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Mehr als Gipfel: 6 Outdoor-Tipps in Österreich

Foto: Herbert Raffalt
Österreichs Berge sind voller erhebender Erlebnisse. Auf ehemaligen Schmuggler­steigen durch die Gipfelwelt, mit dem Mountainbike durch alte Bergwerksstollen oder bei der langen Panorama­wanderung durchs Ötztal.

Bergliebhaber mit Brief und Siegel

Eine Almhütte ist zwar keine Universität, aber im Ennstal in der Steiermark kann man auf dem Berg trotzdem ein Diplom erlangen.

Mit dem Almdiplom bestens vorbereitet für ein Leben auf der Alm. | Foto: Herbert Raffalt
Gescheit soll man sein, ein Schmalz haben, so nennen es die Einheimischen, wenn man gut bei Kräften ist, und viel Gefühl braucht man auch. Wie man schnell erkennen kann, leicht ist der Weg zum Ennstaler Almdiplom nicht. Um die verschiedenen Prüfungen zu schaffen, muss man schon was können. Das Leben auf der Alm ist ja auch vielseitiger und anspruchsvoller, als so mancher glaubt. Gefühl ist gefragt, wenn man die gute Resi im Stall melken soll. Und Kühe sind nun mal sensible Wesen. Dann heißt es noch Butter rühren, Käse machen, Holz hacken und Krapfen­ backen. Mit Pflanzen und Tieren auf der Alm sollte man sich ebenfalls etwas auskennen. Bei der Gaudi, die man hier mit den anderen Kandi­daten bei der Diplomprüfung auf der Alm hat, fällt es auch nicht schwer. Von Juni bis September kann man in der Urlaubsregion Schladming-Dachstein das Almdiplom absolvieren. Und wer weiß, was sich dann mit dem offiziellen Ennstaler Almdiplom-Zeugnis in der Tasche noch für Möglichkeiten ergeben. Etwa als Freizeitsenner oder -sennerin. Oder vielleicht liebäugelt man sogar mit dem Leben auf der Alm.

Info: Urlaubsregion Schladming-Dachstein, Tel. +43 (0)3687/23310, www.sommercard.info, www.schladming-dachstein.at­­

 

Im Ötztal ganz oben

22 Etappen und 400 Kilometer. Der Ötztal Trek in Tirol ist in mehrfacher Hinsicht eine Tour der Superlative.

Dem Himmel ganz nag nah auf dem Ötztal Trek. | Foto: Bernd Ritschel
Der Ötztal Trek bietet wirklich alles, womit Bergtouren begeistern. Herrliche Panoramawege von Alm zu Alm, anspruchsvolle Gletscherpassagen zu einsamen Schutzhütten und legendäre Routen zu ungewöhnlichen Orten. Dabei umkreist er das berühmte Tal in Tirol auf einer Länge von 400 km. Man beginnt am Taleingang in Ötztal Bahnhof auf 704 m Höhe, wandert hoch über dem Tal auf der Ostseite, fühlt sich bald weit weg vom Alltag und wächst zusammen mit dieser grandiosen Naturlandschaft. Im hinteren Ötztal kommt man zum Timmelsjoch, macht Station bei der weltberühmten Similaunhütte, in deren Nähe der Ötzi gefunden wurde, und erreicht schließlich die Brandenburger Hütte auf 3274 m-. Zurück nach Ötztal Bahnhof geht es über den Geigenkamm. Bergerfahrung sollte man haben für die als schwer und mittelschwer ausgewiesenen Routen. »Wer es hochalpin mag, der findet im hinteren Ötztal in den Gletschergebieten die interessantesten Routen«, sagt Bergführer Florian Gufler vom Alpinsport Center in Längenfeld, »Für normales Wandern würde ich die Strecken im Osten bei den Stubaier Alpen empfehlen.«

Info: Ötztal Tourismus, Tel. +43 (0)57/200, www.oetztal.com

 

Früher wurde geschmuggelt, heute wird geklettert

Der neue VAUDE Schmugglersteig im Montafon vermittelt die ganze Faszination des Klettersports.

Schwindelfrei sollte man auf dem Schmugglersteig schon sein. | Foto: Vaude/Torsten Wenzler
Was für eine geschichtsträchtige Gegend. Unten im Dorf erzählen die Älteren mit leuchtenden Augen die Schmugglergeschichten. Hier im versteckten Seitental des Montafons haben die Schmuggler mit ihren Touren in die Schweiz ihr Geld verdient. Das ist natürlich schon viele Jahrzehnte her. Heute kommen die Menschen aus ganz anderen Gründen. Zum Beispiel wegen des VAUDE Schmugglersteigs, der im vergangenen Sommer eröffnet wurde. Von Gargellen fährt man mit der Seilbahn zur Bergstation, geht zur Bergstation der Kristallbahn und weiter bis zu einer mit Stangen markierten Scharte. Zwei Varianten bietet der Klettersteig. Die normale Route mit Schwierigkeitsgrad C und die anspruchsvollere im Schwierigkeitsgrad D, die man über zwei 19 bzw. 23 m lange Seilbrücken erreicht. Zuerst die leicht überhängende Schmugglerwand, später die senkrechte Kristallwand und dann die herrliche Aussicht am Gipfel der Gargellner Köpfe sind nur einige Höhepunkte des Klettersteigs. Beide Varianten sind mit 900 m Stahlseil und 100 Trittbügeln gesichert. Nach dem Gipfelsturm kann man auf der Sonnenterrasse des Bergrestaurants Schafberg Hüsli die Berge des Rätikons und der Silvretta bestaunen.

