige seilversicherte Passagen. Achtung: Bei Nässe ist das Begehen der Felsplatten in der engen Schlucht nicht ungefährlich (Absturzgefahr!). Vorher beim Hüttenwirt die Bedingungen erfragen. Von der »Osterhasen«-Scharte (2.000 m) weiter zur Bocca di Stagnu (2.010 m, tolle Aussicht) und dann im Zickzack abwärts nach Haut-Asco.
 
ETAPPE 4
Haut-Asco – Refuge de Tighiettu 
Länge: 7 km | Dauer: 8 Stunden |  1.220 Meter  1.000 Meter 
Vorweg: Die frühere »Königsetappe« des GR 20 durch die Cirque de la Solitude bleibt nach dem massiven Felssturz mit mehreren Toten im Juni 2015 weiterhin gesperrt! Es wurde eine neue Route durch das Massiv des Monte Cinto angelegt. Diese führt von Haut-Asco direkt nach Süden durch steiles, felsiges Gelände zur Pointe des Éboulis (2.607 m) hoch. Unterwegs warten einige kurze, drahtseilversicherte Kletterstellen (I-II). Im Frühsommer ist außerdem am Nordhang des Monte Cinto noch mit tückischen Altschneefeldern zu rechnen. Von der Pointe des Éboulis geht es, mit Blick auf den Lac du Cinto (See), über den Grat nach Westen zur Bocca Crucetta. Schließlich folgt ein langer, steiler Abstieg durch den Ravin de Valle di Stagni zum Refuge de Tighiettu. 
 
ETAPPE 5
Refuge de Tighiettu – Refuge de Ciottulu di i Mori 
Länge: 6,5 km | Dauer: 4 Stunden |  630 Meter  320 Meter
Zunächst steigt man weiter ab zu den Bergeries de Ballone (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit). Unterwegs sorgen mehrere schöne Gumpen für Abkühlung. Danach geht es noch 1 Std. leichtfüßig weiter durch schattige Kiefernwälder. Zum Schluss folgt ein langer, steiler Anstieg zur Bocca di Foggiale (1.962 m) und dann leicht weiter bergan zum nahen Refuge de Ciottulu di i Mori. Bei gutem Wetter lockt ein Abstecher zum »Matterhorn Korsikas« Paglia Orba (h/z ca. 3,5 Std., einige Kletterstellen II, nur für Geübte!)
 
ETAPPE 6
Refuge de Ciottulu di i Mori – Refuge de Manganu 
Länge: 22 km | Dauer: 8-9 Stunden |  640 Meter  1.030 Meter
Lange, aber einfache Etappe. Landschaftlich abwechslungsreich: eine Mischung von Wald-, Grat- und Talwanderung. Der Weg führt zunächst im Zickzack hinunter ins Golo-Tal, schlängelt sich dann am Fluss entlang (schöne Badegumpen!) zur Bergerie de Radule (Einkehrmöglichkeit) hinunter und führt schließlich durch Kiefernwald weiter zum Castel de Vergio (Hotel/Restaurant). Nach der Querung der Vergio-Passstraße geht es zunächst noch eine ganze Weile durch schattige Wälder weiter, dann zunächst hinauf zur Kapelle auf der Bocca San Pedru und dann gleichmäßig ansteigend und aussichtsreich weiter über einen Kamm zur Bocca â Reta (1.883 m). Im Zickzack geht es hinunter zum malerischen Lac de Nino und dann durchs weite Tavignano-Tal weiter zum Refuge de Manganu. 
 
ETAPPE 7
Refuge de Manganu – Refuge de Petra Piana
Länge: 9,5 km | Dauer: 6-7 Stunden |  850 Meter  600 Meter
Herrliche Gratwanderung hoch über den Bergseen von Capitello und Melo. Bei entsprechender Schneelage können auch im späten Frühjahr Steigeisen und Pickel notwendig sein. Von Manganu folgt zunächst ein langer Anstieg über Granitplatten und Geröll zur Brèche de Capitello (2.266 m). Von dort weiter über einen abenteuerlichen Grat mit leichten Kletterstellen zur Bocca a Soglia (2.052 m). Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier absolut notwendig! Absturzgefahr! Über einen wilden Schutthang steigt man zum Col de Rinoso (2.170 m). Von dort weiter zur Bocca Muzzella (2.206 m) und schließlich durch Erlenbüsche hinunter zum Refuge de Petra Piana.
 
ETAPPE 8
Refuge de Petra Piana – Refuge de l’Onda
Länge: 10,5 km | Dauer: 5 Stunden |  500 Meter  900 Meter
Erholung pur im Manganello-Tal. Dort locken schöne Badegumpen und die im Wald versteckten Bergeries de Tolla (tolle Einkehrmöglichkeit!). Alternativstrecke bei guter Sicht: alpine Variante über Serra Bianca und Serra di Tenda.
 
