präsentiert von:

Tour-Skaten: Auf Kufen durch die schwedische Eislandschaft

Wie auf Glas: Der Vätternsee ist bekannt für klares Wasser – und klares Eis. | Foto: Fredrik Neregård
Glückliches Schweden: Wenn Seen, Flüsse und Küsten gefrieren, entsteht das schönste Schlittschuh-Revier der Welt. Beim Tour-Skaten gleitet man mit Rucksack und Proviant durch die nordische Einsamkeit, 50 Kilometer täglich sind kein Problem. Fotograf Fredrik Neregård stellt im 4-Seasons-Special seine liebste Winterbeschäftigung ausführlich vor.

»Sanft gleitend durch glitzernde Winterlandschaft, Kilometer für Kilometer auf schillerndem Eis. Beinahe unwirklich. Nur das leise Geräusch der Kufen unterbricht die Stille. Es ist ein Vorwärtskommen mit weichen Bewegungen und fast ohne Anstrengung. Manchmal, wenn das Eis wie Glas über dem klaren Wasser liegt, fühlt es sich an, als ob ich über dem Seegrund schwebe …« So schwärmt der schwedische Fotograf und Autor Fredrik Neregård übers Tour-Skaten.

Zauberhaft: Bittere Kälte verwandelt den Stora Bjärn in ein Meer aus Eisblumen. | Foto: Fredrik Neregård

Im Winter erstarren die Wasserlandschaften Süd- und Zentralschwedens zu einer Terra incognita, die man am einfachsten, elegantesten und schönsten auf Kufen erfährt. »Die Bedingungen in Schweden sind einzigartig«, sagt Fredrik. »Das Wasser gefriert verlässlich jedes Jahr, und spärlicher Schneefall begünstigt die gleichmäßige Eisbildung.« Von Göteborg bis Stockholm vereisen erst die Kanäle und Teiche, dann die Seen und schließlich die Schären.

Dank geringen Salzgehalts und wenig Tidenhubs ist die Ostsee das einzige Meer, auf dem man sicher Eislaufen kann – zumindest in kalten Wintern. »Wenn die Ostsee friert, muss man die Gelegenheit beim Schopf packen«, erzählt Fredrik. Einem endlosen Marmorboden gleich verbindet das Meereis dann die unzähligen Schären. »Ein einmaliges Gefühl, mitten auf dem Meer dem Horizont entgegenzulaufen.«

Anders als auf den populären Eislaufrouten der Niederlande ist man als Tour-Skater in Schweden meist individuell unterwegs. Wer sich keiner geführten Gruppe anschließt, muss über Eis, Ausrüstung und Bergetechniken Bescheid wissen. »Manchmal ist das Eis gerade dick genug, um einen Eisläufer zu tragen. Dann ist höchste Vorsicht angebracht«, sagt Fredrik. »An anderer Stelle ist es dick und glatt, so dass man mit langen, meditativen Schritten leicht vorankommt. Das transparente Spiegeleis schätzen wir am meisten.« Andere Eisqualitäten – etwa das undurchsichtige Schlammeis, das entsteht, wenn Schnee und Wasser gemeinsam erstarren, oder das Eis der Ostsee, erfordern Erfahrung.

 

Fredrik ist seit 20 Jahren auf dem Eis unterwegs. Er schreibt Eisführer und führt Gruppen des örtlichen Eislaufklubs. »50 Kilometer am Tag sind kein Problem, sogar 100 sind machbar.« Langweilig wird das nie: »Durch schwankende Temperaturen, Schneefall und Wind ändert das Eis ständig sein Gesicht. Jede Tour wird so zum einmaligen Erlebnis.«

 

 

Weitere Bilder von Fredrik Neregård sind unter www.neregard.fotosidan.se zu finden.

 

 

Online-Special:

Tour-Skating in Schweden

Bildergalerie: Tour-Skaten: Schwedens Eislandschaft hat viele Gesichter

 

Voraussetzungen

Ob jung oder alt, fit oder weniger sportlich – weil es beim Eislaufen mehr auf die Technik als auf körperliche Fitness ankommt, sind ausgedehnte Eislauftouren für jedermann geeignet. Einige Eisläufer legen an einem Tag über 100 Kilometer zurück, während andere bereits nach wenigen Kilometern ihre Würstchen grillen. Egal wie man seine Tour gestaltet, jede für sich wird ein einmaliges Erlebnis.

