präsentiert von:

Wandern und Trekking in Bolivien

Lager unter dem Sunchuli-Pass in der Cordillera Apolobamba. | Foto: Thomas Wilken
Wanderführer-Autor und Bolivien-Kenner Thomas Wilken gibt Tipps zu Wanderungen und Trekkingtouren auf weiße Eisgipfel, rauchende Vulkane, am sagenumwobenen Titicacasee, durch Salzwüsten sowie dichten Urwald.

 

Bolivien ist zwar nicht unbedingt eines der meistbesuchten Reiseziele deutscher Urlauber, aber eines der interessantesten. Völlig zu Unrecht wird das Land in vielen Reiseführern nur als Anhängsel Perus behandelt oder in Verbindung mit einer Peru- oder Chilereise oberflächlich mitbesucht. Entgegen anderslautenden, oft etwas unqualifizierten Meldungen ist Bolivien zudem ein sehr sicheres Reiseland, solange man gewisse Grundregeln beherzigt. Es gibt wohl nur wenige Länder auf der Welt, die eine ähnliche kulturelle und landschaftliche Vielfalt aufweisen wie Bolivien. Bunte Straßenmärkte, »fliegende« Händler und der höchste Anteil an indigener Bevölkerung aller südamerikanischen Länder versetzen uns in eine völlig andere Welt.

Blick auf die Hochhäuser im Zentrum von La Paz. | Foto: Thomas Wilken

Die Cordillera Real ist eine der interessantesten Bergregionen auf unserem Planeten, dazu gibt es die unbekannten, aber fast ebenso vielseitigen Kordilleren Apolobamba und Quimsa Cruz. Im Südwesten befinden sich fast unbewohnte Hochwüsten mit bunt schillernden Seen, Scharen von Flamingos und perfekt geformten Vulkanbergen. Weiter nördlich schließt sich mit dem Salar de Uyuni die größte Salzpfanne der Erde an. Außerdem gibt es die Yungas, das riesige und kaum erschlossene Amazonas-Urwaldgebiet und natürlich den sagenumwobenen Titicacasee. Sogar afrikanisch anmutende Sanddünen findet man in Bolivien, dazu das höchste Skigebiet der Welt, zahlreiche Inkastätten und geschichtsträchtige Städte wie Potosí oder die kolonial geprägte nominelle Hauptstadt Sucre.


Das Land bietet für jeden Geschmack geeignete Wanderungen und Tourenmöglichkeiten. Archäologisch interessierte Besucher zum Beispiel können zahlreiche Ruinen aus der Inkazeit und noch weiter zurückliegenden Epochen erwandern, Abenteuerlustige locken dichte Urwälder mit zum Teil weltweit einzigartigen Vegetationsformen. Dazu gibt es viele leicht erreichbare, malerische Gebirgsseen, Höhlen, Schluchten und Wasserfälle.

Wer höher hinaus will, kann sich an der reichlichen Auswahl leichter 5000er versuchen, ebenso herrscht an anspruchsvollen Hochtouren in Fels und Eis kein Mangel. Auch Liebhaber mehrtägiger Trekkingtouren finden in Bolivien ein reiches Betätigungsfeld vor, abseits der Zivilisation versteht sich.

All die unzähligen Facetten des Landes können hier natürlich nur ansatzweise beschrieben werden. Am besten reisen Sie einfach selbst einmal nach Bolivien und überzeugen sich vom einzigartigen Reichtum des materiell immer noch ärmsten Andenstaates und der wohltuenden Herzlichkeit seiner Bewohner.


 

Daten und Fakten zu Bolivien

  • Politische Einteilung: Mit einer Fläche von 1,1 Mio. km² ist Bolivien etwa dreimal so groß wie Deutschland, aber mit etwa neun Millionen Einwohnern nur sehr dünn besiedelt. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt in den drei Metropolen La Paz, Santa Cruz und Cochabamba. Politisch ist Bolivien in neun sogenannte Departamentos unterteilt, die sich wiederum in 108 Provinzen gliedern. Die Departamentos sind: Pando, Beni, La Paz, Santa Cruz, Oruro, Potosí, Cochabamba, Chuquisaca und Tarija. Die nominelle Hauptstadt ist zwar noch Sucre, doch alle wichtigen Regierungsfunktionen werden mittlerweile in La Paz ausgeübt, das auch Regierungssitz ist.
  • Größte Städte: La Paz (mit El Alto) 2,3 Mio. Einwohner – Santa Cruz 1,1 Mio. – Cochabamba 800.000 – Oruro 250.000 – Sucre 250.000 – Tarija 163.000 – Potosí 162.000.
  • Der Höhenunterschied zwischen El Alto und der Zona Sur innerhalb von La Paz betragen über 900 Meter.
  • La Paz ist der höchstgelegene Regierungssitz der Welt, das Stadion Hernando Siles das höchstgelegene internationale Fußballstadion der Welt und der Chacaltaya beherbergt das höchste Skigebiet.
  • In den bolivianischen Anden gibt es noch massenhaft unbestiegene Grate, Wände und sogar Gipfel.
  • In Bolivien gibt es nicht weniger als 33 Nationalparks und andere Schutzgebiete.
  • Fast die Hälfte des Landes ist mit dichtem Urwald bewachsen.
  • Mit über 50 Prozent der Bevölkerung besitzt Bolivien den höchsten Anteil an indigener Bevölkerung in ganz Südamerika (Quechua und Aymará, aber auch Guarani und andere Urwaldvölker).
  • etwa 90 Prozent der Einwohner sind römisch-katholisch, daneben werden aber nach wie vor auch Naturreligionen praktiziert.
  • Schätzungen zufolge sind mindestens 50 Prozent aller Erwerbsfähigen arbeitslos, unterbeschäftigt oder in der Schattenwirtschaft tätig.
  • Bodenschätze machen 42 Prozent der Exporte des Landes aus.
 

Wanderungen in Bolivien sind aufgrund der geografischen Gegebenheiten des Landes sowie der teilweise fehlenden Infrastruktur, Wegmarkierung etc. meist als eher anspruchsvoll anzusehen.

 

Gefahren

Die Nächte im Hochland können sehr kalt werden. Man sollte bei Touren in abgelegenen Bergregionen darauf vorbereitet sein, möglicherweise nicht am gleichen Tag zurückkehren zu können. An viel befahrenen Straßen gibt es aber in der Regel keine Probleme, eine Rückfahrgelegenheit zu bekommen. Ansonsten bitte Unterkunftshinweise beachten und im Extremfall Schlaf- oder Biwaksack mitnehmen.

In der Regenzeit von November bis März/April kann das Wetter sehr schnell umschlagen, Gewitter sind häufig. Das Wetter ist in vielen Regionen nicht wirklich vorherzusagen, oft wechseln starker Regen und strahlender Sonnenschein innerhalb von wenigen Minuten. Bei Gewitter muss entweder sofort ein Unterstand gefunden werden oder man legt sich im Notfall für den Zeitraum des Gewitters flach auf den Boden. Der Aufenthalt auf Graten oder ebenen Freiflächen ist extrem gefährlich. Im Nebel besteht aufgrund der mangelnden Markierungen die Gefahr, sich zu verlaufen. Daher sollte man an Nebeltagen nur leicht zu findende Wegstücke auswählen. In den Urwaldgebieten weichen die Wege bei Regen schnell auf und sind dann in der Regel deutlich schwieriger zu begehen.

 

Urwald

Aktivitäten im Urwaldgebiet sind grundsätzlich mit für Mitteleuropäer eher ungewohnten Unannehmlichkeiten verbunden, wie Stechmücken, schwüle Hitze und der Gefahr von Tropenkrankheiten. Impfungen gegen Hepatitis und Gelbfieber sind – abhängig vom bereisten Gebiet – anzuraten; auch eine Malariaprophylaxe kann sinnvoll sein, schützt aber nicht grundsätzlich vor einer Infektion. Des Weiteren empfehlen sich Moskitonetze und eventuell stichsichere Kleidungsstücke.

 

Höhe

Einige Touren führen in sehr große Höhen, zum Teil deutlich über 4000 und sogar 5000 Meter hinaus. Daher ist es unbedingt nötig, für eine angemessene Höhenanpassung zu sorgen. Am besten verbringt man die ersten Tage in der Höhe mit wenig anstrengendem Stadtbummeln oder einfachen, eher flachen Wanderungen. Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, sich nicht übermäßig zu verausgaben, was auch für den Genuss alkoholischer Getränke gilt. Andere Flüssigkeiten hingegen sollten so viel wie möglich eingenommen werden, am hilfreichsten ist der in Bolivien sehr verbreitete Mate de Coca.

Der eisige Kratersee des Vulkan Licancabur (5919m hoch und Tour 10 im Rotherführer). | Foto: Thomas Wilken

Auf den in der Höhe geringeren Sauerstoffanteil in der Luft reagiert der Körper mit der vermehrten Bildung roter Blutkörperchen, diese Anpassung nimmt aber einige Zeit in Anspruch. In den ersten Tagen verdickt sich das Blut durch den fehlenden Sauerstoff und fließt langsamer durch den Körper. Das kann zwar teilweise durch die sogenannten Sorochi Pills (sorochi = südamerikanisch für Höhenkrankheit) ausgeglichen werden, doch diese Medikamente verringern nur die Symptome, nicht aber die Ursache der Höhenkrankheit. Deshalb würde ich derartige Mittel nur in sehr geringen Dosen empfehlen, da sonst das Risiko besteht, trotz Höhenkrankheit weiter aufzusteigen und sich damit in ernsthafte Gefahr zu begeben.

Wer sich ohne ausreichende Akklimatisation in große Höhen vorwagt, riskiert an einem Lungen- oder Gehirnödem zu erkranken, mit lebensbedrohenden Folgen. Erste Anzeichen für Höhenkrankheit sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Atemnot und Herzrasen. Wird diesen Warnzeichen keine Beachtung geschenkt und weiter aufgestiegen, kann es zu stärkeren Symptomen kommen, nämlich starkem Leistungsabfall, hämmernden Kopfschmerzen, Benommenheit, Apathie, Erbrechen und schwerer Atemnot. In diesem Fall muss schnellstmöglich in tiefere Regionen abgestiegen werden, mindestens 1000 Höhenmeter Abstieg werden empfohlen. Dazu ist eine Behandlung mit Medikamenten und, wenn vorhanden, mit Flaschensauerstoff einzuleiten.

