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Kaufberatung: So finden Sie Ihr Traumzelt

Foto: Lars Schneider
Das liebste Hotel aller Globetrotter besteht aus wenigen Quadratmeter Stoff und ein bis drei dünnen Alustangen. Hört sich nach wenig an, steht dank cleverer Konstruktion aber im schlimmsten Sturm und an Orten, für die kein Hotelier je eine Baugenehmigung bekäme.

Warum ziehen so viele Menschen eine Nacht im Zelt dem luxuriösen Hotelbett vor?

Georg Hermann (26) ist gebürtiger Thüringer, lebt seit 2004 in Hamburg und hat bei Globetrotter Ausrüstung eine zweijährige Ausbildung gemacht. Heute ist er stellvertretender Leiter der Zeltabteilung am Wiesendamm. In seiner Freizeit zieht es den passionierten Wanderer immer wieder in die Länder des »Keltischen Zirkels«. | Foto: Lars Schneider

Zum einen hat das sicherlich damit zu tun, dass die Menschen gern draußen sind und die Natur unmittelbar erleben wollen. Ich glaube aber auch, dass es in großem Maß darum geht, das »Leben im Kleinen« zu genießen, möglichst fern des Alltags und seiner Sorgen. Man beschränkt sich auf ein Minimum, alles wird etwas simpler, es geht darum, sich eine Behausung zu schaffen und darin zu leben – egal, ob man die dann jeden Morgen wieder abbaut oder für eine Woche auf dem Campingplatz bleibt.

 

Was bedeutet es für dich persönlich?

Es ist ein spektakuläres Gefühl, anders kann man das gar nicht beschreiben. Das Zelt in der Dämmerung aufzubauen, sich »häuslich« einzurichten und dann die Eindrücke des Tages sacken lassen, ist genauso faszinierend wie morgens mit dem Sonnenaufgang aufzustehen – was mir allerdings nur selten gelingt. Außerdem bedeutet ein Zelt für mich als Wanderer, frei und ungebunden zu sein. Wenn ich meine Tagesziele mal wieder zu hoch gesteckt habe, kann ich dort, wo mich die Kräfte verlassen, mein Zelt aufschlagen und habe allen Komfort für die Nacht, den ich brauche. Mit einem Zelt ist man überall zu Hause.

 

Wie viele Zelte lagern in deinem Keller?

Wundersamerweise nur zwei. Eines für besonders freundliche Klimazonen und ein Tunnelzelt, das richtig hart im Nehmen ist.

 

Damit kommt man also aus?

Na ja, wir haben hier bei Globetrotter natürlich ab und an die Möglichkeit, auch andere Zelte zu testen, aber eigentlich reichen mir zwei. Andererseits: Hätte ich zu Hause mehr Platz, würde es wahrscheinlich anders aussehen.

 

Ich will diesen Sommer meine erste Tour mit Übernachtung in der freien Natur machen – zu was rätst du mir?

Die Qual der Wahl: Globetrotter hat von der Ein-Mann-Hundehütte bis zum Familienpalast alles im Angebot. | Foto: Lars Schneider

Es ist wie immer: kommt darauf an, was für eine Tour das ist. Danach richtet sich, welches Zelt du brauchst. Der Unterschied zwischen einem Familienzelt für den dreiwöchigen Campingplatz-Urlaub und einem Zelt, das man im Rucksack auf den Berg trägt, ist immens. Auch ist es wichtig, zu erfahren, welchen Komfort der Kunde will, und abzuwägen, wie sich das mit Gewicht und Packmaß unter einen Hut bringen lässt.

 

 

 

Angenommen, es wird ein Zwei-Personen-Zelt für eine Wanderung gesucht – selbst bei dieser an sich schon recht konkreten Frage gibt es noch viele Möglichkeiten, oder?

Natürlich. Um dem idealen Zelt für einen Kunden möglichst nahe zu kommen, ist zum Beispiel wichtig zu wissen: Will er nur schlafen, oder muss er auch wohnen? Das kann beispielsweise  bei einer Island-Durchquerung essenziell sein, wenn einen schlechtes Wetter über Tage ins Zelt zwingt. Wer dann im Zelt lebt, es mit seinem Gepäck teilt und auch zum Kochen nicht vor die Tür kann, braucht definitiv mehr Platz.

 

Gehen wir noch einmal einen Schritt zurück: Welche Zeltformen gibt es?

