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Kielings Wildschwein-Knigge

Foto: Archiv Kieling
Die Amerikaner haben Bären, wir immerhin Wildschweine. Sie leben im Bergwald, auf freier Flur oder am Stadtrand – und sind nicht ungefährlich. Andreas Kieling, Tierfilmer und Förster, gibt Tipps für zufällige Begegnungen mit Keiler und Bache.

➜ In der Paarungszeit (Ende November bis Anfang Dezember) sind die Keiler besonders aggressiv. Mit ihren scharfen Eckzähnen können sie tiefe Wunden schlagen.

➜ Im Frühjahr verlangen die Bachen größten Respekt – sie wollen ihren frisch geworfenen Nachwuchs beschützen. Meist liegt das Nest im dichten Unterholz, wo ein Wanderer in der Regel nicht hinkommt.

➜ Nach einigen Tagen nimmt die Bache ihre Frischlinge mit auf Nahrungssuche. Erkennt sie Menschen in genügendem Abstand, tritt sie den Rückzug an. Also: In Wildschweingebieten nicht zu ruhig sein, normal sprechen, ab und an auf Äste treten oder singen.

➜ Wird die Bache mit ihrem Nachwuchs überrascht, stellt sie in der Regel die Borsten auf, schnaubt und läuft eine Art Scheinangriff – meist aus fünf bis 15 Meter Entfernung. Das heißt aber noch nicht, dass sie auch wirklich angreift und zubeißt.

➜ In solchen Situationen selbstbewusst auftreten: Arme hochreißen und laut rufen. (»He, ich geh ja schon!«). Dann den Rückzug antreten – nicht in Panik, sondern gefasst und in normalem Schritt. Die aufgebrachte Mutter zieht sich dann in der Regel zusammen mit ihrem Nachwuchs zurück.

➜ Wer einen einzelnen Frischling im Wald findet: Niemals anfassen und hochheben! Ein Quieken, und Mama ist da.

➜ Bachen haben kürzere und stumpfere Eckzähne als Keiler. Ihre Bisse können aber sehr schmerzhaft sein und führen meistens zu Entzündungen.

➜ Keiler sind außerhalb der Paarungszeit Einzelgänger. Wildschweingruppen werden von erfahrenen Bachen angeführt, die Konflikten aller Art aus dem Weg gehen.

 
4-Seasons Info
 

Heimspiel: 
Kieling mit Globetrotter für Deutschland

Warum immer in die Ferne schweifen? Zusammen mit Andreas Kieling macht sich Globetrotter Ausrüstung für die (Wieder-)Entdeckung der heimischen Natur stark. 4-Seasons macht mit: Im großen Interview der nächsten Ausgabe befragen wir den prominenten Tierfilmer ausführlich über seine Erlebnisse im »wilden Deutschland«.

 
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