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Messer-Talk: Kleines Lexikon zum Mitreden

Foto: Michael Neumann
Wer soll sich da noch auskennen: über 200 Messer und Multitools hat Globetrotter Ausrüstung im Sortiment. Wohl dem, der in einer der fünf Filialen fachkundige Beratung erfährt. Allen anderen, die per Mailorder bestellen, hilft dieser Messertalk auf die Sprünge.
 

Allgemeine Terminologie: Die scharfe Seite der Klinge heißt Schneide oder Wate, die gegenüberliegende Seite Rücken. Die Spitze wird auch als Ort bezeichnet. Die Verlängerung einer Klinge durch den Griff (auch: Heft) hindurch nennt man Erl oder Angel. Bei Geräten mit auswechselbarer Klinge spricht man von Schaft.

Stahlbezeichnungen: AISI 440C, VG10, INOX, V2A, S30V, Nirosta, 420er: Nur nicht verwirren lassen. Meist handelt es sich dabei um genormte Werkstoffbezeichnungen, andere haben sich als Akronyme oder Synonyme für bestimmte Eigenschaften oder Materialien etabliert. Fachleute wie Semih Serbes helfen weiter, wenn zusätzlich zur Optik und der Funktion eines Messers noch die richtige Buchstabenkombination auf der Klinge wichtig ist.

Für Küchenkönner: edles japanisches Kochmesser aus Damast-Stahl. Damaszener Stahl: Ursprünglich eine Herstellungstechnik aus dem Orient (Damaskus). Verschiedene Stähle werden gefaltet und mehrlagig geschmiedet. So lassen sich unterschiedliche Eigenschaften kombinieren und man bekommt widerstandsfähige, flexible und scharfe Klingen.

Geschmiedet: Aus Halbzeug (Blech oder Rundstahl) unter dem Druck von Schmiedehämmern in Form gebrachtes Metall.

Pulvermetallurgisch hergestellter Stahl: Aus Metallpulver unter hohem Druck in Form gepresst.

Rockwell-Härte: Vor allem bei sehr harten Werkstoffen wird deren Härte in Rockwell (HR) gemessen. Diese ergibt sich aus der Eindringtiefe eines Prüfkörpers aus Diamant in den Stahl. Manchmal erkennbar an einem winzigen Punkt an der Klinge. Beispiele: Messerklinge aus Nirosta: 53 HR, VG10 ca. 59 HR, Weißpapierstahl (Shiro Gami) bis 65 HR. Ab ca. 55 HR kann ein Stahl nicht mehr gebohrt oder gefräst werden!

Micarta: Extrem widerstandsfähiges, haltbares und hartes Griffmaterial. Wird praktisch ausschließlich im Messerbereich verarbeitet. Ein vielschichtiger Trägerblock (Papier, Leinen etc.) wird mit Phenolharz getränkt und härtet aus.

 

Kleine Klingen-Kunde

Drop-Point-KlingeDrop-Point-Klinge: Universell einsetzbare Klinge mit langgezogenem Bogen der Schneide. Ermöglicht einen langen, ziehenden Schnitt. Der Klingenrücken ist leicht zur Spitze hin gebogen. Relativ breite und stabile Klinge. Empfiehlt sich besonders für Jagdmesser.

 

Clip-Point-KlingeClip-Point-Klinge: Stichlastige Allzweckklinge mit betonter Spitze. Der Rücken ist gerade oder konkav von der Schneide weg gezogen.

 

Hecht-KlingeHecht-Klinge: Bekannt geworden durch das Bowiemesser. Das legendäre Arbeits- und Kampfmesser aus dem Wilden Westen ist nach dem Abenteurer und Soldaten James Bowie benannt.

 

DolchDolch: Beidseitig geschliffene Klinge mit in der Mitte liegender Spitze. In vielen Ländern ist das Mitführen von Dolchen verboten.

 

Tanto-FormTanto-Form: Sehr robuste Klinge. Durch die Kante in der Schneide ungeeignet für präzises Schneiden. Das klassische japanische Tanto ist leicht geschwungen, die moderne Form, auch als »americanized Tanto« bezeichnet, hat eine gerade Schneide. Vorwiegend bei Kampfmessern. Auch das Kampfmesser der Bundeswehr ist ein Tanto.

 

Schafsfuß-KlingeSchafsfuß-Klinge: Gerade Schneide mit meist stumpfer Spitze. Der Rücken ist bis zur Schneide heruntergezogen. Verwendung zum Beispiel als Segler- oder Rettungsmesser. Gut kontrollierbarer Schnitt, geringe Verletzungsgefahr.

 

Skinner-Klinge Skinner-Klinge: Häutemesser mit stark konvexer Klinge. Ermöglicht einen sehr langen Schnitt. Zum Stechen ungeeignet.

 

Bildergalerie: Tipps und Tricks zum Thema Messerschliff

Der richtige Schliff

Einseitiger Schliff: Ergibt eine sehr stabile Klinge und ist einfach nachzuschleifen. Verwendung zum Beispiel bei Tanto-Messern oder Werkzeugmessern.

Hohlschliff: Ergibt eine große Schärfe, schwächt durch den Materialverlust jedoch die Klinge. Verwendung bei Rasiermessern und manchen Schneidemessern. Ungeeignet zum Hacken oder Schneiden mit großem Druck.

Balliger Schliff: Bietet eine große Stabilität der Klinge durch die von der Schneide weg schnell zunehmende Materialstärke. Gut geeignet für Äxte etc.

Flachschliff: Kompromiss zwischen Schärfe und Stabilität. Uni-verseller und gebräuchlichster Schliff. Die Klinge verjüngt sich im gleichbleibenden Winkel.

 
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