Am populärsten sind Tunnelzelte, Kuppelzelte und Geodäten. Alle haben ihre Vor- und Nachteile. Ein Kuppelzelt oder Geodät steht zum Beispiel frei, man benötigt möglichst wenige, manchmal auch gar keine Abspannpunkte. Beim Tunnelzelt dagegen braucht man mindestens vier Heringe, für eine gute Sturmstabilität auch mehr.

 

Bildergalerie: Zelttypen im Überblick

Ein Tunnelzelt steht also nicht allein?

Nein – ein gravierender Nachteil. Man muss Tunnelzelte immer in Längsrichtung abspannen.

 

Im Sturm hat es verloren?

Nein, das nicht. Es kommt einfach auf die Abspannung an. Während ein Geodät von allen Seiten gleich oder gleich wenig anfällig ist, hat ein Tunnel seine Schokoladenseiten. Wenn man das Tunnelzelt mit »Front« oder »Heck« in den Wind stellt, ist das schon ziemlich gut. Nur Seitenwind mag es nicht, da dort große Stoffflächen ohne Gestängestabilisierung auskommen müssen. Zehn, zwölf Heringe braucht es dann schon, um ein Tunnelzelt so richtig stabil zu machen. Voraussetzungen dafür sind natürlich genügend Platz und ein Untergrund, in dem die Heringe gut halten.  

 

Und die positiven Seiten eines Tunnelzelts?

Bei Regen lassen sie sich zum Beispiel viel besser und schneller errichten, da man bei fast allen Modellen das Außenzelt zuerst aufbaut. So wird das im Außenzelt eingehängte Innenzelt nicht nass. Bei Kuppelzelten amerikanischer Machart von The North Face oder Marmot wird dagegen oft das Innenzelt zuerst aufgebaut und dann das dichte Außenzelt drübergeworfen und befestigt.

 

Dafür punkten Kuppelzelte dann in warmen Regionen?

Genau, denn wenn ich es möglichst luftig will, kann ich das Außenzelt einfach weglassen. Das Innenzelt steht meist ohne einen einzigen Hering und bietet je nach Konstruktion mehr oder weniger große luftdurchlässige Flächen, durch die man den Sternenhimmel bestaunen kann, ohne von Moskitos belästigt zu werden.

 

Der Vorteil des einen ist der Nachteil des anderen?

Stimmt. Man muss einfach abwägen, welchen Vorteil man nutzen will und welchen Nachteil man bereit ist, dafür in Kauf zu nehmen.

 

Oft werden Kuppelzelte und Geodäten in einen Topf geworfen. Wo liegt der Unterschied?

Wann kommt das nächste Sonnenloch? Zelte mit kleinen Fenstern werden immer beliebter. | Foto: Lars Schneider

Ein Kuppelzelt ist per Definition ein Zelt, bei dem sich mindestens zwei Stangen an einer Stelle – meist im Zenit – überkreuzen. Beim Geodäten müssen sich mindestens zwei Bögen an mehreren Punkten überkreuzen.

 

Was muss ein gutes Familienzelt bieten?

Für die meisten Familien ist das Platzangebot entscheidend. Mit vier, fünf Personen will man sich nicht fühlen wie in der Sardinenbüchse, sondern richtig im Zelt leben und wohnen. Dafür ist auch die Höhe ausschlaggebend – eine Stehhöhe von 1,70 bis 1,90 Metern sollte es schon sein. Viele Familienzelte bieten zudem zwei Schlafkabinen, so dass ein kleines Maß an Rückzugsraum gegeben ist.

 

Beim Trekking möchte man möglichst wenig tragen, gleichzeitig aber auch viel Platz im Zelt haben. Passt das zusammen?

Man bekommt diese Kriterien schon unter einen Hut, muss sie sich aber mit barer Münze erkaufen. Die leichtesten Zelte, die gleichzeitig noch eine hohe Robustheit und Wasserdichtigkeit mit sich bringen, erfordern sehr hochwertige Materialien. Und das spiegelt sich letztendlich im Preis wieder.

 

Was wiegt das leichteste Zwei-Personen-Zelt in eurem Sortiment?

Unser Spitzenreiter für Grammjäger ist das Vaude Hogan Ultralight mit 1700 Gramm. Das Zelt ist aber wirklich eine reine Schlafunterkunft und bietet keinerlei Komfort.

