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Im Bauch des Waldes – der Appalachen-Trail

Foto: Diana Haas
Der legendäre Appalachen-Trail im Osten der USA ist der ungekrönte König der Fernwanderwege. Knapp 3500 Kilometer sind es zu Fuß von Georgia bis nach Maine, immer schön durch den Wald. Doch Vorsicht: Entweder du endest vor lauter Bäumen irgendwann im Irrsinn oder der »AT« wird zu einer deiner Lebensaufgaben.

Tagebucheintrag, sechs Monate danach:
Wenn die Blasen an den Füßen längst verheilt, Wanderstiefel, Zelt und Rucksack im Keller verstaut und Millionen Schritte im Schlaf nochmals abgearbeitet sind, dann bleiben immer noch die unzähligen Gerüche entlang des Trails, an die sich der rastlose Geist klammern kann: Pfefferminze, Orange, Honigwachs, Moschus, Marihuana, Bärenscheiße und nicht zu vergessen: andere Langstreckenwanderer. Mein Gott! Der AT hallt lange nach. Wieder einmal hat mich eine Erinnerung mitten in der Nacht an den Schreibtisch getrieben. Doch diesmal hat sie eine unangenehme Note: Meinen Angstschweiß, als sich die Geister der Appalachen nachts aus den Schatten der Bäume lösten ...

 

Ob Cool as a Moose so die Elche anlocken kann? | Foto: Diana Haas
Das zweite Paar Wanderstiefel ist gerade im ersten Einsatz, kurz vor der südlichen Grenze des Great Smoky Mountains Nationalparks, in der Nähe von Wayah Bald. Regen, gespenstischer Nebel wabert zwischen den Bäumen, Rhododendren in prallem Grün. Plötzlich gibt der Nebel einen Rucksack frei, der sich langsam auf mich zu bewegt. Arme, Beine und Kopf folgen. Ein Wanderer, der den Trail rückwärts geht? Nicht abwegig, Durchgeknallte trifft man hier genug. »Hi, how are you?«, rufe ich, bevor es zur Kollision kommt. Ein Ruck geht durch den Wanderer, der sich beim Herumdrehen als Frau entpuppt. Ängstliche braune Augen blicken mich überrascht an. Sie legt den Finger kurz auf die Lippen, bedeutet mir, still zu sein. Dann flüstert sie: »Ein Schwarzbär hat gerade meinen Weg gekreuzt!« Ich gebe mich relaxt: »Kein Wunder, die wohnen doch hier.« »Hast du keine Angst?« Ich gebe mich erfahren: »Die letzte Begegnung zwischen Schwarzbär und Mensch, die für letzteren tödlich endete, ist über 200 Jahre her.« »Wirklich?« Zeit, das Thema zu wechseln. »Wie heißt du?« »Man nennt mich Cool as a Moose.« Ach ja, die Trailnamen. Wer sich selbst keinen gibt, muss damit rechnen, von anderen Wanderern einen verpasst zu bekommen. Ihrer scheint in einer mutigen Minute selbstbestimmt.

Als wir gemeinsam an die Stelle der Sichtung zurückkehren, ist weder etwas zu sehen, noch knackt es verräterisch im Unterholz. Nur das beharrliche Trommeln der Regentropfen malträtiert die Stille. Ich schlage vor, die nächste Schutzhütte für eine gemeinsame Übernachtung zu nutzen, was Cool as a Moose dankend annimmt. 
Vier Meilen durch den Regenwald von North Carolina sind es bis zum nächsten Shelter. Vier Meilen beharrlicher Regen, der sogar den Weg in den Rucksack findet: Der Schlafsack ist feucht, als wir ihn im Shelter ausrollen. Das Ding ähnelt mehr einer Bushaltestelle als einer Hütte. Drei Seiten massives Holz mit einem Dach darüber, die Vorderseite offen, auf Hüfthöhe ist ein Boden eingezogen, auf dem geschlafen wird. Warum sie offen sind, weiß nur Gott selbst. Auf alle Fälle sollten sich Männer immer schön den Bart scheren, denn ist er zu lang, verfangen sich Essenskrümel darin – und das freut dann nachts die zahlreichen Mäuse. 