 

Wegbedingungen

Die Durchführung von Wanderungen abseits der wenigen viel bereisten Gebiete gestaltet sich in den bolivianischen Anden deutlich komplizierter als in alpinen Regionen. Wirklich gutes Kartenmaterial ist selten und es gibt kaum Wegmarkierungen oder gar Ausschilderungen. Viele Pfade führen zu einem der zahlreichen Weideplätze und enden plötzlich im Nichts. In sehr abgelegenen Regionen muss man sich den Weg oft aus verschiedenen Teilpfaden »zusammenflicken«. Allerdings sind die Geländeformationen meistens großflächiger und übersichtlicher als in den Alpen, sodass man einfach sein Ziel anvisieren und loswandern kann. Viele Wege sucht sich der erfahrene Wanderer somit selbst. Die kurzen Wanderrouten nahe der Städte sind allerdings zumeist gut ausgebaut und auch problemlos zu finden, viele Streckenteile führen hier über Fahrwege.

 

Rettungswesen

Ein Rettungswesen wie in den Alpen existiert praktisch nicht, bei Verletzungen ist die Gruppe auf sich allein gestellt. Deshalb ist es abseits viel begangener Routen grundsätzlich anzuraten, zu mehreren zu gehen, sodass im Notfall immer jemand Hilfe holen kann. Der Abtransport von Verletzten geht normalerweise mit Pferden oder Eseln vonstatten, ein Helikopter ist nur im äußersten Notfall und normalerweise nur in der Nähe der Großstädte verfügbar. Das Mobilfunknetz ist recht gut ausgebaut und auf vielen Touren vorhanden.

Notfallnummern:

  • Polizei: 110
  • Rettung: 118
  • Feuerwehr 119
 

Gehzeiten

Selbstverständlich spielen auf vielen Touren die aktuellen Verhältnisse eine wichtige Rolle, dazu die Höhenlage bzw. der Akklimatisationsstand und nicht zuletzt die eigene körperliche Verfassung. Dies alles sollte bei der Tourenplanung berücksichtigt werden. Durch die großen Höhen sind die Gehzeiten im Schnitt deutlich länger als für vergleichbare Strecken oder Höhenunterschiede in tieferen Lagen; so sind im Hochland nur etwa 200 bis 250 Höhenmeter pro Stunde die Regel.

 

Höhenangaben

Da wirklich verlässliches Kartenmaterial selten ist und nur verhältnismäßig wenige Punkte exakt vermessen sind, können einige Höhenangaben etwas ungenau sein bzw. einzelne Angaben zum Höhenunterschied auf Schätzungen beruhen.

 

Ausrüstung

Wichtig ist bei den meisten Touren ein sehr guter Wind- und Regenschutz. In Höhen um 5000 Meter braucht man zudem warme Kleidung, vor allem natürlich bei Nächtigungen über 4000 Meter. Eine Überhose schützt gegen die zum Teil kräftigen Höhenstürme. Gutes, möglichst Wasser abweisendes Schuhwerk mit griffiger Sohle ist für die meisten der aufgeführten Touren unerlässlich.
 
Aufgrund der starken UV-Einstrahlung in großer Höhe empfiehlt sich Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor, mindestens 15 bis 30. Zumindest auf Gletschertouren, am besten aber grundsätzlich, sollte eine dunkle Sonnenbrille mit Rundum-Schutz getragen werden.

Wasser aus Flüssen und Seen nur abgekocht oder aber chemisch behandelt trinken! Wasserentkeimungsmittel wie Micropur oder Certisil nimmt man am besten von zu Hause mit. In Zelten oder auf Berghütten kann man sich das Leben mit einfachen Dingen wie Stirnlampen, Kerzen, Ohrenstöpsel oder Hüttenschuhen erleichtern. Ebenso sollte Toilettenpapier auf allen Wanderungen dabei sein, auch in einfacheren Restaurants sind die Toiletten zumeist nicht damit ausgestattet.

Bei mehrtägigen Touren sollte grundsätzlich ein Erste-Hilfe-Set mitgeführt werden, dazu natürlich Kocher, Gaskartuschen, Zelte, Isomatten, Schlafsack und gut abgezählter Proviant.

 

Einkehr und Unterkunft

Einkehrmöglichkeiten unterwegs gibt es insbesondere bei Touren in abgelegeneren Gebieten kaum, Restaurants oder Gasthöfe im europäischen Sinn noch weniger. Andererseits gibt es auch in kleinen Dörfern oder am Straßenrand oft Lebensmittelläden oder Kioske, die manchmal auch warme Mahlzeiten anbieten.

Landleben bei Independencia. | Foto: Thomas Wilken

Auf mehrtägigen Touren muss bis auf wenige Ausnahmen im eigenen Zelt genächtigt werden. Zelten ist in Bolivien praktisch überall, wo es möglich ist, auch erlaubt; Verbote gibt es so gut wie gar nicht. Einige wenige Zeltplätze sind mit einfachen Toilettenhäuschen ausgestattet, ansonsten muss für alles selbst gesorgt werden. An manchen Zeltplätzen wird eine geringe Gebühr von etwa 10 Bolivianos erhoben. Die wenigen Berghütten sind in der Regel ebenfalls recht einfach ausgestattet und nicht ganz billig. Kocher sollten selbst mitgebracht werden, Schlafsäcke ebenso, denn es kann auf den unkomfortablen Pritschen sonst empfindlich kalt werden.

 

Mehrtägige Treks

Wie schon angeführt, stehen in Bolivien nur wenige Berghütten oder sonstige Unterkünfte abseits von Ortschaften zur Verfügung; die gesamte Ausrüstung für Kochen und Nächtigung muss mitgenommen werden. 

Es ist daher ratsam, sich für den Transport Maultiere (mulas) zu besorgen, die schon ab etwa drei Euro pro Tag und Tier zu bekommen sind, plus sechs bis zehn Euro für den Eseltreiber (arriero). Diese sind über die genannten Agenturen buchbar oder man fragt direkt im Talort nach. Eine weitere Möglichkeit ist, mehrtägige Touren über eine der zahlreichen Agenturen zu organisieren (siehe »Infos).

 

Bergsteigen

Es gibt wohl nur wenige Länder auf unserem Planeten, die eine ähnliche Vielfalt an Hochgipfeln bieten wie Bolivien. Dabei sind die wirklich großen Eisberge allesamt sehr anspruchsvoll und nur wirklich guten Bergsteigern vorbehalten; schon deshalb, weil die technischen Schwierigkeiten zusätzlich durch die große Höhe erschwert werden.

Der Illampu etwa gilt als einer der am schwersten ersteigbaren Andengipfel überhaupt, ähnlich wie auch der markant geformte Condoriri oder der etwas abgelegene Tiquimani. Für viele 6000er wie den Chaupi Orcko oder den Chachacomani sind zudem lange Anmarschwege in Kauf zu nehmen, sodass für eine Besteigung oft fünf bis sechs Tage eingeplant werden müssen. »Nur« vier Tage – sofern das Wetter mitspielt – benötigt man jeweils für die beiden höchsten Eisriesen Boliviens, den elegant geschwungenen Sajama im Süden und den wuchtigen Illimani über La Paz.

Blick vom Cerro Charkini zum Huayna Potosí. | Foto: Thomas Wilken

Dazu gibt es etliche unbekannte Hochgipfel zwischen 5000 und 6000 Meter, die meisten davon erhalten kaum einmal Besuch. Potenzielle Klassiker sind etwa der steilwandige Akhamani und der schneidige Cuchillo in der Cordillera Apolobamba oder der Cerro Serkhe Khollo im Hampaturigebiet. Immer beliebter wird die verkleinerte Version des viel gerühmten Alpamayo, der Alpamayo Chico im Condoriri-Gebiet, wo auch noch etliche weitere lohnende Bergziele auf ihre Erschließer warten.

Noch seltener stehen die imposanten Felsgipfel um den Gigante Grande in der Cordillera Quimsa Cruz auf der Liste der Bergsteiger. Stünden diese Berge in den Alpen, könnten sie sich dem zu erwartenden Ansturm wohl kaum erwehren. Natürlich nicht fehlen dürfen bei dieser Aufzählung die ebenmäßigen Vulkankuppen des Parinacota und seines »Zwillings« Pomerape. Unweit dieser beiden Giganten befindet sich mit dem Acotango auch der wohl leichteste Eisgipfel Boliviens, im chilenischen Grenzgebiet gelegen.

Weiter südlich bieten sich bis zu 6000 Meter hohe und trotzdem problemlos zu ersteigende Vulkanriesen. Diese sind praktisch alle nahezu unvergletschert und warten mit mühsamen Schuttanstiegen auf. Dazu gibt es zahllose einfachere Hochgipfel, die sich oft im Einzugsbereich der großen Städte befinden und ebenso großartige Erlebnisse im leichten Fels und Eis ermöglichen. Viele davon sind im Rother Führer aufgeführt.

 

Karten

Für eine umfassendere Orientierung kann man auf das Kartenmaterial des Militärisch-Geografischen Institutes zurückgreifen (Maßstab meist 1:50.000); allerdings bietet auch dieses nicht immer die gewünschten Informationen. Oft braucht es also ein gewisses Gespür für die selbstständige Wegsuche.

  • Instituto Geográfico Militar in La Paz: Av. Saavedra 2303 oder Casilla 7641, Tel. 02/37 01 18 oder 02/22 83 29
  • Auch bei Andean Basecamp (siehe Reiter: »Infos«) sind gute Karten erhältlich.
 

Beste Reisezeit

Bergtouren sind von April bis Oktober möglich, als beste Zeit gelten die Monate von Juli bis September, dann herrscht aber leider auch reger Besucherandrang und die Preise steigen rapide. Viele der Touren sind aber problemlos das ganze Jahr über machbar, obwohl von November bis März auch durchaus einmal ein paar Regentropfen fallen können.

