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Reisemedizin: Tipps gegen Blasen beim Wandern

Prof. Dr. Tomas Jelinek leitet das Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin und gibt Tipps gegen Blasen beim Wandern
Prof. Dr. Tomas Jelinek leitet das Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin und gibt Tipps gegen Blasen beim Wandern
Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut. Noch nie Gedanken gemacht, wie eine Blase beim Wandern entsteht? Da kann Prof. Dr. Tomas Jelinek helfen und vielleicht damit die nächsten Blasen verhindern, denn Wissen und Vorbereitung hilft!

Die menschliche Haut ist aus verschiedenen Schichten aufgebaut: der Oberhaut, der Lederhaut und der Unterhaut. Wenn ein Schuh nicht richtig sitzt und deshalb scheuert, wird relativ schnell die Verbindung zwischen den Hautschichten zerstört, und die Oberhaut beginnt, auf den unteren Hautschichten zu reiben. An dieser Stelle läuft Flüssigkeit ein – eine Blase ist entstanden. Bei tieferen Verletzungen der Haut kommt es auch zum Einströmen von Blut. Die Flüssigkeit hat zwar eine Schutzfunktion für tiefer liegendes Gewebe, erhöht aber den Druck auf die zahlreichen Tastkörperchen im Fuß. Die Folge sind starke Schmerzen, die das Weitergehen zur Qual machen können.

Dabei lassen sich Blasen vermeiden. Gerade vor längeren Belastungen ist es wichtig, nur bewährtes Schuhwerk anzuziehen. Vor der Belastung können die Füße mit Vaseline oder Hirschtalg gepflegt werden, auch ­Talkumpuder kann vorbeugen. ­Bekannte »Blasenstellen« sollten mit Tape abgeklebt werden. Sind die Füße nass, etwa nach einem Bad, sollte nicht sofort weitergegangen werden. Feuchtigkeit weicht die Hornhaut auf und lässt diese aufquellen, was die Blasenbildung wahrscheinlicher macht.

Ist eine Blase aufgetreten, sollte man wenn möglich die Schuhe ausziehen, die Blase belassen und die verletzte Stelle entlasten. Das ist jedoch während einer Tour zumeist nicht machbar. Dann bleibt einem nichts anderes übrig, als die Blase zu öffnen, um den Druck zu reduzieren. Dies sollte im
Optimalfall steril geschehen, etwa mit einer Injektionsnadel (ins Erste-Hilfe-Set packen). Ein bis zwei kleine Löcher sind ausreichend, um Flüssigkeit abzulassen. Keinesfalls sollte die gesamte Oberhaut über der Blase entfernt werden. Dies zögert die Heilung deutlich hinaus. Eine geöffnete Blase muss anschließend mit einem geeigneten Mittel desinfiziert werden, denn das verletzte Gewebe ist stark infektionsgefährdet. Ein Pflaster auf der Blase entlastet und kann beim Weitergehen helfen. Am effektivsten sind Blasenpflaster, die die Wundheilung durch spezielle Gele fördern. Diese werden mehrere Tage auf der Blase belassen, bis sie von selbst abfallen.

Bei großflächigen und vor allem bei stark entzündeten Blasen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Besonders vorsichtig sollten Diabetiker sein. Diese neigen zu Durchblutungs- und Nervenstörungen in den Füßen, daher geht das Gefühl in den Füßen verloren. Dies kann zur Folge haben, dass sie eine Blase nicht spüren und damit erhebliche Gewebeverletzungen riskieren.

 
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