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Radreise Ende Juli? Sommer auf Island

Foto: Thorsten Brönner
Die größte Vulkaninsel der Welt ist Pflichtprogramm in jedem Reiseradlerleben.
 

Unser Rundkurs führt uns um die Snäfellsnes-Halbinsel herum und Richtung Westfjorde, die wir im Anschluss beradeln. Den Abschluss der Radtour bildet eine Hochlanddurchquerung. Wir brechen früh auf, um dem lästigen Verkehr auf der Ringstraße Nr.1 zu entgehen. Nach einer Stunde auf dem Rad haben wir wieder unsere Ruhe, denn der ganze Verkehr verschwindet in einem Tunnel, der unter dem Fjord Hvalfjördur hindurchführt. Für uns bedeutet das einen willkommenen Umweg um den ganzen Fjord herum.

Auch wenn's verlockend aussieht: zum Duschen taugen Islands Geysiere nur bedingt. | Foto: Thorsten Brönner

Zum ersten Mal auf der Tour haben wir die beeindruckende Natur für uns alleine. Überall können wir die verschiedensten Seevögel beobachten. Von den steilen Bergrücken stürzen Wasserfälle zu Tal und wir überqueren einige große Flüsse, die sich durch die grüne Landschaft hinunter zum Fjord schlängeln. Der leichte Nieselregen, der vor ein paar Stunden eingesetzt hat, macht keine sonderlichen Probleme, da wir die ganze Zeit über mit einem starken Rückenwind verwöhnt werden. Als wir das Ende des Fjords erreichen, regnet es sich immer mehr ein. So langsam nagt der Hunger an uns und als die einsetzende Kälte durch die Kleidung kriecht, wird es Zeit für einen geschützten Rastplatz, um nicht einen Hungerast zu riskieren.

Da wir weit und breit keine geeignete Stelle finden, die uns Schutz vor Wind und Wetter bietet, suchen wir hinter einem Felsen Deckung und nehmen hastig die dringend benötigten Kalorien auf. Die Fahrt auf der Nordseite des Meeresarms heraus in Richtung Küste wird immer mehr zur Tortour. Der Wind bläst uns die immer stärker werdenden Regenschwaden mit voller Wucht ins Gesicht. Schlingernd steuern wir die schwer beladenen Reiseräder über die Straße, die eher einer Seenlandschaft gleicht.

Nach vier Stunden Regenschlacht bei 5 Grad sind wir ausgekühlt, finden aber zum Glück einen Campingplatz mit Hütten zur Miete. Als wir uns frisch gemacht und einen warmen Tee in der Hand haben, ist die Radlerwelt wieder in Ordnung. Draußen entwickelt sich das Ganze immer mehr zu einem Sturm. Der Regen fällt nahezu waagerecht und der Wind heult durch die Ritzen unserer kleinen Hütte. Die kleinen Büsche, die als Windschutz ringsum angepflanzt wurden, werden immer wieder von einem imaginären Vorschlaghammer auf den Boden gedroschen. Säßen wir jetzt im Zelt, erginge es uns kaum besser. Doch die Hoffnung des Reiseradlers auf besseres Wetter stirbt bekanntlich nie, und schon am nächsten Tag setzten wir unsere Tour bei Sonne und kalter, aber klarer Luft fort ...

 

4-Seasons Info

Island – Außenposten Europas

 

Anreise: Nach drei bis vier Stunden Flug erreicht man bequem den Flughafen von Keflavik. Da sich der Ort westlich von Reykjavik befindet, wurde der so genannte Flybus eingerichtet, der die Hauptstadt Islands nach ca. 45 Minuten erreicht. Leider nimmt nicht jeder Bus Bikes mit.

Beste Zeit: Anfang Juni bis Ende August stellt die beste Reisezeit auf Island dar. Zu dieser Zeit haben auch alle Unterkünfte geöffnet. Dass es auf der Vulkaninsel ständig regnet, stimmt nicht, dennoch ist gute Regenkleidung Pflicht. Wir bereisten die Insel ab Mitte Juni. Die hellen Nächte in dieser Zeit sind ein Traum. Eine unvergessliche Erfahrung ist es, einmal nachts Rad zu fahren.

Übernachten: Neben vielen Campingplätzen, Hotels und Jugendherbergen steht dem Reisenden die ganze Insel als Unterkunft zur Verfügung. Außerhalb der privaten Flächen und der Nationalparks kann man in Island nämlich für eine Nacht überall zelten.

Unterwegs: Aufgrund der Schotterpisten sollten breite Radreifen montiert werden. Die Fahrt durch die Vulkaninsel ist ein ewiges Auf und Ab, vor allem in den Westfjorden gibt es kräftezehrende Passstraßen zu überwinden. Da Island das mit Abstand am dünnstem besiedelte Land Europas ist, sollten in entlegenen Gebieten Vorräte eingeplant werden.

 

 
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