 

Klima

Bolivien liegt auf der Südhalbkugel der Erde; die Jahreszeiten sind daher entgegengesetzt zu Europa und unterteilen sich in Frühling im Oktober und November, Sommer von Dezember bis März, Herbst im April und Mai und Winter von Juni bis September.

Der Hafen von Challapampa. | Foto: Thomas Wilken

Dank der Größe des Landes ist Bolivien in verschiedene Klimazonen unterteilt, die neben den Jahreszeiten und der geografischen Lage vor allem von der Höhenlage beeinflusst werden. Die Dauer und Intensität der Regenzeiten nimmt von Norden nach Süden kontinuierlich ab. Im Norden des östlichen Tieflandes herrscht ganzjährig Hitze, das eigentlich ebenfalls heiße Chacogebiet wird im Winter zeitweilig von heftigen Kaltlufteinbrüchen befallen, die eine unangenehme feuchte Kälte mit sich führen.

Der Altiplano (das Hochland) ist ganzjährig kalt, Regenfälle treten fast nur im Sommer auf. In den Wintermonaten herrschen stabile Hochdrucklagen, meistens scheint tagsüber die Sonne. Dank der intensiven Sonneneinstrahlung kann es trotz der großen Höhe sehr warm werden. Verschwindet allerdings die Sonne, kühlt es sich innerhalb weniger Minuten deutlich ab, der schnelle Wechsel vom T-Shirt zur Daunenjacke ist keine Besonderheit. Nachts wird es in jedem Fall empfindlich kalt. Wegen der stabilen, fast regenfreien Wetterlagen empfehlen sich die Monate von April/Mai bis Oktober zum Wandern und Bergsteigen in den Hochanden.

In der Atacamawüste und den weiteren westlichen Wüstengebieten herrschen ganzjährig bitterkalte Nachttemperaturen und es kann gelegentlich zu Schneefällen kommen. Dafür ist bei Tag das ganze Jahr über mit Sonne zu rechnen.

In den Tälern überwiegt durchgehend mildes, frühlingshaftes Wetter mit zum Teil heftigen Sommergewittern. Der Sommer ist hier feucht und relativ kühl, da die Hauptregenzeit in diesen Zeitraum fällt.

 

Umweltschutz

In der Behandlung von Abfällen bestehen nicht nur in Bolivien, sondern in praktisch allen südamerikanischen Ländern deutliche Defizite. Auch wenn die Einheimischen etwa ihren Müll einfach aus dem Busfenster werfen, werden wir es ihnen nicht nachmachen. Auf Wanderungen sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, seine Abfälle auch wieder mit zurückzunehmen. Abfalleimer gibt es kaum, außer in touristisch stark frequentierten Regionen.

Ansonsten gelten die üblichen Grundregeln:

  • Benutze bereitgestellte Toilettenhäuschen oder vergrabe deine Toilettenabfälle weitab von Wasser, Hütten und Siedlungen.
  • Wir halten Flüsse und Seen sauber, waschen uns ohne Seife und verwischen nach dem Zelten alle Spuren unseres Besuches.
  • Vorsicht mit offenem Feuer; tragbare Kocher sind definitiv effizienter und umweltfreundlicher.
  • Wir behandeln historische und spirituelle Orte mit Respekt und Zurückhaltung.
 

Wandern mit Kindern

Viele der Wanderungen in Bolivien sind aufgrund der fehlenden Infrastruktur, der Weglänge und der Höhenlage und der daher erforderlichen Kondition für Kinder weniger geeignet, dennoch finden sich viele Touren, die für Familien mit Kindern gut machbar und interessant sind. Diese Wandervorschläge sind mit einem entsprechenden Symbol im Tourenkopf gekennzeichnet.

 

Top-Touren aus dem Rother Wanderführer

  • Cerro Japa Japani (5330 m): Eher unbekannter schwarzer Doppelgipfel über lebendiger Bilderbuchlandschaft mit Blick bis zum Titicacasee (6 Std.).
  • Condoriri-Trek (5100 m): Atemberaubende Andendurchquerung unter weiß glänzenden Firngipfeln im Herzen der Cordillera Real (3 Tage).
  • Isla de Sol (4065 m): Sandstrände und Inkastätten – extrem aussichtsreiche und geschichtsträchtige Wanderung über die Insel im tiefblauen Titicacasee (2 Tage).
  • Vulkan Licancabur (5919 m): Steiler Aufstieg auf einen Bilderbuchvulkan mit fantastischer Rundsicht, auf dem schon vor der Inka-Zeit regelmäßig Opfergaben hinterlassen wurden (9 Std.).
  • 3-Seen-Tour über Potosí (4430 m): Wandern oberhalb der höchstgelegenen Großstadt der Welt zwischen Lamas, Stauseen und dunklen Felsbergen (3 Std.).
  • Lomas de Arena (460 m): Über saharaähnliche Sanddünen mit bunt schillernden Lagunen, wohl eine der urtümlichsten Landschaftsformen ganz Südamerikas (3 Std.).
  • El Fuerte de Samaipata (1960 m): Durch abwechslungsreichen Bergurwald auf Boliviens berühmteste Bergfeste nur 2 bis 3 Stunden von Santa Cruz entfernt (6 Std.).
  • Muela de Diablo (3995 m): Durch grünes Weideland auf den Backenzahn des Teufels oberhalb von La Praz (4 Std.).
  • Zur Hütte am Huayna Potosí (5250 m): Auf steilen Pfaden über gigantischen Gletscherflächen: Einzigartige Hochgebirgswelt unter dem wohl beliebtesten Eisgipfel Boliviens (4.30 Std.).
  • Laguna Chillata (4200 m): Lange Bergwanderung unter den Eiswänden von Illampu und Ancohuma. Ausgangspunkt ist eines der sehenswertesten Bergdörfer der Anden (8 Std.).
 

Große Trekkingrouten

Neben den im Rother Wanderführer vorgestellten Touren gibt es in Bolivien natürlich noch zahlreiche weitere lohnende Trekkingrouten. Sehr anspruchsvoll ist etwa die komplette Umrundung des Illampu-Massivs von Sorata aus. Ebenfalls von Sorata aus kann sogar die komplette Cordillera Real durchquert werden, wofür allerdings mindestens zwölf Tage zu veranschlagen sind.

Eher selten gemacht werden der ebenfalls mehrtägige Camino-de-Oro-Trek und der Mapiri-Trek. Weitere interessante Alternativen sind die Umrundung des Illimani oder der abwechslungsreiche Yunga-Cruz-Trek. Hin und wieder wird auch die recht unberührte Cordillera Quimsa Cruz durchquert, eine sehr abwechslungsreiche und landschaftlich grandiose Tour von drei bis fünf Tagen.
 
Ähnlich interessante Trekkingmöglichkeiten finden sich auch im Kari-Kari-Massiv um Potosí und in der Cordillera Tunari bei Cochabamba. Leider hat sich bisher niemand die Mühe gemacht, diese interessanten Hochgebirgsregionen ausgiebig zu erkunden oder gar Wegbeschreibungen abzuliefern.


Selbstverständlich bietet auch das Amazonasgebiet hervorragende Wandermöglichkeiten, allerdings empfiehlt sich dort grundsätzlich die Mitnahme eines einheimischen Führers. Neben der nicht zu unterschätzenden Bedrohung durch wilde Tiere ist auch die Orientierung alles andere als einfach, um nicht zu sagen fast unmöglich. Zudem sind viele Dschungelgebiete sehr unzugänglich und oft nur durch mehrtägige Anfahrten mit Privatwagen und Booten zu erreichen.

 

Ein geografischer Überblick

Das Hochland Boliviens wird vor allem von den beiden großen und weit auseinander liegenden Andenketten geprägt, die bis auf 6542 Meter Meereshöhe (Sajama) reichen. Zwischen den eher alpin wirkenden Cordilleras Real, Apolobamba und Quimsa Cruz und der vulkanisch geprägten Cordillera Occidental erstreckt sich die weite, gut ein Drittel der Landesfläche ausmachende Hochebene des Altiplano. Dieses zentrale Hochland liegt auf 3000 bis 4000 Meter Höhe und reicht weit bis nach Peru hinein. Hier lebt der Großteil der Bolivianer und hier befinden sich auch die meisten der größeren Städte. Mittendrin liegt der sagenumwobene Titicacasee, der höchste schiffbare See der Welt, durch dessen Mitte die Grenze mit Peru verläuft.

Blick über den Salar de Uyuni, die größte Salzfläche der Erde. | Foto: Thomas Wilken

Zwischen dem Ostabhang der Anden und dem ostbolivianischen Amazonasgebiet erstrecken sich auf Höhen zwischen 1200 Meter und 1800 Meter die Yungas und der Chapare, beides sind Übergangsregionen vom Bergland in das schier undurchdringliche Amazonasgebiet.

Der flächenmäßig größte Teil Boliviens aber sind die Llanos, die sich vom ostbolivianischen Bergland bis an die Grenzen nach Brasilien und Paraguay erstrecken. Dieses nur äußerst dünn besiedelte tropisch-heiße Tieflandgebiet untergliedert sich in die trockenen Savannen des Gran Chaco und die tropischen Regenwaldgebiete Amazoniens.

Nach Höhenlagen gegliedert unterteilt sich Bolivien in tierra caliente bis etwa 1000 Meter (tropisches Tiefland), tierra templada zwischen 1000 und 2500 Meter (Yungas, Chapare), tierra fría zwischen 2500 und 4000 Meter (Altiplano), tierra helada von 4000 bis 5000 Meter (die Bergflanken der Anden) und die Zone des ewigen Eises, die tierra nevada über 5000 Meter.

 

Pflanzenwelt

Aus diesen vielfältigen Klimazonen resultiert erwartungsgemäß eine ebenso vielfältige Pflanzenwelt. Dies bezieht sich allerdings in erster Linie auf die Regionen unterhalb des Altiplano, vor allem auf das Amazonasgebiet, wo die wohl größte Artendiversität der Welt anzutreffen ist.