Bildergalerie: Der Appalachen-Trail: im Bauch des Waldes

»Was gibt’s zum Abendessen?«, fragt Cool as a Moose mit hungrigem Blick. »Snickers oder Makkaroni mit Käse, du entscheidest.« Die Antwort kommt sofort: »Makkaroni!« Mit vom Käse verklebten Mägen verkriechen wir uns wenig später in feuchte Schlafsäcke. Der Regen hat aufgehört, dafür übernimmt jetzt ein Zikaden-Orchester die nächtliche Beschallung. Ich gleite hinüber in das Reich des Schlafes. »Die Appalachen sind voller Geister. Cherokee, Siedler, Hexen und was weiß der Teufel von wem noch alles«, flüstert Cool as a Moose auf einmal. »Schon mal von den Haints gehört? Das sind böse Seelen von Toten, die hier ihr Unwesen treiben.« Das Reich des Schlafes ist mit einem Schlag weit weg. Will sie sich für mein Gelächter rächen? Angestrengt starre ich in die Dunkelheit. Wolken ziehen an einem blassen Halbmond vorüber, dessen Restlicht hin und wieder wirre Schemen von Bäumen erhellt. »Entspann dich, nur wer lange im Dunkeln nach ihnen Ausschau hält, sieht sie irgendwann.«

Da, ein grünes Augenpaar im Dunkeln. Oder nicht? Zur feuchten Kälte schleicht sich Unbehagen in den Schlafsack. Mich fröstelt, aber gleichzeitig beginne ich zu schwitzen. Blöde offene Hütte. »Hey, hast du die Augen auch gesehen?«, zische ich. Keine Antwort. Cool as a Moose ist eingeschlafen. Wie lange ich noch in Hab-Acht-Stellung die Dunkelheit nach darin lauernden Geschöpfen abgesucht habe, kann ich nicht sagen, aber ich muss wohl mit offenen Augen eingeschlafen sein. 

Perspektivwechsel: Wer vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht, der kann sich von oben einen guten Überblick verschaffen. | Foto: Diana Haas
Als wir Clingmans Dome, den höchsten Berg auf dem AT, bezwingen, sind wir bereits eingeschworene Weggefährten. Die nächste Nacht verbringen wir am Aussichtspunkt Charlies Bunion, über uns sternenschwangerer Himmel, unter uns die zu Scherenschnitten aufgereihten Bergketten.
Es folgt ein langes Eintauchen in die Great Smoky Mountains. Der Wald ist ein atmendes, feuchtes Etwas, das sich wie ein riesiges Lebewesen über die Bergrücken gelegt hat, das uns in seinem Inneren gefangen hält. Ein endloser grüner Tunnel, an dessen Ende der Wahn wartet. Und dann, völlig unerwartet aus dem Nichts heraus, katapultieren einen die merkwürdigsten Begegnungen zurück ins Licht ...

Slow Mo, Hüter des Kreuzworträtsels, im heiligen Wald von Lexington. | Foto: Diana Haas
Das zweite Paar Wanderstiefel ist auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit, wenige Meilen vor Lexington in Virginia. Stundenlang schon marschieren wir auf ausgetrocknetem Boden durch lichten Eichenwald. »Verflucht, wie weit ist es denn noch bis zur Brücke über den James River, ich will noch einmal den Himmel sehen, bevor ich sterbe«, stöhnt Cool as a Moose gequält. Es ist heiß, ihre Stirn mit Schweißperlen belegt. Der AT führt einen Berg hinunter und überquert ein Bächlein. Gegenüber liegt ein Shelter. Vertieft in ein Kreuzworträtsel und rauchend sitzt ein zerknitterter Mann am Tisch davor. Fast schulterlanges weißes Haar, Tarnkleidung, dicke Brille. Slow Mo heiße er, und als er unsere fragenden Gesichter sieht, erklärt er in bestem Kaugummiverzerrten Virginia-Englisch auch, warum. Vor vier Monaten sei er am AT-Hauptbüro in Harpers Ferry, West Virginia, aufgebrochen und habe die etwa 150 Meilen bis hierher gemacht. Dieses Ironman-Getue der Durchwanderer sei aber nichts für ihn. Er wolle mal sehen, wie es so ist, im Wald zu sein. Und? Ganz okay, man gewöhne sich daran, vielleicht bleibe er noch ein Weilchen oder zwei hier, lange allein sei man ja eh nie. Er grinst irgendwie zweideutig, macht aber einen geistig klaren Eindruck. Dann dreht er sich eine neue Zigarette und fragt, ob wir es auch mal mit einem Kreuzworträtsel probieren wollen.