 

Tour-Skating-Gebiete

Ausgedehnte Natureisstrecken findet man gewöhnlich während der Wintermonate in den südlichen und mittleren Teilen Skandinaviens. Die Bedingungen sind von Jahr zu Jahr unterschiedlich und ändern sich auch im Laufe des Winters. Deshalb ist es schwer, DAS beste Eislaufgebiet zu bestimmen. Relativ verlässlich sind die Gebiete rund um Stockholm und Linköping. An einigen Orten finden Einsteiger spezielle Touren, die regelmäßig auf ihre Sicherheit geprüft und bei Schneefall geräumt werden. Tourenbücher sind derzeit nur in Schwedisch erhältlich. 4-Seasons-Autor Fredrik Neregård beschreibt im Tourenführer »Östergotlands bästa skridskovatten« (ISBN: 9789197818148) Etappen im Gebiet rund um Linköping. »Stockholmarnas bästa skridskovatten« (ISBN: 9789197818162) ist das Pendant für Stockholm und Umgebung.

» Zurück zur Übersicht

 

Beste Zeit

Lieblingseis: Spiegelglatte Eisflächen machen unbeschwertes Gleiten möglich. | Foto: Fredrik Neregård

Die Eisbindung wird durch Temperatur und Schneefall beeinflusst. Meist findet man die besten Bedingungen im Januar, Februar und März, wobei es auch in Südschweden gelegentlich schneien kann. Dann sind Eislauftouren oft nicht mehr möglich. Auch im Dezember und November kann man mancherorts gute Eisbedingungen finden. Der April ist in jedem Fall bereits zu warm.

» Zurück zur Übersicht

 

Wissen über das Eis

Wer mit dem Skaten beginnt, findet schnell heraus, dass es verschiedenste Eisarten mit ganz unterschiedlichem Charakter gibt. Zu den häufigsten Eisformen gehören:

  • Spiegeleis: Eis, das von der Wasseroberfläche nach unten gefriert. Es ist hart, glänzend, durchsichtig und sieht daher meist dunkel aus. Spiegeleis ist das stärkste Eis und trägt bereits ab einer Stärke von vier Zentimetern - allerdings bleibt dann wenig Spielraum. Wer sicher gehen will, wartet ab, bis die Eisdecke mindestens sechs Zentimeter dick ist.
  • Schlammeis: Diese schwache Eisform tritt auf, wenn sich der Schnee auf der Eisdecke mit Wasser vermischt und friert. Die Tragfähigkeit von Schlammeis ist nur schwer einzuschätzen.
  • Oberflächeneis: Eine extra Lage Eis, die auf einer dünnen Wasserschicht auf dem Haupteis schwimmt. Hier kann man leicht stecken bleiben und stürzen.
  • Frühlingseis: Die gefährlichste Eissorte! Das Eis kann am morgen hart und tragfähig sein, diese Eigenschaft jedoch auch schnell verlieren. Es besteht aus vertikalen Stäbchen, die in kalten Nächten von unten nach oben gefrieren.
  • Salzwassereis: Meereis ist elastischer und nicht so stark wie Süßwassereis. Zur richtigen Einschätzung des Eises in den Schärengärten ist Erfahrung erforderlich. Aber: Meereis kann wunderschön sein und manchmal aussehen wie ein endloser Marmorboden.
Eine leichte Schneedecke tut dem Eislaufvergnügen oft keinen Abbruch. | Foto: Fredrik Neregård

Die örtlichen Clubs betreiben großen Aufwand um sich gegenseitig über die vorherrschenden Bedingungen zu informieren. Meist bekommt man diese Infos jedoch nur als Klubmitglied. Einige Online-Berichte über die Eisqualität in Schweden sind unter www.isplanket.se (schwedisch) zu finden.

 

» Zurück zur Übersicht

Die richtige Technik fürs Tour-Skaten

Markante Spuren: Der Schlittschuh wird von innen nach außen geführt. | Foto: Fredrik Neregård