Das Hochland wird vor allem durch weite Steppenlandschaften aus Ichu- Gras geprägt, gelegentlich aufgepeppt mit Tholapflanzen, Säulenkakteen und an wenigen Stellen sogar noch der Riesenbromelie Puya Raimondi. Ab 4000 Meter findet man das Andenmoos Yareta, eine dunkelgrüne, steinharte Polsterpflanze. Im Sajamagebiet wachsen Quenua-Bäume bis über 5000 Meter Meereshöhe hinauf, das ist weltweit einzigartig. 


In den Yungas werden vor allem Coca, Kakao, Kaffee und Zitrusfrüchte angebaut, die natürliche Vegetation bilden aber dichte Nebelwälder, deren Bäume mit Flechten, Bromelien und Orchideen überzogen sind. Im Norden des östlichen Tieflandes wächst Regenwald, hier sind vor allem Paranuss, Mahagoni und von Lianen umwucherte Gummibäume anzutreffen.

In der südlich angrenzenden Feuchtsavanne des Beni dagegen findet sich vor allem Weideland mit allein stehenden, rosa blühenden Tajibos und zahlreichen Palmenarten. Der trockene Süden ist von Akazien, Mimosen und Flaschenbäumen geprägt.

 

Tierwelt

Wer durch das bolivianische Hochland fährt, wird normalerweise bald Vertreter der domestizierten südamerikanischen Kamelarten Lama und Alpaka zu Gesicht bekommen. Mit etwas Glück laufen einem auch deren eher selten gewordenen wilden Artgenossen Vikunja und Guanako über den Weg. Die berühmten, oft propagierten Kondore sind fast ausgerottet und kaum noch anzutreffen; Gleiches gilt leider auch für die größte aller Andenkatzen, den Puma, dessen Lebensraum bis in die Yungas hinunterreicht.

Andenfuchs. | Foto: Thomas Wilken

Andenfüchse hingegen bekommt man häufiger zu Gesicht, vor allem in den südlichen Wüstengebieten. Auch Wildhunde und Katzen sind keine Seltenheit. Dazu kommen zahlreiche Nagetiere wie Ratten, Mäuse, Hasen oder Kaninchen. Chinchillas gibt es in Bolivien keine mehr, dafür sind aber zwischen Felsen deren artverwandte Viscachas in großer Zahl anzutreffen. An Greifvögeln sind noch gelegentlich Falken oder vereinzelte Andenadler zu beobachten, wesentlich häufiger ist die schwarze Andendohle. 


Die Seen der Andenkette sind mit Ibissen, Blesshühnern, Wildenten, Andenmöwen und Wildgänsen bevölkert, die Seen im Süden mit rosafarbenen Flamingos. Der Nandu, der südamerikanische Strauß (»Suri« auf Aymará), bevorzugt hingegen die weitläufigen Ebenen. Viele der kalten und klaren Bergseen sind mittlerweile ebenso mit Forellen besetzt wie der Titicacasee. Diese wurden zumeist als Speisefisch eingesetzt oder gezüchtet, sie waren ursprünglich nicht in Südamerika heimisch. An feuchten Stellen findet man Frösche und Kröten, eine Schlangenart (Aziru) ist im Tholastrauch heimisch und überall auf den Hochflächen können diverse Eidechsenarten gesichtet werden.

In den Tälern und den Yungas kommen Meerschweinchen und Beuteltiere vor, nachts wird der Himmel häufig von Fledermäusen bevölkert. Ein sehr seltenes Glück ist es, einen Brillenbär zu sehen, er ist nicht nur fast ausgerottet, sondern auch noch sehr scheu. Nicht viel häufiger sind die Wildkatzenarten Ozelot, Tigerkatze und Tigrillo zu beobachten, wohl aber zahlreiche Finkenarten und Sittiche. Dazu gibt es noch Tapire und Schlangen.

Im tropischen Tiefland sind so ziemlich alle Arten anzutreffen, die man sich vorstellen kann. Am begehrtesten ist sicherlich der ebenfalls fast ausgestorbene Jaguar, der vorwiegend nachts auf Beutefang geht. Des Weiteren leben Tapire, Gabelhirsche und Wildschweine im Urwald, die Baumwipfel werden von Papageien, Tukanen, Aras und diversen Affenarten bewohnt. Doch sicherlich am interessantesten sind die Flussregionen mit immer noch unzähligen Alligatoren, Kaimanen, Flussdelfinen, Welsen, Schildkröten und natürlich den unnötigerweise so gefürchteten Piranhas.

Seen und Flamingos. | Foto: Thomas Wilken

Auch das Sumpfland hat einiges zu bieten, etwa riesige Kröten und Schlangenarten wie die Boa oder die größte lebende Spezies, die Anaconda, welche bis zu 9 Meter lang werden kann. Gefährlicher aber sind die sehr giftigen Buschmeisterarten, Klapperschlangen und Korallenschlangen. Auch Skorpione, Taranteln und die haarige Vogelspinne gehören nicht unbedingt zu den gern gesehenen Tierarten, im Gegensatz zu den herrlich bunten Schmetterlingen. Zusätzlich gibt es Unmengen von Mücken und anderen Insektenarten, welche dem Wanderer das Leben schwer machen.

 

Geschichte

Präinka-Kulturen

Zwar sind die Inka der weitaus bekannteste Volksstamm Südamerikas, aber schon lange vor ihnen existierten hoch entwickelte Kulturen auf dem amerikanischen Subkontinent. Da es den Rahmen dieses Führers deutlich sprengen würde, alle zu erwähnen, werden hier nur die wichtigsten angeführt.

Chavin: Die erste wirkliche Hochkultur in Südamerika waren die Chavin (1000 bis 200 v. Chr.). Chavin ist eher als eine Kultur oder Religion zu verstehen, weniger als ein politisches Reich. Ihr Einflussbereich zog sich von der nordperuanischen Küstenregion zum über 3000 Meter hoch gelegenen Ruinenkomplex Chavin de Huántar in der Cordillera Blanca hin. Diese verschachtelte Tempelburg gilt als das älteste Steinbauwerk Perus.

Paracas: Die Paracas-Kultur (700 bis 200 v. Chr.) ist vor allem für ihre weitverbreiteten Begräbnisstätten bekannt, ebenso für ihre rätselhaften Mumifizierungsformen, etwa der Schädeldeformierung. Schmuck, Keramik und Webarbeiten sind weitere Fertigkeiten eines Volkes, das erwiesenermaßen von der Küste aus, der heutigen Halbinsel Paracas, regen Handelsverkehr mit den Hochlandbewohnern pflegte.

Tiwanaku: Von 100 v. Chr. bis etwa 1000 n. Chr. haben die Tiwanaku das weite Gebiet um den Titicacasee und große Teile des heutigen bolivianischen Hochlandes beherrscht. Als gesichert gelten Verbindungen der Tiwanaku mit der Wari-Kultur um Ayacucho. Ob ein politisches Tiwanaku-Reich überhaupt je existiert hat, gilt nicht als gesichert, aber als sehr wahrscheinlich. In jedem Fall sind das Sonnentor und diverse Steinmonolithen Zeugen einer nicht zu unterschätzenden Baukunst.

Nasca: Die Nasca-Kultur (200 bis 600 n. Chr) an Perus südlicher Küstenwüste ist vor allem durch ihre Geoglyphen bekannt geworden, die eine ähnliche Beschaffenheit aufweisen wie der Kandelabrio auf der Halbinsel Paracas. Daher gilt als sehr wahrscheinlich, dass die Nasca-Kultur als eine Fortsetzung der Paracas-Kultur zu verstehen ist. Vermutlich stellen die Geoglyphen frühe kosmische Betrachtungen dar, eventuell einen Sterne-Sonne-Mond-Kalender.

Mochica: Die Moche-Kultur ist etwa zeitgleich mit der Nasca-Kultur anzusiedeln und vor allem für ihre pyramidenartigen Lehmziegelbauten bekannt. Die Moche bewohnten das Gebiet vom Río Lambayeque bis Casma an der Küste Perus.

Chimu: Von 1000 bis 1450 n. Chr. zählten die Chimu in Norden Perus zu den erbittertsten Gegnern der Inka. Ihre Hauptstadt Chan Chan in der Nähe des heutigen Trujillo zählte damals mit etwa 100.000 Einwohnern zu den größten der Welt. Das Chimu-Reich erstreckte sich vom südlichen Ecuador bis knapp nördlich von Lima und wurde 1450 mit der Gefangennahme des letzten Königs Minchanzaman ins Inkareich eingegliedert.

Die Inka

Von Cusco (im heutigen Peru) aus wurde das Tawantinsuyu, das »Reich der vier Weltgegenden« regiert und organisiert. Zu Glanzzeiten erreichte dieses Reich eine Ausdehnung von Quito, der heutigen Hauptstadt Ecuadors, bis weit in den Süden Chiles hinein, durchzogen von lebensfeindlichen Landschaftsformen wie eisgepanzerten Hochgebirgen, schwül-heißen Urwaldgebieten und extrem trockenen Wüstenregionen.

Das gesamte Reich war von einem beachtlichen Straßennetz mit weit über 20.000 Kilometer Wegstrecke überzogen. Dies waren keine Eselspfade, sondern oft überbreite, bestens befestigte Straßen, welche zum Teil immer noch sehr gut erhalten sind. Die Küstenstraße etwa war 4000 Kilometer lang und acht Meter breit, die Haupt-Andenstraße 5200 Kilometer lang und sechs Meter breit, damit war das Straßennetz jenem des Römischen Reiches deutlich überlegen.

Der Überlieferung nach gab es 13 Herrscher während der Inkazeit, wobei fraglich ist, ob nicht einige weniger bedeutende in der Statistik einfach weggelassen wurden. Pachacutec war der erste historische Inkaherrscher; er verbesserte durch organisatorische Neuerungen wie die Bestimmung von Aussaat und Ernte nach den Himmelskörpern, die wirtschaftliche Situation des Reiches. Unter ihm wurde der Sonnengottkult Staatsreligion, das Quechua Amtssprache und das Reich vom Titicacasee bis nach Ecuador ausgeweitet. Sein Sohn Tupac Yupanki hatte bereits für seinen Vater zahlreiche Kriege geführt, so etwa den letzten Herrscher der Chimu besiegt, und das Reich erheblich vergrößert.