 

Wodurch können Hersteller überhaupt Gewicht sparen?

Bricht im Sturm das Alugestänge, perforiert dieses auch gern Gestängekanal und Außenzelt. | Foto: Lars Schneider

Durch die verwendeten Materialien bei Außenzelt, Innenzelt, Gestänge und Heringen. Glasfiber als Gestänge beispielsweise ist zwar günstig, in Sachen Gewicht und Handling aber eher untere Schublade. Alu ist hier das Maß der Dinge. Doch Alu ist natürlich auch nicht gleich Alu. Hochwertige Stangen erkennt man an ihrer Nummer (7075 oder 7001 z. B.), die die Art der Legierung (relevant für Festigkeit und Steifigkeit) bezeichnet, das Kürzel T1 bis T10 bezieht sich auf die Art der Wärmebehandlung (relevant für die Elastizität). Bei den Zeltschmieden stehen derzeit die verschiedenen DAC-Featherlite Gestänge und das innovative Scandium-Material von Yunan hoch im Kurs. Bei aller Gewichtsreduktion dürfen Stabilität und Robustheit eines Zeltes aber nie leiden. Das ist im wahrsten Sinne der Knackpunkt.

 

Was hältst du von Biwaksäcken? Sind die eine Alternative zum Zelt?

Reicht einem das Minimum an Komfort, den so ein Sack bietet, dann vielleicht. Persönlich würde ich einen Biwaksack nur als Notunterkunft nutzen, als die er ja auch gedacht ist. Denn was passiert, wenn ich komplett nass geregnet wurde und dann mit all den nassen Sachen in den Biwaksack muss? Für eine Nacht geht das sicherlich, aber wenn es länger dauert, wärmt auch der immer feuchter werdende Schlafsack irgendwann nicht mehr.

 

Es gibt Zwei-Personen-Zelte, die 800 Euro kosten und welche für 50 Euro. Wo liegt der Unterschied?

Die Unterschiede sind zum Teil eklatant, besonders bei der Beschichtung. Anfangs sind fast alle Zelte wasserdicht, doch der Zahn der Zeit nagt beständig. Je hochwertiger die Beschichtung, je sorgfältiger sie aufgetragen wurde und je mehr Know-how eingebracht wurde, desto länger hält eine Beschichtung dicht. Und dann gibt es noch die pfiffigen Detaillösungen bei der Belüftung beispielsweise, die den Unterschied machen.

 

Warum das? In einem Zelt schläft man doch immer recht luftig.

Leider nein. Über Nacht geben die Schlafenden viel Feuchtigkeit ab, die sich dann, sofern sie nicht über ein gutes Belüftungssystem entweichen kann, als Kondensfeuchtigkeit auf den Zeltinnenwänden niederschlägt und im schlimmsten Fall irgendwann zurücktropft.

 

Zelte mit Silikonbeschichtung sind besonders langlebig. Leider hält auf ihnen keine Nahtbandversiegelung, so dass alles Nähte nach dem Kauf »per Hand« versiegelt werden müssen. | Foto: Lars Schneider
Polyester oder Nylon?

Nylon ist sehr leicht (60–70 g/m2), hat eine sehr hohe Reiß- und Scheuerfestigkeit und verrottet nicht. Da es jedoch Wasser aufnimmt, dehnt es sich bei Regen, was ein Nachspannen erfordert – natürlich meist bei Regen. Und bei der UV-Stabilität kommt es hinter Polyester nur auf den dritten Platz. Polyester ist dafür etwas schwerer (70–80 g/m2), bietet eine hohe Reiß- und Scheuerfestigkeit und die Dehnung geht gegen null. Größter Nachteil ist der Sound, denn bei Wind flattert Polyester lauter als Nylon.

 

 

Und was ist mit Baumwolle?

Auch in Zeiten der ganzen Kunststoffe hat die gute alte Baumwolle noch ihre Fans – und das zu Recht. Baumwolle ist atmungsaktiv und quillt bei Regen auf, wodurch eine enorme Regendichtigkeit entsteht. Und bei der UV-Stabilität steht sie mit Abstand auf Platz 1, was Baumwollzelte für südliche Regionen und lange Standzeiten prädestiniert. Wäre da nicht das enorm hohe Gewicht (bis zu 685 g/m2), was sich im nassen Zustand sogar noch toppen lässt, so wären heute deutlich mehr Zelte aus Baumwolle.
Das beste aus beiden Welten will Technical Cotton verbinden, ein Mischgewebe aus Baumwolle und Polyester, das bevorzugt bei Familienzelten zum Einsatz kommt. TC ist leichter als Baumwolle, spielt aber deren Vorteile nahezu perfekt aus.

