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Reisemedizin für Globetrotter: Reisedurchfall

Lästig, unangenehm, aber in der Regel nicht wirklich gefährlich: 25 bis 65 Prozent, in Hochrisikogebieten sogar bis zu 90 Prozent aller Kurzzeitreisenden haben mit Reisedurchfall (RD) zu kämpfen.
Hier ist Trittsicherheit gefragt.

Typischerweise beginnt RD sehr plötzlich nach einer Inkubationszeit von vier bis acht Tagen und hört nach drei bis vier Tagen wieder auf. In zehn Prozent der Fälle dauert das Krankheitsbild – nicht blutiger, oft dünnflüssiger, wässriger Durchfall – länger als eine Woche an. Ist der Durchfall blutig, dauert er mehr als 14 Tage und wird er von Fieber (über 38,5 Grad) begleitet, besteht Verdacht auf Diarrhoe – das heißt: Arzt aufsuchen!

RD hängt mehr von der Reiseform und weniger vom Essverhalten ab. Diätetische Richtlinien verlieren schon durch geringe Abweichungen ihre schützende Wirkung.

Hauptursache von RD sind E.coli-Bakterien (ETEC), die unter anderem ein Toxin produzieren, das mit dem des Choleraerregers fast identisch ist. Je nach Kontinent finden sich noch zahlreiche andere Erreger von RD, etwa Salmonellen. Auch Amöben rufen gelegentlich RD hervor, öfter jedoch blutige Diarrhoe.

 

 

Behandlung

  • Einnahme von reichlich Flüssigkeit, der Elektrolyte und Glucose zugesetzt sind. Die alte Empfehlung »Cola und Salzstangen« ist durchaus noch aktuell – Cola und kurzkettige Kohlenhydrate (Nudeln, Kartoffeln, Toast, Reis) sind überall verfügbar.
  • Rehydrierungsflüssigkeit, entweder fertig gekauft oder selbst zubereitet: Auf 1 Liter abgekochtes Wasser 1/2 Teelöffel Speisesalz, 1/2 Teelöffel Backpulver und 2 bis 3 Esslöffel Zucker. Das noch fehlende Kaliumchlorid kann durch 1/4 Teelöffel Salzersatz zugegeben werden, oder Fruchtsaft wird anstelle von Wasser verwendet.
  • Kombination aus Tanninalbuminat und Ethacridinlactat zur symptomatischen Therapie der RD.
  • Loperamid ist ebenso populär wie wirksam, darf allerdings nicht bei blutigem Stuhl oder Fieber eingesetzt werden.
  • Ein Antibiotikum wie Azithromycin sollte bei allen längeren Reisen und dem Besuch abgelegener Gebiete mitgenommen werden, und zwar nach vorheriger Rücksprache mit einem Reisemediziner.
 

Vorbeugung

  • Potenziell verunreinigte Nahrung nach Möglichkeit vermeiden.
  • Die Cholera-Schluckimpfung bietet einen gewissen Schutz gegen Reisediarrhoe.
  • Tanninalbuminat und Ethacridinlactat können zur Prophylaxe verwendet werden, dann jedoch zu Verstopfungen führen.
  • Probiotika wie Milchsäurebakterien und Hefe-kulturen sind sehr populär; sie schützen begrenzt.
 

Das Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin BCRT berät in den Globetrotter-Filialen Hamburg, Köln und München (ab 5. März 2011), jeweils Mo bis Fr 15–19 Uhr, Sa 12–17 Uhr.

Infos: www.bctropen.info

 
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