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Reisemedizin für Globetrotter: Tollwut (Rabies)

Foto: BCRT
Tollwut ist nicht lästig, sondern in der klassischen Form für Mensch und Tier absolut tödlich. Die Viruserkrankung breitet sich auf der ganzen Welt aus.

Das Beispiel Bali: Bis 2008 war die Insel frei von dieser Erkrankung. Dann wurde ein tollwütiger Hund importiert. Seitdem leidet Bali unter einem Tollwutausbruch. Im Februar wurden zwei neue Todesfälle gemeldet; eines der beiden Opfer wurde zwei Jahre zuvor von einem Hund gebissen, der am Folgetag starb. Von September 2008 bis Februar 2011 wurden 119 Infektionen bei Menschen bestätigt, Schätzungen zufolge liegt die Zahl bei 183. Man rechnet auf Bali mit etwa 58.000 Hundebissen pro Jahr.

Goldig. Bis er beißt. | Foto: BCRT

Die WHO geht von jährlich mindestens 60.000 Todesfällen durch Rabies aus, davon die Hälfte in Indien. Ausländer, die in Südostasien von Tieren gebissen werden, müssen mit zwei- bis fünfprozentiger Wahrscheinlichkeit mit einer Tollwutübertragung rechnen.

Menschen können sich theoretisch von allen Säugetieren infizieren – typischerweise durch Hunde, zunehmend jedoch auch durch andere Spezies (Affe, Fledermaus, Waschbär etc.).

Die Inkubationszeit liegt gewöhnlich zwischen 20 und 90 Tagen. Symptome können aber schon nach vier Tagen auftreten – oder erst nach sieben Jahren. Eine Infektion ist möglich, wenn eine Person von einem infizierten oder tollwutverdächtigen Tier gebissen wurde oder wenn dessen Speichel auf Schleimhäute oder eine frische Wunde gelangte. Es gibt inzwischen effektive Tollwut-Impfstoffe, die aber teuer und in vielen Ländern nicht verfügbar sind. Eine vollständige Impfung schützt sicher vor einer Erkrankung, sofern sie nach einem Biss wieder aufgefrischt wird.

 

Wer sollte sich impfen lassen?

  • Reisende in Gebiete, in denen a) Tollwut vorkommt und b) nicht anzunehmen ist, dass Immunglobulin oder Impfstoff in vernünftiger Qualität verfügbar sind (oder wo die nächste Impfstelle ein bis zwei Tagesreisen entfernt liegt).
  • Kinder, die sich in Tollwutgebieten aufhalten – sie kommen mit Tieren in Kontakt, ohne dass Erwachsene es merken.

Das Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin BCRT berät in den Globetrotter-Filialen in Hamburg, Köln und München, jeweils Mo. bis Fr. 15–19 Uhr, Sa. 12–17 Uhr.

Infos: www.bctropen.info

 
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