 

Warum gibt es dann keine Zelte aus Gore-Tex?

Die gibt es, aber Gore-Tex und Co. lösen solche Probleme leider nicht. Ein Zelt funktioniert einfach anders als Funktionsbekleidung. Bei der Kleidung erreicht die Feuchtigkeit die Gore-Membran durch die Nähe zum Körper noch in Dampfform und die Jacke kann »atmen«. Beim Zelt ist die Membran viel weiter weg vom Schläfer, so dass sich dessen Atemluft unterwegs abkühlt und an der kalten Zeltinnenwand kondensiert. Und Wasser wird durch die Membran nicht nach außen geleitet. Dazu kommt, dass man immer ein Temperaturgefälle braucht. Bei der Jacke kein Problem, beim Zelt schon eher. Gore-Tex-Zelte müssen also möglichst klein sein, damit sie funktionieren.

Was hat es mit der Wassersäule auf sich, mit der die Wasserdichtigkeit von Zelten angegeben wird.

Der Wert gibt Auskunft darüber, wie hoch der Wasserdruck auf dem Material sein kann, bevor sich der erste Wassertropfen durchdrückt. Wassersäule heißt er deshalb, weil er recht sinnbildlich den Test wiedergibt, bei dem dieser Wert ermittelt wird. Dazu spannt man eine Materialprobe unter einen Messzylinder, der dann von oben mit Wasser vollgegossen wird. Nun beobachtet man, wie hoch die Säule steigt, bevor unten der erste Tropfen durch die Beschichtung quillt.

 

Gibt es Grenzwerte, die erreicht werden müssen?

Ja, die gibt es. Bei Außenzelten liegt der Schwellenwert bei knapp 1500 Millimeter Wassersäule, beim Zeltboden bei 2000 Millimetern. Das ist die grobe Richtlinie, doch die Zelte in unserem Sortiment liegen alle über diesen Werten. Die Frage ist nur – womit wir wieder beim Thema wären – über wie viele Jahre die Beschichtung diese Werte aufrechterhalten kann.

 

Wenn mein Zeltboden eine Wassersäule von 10.000 Millimetern hat – kann ich das Zelt dann in einer Pfütze aufbauen?

4-Seasons wünscht angenehme Nachtruhe im besten Hotel am Platze. | Foto: Lars Schneider

Ja, das geht. 10.000er-Zeltböden sind aber nicht fürs Sumpfcamping derart dicht, sondern damit sie dem immensen Druck trotzten können, der entsteht, wenn man sich mit dem Ellbogen abstützt oder kniend die Isomatte im Zelt zusammenrollt.

 

Kann mir beim Zelten in den Bergen ein Gewitter etwas anhaben?

Meines Wissens bildet ein Zelt keinen Faradayschen Käfig. Auch wenn die Vorstellung sehr romantisch ist, direkt auf einer Bergkuppe sein Zelt aufzuschlagen, sollte man dies an Tagen, an denen die Wetterlage Gewitter begünstigt, tunlichst vermeiden.

 

Was kann man beim Aufbau noch falsch machen?

Wenn man sich auf Zeltplätzen mal umhört, fällt einem ringsum ein Klicken und Klacken auf, wenn die Leute die Gestängeelemente zusammenschnappen lassen. Das macht Spaß und geht schnell, rächt sich unter Umständen aber irgendwann mal in Form eines Gestängebruchs, weil Haarrisse und andere kleine Beschädigungen entstehen.

 

Welche Zeltfarbe empfiehlst du?

Die Lichtausbeute in einem Zelt mit einem hellen Außenstoff wie sand, gelb oder orange wird meist als sehr angenehm empfunden. In einem dunkelgrünen Zelt holt man in der Dämmerung viel eher die Taschenlampe oder Stirnlampe zum Lesen raus. Und helle Zelte sind bei Regen auch besser fürs Gemüt.

 

Der größte Fehler beim Zeltkauf?

Wenn ich das Zelt am Einsatzzweck vorbeikaufe: für einen Campingurlaub das Expeditionszelt und für eine Bergtour den schweren Tunnel mit Riesenapsis. Das sind die Fehler klassischer Ersttäter, aber wir sind schließlich dazu da, solche Fehler vermeiden zu helfen.