Auch der nächste Herrscher, Huayna Capac, war schon in jungen Jahren ein erfolgreicher Feldherr, unter seiner Regentschaft erreichte das Inkareich seine größte Ausdehnung, vom Río Maule in Chile bis in das heutige Kolumbien hinein.

Direkt nach dem Sonnenwendfest Inti Raymi um 1527 erlag Huayna Capac einer ungeklärten Krankheit. Kurz vor seinem Ableben hatte er entschieden, das Reich unter seinen beiden Lieblingssöhnen Huascar und Atahualpa aufzuteilen. Huascar bekam den Süden mit der Hauptstadt Cusco, während Atahualpa, von Tomebamba aus, den Nordteil des Reiches verwaltete. Die Teilung führte aber zu Streitigkeiten, die von Generälen aus Ecuador und der Priesterschaft Cuscos weiter angeheizt wurden. Daraus entwickelte sich ein Bruderkrieg, den 1532 der kampferfahrenere Atahualpa für sich entschied – nicht zuletzt deshalb, weil er sich auf viele verdiente Generäle seines Vaters verlassen konnte. Huascar wurde gefangen genommen und hingerichtet. 
Ungefähr zur gleichen Zeit trafen die ersten Spanier im Inkareich ein und eroberten und zerstörten das Riesenreich innerhalb weniger Jahre.

 

Essen und Trinken

In Bolivien kann man in den einfachen Restaurants schon für einen Euro gut satt werden. Es gibt preiswerte und qualitativ gute Straßenstände, die auch warme Mahlzeiten anbieten, meistens mit einem Stück Fleisch oder Huhn, Reis (leider oft trocken), Kartoffeln und etwas Gemüse. Interessanter sind die kleinen Grillstände, wo anticucho verkauft wird, gebratene Rinderherzen an kleinen Spießen, meistens mit Kartoffeln serviert.

Empfehlenswert sind auch die für La Paz typischen salteñas, mit Fleisch und Gemüse gefüllte Teigtaschen. Ähnlich aufgebaut, aber zumeist mit Ei oder Hühnerfleisch gefüllt, sind die ebenfalls an jeder Straßenecke erhältlichen tucumanes. Am verbreitetsten sind, wohl des niedrigen Preises wegen, Gerichte mit Huhn. Aber auch Forelle (trucha) ist mittlerweile überall zu bekommen. Fast alle Gerichte werden von sehr reichhaltigen Suppen begleitet, die zum Teil wirklich exzellent sind.

Weitere landestypische Spezialitäten sind Lama- und Alpakafleisch, oder fritanga, Schweinefleisch in Pfeffersoße mit Minze. Chorizos (gewürzte Knoblauchwürste) sind eine weitere bolivianische Besonderheit. Auch die altgedienten Getreidearten quinoa, canahua oder amarant haben in ländlichen Gebieten nichts von ihrer Bedeutung verloren. Hauptnahrungsmittel sind aber die etwa 3800 Kartoffelsorten und der Mais. Die Kolben werden gekocht und oft zusammen mit fetaähnlichem Hochlandkäse angeboten.

Selbstverständlich sind in Boliviens Städten auch alle typisch europäischen oder amerikanischen Gerichte zu bekommen, ebenso jegliche Form von Pasta, Pizza, Schnitzel usw. Empfehlenswerter sind da aber die peruanischen Spezialitäten ceviche (roher Fisch in Limettensaft) oder cuy, gebratenes Meerschweinchen. Auch Fleischgerichte aus Argentinien wie churrasco oder silpancho sind jederzeit einen Versuch wert.

Bolivien ist vor allem berühmt für seine frischgepressten Fruchtsäfte, die an jeder Straßenecke, aber auch in den meisten Restaurants zu bekommen sind. Unbedingt probieren, es gibt alle möglichen Geschmacksrichtungen. Bei den Einheimischen sind leider die üblichen Kalorienbomben Coca-Cola, Fanta und ähnliche sehr beliebt und überall zu kaufen. Kaffee wird zumeist aus löslichem Pulver hergestellt und trifft nicht immer den Geschmack der Reisenden. Anders ist es beim Tee, da gibt es unzählige verschiedene Sorten, wobei natürlich der traditionelle Cocatee die mit Abstand wichtigste Rolle spielt. Am besten legt man die überall erhältlichen Cocablätter direkt in heißes Teewasser ein, auch ein probates Mittel gegen die Höhenkrankheit.

Sehr gut ist auch das Bier in Bolivien, die besten Marken sind Huari, Pacena und Potosína, deren Brauereien stark deutsch beeinflusst sind. Ganz im Süden des Landes bei Tarija gibt es ein kleines Weinanbaugebiet, die einheimischen Weine sollte man ruhig einmal probieren; ebenso den peruanischen Tresterschnaps pisco oder das peruanische Nationalgetränk pisco sour. Bolivianisch hingegen ist der singani, ein klarer Schnaps aus Weintrauben. In der Region um Cochabamba ist zudem die chicha sehr verbreitet, ein säuerliches Maisbier, das etwas gewöhnungsbedürftig ist, aber eigentlich gar nicht schlecht schmeckt.

 

Die Cocapflanze

Der Anbau von Coca ist in Bolivien wie in allen Andenländern eine uralte Tradition und für die indigene Bevölkerung von überragender Bedeutung. Schon vor 3000 bis 5000 Jahren wurde Coca von den Bewohnern der Küstentäler als Schmerzmittel verwendet. Die heilige Pflanze dient als Tauschmittel, Opfer für die Götter, Geschenk und für zahlreiche traditionelle Riten (z.B. als Grabbeigabe). In La Paz gibt es sogar ein eigenes Coca-Museum, wohl ein deutliches Zeichen für die gewaltige Bedeutung dieser Pflanze. 
Das Kauen von Coca hilft bei zahlreichen Beschwerden, wie zum Beispiel Magenproblemen oder Kopfweh. Neben dem Kauen kann die vielseitige Pflanze auch in Form von Tee eingenommen werden; im Hochland ist sie an jeder Straßenecke zu bekommen.

Der Cocastrauch wächst in subandinen Gebieten auf Höhenlagen zwischen 600 und 1800 Meter und ist so anspruchslos, dass er sogar auf kargem Lehmboden gedeiht. Am bis zu fünf Meter hohen Strauch befinden sich gelblich- oder grünlich-weiße Blüten und die kleinen, manchmal Kokain enthaltenden Blätter. Diese werden drei- bis viermal im Jahr geerntet und danach durch ständiges Wenden in der Sonne getrocknet. Auf geschätzten 300.000 Hektar werden so etwa 300.000 Tonnen Cocablätter pro Jahr gewonnen. Am besten gedeiht die Pflanze bei Temperaturen um die 20 Grad Celsius.


Im Inkareich galt der Cocastrauch als göttliches Geschenk, der Cocagenuss war jedoch anfangs nur der Führungskaste erlaubt, erst später wurde es jedem gestattet. Häufig wurden und werden auch heute noch Cocablätter bei geselligen Zusammentreffen konsumiert, sie stellen somit ein wichtiges soziales Integrationsmittel dar. Manche »Schamanen« lesen sogar die Zukunft aus der Pflanze. Damit die Blätter beim Kauen ihre volle Wirkung entfalten, müssen sie zusammen mit einer alkalischen Substanz (leija), die bestimmte Wirkstoffe aus den Blättern löst, gekaut werden. Eine Kauperiode oder coqueda dauert ungefähr zwei Stunden und wurde früher als Zeitmaß verwendet. Wegstrecken oder Arbeiten werden traditionell in coquedas angegeben.


Hauptanbaugebiet in Bolivien ist der Chapare, östlich von Cochabamba, wo 90 Prozent der bolivianischen Gesamtproduktion produziert werden. Die restlichen 10 Prozent befinden sich in den Yungas östlich von La Paz. Rund 60.000 Familien widmen sich allein in Bolivien dem Coca-Anbau, das heißt, die Pflanze ernährt dort mehrere Hunderttausend Menschen.


Leider wird eine Unterart der Nutzpflanze Coca zur Herstellung der Modedroge Kokain verwendet, sodass die eigentlich harmlosen Blätter unberechtigterweise von den USA und diversen europäischen Staaten extrem kriminalisiert werden. Das geht sogar so weit, dass die USA ihre Entwicklungsgelder von der regelmäßigen Vernichtung der Cocafelder abhängig machen und damit jährlich Millionen von Kleinbauern in Südamerika ihrer Existenzgrundlage berauben.

 

Altiplano mit Titicacasee und Westkordillere

Die Frage »Was ist typisch bolivianisch?« kann wegen der unglaublichen Vielfalt des Landes natürlich niemals eindeutig beantwortet werden, aber wenn eine Region mit Bolivien in Verbindung gebracht werden kann, dann sicherlich der Altiplano: eine gigantische, fast erstaunlich flache Hochebene auf über 4000 Meter Höhe. Das ist sicherlich einzigartig auf der Welt. Dabei beschränkt sich das Altiplanogebiet nicht auf Bolivien alleine, sondern zieht sich bis weit nach Peru hinein, fast bis Cusco. Sowohl ethnologisch als auch geografisch gehören diese Gebiete definitiv zusammen, nur politisch sind sie getrennt.

Die farbintensive Laguna Colorada am südlichen Altiplano. | Foto: Thomas Wilken

Überragt wird der Altiplano einerseits von der sehr alpin wirkenden Cordillera Real, aber auch von der nicht weniger imposanten Westkordillere mit gigantischen Vulkanbergen und schlichtweg grandiosen Landschaftsformen. Hier befindet sich mit dem 6542 Meter hohen Sajama auch der höchste Punkt Boliviens. Der gleichnamige Nationalpark gehört ebenso wie der benachbarte Lauca-Nationalpark zu den zahlreichen landschaftlichen Höhepunkten dieses beschaulichen Andenlandes.