Spezielle Tour-Skates, Kufen die entweder fest auf der Sohle eines Wanderschuhs oder ähnlich wie Langlaufski, mit losen Fersen, am Schuh fixiert werden, sind für ausgedehnte Eislauftouren besser geeignet als »normale« Eislaufschuhe. Mit der richtigen Technik läuft man damit dutzende Kilometer am Tag. Eine aufrechte Position mit gebeugten Knien ist effizient und hilft, Energie zu sparen. Das Gewicht liegt auf den Fersen, so dass die Skates einfacher über Unebenheiten gleiten. Die Kufe wird in einer weichen Bewegung nach außen geführt und so wenig wie möglich vom Eis angehoben. Stöcke oder spezielle Eispickel sind für fortgeschrittene Eisläufer eine gute Unterstützung. Einsteigern empfiehlt Fredrik erst mal ohne loszulegen, um die richtige Technik besser zu erlernen. Wer die scharfen Eispickel als Stock-Ersatz verwendet, muss seine Kameraden im Auge behalten.
Wie weit eine Tour geht, hängt von der eigenen Technik und Fitness ab. Als Einsteiger kann man etwa mit einer Tagesdistanz von bis zu 20 Kilometern planen, Fortgeschrittene schaffen etwa das Doppelte. Wichtig ist, auch den Wind im Auge zu behalten, denn mit Rückenwind skatet es sich deutlich leichter als gegen den Wind. Wer also mit Rückenwind startet, hat auf dem Rückweg einer langen Tour, bei schwindenden Kräften und Gegenwind, oft schwer zu kämpfen.

» Zurück zur Übersicht

 

Tour-Skating Ausrüstung

Wer sich sicher auf dem Eis bewegen will, braucht ordentliche Ausrüstung — die außerhalb von Skandinavien oft schwer zu finden ist. Der Sonderbestellservice von Globetrotter Ausrüstung hilft in diesem Fall gerne. Leihausrüstung ist vor Ort oft bei Tourenanbietern oder in Sportgeschäften erhältlich. Wie man mit den Sicherheitsgeräten umgeht, lernt man am besten in Kursen, Vereinen oder auch bei geführten Touren.

Skates (schwedisch »långfärdsskridskor«): Es gibt zahlreiche unterschiedliche Modelle, die an Wander- oder Langlaufschuhen festgemacht werden. Der größte Unterschied ist, ob die Kufen fest unter der Sohle fixiert sind, oder ob, wie beim Langlaufen, die Fersen frei sind. Fixierte Fersen verhindern, dass man beim Eislaufen nach vorne fällt und sind bei schlechten Eisbedingungen ein deutlicher Vorteil. Freie Fersen bieten mehr Bewegungsspielraum und ermöglichen größere Schritte, vor allem auf sehr glattem Eis. Meist ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks, daher sollte man am besten beide Varianten Probe fahren. Die Länge der Kufen wird auf Gewicht und Körpergröße des Eisläufers abgestimmt. In der Regel liegt diese bei Erwachsenen bei 45 bis 50 Zentimeter, wobei 45 Zentimeter als Richtmaß für kleine und leichte Personen gelten. Schwere Personen über 1.80 Meter Körpergröße sind mit 55 Kufenlänge gut beraten.  

Rucksack: Weil der Rucksack im Notfall, ähnlich einer Schwimmweste, als Auftriebshilfe dient, sollte er nicht zu klein gewählt werden. Ein 40 Liter Rucksack hat die ideale Größe, um einen Satz trockener Kleidung, Proviant und Überbekleidung zu verstauen. Um vor allem die Bekleidung wasserdicht zu verpacken, verwendet man am besten Packsäcke mit Rollverschluss, wie sie zum Beispiel auch beim Kanufahren üblich sind. Auf Tour wird der Rucksack mit dem Hüftgurt am Körper fixiert. Ein weiterer Gurt zwischen den Beinen verhindert, dass der Rucksack nach oben rutscht — sollte man im Wasser treiben.

Rucksack, Pickel, Eiskrallen und Wurfleine sind bei jeder Tour mit dabei. | Foto:
Rettungsseil (schwedisch: »kastlina«/»räddningslina«): Ein Wurfseil oder Rettungsseil gehört zur Grundausstattung jedes Eisläufers. Das Seil wird außerhalb des Rucksackes verstaut und mit einem Ende an den Hüftgurt gebunden. So ist es im Notfall schnell griffbereit, ohne erst den Rucksack abnehmen zu müssen.

Karabiner: Wenn man durch das Eis bricht, ist die Kameradenrettung mit dem Rettungsseil oft  am einfachsten und effektivsten. Der Schwimmer hängt dafür das Rettungsseil in seinem Karabiner ein, der am Schultergurt des Rucksackes angebracht ist.

Trockene Kleidung: Um sich im Notfall rasch trocken legen zu können, muss ein kompletter Satz Wechselbekleidung (samt Socken, Handschuhen und Unterwäsche) und ein Handtuch mit auf Tour — wasserdicht verpackt versteht sich! Um nicht auch noch ein zweites Paar Schuhe mitzuschleppen, haben die Schweden zwei unbeschädigte Plastiktüten im Gepäck. Diese werden im Notfall über die trockenen Socken gezogen, ehe man in die nassen Schuhe steigt.