ETAPPE 9
Refuge de l’Onda – Vizzavona 
Länge: 10 km | Dauer: 5-6 Stunden |  700 Meterr  1.200 Meter 
Nach dem Anstieg zur Crête de Muratello (2.020 m) folgt ein langer, kräftezehrender, aber landschaftlich reizvoller Abstieg durch das Agnone-Tal. Kurz vor dem Weiler Vizzavona liegen die Cascades des Anglais. Bei den beliebten Wasserfällen gibt es wieder schöne Badegumpen.
 
ETAPPE 10
Vizzavona – Refuge de Capannelle 
Länge: 15 km | Dauer: 5-6 Stunden |  890 Meterr  290 Meter
Nach einem langen, gleichmäßigen Anstieg im Wald erreicht man die Bocca Palmente (1.640 m). Danach geht es im leichten Auf und Ab, vorbei an mehreren Bergeries, zum Tagesziel, dem Refuge de Capannelle. Insgesamt eine recht erholsame Etappe.
 
ETAPPE 11
Refuge de Capannelle – Refuge de Prati
Länge: 16 km | Dauer: 7 Stunden |  850 Meter  630 Meter 
Vorbei an den Bergeries de Traggette geht es zunächst durch den Wald bequem weiter zum Col de Verde (Übernachtungsmöglichkeit). Von dort steiler Aufstieg zur Prati-Hütte.
 
ETAPPE 12
Refuge de Prati – Refuge d’Usciolu 
Länge: 11 km | Dauer: 5-6 Stunden |  650 Meter  715 Meter 
Reizvolle Gratwanderung mit herrlichem Weitblick – nach Westen in das obere Taravo-Tal mit den verstreut liegenden Bergdörfern, nach Osten bis zur flachen Küstenebene des Fium'Orbu.
 
ETAPPE 13
Refuge d’Usciolu – A Matalza 
Länge: 12 km | Dauer: 4-5 Stunden |  300 Meter  635 Meter 
Zum Auftakt über den »Denkmalsgrat« mit seinen bizarren Felsformationen. Nach einer erholsamen Strecke über eine ausgedehnte Hochebene erreicht man die Bocca di l’Agnone. In diesem Bereich wurde der GR 20 vor wenigen Jahren umgelegt. Statt wie bisher über den Monte Incudine führt der Weg westlich davon weiter über das Plateau du Coscione und die Bergeries de Basseta (Übernachtungsmöglichkeit) zum Refuge A Matalza. 
 
ETAPPE 14
A Matalza – Refuge d’Asinao
Länge: 10 km | Dauer: 4-5 Stunden |  650 Meter  530 Meter 
Von A Matalza geht es weiter zu den Bergeries d’I Croci (Übernachtungsmöglichkeit). Es folgt ein langer Anstieg auf den Südgrat des Monte Incudine (2.134 m). Der Weg führt etwa 100 m unterhalb des Gipfels über den Grat. Tipp: Bei guter Sicht sollte man auf jeden Fall den kurzen Abstecher auf den Aussichtsgipfel machen. Bis vor wenigen Jahren führte der GR 20 noch direkt über den Gipfel, geblieben ist der lange, qualvolle Abstieg über glattpolierte Granitfelsen nach Asinao.
 
ETAPPE 15
Refuge d’Asinao – Refuge de Paliri
Länge: 14 km | Dauer: 6-7 Stunden |  550 Meterr  1.000 Meter 
Diese Etappe führt weitgehend durch schattige Wälder, zunächst durch das Agnone-Tal zum Col de Bavella und weiter durch den Bavella-Wald zum Refuge de Paliri. Besonders eindrucksvoll: die spektakulären Blicke auf die Bavella-Türme.
 
ETAPPE 16
Refuge de Paliri – Conca
Länge: 11,5 km | Dauer: 5 Stunden |  310 Meterr  1.100 Meter 
Vor allem im Hochsommer sehr heiße Etappe durch das dichte Dornengestrüpp der Macchia hinunter zum Endpunkt Conca.
 
 
WISSENSWERT
Karten: Zwei Karten von IGN Éditions Didier-Richard im Maßstab 1:60.000 decken den gesamten GR 20 ab: Blatt 08 – Haute Corse; Blatt 09 – Corse du Sud.
Die Karten kosten 13,95 Euro/Blatt und sind in den Geobuchhandlungen erhältlich.
Literatur: Erik Van de Perre; Trans-Korsika: GR 20; Conrad Stein Verlag, 2012, 14,90 Euro. Detaillierte Beschreibung der einzelnen Etappen.
Information: 
Agence du Tourisme de la Corse,
 17 boulevard du Roi-Jérôme, F-20181 Ajaccio Cedex 01, Tel. 04/95 51 00 00, info@visit-corsica.comwww.visit-corsica.com.
Parc Naturel Régional de Corse (PNRC), 19 avenue Georges Pompidou, F-20700 Ajaccio Cedex 09, Tel. 04/95 51 79 00, infos@pnr-corse.fr, www.parc-corse.org.
Météo Montagne Corse (Wetterinfo im Gebirge), Tel. 08 99 71 02 20, www.meteofrance.com.