Weiter südlich schließt sich dann mit dem Salar de Uyuni die größte Salzpfanne der Erde an, ein riesiges Salzmeer von etwa 160 Kilometer Länge und 135 Kilometer Breite. Der Salar gehört mittlerweile unbestreitbar zu den touristischen Highlights des gesamten Kontinents und bietet mit seiner strahlend weißen, zwei bis sieben Meter dicken Oberfläche unvergleichliche Eindrücke. Die Salartour wird zumeist kombiniert mit dem südwestlichen Teil Boliviens einschließlich des Avaroa-Nationalparks. Hier befinden sich vielfarbige Seen, ganze Heerscharen von Flamingos und gewaltige Vulkanberge, unter anderem der rauchende Ollagüe, der ebenmäßige Licancabur oder der vielfarbige Tunupa. Alle diese Vulkane können problemlos erstiegen werden, nur die Anfahrten sind für gewöhnlich sehr lang.

Ganz im Norden des Landes, im Grenzgebiet zu Peru, liegt mit dem Titicacasee der höchste schiffbare See der Erde, immerhin etwa 16-mal so groß wie der Bodensee. Mediterran wirkende Uferbereiche und prächtige Wanderberge umsäumen diesen Klassiker. Natürlich darf auch ein Besuch der zahlreichen kleinen Seeinseln nicht fehlen, die bedeutendste ist wohl die farbenprächtige Isla del Sol, der Legende nach der Ursprung des Inkareichs.

Die bedeutendste bolivianische Stadt am Titicacasee ist das beschauliche Copacabana mit seinem kleinen Hafen und guten Busverbindungen nach La Paz und Puno in Peru. Weiter südlich befindet sich die Metropole und das unumstrittene Zentrum des vielschichtigen Andenstaates, der Regierungssitz La Paz. Wirklich auf dem Altiplano liegt allerdings nur die Oberstadt El Alto. Durch den stetigen Zuwandererstrom aus dem Hochland wird die Einwohnerzahl auf mittlerweile 800.000 geschätzt. Dazu kommen noch etwa 1,5 Mio. unten im »Kessel«, dem eigentlichen La Paz. Schon innerhalb der Stadt betragen die Höhenunterschiede vom windgepeitschten El Alto zur sonnigen Zona Sur fast 900 Höhenmeter. Dementsprechend vielfältig ist dann auch das Stadtbild, von einfachsten Hütten entlang der Berghänge bis hin zu modernsten Prachtvillen in Stadtteil La Florida ist alles vorhanden.

Die einzige größere Stadt im Südwestbereich Boliviens ist Uyuni. Das 25.000-Einwohner-Städtchen lebt praktisch komplett vom Tourismus und hat ansonsten wenig Besonderheiten zu bieten.

 

Apolobamba und Cordillera Real

Die Cordillera Apolobamba ganz im Norden Boliviens zählt zu den abgelegensten Regionen des Andenhochlandes und ist nur mit Hilfe langer, unkomfortabler Busreisen zu erreichen. Dafür finden sich hier fantastische Hochgebirgslandschaften, wild zerrissene Gletscherflächen und schneidige Felsgipfel. Kurzum – ein Paradies für Bergsteiger, Trekker und erfahrene Bergwanderer; allerdings nur für denjenigen, der bereit ist, kurzzeitig auf diverse Annehmlichkeiten der Zivilisation zu verzichten. Größere Städte oder Orte gibt es überhaupt keine in dieser Bilderbuchregion, die bekanntesten Dörfer sind noch Pelechuco und Charazani.

Weitaus einfacher zu erreichen ist die Cordillera Real, die größte und auch gewaltigste Gebirgskette des Landes. Diese Berge lassen sich im Allgemeinen gut von La Paz aus besuchen, schließlich ragen weite Teile dieser Kette direkt über der Riesenstadt in den Himmel. Den Chacaltaya oder das Gebiet um den Cumbre Coroico könnte man praktisch als Hausberge von La Paz bezeichnen. Immerhin sechs 6000er befinden sich hier, darunter einige der großen Klassiker der gesamten Andenkette. Am häufigsten bestiegen wird der formschöne Huayna Potosí (6088 m), als schwierigster gilt der gewaltige Illampu, ein Eisriese mit 6368 Metern, und der höchste von allen erhebt sich direkt über der Metropole: der 6438 Meter hohe Illimani. Unzählige weitere Bergriesen übertreffen die 5000-Meter-Marke deutlich, vor allem die malerisch gelegene Condoriri-Kette erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Mit immerhin 5634 Meter gehört der gleichnamige Hauptgipfel zu den schwierigsten Bergen der Region. Dazu kommen zahllose unbekannte und auch unbenannte, kaum je begangene Hochgipfel mit ebenfalls fantastischen Tourenmöglichkeiten. Selbst unbestiegene Grate und Gipfel lassen sich hier noch leicht finden.

Noch unerschlossener ist die Cordillera Quimsa Cruz etwas weiter südlich. Hier gibt es kaum Wege, Karten oder gar beschriebene Touren. Ohne die zahlreichen Wolframminen würde es wohl nicht einmal die 3-mal wöchentlichen Busverbindungen mit La Paz geben.

Insgesamt befinden sich mehr als 600 Gipfel in dieser Region. Die Dauer-Schneegrenze liegt bei etwa 5200 Meter und wird von zahlreichen Hochgipfeln zum Teil deutlich übertroffen. Daher ist die Vergletscherung beträchtlich und wird im gesamten Andenraum nur von der Cordillera Blanca übertroffen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Region um La Paz ein beliebtes und exzellentes Bergsteigerziel darstellt.

Auch Wander- und Trekkingfreunde kommen hier voll auf ihre Kosten. Glasklare Bergseen, einsame Übergänge und spannende Wanderberge sorgen für ein reges Besucheraufkommen. Trotzdem ist der Andrang auch an häufig besuchten Bergzielen wie dem Huayna Potosí oder dem Chacaltaya nicht annähernd mit dem an bekannten Alpenbergen zu vergleichen.

An fünf Stellen wird die 200 Kilometer lange Königskordillere durch tiefe Täler durchbrochen. Die Routen durch diese Täler wurden schon von den Inka als Handelswege in das Amazonasgebiet genutzt. Der nach La Paz bekannteste Ort ist das malerische Bergdorf Sorata mit seiner grandiosen Bergszenerie. Tief eingeschnittene Täler, sattgrüne Bergseen und gewaltige Eisriesen machen die Umgebung von Sorata zu einer der schönsten Regionen der Anden.

 

Yungas

Die Übergangsregion vom Hochland zum Dschungel gehört zu den klimatisch begünstigtsten Gebieten Boliviens. Die Nächte sind angenehm warm und die Tagestemperaturen noch erträglich. Leider dürfen auch hier die variationsreichen Stechmückenarten nicht fehlen, sie sind aber längst nicht so stark vertreten wie im Amazonasgebiet. Ganz so bewachsen wie dieses sind die Yungas noch nicht, trotzdem erwarten einen vegetationsreiche Bergurwälder mit einer extrem hohen Pflanzendiversität und exotischen Tierarten.

Die artenreichste Region im Yungasgebiet soll das wenig besuchte Zongotal sein; ebenso wie der benachbarte Übergang nach Coroico mittlerweile von zahlreichen Anbietern für Mountainbike-Downhilltouren auserkoren. Beide Pässe bieten extrem große Höhenunterschiede innerhalb kurzer Distanzen. Am beliebtesten ist die Abfahrt vom Abra de Cumbre nach Coroico, gerne von reißerischen Werbetextern als gefährlichste Straße der Welt bezeichnet. Früher häuften sich tatsächlich die Unfälle auf dieser Strecke, da die Straße sehr schlecht befestigt war. Mittlerweile allerdings ist die komplette Verbindung asphaltiert und auch merklich verbreitert worden, sodass die Sicherheit deutlich zugenommen hat. 


Unten wartet dann mit Coroico der touristische Hauptort der Yungas-Region. Trotz nur gut 3000 Einwohnern ist Coroico mit einer hervorragenden Infrastruktur ausgestattet und ideal zum Entspannen, Schwimmen, Reiten und Wandern. Neben dem Río Vagante laden zahlreiche, zum Teil malerische Wasserfälle zum Baden ein. Den ambitionierten Wanderer indes werden eher die dicht bewachsenen Bergrücken reizen, die das Städtchen umgeben.

Eine besondere Herausforderung ist es, in einer Mehrtagestour sämtliche Vegetationszonen vom ewigen Eis der Andenhochgipfel bis hin zur Urwaldregion zu durchwandern. Dabei bewegt man sich größtenteils auf uralten Handelsrouten, die schon weit vor dem Eintreffen der Inka von herausragender Bedeutung waren. Die bekanntesten Beispiele für derartige Übergänge sind der mühsame Choro-Trail, die ebenfalls oft besuchte Takesi-Route oder der weniger bekannte Yunga-Cruz-Treck. Alle diese Routen verlaufen größtenteils bergab und führen vom Altiplano über die Andenkette durch dichte Bergurwälder in die Yungas hinab.

 

Zentrales Hochland um Cochabamba, Potosí und Tupiza

Die zentralen Hochanden schließen sich nördlich der Metropole Cochabamba an die Cordillera Quimsa Cruz an und bieten riesige unerforschte Berggebiete mit unendlichen Tourenmöglichkeiten. Eine der zu Unrecht am stärksten vernachlässigten Gebiete des Landes ist zweifellos die Cordillera Tunari zwischen Cochabamba und Oruro. Neben dem unübersehbaren Cerro Tunari reihen sich hier unzählige zum Teil unbenannte Hochgipfel auf, von denen einige die 5000-Meter-Marke deutlich überschreiten. Da es praktisch keine Wegbeschreibungen oder brauchbare Karten für dieses Gebiet gibt, bleibt unendlich viel Raum, um wirkliches Neuland zu entdecken. Das Eingangstor Cochabamba ist mit etwa 800.000 Einwohnern die drittgrößte und modernste bolivianische Stadt. Dank des ganzjährig milden Klimas und der entspannenden Atmosphäre haben sich hier zahlreiche ausländische Firmen und Stiftungen niedergelassen und prägen das Stadtleben merklich mit.