Die Eiskrallen werden um den Hals getragen, um sie im Notfall schnell griffbereit zu haben. | Foto: Fredrik Neregård

Eiskrallen (oder Eisretter, schwedisch: »isdubbar«): Die meist an Kunststoffgriffen angebrachten Krallen werden um den Hals getragen. In einem Ernstfall sind sie so schnell und leicht griffbereit. Die spitzigen Hacken bieten Halt auf dem Eis, so dass sich der Verunfallte selbst befreien kann. Gute Eiskrallen sind zusätzlich mit einer Signalpfeife ausgestattet.

Eispickel (schwedisch: »ispik«/»pikstavar«): Mindestens einer in der Gruppe sollte einen Eispickel dabei haben, um die Stärke des Eises zu prüfen. Die speziellen Eislaufpickel ähneln mehr einem Langlaufstock, als den aus dem Bergsport bekannten Modellen. Eislaufpickel gibt es auch paarweise, so dass sie bei schlechtem Eis oder Wind wie Skistöcke als Balancehilfe eingesetzt werden können. Auch beim Überqueren von Rissen oder Bruchgräben sind Eispickel hilfreich.

Die Stabilität der Eisdecke wird mit dem Pickel kontrolliert. | Foto: Fredrik Neregård

Protektoren: Eis ist hart, das findet man spätestens beim ersten Sturz heraus. Knie und Elbogenschützer sind daher empfehlenswert. Auch ein Helm schützt vor Verletzungen. Knieschützer sind zusätzlich angenehm, um sich beim An- und Ausziehen der Skates auf die Knie zu stützen.

Karten, Kompass und GPS: Wer auf großen Seen oder den Schären unterwegs ist, sollte Karte und Kompass mit dabei haben, und wissen wie man damit umgeht. Auch GPS-Geräte sind gut geeignet. Da die Kälte die Entladung beschleunigt, sollte man Ersatzbaterien nicht vergessen!

Zusatzkleidung: Um bei längeren Pausen nicht auszukühlen, empfiehlt sich eine wärmende Schicht zum Überziehen. Fleece zum Wechseln ist gut, aber am besten ist eine Daunenjacke, die man einfach schnell über die Sportbekleidung zieht.

Getränke: Die Suche nach dem perfekten Plätzchen für die Kaffeepause gehört zu einer ausgedehnten Eislauftour einfach dazu. Grundsätzlich sollte man immer genug heiße Getränke im Gepäck haben, um sich im Fall eines Unfalls damit aufwärmen zu können.

Sonstiges: Ein Mobiltelefon ist gut, um im Ernstfall schnell Rettungskräfte zu verständigen oder um Bescheid zu geben, wenn die Tour doch länger dauert, bzw. die Route geändert wird. Wer einen kleinen Satz ausgewählter Werkzeuge dabei hat, muss die Tour nicht abbrechen, wenn bei einem Skate mal eine Schraube locker ist. Fangriemen, um die Skates am Fuß zu fixieren, können bei einem unfreiwilligen Bad den Tag retten und auch ein Erste-Hilfe-Set gehört für den Fall der Fälle mit ins Gepäck.

» Zurück zur Übersicht

 

Sicherheit auf dem Eis

Tourskaten ist ein einmaliges Outdoorerlebnis. Da man sich jedoch auf natürlichem Eis bewegt, ist es auch mit Risiken verbunden. Jedes Jahr kommen Fischer und Skater durch Einbrechen ins Eis ums Leben. Drei einfache Grundregeln helfen, das Risiko gering zu halten.

Wie auf Marmor: Die Ostsee ist auf Schlittschuhen ein besonderes Erlebnis. | Foto: Fredrik Neregård

Begleitung: Gehe niemals alleine aufs Eis! Kameraden sind bei unerwarteten Zwischenfällen die beste Versicherung und es ist schön, seine Erfahrungen mit Freunden zu teilen. Wer weit draußen auf dünnem Eis einbricht, ist in einer Situation, in der Kameraden unersetzlich sind. Dünnes Eis trägt oft nicht genug, um sich mit den Eiskrallen selbst aus dem Wasser zu ziehen. Auch Erschöpfung und Unterkühlung verhindern oft, dass man zurück auf tragendes Eis gelangt. Mit einer Bergeleine und Freunden ist man für gewöhnlich schnell aus dem Wasser. Aber: Selbst mit Begleitung bleibt es immer gefährlich, sich auf dünnem Eis zu weit hinaus zu wagen!

