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Reisemedizin: Chikungunya Virus

Prof. Dr. Tomas Jelinek leitet das Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin (bctropen.de). | Foto: Archiv
Prof. Dr. Tomas Jelinek leitet das Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin (bctropen.de). | Foto: Archiv
Die Viruserkrankung Chikungunya ist nicht so bekannt wie Malaria. Doch Fernreisende sollten sich ihren Namen merken und Vorkehrungen treffen, rät Prof. Dr. Tomas Jelinek insbesondere Südamerikareisenden.
 Diese tropische Infektionskrankheit ist nicht so bekannt wie etwa Malaria. Doch wegen der massiven Ausbreitung, aktuell vor allem in Südamerika, sollten Fernreisende sich ihren Namen merken: Chikung­unya. Der Begriff stammt aus Ostafrika und bedeutet »der vor Schmerzen gebückt gehende Mann«. Hintergrund sind quälende Gelenkschmerzen, die mit der Infektion einhergehen und Wochen anhalten können.

Ein Virus auf Welttournee

Das Chikungunya-Fieber wurde erstmals 1952 in Tansania beobachtet. Ausbrüche traten oft in Abständen von zehn oder mehr Jahren auf. Daher war Chikungunya bis 2006 ein weitgehend unbekanntes Virus. Beginnend mit einem Ausbruch auf La Réunion, bei dem 272 000 Menschen erkrankten, breitete sich Chikungunya rasch über Afrika, Süd- und Ostasien aus und erreichte 2011 den Pazifik. Seit 2014 hat Chikungunya sehr schnell die Karibik sowie das mittel- und südamerikanische Festland erobert. 
Eine Infektion mit dem Chikungunya-Virus macht sich nach einer Inkubationszeit von drei bis zehn Tagen mit grippalen Beschwerden, Kopf-, Gelenk- und Gliederschmerzen sowie mit Fieber bemerkbar. In der Regel kommt es zur komplikationslosen Ausheilung nach ein bis zwei Wochen.

Noch kein Impfstoff verfügbar

Das Virus wird von Tigermücken übertragen, die sich weltweit immer stärker ausbreiten. Tigermücken finden in der Nähe der Menschen ideale Lebens­räume; sie brüten etwa in Abwasserkanälen oder Regentonnen. Die Tigermücke ist tagaktiv und kann Infektionen daher unabhängig von nächtlichen Schutzmaßnahmen wie Moskitonetzen übertragen. Reisende in betroffene Regionen sollten guten Mückenschutz beachten. Neben Bekleidung, die mit Permethrin behandelt wurde, sollten Deet-haltige Repellentien auf der Haut eingesetzt werden (Konzentration mindestens 30 %). Die Pharmaindustrie forscht an Impfstoffen, eine Zulassung ist jedoch noch nicht ab­sehbar. Bleibt ein Trost: Eine durch­gemachte ­Chikungunya-Infektion führt zu lebens­langer Immunität.
 
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