Weiter südlich befindet sich Sucre, immer noch nominelle die Hauptstadt des Andenlandes. Die Einwohnerzahl von 250.000 bleibt allerdings zu deutlich hinter den drei Metropolen zurück, als dass Sucre die Bedeutung erlangen könnte, die einer Hauptstadt normalerweise zukommt. Dafür gilt Sucre als sehr ruhig und als eine der schönsten Großstädte des Landes – bekannt vor allem für die weiß getünchten Kolonialbauten – und ist deshalb bei Touristen äußerst beliebt.

Noch etwas weiter südlich befindet sich die altehrwürdige Minenstadt Potosí, immer noch überragt vom einstigen Heilsbringer, dem ehemaligen Silberberg Cerro Rico. Dieser ist heute allerdings vor allem eine touristische Attraktion und lockt neugierige Besucher mit organisierten Minenführungen. Direkt neben dem bunt schimmernden Schuttkegel ragen die dunklen Felsgipfel des Kari-Kari-Massivs auf, einer ebenso eindrucksvollen wie selten besuchten Berggruppe – eine Bilderbuchlandschaft mit glasklaren Bergseen, schneidigen Felsburgen und sattgrünen Hochflächen. Auch hier lassen sich noch zahlreiche neue Routen finden, die bisher nirgendwo beschrieben sind.

Ganz im Süden im argentinischen Grenzgebiet, in der Region um Tupiza, befinden sich prachtvolle rötliche Gesteinswüsten mit Respekt einflößenden Felsbastionen. Abgerundet wird das Ganze von weitläufigen Schluchtlandschaften und bizarren Fels- und Erdformationen. Hier hat die Erosion mit ihrer schier nie enden wollenden Fantasie voll zugeschlagen und allerhand seltsame Gebilde hervorgebracht.

Etwas östlich von Tupiza und mit 1960 Metern schon deutlich tiefer gelegen, befindet sich in der Region um Tarija das einzige Weinanbaugebiet Boliviens. Durch das ganzjährig herrlich milde Klima und die ergiebigen Regenfälle zwischen Dezember und Februar sind die Bedingungen hier nicht nur für die Traubenwirtschaft ideal, auch andere Früchte wie Orangen oder Limonen werden in großem Stil angebaut. Bunte und ausgelassene Feste, die bei jeder nur erdenklichen Gelegenheit gefeiert werden, sind ein weiteres Markenzeichen der Region.

 

Tiefland um Santa Cruz

Wenn man an Bolivien denkt, dann meistens an weiß glänzende Eisberge, an farbenprächtige Vulkanlandschaften oder auch an den tiefblauen Titicacasee. Mehr als die Hälfte des Landes, genauer gesagt etwa 60 Prozent, entfallen jedoch auf das wasserreiche Amazonasgebiet. Das sind immerhin zwischen 600.000 und 700.000 km² Fläche, deutlich mehr als die Gesamtausbreitung der Bundesrepublik Deutschland.

Zwar hat man sich lange Zeit im fernen La Paz oder Cochabamba kaum für die abgelegenen und menschenleeren Urwaldgebiete interessiert, doch seit sich die Amazonas-Anrainerstaaten mehr und mehr einander annähern, gewinnt diese kaum erschlossene Waldregion zunehmend an Bedeutung.

Zehn Prozent des südlichen Amazonas-Tieflandes gehört immer noch zum durch Kriege arg geschröpften Bolivien und die Identifikation seiner Bewohner ist weitaus stärker als im nördlichen Tiefland. Vor allem die boomende Departamento-Hauptstadt Santa Cruz profitiert davon und entwickelt sich mehr und mehr zum wichtigsten Verkehrsknotenpunkt des Tieflandes. Zudem ist Santa Cruz mittlerweile das unbestrittene Wirtschaftszentrum Boliviens und immer mehr Firmen ziehen vom kalten La Paz ins wärmere Tiefland. Neben der günstigen geografischen Lage zwischen den Nachbarstaaten Brasilien, Paraguay und Argentinien ist diese Entwicklung vor allem den reichhaltigen Gas- und Erdölvorkommen im direkten Umland zu verdanken. Mit immerhin 1,1 Mio. Einwohnern ist die Urwaldmetropole schon jetzt die zweitgrößte Stadt des Andenstaates und könnte irgendwann sogar die De-facto-Hauptstadt La Paz überholen.

Aber nicht nur wirtschaftlich, auch touristisch hat Santa Cruz einiges zu bieten. Es bildet das direkte Eingangstor für die umliegenden Dschungelgebiete und Nationalparks. Der größte unter ihnen ist der nahe gelegene Amboro-Nationalpark, einer der vielfältigsten der Erde.

Während der nördliche Teil vor allem von Buena Vista aus betreten wird, gilt das kleine Straßendorf Bermejo als das Eingangstor zum südlichen Parkteil. Hier bietet sich mit dem urigen Refugio Volcán ein komfortabler Stützpunkt für Urwaldexpeditionen an. Sehenswert ist neben den mächtigen Felsmonolithen der direkten Umgebung auch der gleichnamige See. Etwas weiter westlich umrahmen steilwandige Urwaldberge die malerischen Chorros de Cuevas, eine einzigartige Wasserfallkette mit perfekt angelegten Zugangswegen. Noch weiter westlich befindet sich einer der bedeutendsten Präinka-Komplexe des Landes, die Bergfestung von Samaipata. Hier sollen die Inka auf die sehr starken Guarani getroffen und von ihnen geschlagen worden sein.

Eine weitere Topattraktion der Region ist das heimelige Kolonialstädtchen Vallegrande, ehemaliger Wirkungsort des viel gerühmten Guerillaführers Che Guevara. Vallegrande ist auch Teil der nostalgischen Ruta de Che, ein wenig außerhalb des Ortes ist ihm eine kleine, tempelartige Gedenkstätte geweiht.

Etwas südlich von Santa Cruz, im direkten Einzugsbereich der Stadt selbst, überrascht das flache Tiefland mit scharf geschwungenen Hochrücken aus echtem, wüstenähnlichem Sand. Die Lomas de Arena bilden ein einzigartiges Habitat aus fein geformten Sanddünen, malerischen Seeaugen und dicht bewachsener Pampafläche. So verwundert es nicht, dass dort etliche seltene Vogelarten und sogar Schlangen anzutreffen sind.

Naturfreunde und biologisch Interessierte dürften auch in den Nationalparks Noel Kempp und Area Natural de Manejo integrado Kaa-Iya del Gran Chaco auf ihre Kosten kommen. Beide Parks sind aber so gut wie gar nicht erschlossen und nur über extrem aufwendige Anreisewege zu erreichen.

 

Einreise

Für Bürger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz problemlos möglich. Man benötigt nur einen noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepass, aber kein Visum. Die Aufenthaltserlaubnis gilt immer für maximal 90 Tage, danach muss das Land für kurze Zeit verlassen werden. Tipp: Ausreise von La Paz über Desaguadero, zwei Nächte in Peru verbringen und danach nach Bolivien zurückkehren. Dann bekommt man ohne Probleme 30 weitere Tage Aufenthaltsgenehmigung, die sich bei der Migration in La Paz (Av. Camacho 1433) problem- und kostenlos auf 90 Tage verlängern lassen. Neuerdings ist für die Einreise nach Bolivien generell eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben.

 

Anreise/Flüge

Leider sind nach La Paz noch keine Billiganbieter im Geschäft, sodass die Flugpreise immer noch recht hoch liegen, alles zusammengerechnet muss man schon mindestens 1000 Euro (Hin- und Rückflug) einplanen. Die günstigsten Anbieter sind derzeit Iberia, American Airlines, KLM und die Lufthansa. La Paz wird von Europa aus nicht mehr direkt angeflogen. Wer neben Bolivien noch Peru oder Chile besuchen möchte, fliegt somit besser über Lima oder Santiago de Chile.

 

Anfahrt zu den Wanderungen

Das Zugnetz in Bolivien ist bis auf die nicht tägliche Verbindung zwischen Oruro und Tupiza nicht mehr existent. Dafür sind die Busverbindungen zwischen den Städten und allen größeren Orten aber sehr gut und vor allem extrem preiswert. Für die neun Stunden von La Paz nach Potosí zum Beispiel kann man für acht Euro schon in komfortablen Liegesitzen reisen.

Die meisten Ausgangspunkte der im Rother Führer vorgestellten Touren sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, nur in einigen wenigen Fällen, vor allem im südlichen Altiplano, erfordern Anfahrt und Rückholung ein gewisses Maß an Organisation oder ein Taxi.

Taxis sind in Bolivien gut bezahlbar, insbesondere für Gruppen. Allerdings sollte man ein wenig Spanisch mitbringen, um dem Fahrer erklären zu können, wo es hingehen soll und wann man wieder abgeholt werden möchte. Über den Preis kann verhandelt werden. In wenig befahrenen Gegenden ist Trampen gang und gäbe, und man wird meistens recht schnell mitgenommen. Auch die Regionalbusse halten überall unterwegs, wo jemand ein Zeichen dazu gibt.

 

Auskünfte

Wirklich brauchbare Touristeninfos gibt es in Bolivien eigentlich nur in La Paz selbst, und zwar an der Calle Mexico/Avenida 16 de Julio an der Plaza de Estudiante. Ansonsten geht es den meisten selbst ernannten »Informationsbüros« eher darum, Touren zu verkaufen.