Info: Montafon Tourismus, Tel. +43 (0)5556/722530, www.montafon.at

 

Schatzsuche auf zwei Rädern

Der Donauradweg mit seinen vielen Natur- und Kultursehenswürdigkeiten ist der Klassiker unter den großen Radwegen.

Kultur kommt auf dem 434 Kilometer langen Donauradweg genau so wenig zu kurz wie Natur. | Foto: Hermann Erber
Eigentlich ist es nur ein Radweg. Das klingt etwas schlicht, und tatsächlich ist der Donauradweg mehr: Naturerlebnis am großen Strom, Kulturreise, gastronomischer Ausflug – das sind nur einige der Facetten dieser Route. Von Passau bis Bratislava sind es 434 km. Mehr als die Hälfte davon führen durch Oberösterreich. Kurz nach Passau, der historischen Dreiflüssestadt, kommt man zur spektakulären Schlögener Schlinge, radelt durch winzige Dörfer, vorbei an eindrucksvollen geistlichen Orten wie dem Stift Engelszell und dem Stift Wilhering. Danach rollt man entspannt flussabwärts und kommt ins Zentrum von Linz, der Kulturhauptstadt Europas 2009, erblickt das avantgardistische Ars Electronica Center, Schauplatz weltberühmter Kulturveranstaltungen. Vielleicht gönnt man sich einen Ausflug in die Altstadt und eine Pause in einem oberösterreichischen Gasthaus, bevor dann die Reise weitergeht. Vorbei an grünen Wiesen und schattigen Wäldern radelt man über Mauthausen und Grein Richtung Wachau und Wien. Irgendwann vergisst man mit Sicherheit die Zeit und erlebt den Donauradweg als beinahe klassische Reise mit vielen verborgenen Schätzen entlang der Strecke.

Info: Oberösterreich Tourismus, Tel. +43 (0)732/221 022, www.radfahren.at, www.oberoesterreich.at

 

Mit den Profis zum Gipfel

Erst der Hochseilgarten, dann die Klamm und schließlich der Gipfel. Im Outdoorpark Oberdrautal in Westkärnten lernt man das Klettern von der Pike auf.

Die Pirkner Klamm ist ein wahres Klettersteig-Highlight. | Foto: Franz Gerdl
Als Kletterneuling steht man schon ziemlich beeindruckt vor der Wand. Im senkrechten Fels kämpfen sich trainierte Alpinisten sicher nach oben. Jeder Handgriff sitzt, jeder Schritt ist kraftvoll und ausgewogen. Aber auch die Experten haben mal klein angefangen. Und diesen Anfang können Interessierte im Outdoorpark Oberdrautal in Kärnten wagen. Zuerst gewöhnt man sich im Hochseilgarten in Greifenburg an die fein ausbalancierte Bewegung mehrere Meter über dem Boden. Zwischendurch fliegt man im Flying Fox 160 Meter weit über den See, bevor es zum Schnupperklettern an der Kofl-Kletterwand in Irschen geht. Erfahrenere Gipfelstürmer trauen sich dann auf den Klettersteig durch die spektakuläre Pirkner Klamm mit der eindrucksvollen Steigpassage beim Regenbogenfall. Schließlich wartet der Aufstieg zum Gipfel des Hochstadels in den Lienzer Dolomiten als krönender Abschluss. Bei allen Übungen stehen einem Profis zur Seite und geben wertvolle Tipps. So bringt jeder Tag Erfolgserlebnisse, und aus Kletterneulingen werden bald leidenschaftliche Alpinisten.

Info: Der Outdoorpark Oberdrautal ist eine von insgesamt 40 Regionen von Österreichs Wanderdörfern, Tel. +43 (0)4242/257 531, www.wanderdoerfer.at.

 

Biken durch die Unterwelt

Nicht in die Höhe, sondern in die Tiefe geht es bei den Biketouren in einem alten Bergwerksstollen am Klopeiner See in Südkärnten.

Öfter mal was Neues – mit dem Bike auf den Spuren der Bergleute. | Foto: Tomo Jesenicnik
Mit dem Mountainbike zu einsamen Gipfeln, das ist schön, aber nicht wirklich etwas Neues. Ganz anders ist dagegen das Angebot am Klopeiner See in Kärnten. Beim Stollenbiken geht es hier in die Unterwelt. Ein aufgelassener Bergwerksstollen bildet die Kulisse für eine sehr ungewöhnliche Radtour. Morgens um 9 Uhr treffen sich die Stollenbiker am Klopeiner See und starten mit zwei Guides in Kleinbussen Richtung Stollen. Um 10 Uhr beginnt der unterirdische Ausflug. Stilgerecht erhält jeder Biker vorher einen Bergmannshelm und eine Grubenlampe. Geradelt wird nun in der Gruppe und geführt von erfahrenen Guides in den teils sehr engen Stollen. Zehn Grad Celsius und 95 Prozent Luftfeuchtigkeit sind hier die normalen klimatischen Bedingungen. Aber trotzdem bleibt es eine leichte Tour mit minimalen Höhenunterschieden, die laut Veranstalter auch von Kindern ab zehn Jahren gefahren werden kann. Auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint, dass man für die gut sieben Kilometer zwei Stunden- braucht. Unterwegs warten aber spektakuläre Sehenswürdigkeiten, mächtige unterirdische Hallen und ein See. Für den Ausflug in die Unterwelt werden verschiedene Touren angeboten.

Info: Tourismusregion Klopeiner See – Südkärnten, Tel. +43 (0)4239/2222, info@klopeinersee.at

 

4-Seasons Info

Die Österreich Werbung berät Urlauber unter der Tel. 00800/400 200 00 kostenlos. Allgemeine Infos unter www.austria.info/sommer.

 
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