Ausrüstung: Habe stets alle notwendigen Ausrüstungsgegenstände, Bergegeräte und trockene Kleidung, bei dir!

Wissen: Wenn man nicht weiß, wie man mit der Sicherheitsausrüstung umgeht, kann sie auch nicht nutzen, daher sollte der richtige Umgang vorab geübt werden. Wer ohne einen Führer aufs Eis geht, muss das Eis richtig einschätzen und entscheiden ob es sicher genug ist. Zusätzlich muss man wissen, was im Fall eines Eis-Einbruchs zu tun ist. Ungeachtet aller Vorsicht kann es manchmal passieren, dass man trotzdem auf dünnes Eis gerät. Selbst die Besten sind manchmal für einen kurzen Moment unkonzentriert.

Üben für den Ernstfall: Mit Eiskrallen kann sich ein Eingebrochener aus dem Wasser ziehen. | Foto: Fredrik Neregård

Einzubrechen ist schließlich nicht so schlimm wie man denkt: Ruhe bewahren und nicht in Panik verfallen. Wenn ein Begleiter den Verunfallten mit dem Seil aus dem Wasser zieht und dieser die Bergung mit den Eiskrallen unterstützt, ist die Gefahr schnell gebannt. Die Beine sollten bei der Bergung hinten bzw. unten gehalten werden, um nicht mit den Kufen von unten gegen das Eis zu schlagen. Grundsätzlich wird der Eingebrochene in die Richtung aus dem Wasser gezogen, aus der er gekommen ist. Für den Retter gilt zunächst, Ruhe bewahren und sicher stellen, dass man sich selbst auf sicherem Eis befindet. Erst dann macht es Sinn, die Rettungsleine zu werfen.

» Zurück zur Übersicht

 

Geführte Touren, Schlittschuh-Reisen und Clubs

Einsteiger gehen am besten mit einem erfahrenen Führer aufs Eis. | Foto: Fredrik Neregård

Touren: Geführte Touren gibt es in vielen Eislaufgegenden Schwedens, z. B. www.naturguiden.com oder www.iceguide.se. In der Regel kann man sich auch die erforderliche Ausrüstung bei den Anbietern ausborgen.

Reisen: Spezielle mehrtägige Schlittschuhreisen hat der Reiseveranstalter »Minto« im Programm. Begleitet von einem deutsch/schwedischen Lehrteam stehen Tagesdistanzen über 15 bis 30 Kilometer auf dem Tourplan, die sich bequem in drei bis fünf Stunden bewältigen lassen. Das Tempo ist flott aber nicht kräftezehrend, so dass man mit normaler Kondition locker mithalten kann. Zwischendrin wird immer ausgiebig pausiert, zum Beispiel bei einem warmen Imbiss am Lagerfeuer auf einer kleinen Insel. Vorkenntnisse sind nicht notwendig, das Lehrteam informiert durch Vorträge über Eiskunde, Ausrüstung und Sicherheitsaspekte. Abhängig von Wetter und Eislage finden die Touren entweder in Värmland oder an der Westküste Schwedens statt. Ausgangspunkte sind Arvika und die Minto-Basis in Tingvall. Buchbar sind die fünftägigen Touren über die Reisebüros in den Globetrotter-Filialen ab 640 Euro pro Person im Doppelzimmer.

Vereine: Eislaufclubs gibt es in ganz Schweden. Fredrik Neregård ist Mitglied im »Linköpings långfärdsskridskoklubb« (LLK), einem der größten Eislaufvereine Schwedens. Der größte und älteste Club in ganz Skandinavien ist der 1901 gegründete  »Stockholms skridskoseglarklubb«. Auf den Webseiten der Vereine findet man kurze Informationen zum Tourskateing in Englisch. Auch der Niederländische Eislaufverein HLSK ist oft auf schwedischem Eis unterwegs.
 

» Zurück zur Übersicht

 
weiterführende Artikel: 
16.11.2009ArtikelOutdoorsportSkitourenReise

Skitouren in den Lyngenalpen – ein Tipp von Lars Schneider

Weit im Norden Norwegens ragen die Lyngenalpen aus dem Meer. zum Artikel
15.01.2002ArtikelOutdoorsportReiseTraumtour

So schmeckt der Winter

Tagsüber auf Schneeschuhen durchs 
weiß getünchte Lappland stapfen, abends im 
Schlafsack aufs Nordlicht warten: Die 80 Kilometer lange »Bärenrunde« ist eine Winterwanderung der ganz besonderen Art. zum Artikel