 

Wie pflege ich mein Zelt nach einer Tour?

Das Zelt noch einmal säubern und dann – nichts ist entscheidender – richtig trocken verpacken und lagern.

 

Wohl dem, der bei einem solchen Untergrund eine Plane zum Schutz des Zeltbodens dabei hat. | Foto: Lars Schneider
Und unterwegs?

Ein guter Schutz für das Zelt ist eine Bodenplane, ein so genannter »Footprint«. Wiegt ein wenig, erhöht die Lebensdauer aber ungemein. Dornen, spitze Steinchen könnten den Zeltboden andernfalls perforieren.

 

Wie lange hält ein Zelt?

Wir haben hier schon Hilleberg-Zelte zur Dichtigkeitsprüfung gehabt, die waren 30 Jahre alt. Es hängt natürlich nicht nur von der Qualität des Zelts und seiner Beschichtung ab, sondern auch wie, wo und wie oft man es einsetzt.

 

Können Kunden alle Zelte aus dem Katalog bei euch im Laden aufbauen und Probe wohnen?

Selbstverständlich. Jedes Zelt im Programm kann aufgebaut werden, auch die Familienzelte. Je nach Kundenandrang sollte man aber etwas Geduld mitbringen.

 

Und wie steht es mit einem Nickerchen, um den Erstfall zu simulieren?

Kein Problem. Spätestens um 20 Uhr wecken wir dann. Wir versuchen auch immer recht sanft zu sein.

 

4-Seasons Info
 

Wie kommt das Zelt in den Katalog?

 

»Klinische« Produktbilder der Hersteller kommen nicht in die Tüte bzw. in den Katalog.
Dieser Ehrencodex für zufriedene Kunden, der bei Globetrotter Ausrüstung mehrmals jährlich aufwändige Fotoshootings zur Folge hat, gilt natürlich auch für die Zelte im Sortiment.

 
Aufgebaut, ausgeleuchtet, ausgemessen, abgelichtet – realitätsnahes Zeltshooting mit Falten und DIN-Model. | Foto: Lars Schneider

Im Westen von Hamburg liegt das Fotostudio »Packshot Hamburg«. Dieses Studio ist spezialisiert auf Produkt- und Milieufotografie und kann aufgrund seiner Größe von 300 m2 auch Aufnahmen voluminöser Objekte wie etwa Familienzelte realisieren. Zu Beginn einer jeden Zelt-Fotoproduktion steht die Terminabsprache. Der Zeitplan ist in der Regel recht straff, da für die Zeltstrecke im Katalog meist weit mehr als 100 Aufnahmen innerhalb einer Woche gemacht werden müssen. Per LKW werden die Zelte und die hölzernen Bodenplatten, auf denen die Zelte später mit Nägeln abgespannt werden, angeliefert. Für den Aufbau der Zelte sind 3–4 Globetrotter-Mitarbeiter abgestellt. Diese bauen allerdings nicht nur auf, sondern vermessen die Zelte exakt, da Herstellerangaben und Wirklichkeit oft einige Zentimeter auseinanderklaffen. Zudem werden die Vorteile jedes einzelnen Zeltes erörtert und zusammen mit den technischen Daten zu Papier gebracht. Hierbei lassen die Globetrotter-Mitarbeiter neben den eigenen Erfahrungen auch das Feedback ihrer Kunden mit einfließen. Diese Aufzeichnungen dienen den Katalogtextern später als Grundlage für eine ausführliche Produktbeschreibung.

Währenddessen ist der Fotograf eifrig dabei, die beste Perspektive für die Fotoaufnahme zu finden und das Zelt mit verschiedenen Lampen optimal auszuleuchten. Ziel ist es, möglichst jedes wichtige Detail herauszuarbeiten und das Material so gut wie möglich abzubilden. Ein natürlicher Faltenwurf des Zeltmaterials wird bei den Aufnahmen nicht kaschiert oder gar ausgebügelt, sondern bewusst in Kauf genommen, da der Käufer eine weitgehend originalgetreue Abbildung seines Zeltes bekommen soll. Studio- und Globetrotter-Mitarbeiter fungieren gegebenenfalls als Modell zur Verdeutlichung der Größendimensionen. Außerdem machen sie die Szenerie zusammen mit arrangierten Ausrüstungsgegenständen wie Schlafsack, Rucksack und Kochgeschirr lebendiger und sorgen für einen realistischeren Bildeindruck.