 

Tagebucheintrag, AT, Spätsommer:
Ein Steak, medium rare (macht mich der Wald blutdurstiger?), ein Berg Pommes Frites, ein Cheeseburger, zwei Stücke Apfelkuchen, anschließend sechs Bier in irgendeiner Bar in Lexington. Wie ein Stein in einem himmlisch weichen Bett geschlafen. Das hübsche, aus roten Backsteinen zusammengebaute Lexington durchweht der Atem amerikanischer Bürgerkriegsgeschichte. Auf dem Friedhof, das Grab von einem schmiedeeisernen Zaun eingefasst, liegt ihre wahrscheinlich größte Legende begraben: General Stonewall Jackson. Hat zwar nur eine Schlacht gewonnen, dann wurde er aus Versehen von seinen eigenen Leuten erschossen. Für die Amerikaner ist er trotzdem einer der größten Militärstrategen. Am Abend, in Vorbereitung auf das nächste Stück Wildnis, wieder die Bäuche vollgeschlagen ...

 

Was für Fährtenleser: weite Strecken des AT führen durch dichten Wald. | Foto: Diana Haas
Die linke Sohle am zweiten Paar Wanderstiefel ist bereits angebrochen, als wir durch den Shenandoah Nationalpark stiefeln. Im Verhältnis zum ständigen Bergauf-Bergab davor ist der AT hier eben. Und noch besser, Aussichtspunkt reiht sich an Aussichtspunkt, Bearfence Mountain, Hawksbill, Stony Man, Blicke weiter als der AT lang. Derart vom Tunnelblick befreit kehrt Schlendrian ein und wir erkunden zahlreiche abzweigende Wanderwege, kühlen die Füße in kleinen Bergbächen oder sonnen uns bis spät in den Nachmittag auf einem Felsen hoch über dem Waldmeer. An irgendeinem dieser Nachmittage seufzt Cool as a Moose: »Müsste ich mich für einen Lieblingsort hier am AT entscheiden, Shenandoah wäre in der engsten Wahl.«

Später, auf dem Rückweg zum Shelter, erzählt sie vom geistigen Vater des AT. Als Benton MacKaye 1921 seinen Aufsatz »An Appalachian Trail« veröffentlichte, schrieb er, die Menschen sollten sich auf die Gipfel begeben, um das Geschehen unten aus der Ferne zu studieren, tiefere Einsichten über das Leben zu gewinnen und ihren vom industriellen Leben in den Städten erschöpften Geist zu revitalisieren. »Sozialromantisch, aber irgendwie treffend, vor allem für Shenandoah, oder?« Ein Baum vor uns bewegt sich ziemlich geräuschvoll, als stünde er in einem schweren Sturm. Aus seinem Wipfel kommt ein wohliger Knurrlaut, dann schüttelt sich der Baum wieder. »Was ist das?«, fragt Cool as a Moose besorgt. »Das Ende der Romantik, ein Schwarzbär ...« Noch bevor ich sie zurückhalten kann, rennt sie los. »Rennen soll man auf gar keinen Fall!«, rufe ich noch, aber da renne ich auch schon ... 

