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Reisemedizin für Globetrotter: Malaria Update

Prof. Dr. Tomas Jelinek leitet das Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin (www.bctropen.de). | Foto: Jens Klatt
Weltweit hat die Zahl der Malariafälle in den vergangenen zehn Jahren deutlich abgenommen, die Todesfälle haben sich fast halbiert. Aber ist damit die Gefahr von Tropenreisen gebannt?

Malaria ist immer noch eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten. Jährlich sterben weltweit fast eine Million Menschen daran. Während des Ebola-Ausbruchs in Westafrika forderte das »Sumpffieber« dort deutlich mehr Menschenleben als Ebola.

Die Erkrankung wird durch ­einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium hervorge­rufen, die durch den Stich der weiblichen Anopheles-Mücke übertragen werden. Es gibt verschiedene Plasmodium­arten, die verschiedene ­Formen der Malaria hervorrufen können. Die schwerste Verlaufsform heißt Malaria tropica. Sie ruft hohes Fieber, Schüttelfrost, ­Magen-Darm-Beschwerden bis zu schweren neurologischen Komplikationen und Tod hervor. Besonders gefährdet sind Kinder und Schwangere.

Anfang des Jahrtausends tauchte in Südostasien ein weiterer potenziell tödlicher Malaria­parasit auf: Plasmodium know­lesi. Moskitos übertrugen den Parasiten von Affenarten auf den Menschen. Heute verursacht Plasmodium knowlesi über 80 Prozent der Malariainfektionen auf ­Borneo.

Risikoabwägung

Für viele Reiseländer ist eine medikamentöse Prophylaxe nicht mehr sinnvoll. Oft ist das Risiko schwerer Nebenwirkungen höher als das der Malaria. Beispiele für einen Rückgang der Malaria sind die Inseln Sansibar und Lombok (Indonesien). Der Grund: Durch die Verslumung vieler Tropen­gebiete ist sauberes Wasser, das die Mücke zur Eiablage brauchen, rar geworden. Anders in Indien: Hier haben sich die Malariamücken an Schmutzwasser gewöhnt und bringen die Krankheit zurück in die Städte.

Wohlgemerkt:

  • Mit modernen Malariamedikamenten ist eine effektive Vorbeugung möglich.
  • Bester Schutz vor Infektion: Mückenschutz etwa durch Netze und Sprays/Cremes.
  • Jede Form der Malaria ist gut behandelbar.
  • Aber Achtung Zeitfaktor: Schon nach zwölf Stunden kann die Infektion lebens­gefährlich werden.
 
Globetrotter Magazin Info

Reisepraxen in den Globetrotter-Filialen Hamburg, Dresden, Köln, Frankfurt, München und Berlin*. Öffnungszeiten*: Mo – Fr 15 – 19 Uhr, Sa 12 – 17 Uhr. Die Reisepraxen beraten zu allen reisemedizinischen Themen. Impfungen erfolgen direkt vor Ort. Anmeldung nicht erforderlich.

*Die Impfambulanz bei Globetrotter Berlin (Mo – Fr 15 – 19 Uhr, Sa 11 – 15 Uhr) wird vom Institut für Tropenmedizin der Charité betrieben, die Reisepraxen der anderen Filialen vom BCRT.

 

 
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