Die beim Ausmessen ermittelten Werte werden für Katalog und Internet grafisch aufbereitet. | Illustration: Hildegund Schuster

Während das nächste Zelt aufgebaut wird, speichert der Fotograf die Aufnahme im gewünschten Dateiformat. Am Ende des Shootings bekommt die Kreativabteilung von Globetrotter Ausrüstung alle digitalen Bilddaten, welche dann in Photoshop freigestellt  (vom Hintergrund isoliert) werden und zusammen mit der Produktbeschreibung ihren Weg in Printkatalog und Internet finden. Als Extraservice finden sich dort auch die liebevollen Illustrationen von Hildegund Schuster, die maßstabsgetreu das Platz- und Raumverhältnis jedes Zeltes darstellen und die realen Größenverhältnisse vorstellbar machen.

Thomas Kettler
 

 

Kommentare

Hallo,
ich habe ein MSR Hubba Hubba HP. Super leicht - herrlich. Ich benutze es seit 1,5 Jahren, im ersten Halben Jahr wirklich taeglich und dann noch ca. die Haelfte der restlichen Zeit, also so ungefaehr 365 Tage insgesamt.Beim Testen (u.a. -12ºC im tiefen Schnee) und in der ersten Zeit war ich suuuuuper zufrieden, jetzt habe ich allerdings so meine Probleme. Relativ schnell machten die Reissverschluesse Probleme, die von Anfang an recht schwer gingen (trotz Pflege mit Silikonspray). Das Original Footprint hat Loecher, verursacht von Ameisen ... es ist nicht gegen die Sauere der winzigen Tierchen am Colorado River resistent! Zeltboden zum Glueck ja. Allerdings ist er nicht mehr dicht, schon wenn ich ihn innen oder aussen mit einem feuchten Lappen reinige, habe ich die Feuchtigkeit auf der anderen Seite. Was kann ich da tun? Auch die Silikonbeschichtung an den Naehten loest sich. Bis jetzt sind es nur Blasen, aber wie kann ich das wieder abdichten? Ich bin zur Zeit in Suedamerika und meine Moeglichkeiten an hochwertige Materialien zu kommen, sind recht eingeschraenkt. Und das allerschlimmste: das Zelt schimmelt. Es ging relativ schnell, ich hatte 2 Tage keine Moeglichkeit, das Zelt auszupacken, einfach weil es regnete und ich meine Sachen bei einer Rangerstation untergestellt hatte um mit sehr wenig Gepaeck einen Ausflug zu machen. Das hatte ich aber noch in Griff bekommen. Schlimmer wurde es dann in Costa Rica und Panama wo ich jeden Tag starken Regen hatte und durch die insgesamt hohe Luftfeuchtigkeit das Zelt ueberhaupt nicht mehr trocknete, obwohl ich es jeden Tag gelueftet habe (auch wenn ich in festen Unterkuenften uebernachtet habe, irgendwo hing dann immer das Zelt und es war manchesmal verdammt eng) Was kann ich jetzt gegen den Schimmel tun?
Also mein Probleme sind jetzt die ausgefransten Reissverschluesse, der undichte Boden, die Silikonbeschichtung an den Naehten und der Schimmel. Ist das der normale Zustand nach derart intensiver Nutzung? Kann ich das Zelt noch retten und wieder mit einem guten Gefuehl darin uebernachten?
Viele Gruesse aus Ecuador
Silke

Hallo Silke,
wir haben Ihre Fragen an den Produktservice von Globetrotter Ausrüstung weiter geleitet. Sie erhalten die Antwort der Kollegen direkt per Email.

Viele Grüße und alles Gute nach Ecuador,

Judith Prechtl

hi,

ich würde gerne wissen wo das bild "7 von 9" gemacht wurde wenn das vll. jemand weis :D

danke

Hallo,

wir haben schnell beim Fotografen nachgefragt: Das Bild ist auf einer Kajak-Tour im Great Bear Rainforest an der Westküste von British Columbia entstanden.

Viele Grüße aus der Redaktion,
Philip

Hallo 4-Seasons Team,

könnt Ihr mir sagen von welcher Marke das rot-orangene Zelt auf dem obersten Bild (Bild über dem Artikel) ist?

Vielen Dank
Sarah