 

Agenturen

In La Paz sowie in allen größeren und touristisch bedeutenden Städten gibt es zahlreiche Agenturen, bei denen man Touren wie etwa mehrtägige Trekkingtouren buchen kann und die auch Tragtiere und Träger bzw. Treiber vermitteln. Hier einige Beispiele:

  • La Paz: Thomas Wilken Tours, Thomas[at]wilkenonline.de, www.suedamerikatours.de; Alberth Bolivia Tours, alberthbolivia[at]yahoo.com, www.hiking-bolivia.com.
  • Uyuni: Sandra Tours Uyuni, sandratravels[at]hotmail.com.
  • Tupiza: Tupiza Tours, tpztours[at]entelnet.bo, hotel_mitru[at]hotmail.com
 

Hotels

Hotels gibt es in den Städten wie La Paz oder Potosí in allen erdenklichen Kategorien bis zum gehobenen Standard; in abgelegenen Gebieten sind die Unterkünfte zumeist sehr einfach. Nicht immer gibt es dort warmes Wasser; Strom wird oft mit Aggregaten erzeugt. Fast alle Hotels bieten ein kostenloses Gepäckdepot an, so können gerade wichtige Dokumente wie Flugtickets und Reisepässe sicher aufbewahrt werden.
Da normalerweise die erste Übernachtung in La Paz erfolgt und auch viele Touren diesen Ausgangspunkt haben, stelle ich hier einen Hoteltipp vor:

  • Hostal Las Brisas, Tel. 02/246 36 91, info[at]hotelbrisas.net
 

Camping

Camping ist praktisch überall erlaubt und akzeptiert. Eine Infrastruktur oder gar ausgebaute Zeltplätze sind allerdings nicht zu erwarten.

 

Geld und Preise

In Bolivien zahlt man mit Bolivianos (10 Bolivianos sind gut 1 Euro). Mit Visa- oder Mastercard lässt sich in fast allen etwas größeren Städten Geld abheben, als Ergänzung bieten sich Reiseschecks in Dollar von American Express an, da diese im Ernstfall ersetzt werden können. Geldkarten sind aber in jedem Fall schneller und billiger.

Fast alles liegt weit unter dem europäischen Preisniveau, eine Übernachtung in einfachen Hotels ist häufig schon ab 2 bis 3 Euro zu bekommen, eine Mahlzeit in einem landestypischen Restaurant ab ca. 1 Euro. Ebenso spottbillig sind Bus- und Taxifahrten oder Kleidungsstücke. Auch Touren mit einheimischen Berg- oder Trekkingführern kann man sehr günstig buchen.

 

Geschäftszeiten

Es gibt in Bolivien keine offiziellen Geschäftszeiten, die Straßenverkäufer bieten oft bis nach Mitternacht noch Waren an, auch die einfachen Supermärkte haben bis mindestens 22.00 oder 23.00 Uhr geöffnet. Vor 9.00 Uhr morgens hingegen ist fast nichts zu bekommen.

 

Impfungen

Für Reisen im Hochland sind keine besonderen Impfungen nötig. In einigen Urwaldgebieten empfehlen sich Malariaprophylaxe – die allerdings eine Erkrankung nicht gänzlich ausschließt – sowie Gelbfieber-, Hepatitis- und Typhusimpfungen. Achtung: Neuerdings ist für die Einreise nach Bolivien zwingend eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben (wird aber praktisch nicht kontrolliert). Infos: www.travelmed.de.

 

Medikamente

Alle gängigen Medikamente sind in La Paz zu bekommen und brauchen deshalb nicht aus Deutschland mitgenommen zu werden.

 

Mietwagen

In La Paz, Cochabamba und Santa Cruz gibt es unzählige Möglichkeiten, einen Mietwagen zu bekommen. Ein Geländewagen kostet ab 40 Euro pro Tag, inkl. 150 Freikilometer; die Preise variieren allerdings stark. Einige Beispiele:

  • La Paz: Petita Rent a Car, petite[at]etunete.com; International Rent a Car (spezialisiert auf Jeeps), Tel. 02/44 19 06.
  • Cochabamba: International Rent a Car, Tel. 04/422 66 35.
  • Santa Cruz: International Rent a Car, Tel. 03/ 34 44 25; Autocom Tel. 03/32 31 35.

Je nach Gebiet – etwa für die Touren um Uyuni – kann es aber sinnvoller sein, ein Fahrzeug/Taxi mit Fahrer zu mieten; die Fahrer kennen die Wege und die (meist eher schlechten) Straßenverhältnisse und sind auch in der Lage, kleinere Schäden am Auto sofort zu beheben.

 

Leihausrüstung

Kaufen lässt sich in Bolivien vieles nicht, wie etwa Steigeisen, steigeisenfeste Schuhe, Schlafsäcke für mehr als –5° Celsius sowie Zelte. Der Schweizer Christian Menn verleiht alle Art von Ausrüstung; auch Buchverkauf und -tausch:

  • Andean Basecamp, Illampu/Ecke Sarganaga, La Paz, christian_menn[at]@yahoo.de.
 

Sicherheit

Bolivien ist mittlerweile als sicheres Reiseland zu bezeichnen, auch wenn europäische Medien oft ein anderes Bild vermitteln. Kleinere Diebstähle und Gaunereien sind natürlich trotzdem nie auszuschließen. Wer sein Gepäck im Auge behält, sollte aber keine Probleme haben. Auch die Transporte der Busunternehmen funktionieren mittlerweile reibungslos. Gewaltverbrechen sind, von einzelnen gefährlichen Orten (z.B. El Alto) abgesehen, sehr selten. In allen größeren Städten Boliviens patrouilliert eine eigene Touristenpolizei.

Innenpolitische Unruhen mit (normalerweise friedlichen) Demonstrationen und Straßensperren kann es immer wieder geben; Touristen sind davon insofern betroffen, als etwa die Verbindung zwischen zwei Städten kurzfristig unpassierbar sein kann. Aktuelle Hinweise auf Gefahrenregionen ergeben sich vor Ort aus Gesprächen mit Einheimischen (im Hotel nachfragen). Auch das Auswärtige Amt weist auf seiner Homepage auf die aktuelle Sicherheitslage des Landes hin, wobei deren Warnungen aber oft stark überzogen sind.

 

Sprache

Die Amtssprachen in Bolivien sind Spanisch sowie die indigenen Sprachen Quechua und Aymará. In manchen Regionen wird selbst Spanisch kaum verstanden; Englischkenntnisse sind außerhalb der Tourismusdestinationen sehr selten und auch in touristischen Gebieten zumeist nur recht dürftig vorhanden. Verbesserungen in dieser Hinsicht sind zwar zu erwarten, aber ohne Spanischkenntnisse ist es schwer, Land und Leute wirklich kennenzulernen.

 

Telefon

Die Vorwahl für Bolivien ist 00591. Viele Regionen, auch entlegene, verfügen über ein sehr gutes Handynetz (Handynummern beginnen immer mit 7). 
Es gibt nur noch drei verschiedene Vorwahlnummern in Bolivien:

  • Altiplano: 02; La Paz, Copacabana, Sorata, Potosí, Oruro, Uyuni, Tupiza
  • Oriente: 03; Beni, Trinidad, Coroico, Santa Cruz, Samaipata, Pando
  • Valle: 04; Departamento Cochabamba, Sucre, Tarija
 

Zeitunterschied

Der Unterschied zur mitteleuropäischen Zeit beträgt zur europäischen Winterzeit fünf Stunden und zur Sommerzeit sechs Stunden.

 

Zollbestimmungen

Die Einfuhr von Cocatee oder -blättern nach Deutschland ist verboten und strafbar!

 

Weitere Freizeitaktivitäten

  • Baden: Im Hochland sind sämtliche Seen zu kalt, aber um Coroico und Santa Cruz gibt es zahlreiche interessante und unberührte Flüsschen, Wasserfälle oder Seen zum Baden. Außerdem laden Thermalquellen etwa im Sajama-Nationalpark zu einem heißen Bad am kalten Altiplano ein.
  • Montainbiken: Auch eine Mountainbike-Abfahrt durch sämtliche Vegetationszonen ist von La Paz aus machbar. Neben der überall propagierten »gefährlichsten Straße der Welt« vom Cumbre-Pass nach Coroico gibt es noch die wesentlich ruhigere und ursprünglichere Variante ins benachbarte Zongotal, die ebenso viel zu bieten hat wie die Abfahrt nach Coroico. Anbieter in La Paz: B-Side Adventures, contactside[at]adventures.com.
  • Paragliden: In La Paz gibt es eine kleine Schule: Grundausbildung 300 Dollar, Tandemflug 300 Bolivianos; Marco Antonio Aruquipa Centeño, Maarzmarco[at]hotmail.com. In Cochabamba sind ebenfalls Kurse und Tandemflüge möglich: www.parapente-bolivia.com.

 

4-Seasons Tipp

Wanderführer

Der Rother Wanderführer Bolivien von Thomas Wilken (Bergverlag Rother, München, 1. Auflage 2009, ISBN 9783763343652) stellt 52 ausgewählte Wanderungen und Trekkingtouren z.B. zu weißen Eisgipfeln, rauchenden Vulkanen, am sagenumwobenen Titicacasee, durch Salzwüsten sowie dichten Urwald vor. Die ausführlichen und zuverlässigen Tourenbeschreibungen werden durch detaillierte Wanderkarten und aussagekräftige Höhenprofile ergänzt.

 

 
weiterführende Artikel: 
04.11.2010ArtikelReise

Wandern und Trekking in Peru

Peru-Kenner Oscar E. Busch gibt Tipps für die schönsten Wander- und Trekkingtouren zwischen Cordillera Blanca, Alitplano und Titicacasee. zum Artikel
30.07.2010ArtikelReise

Wandern und Trekking in Ecuador

Als eines der kleinsten Länder Südamerikas bietet Ecuador Wanderern so viel Abwechslung und Möglichkeiten wie kaum ein Anderes. zum Artikel
17.10.2010ArtikelReise

Trekking in Patagonien und Feuerland

Zwischen Bariloche, Fitz Roy, Torres del Paine und Ushuaia – die Südspitze von Chile und Argentinien ist ein Sehnsuchtsziel für Trekker. Die Wanderführer-Autoren Ralf Gantzhorn und Thomas Wilken kennen sich aus ... zum Artikel
23.10.2010ArtikelReise

Nepal: Trekking in der Annapurna-Region

Das Annapurna-Gebiet in Nepal ist mit seinen landschaftlichen und kulturellen Gegensätzen eine der schönsten Trekkingregionen der Erde. zum Artikel
08.10.2010ArtikelOutdoorsportWandernReise

Wandern und Trekking in Neuseeland

Das Land der Maoris mit seinen vielen Trails und Tracks bietet Wanderern und Trekkern eine große Vielfalt. zum Artikel