 

Tagebucheintrag, AT, Anfang Herbst:
Wie viele Millionen Schritte bis zum Ziel? Wie viele Füße brauche ich dafür? Und Schuhe? Wie viele Wegmarker sind an den Bäumen aufgepinselt? Gibt es jemanden, der dies freiwillig macht? Wie lange hat der Schnellste, wie lange der Langsamste gebraucht, um den AT zu vollenden? Wird man irre, wenn man zu lange durch die Wälder stapft? Antworten auf einige dieser bis dahin aufgelaufenen Fragen liefert die Zentrale des AT in Harpers Ferry. Das unscheinbare Haus an der Straße ist das Gedächtnis des Trails. Jeder Wanderer, der ihn ganz läuft, lässt sich hier statistisch erfassen und fotografieren. Drei Monate hat der Schnellste gebraucht (nicht so langer Bart), 35 Jahre der größte Genießer (etwas längerer Bart). Über 6000 Freiwillige halten den AT in Schuss, sie pinseln auch die Bäume weiß. Und etwa fünf Millionen Schritte musst du gehen ...

 

Ideal für viele Teilstrecken: der Farbenrausch des Indian Summer Ende September. | Foto: Diana Haas
Am Ende der Green Mountains ist das dritte Paar Wanderstiefel gut eingelaufen. Wenn man im Herbst kommt und wie wir Glück hat, sind die Green Mountains nicht grün, sondern ein flammendes Inferno. Der Wald steht in seinen explosivsten Farben da, Bergahorn und Roteiche, sich gegenseitig überbietend, in loderndem Blutrot, Sumach violett wie reife Pflaumen, Weißbirke und Eberesche in fahlem Zitronengelb. Der Indian Summer rollt von Norden über die Berge und verschlingt nach und nach das Grün.
In den White Mountains ändert sich die Szenerie abermals, die kahlen Bergspitzen, allen voran die des Mount Washington, scheinen mit Silberstaub überzogen. Der erste Schnee. Den Mount Washington trägt man lange vor sich her, sein Ruf eilt ihm weit voraus. Auf dem Gipfel herrscht das extremste Wetter. 1934 wurde eine Sturmböe gemessen, die mit 372 Kilometern in der Stunde unterwegs war. Minus 40 Grad sind im Winter keine Seltenheit, und das obwohl der Berg nur wenig höher als 1900 Meter ist. 

Am Morgen des Aufstiegs ist der Herbst warm und klar, die Sonne mild. »Bis zum Abend sind wir locker drüber«, freut sich Cool as a Moose. Doch bald zeigt sich, wie sehr es der Berg in sich hat. Immer steiler wird der Aufstieg, der Weg ein einziges Geröllfeld mit Brocken in Fußballgröße. Nach drei Stunden haben wir erst die Hälfte geschafft, jetzt nahe der Tuckerman Schlucht scheint Schluss zu sein. Der Wind bläst uns fast weg, an einer Schutzhütte hängt ein Thermometer – beinahe null Grad. Drinnen erzählt ein Ranger einigen Wanderern Schauergeschichten vom Berg: Vor einigen Jahren sei ein Mädchen im Hochsommer hier erfroren, leicht bekleidet sei sie aufgestiegen und über die Baumgrenze hinausgewandert. Innerhalb von Minuten zog dichter Nebel auf, die Temperatur fiel auf Minusgrade. Sie kam vom Weg ab, wusste nicht weiter, setzte sich einfach hin. Ein Wanderer fand sie, erfroren. Wir schauen uns nachdenklich an, dann spricht es Cool as a Moose aus: »Den Gipfel sparen wir uns für nächstes Mal.«

 

Tagebucheintrag, AT, Herbst: 
Über Maine existieren ja einige spezielle Vorstellungen: mehr Boote als Einwohner; mehr Elche, die ziemlich cool sein sollen und selbst bei Gefahr nie flüchten; alle tragen karierte Flanellhemden und so weiter. Cool as a Moose hat es auf ihre Namensvetter abgesehen, bislang wollte sich aber einfach keiner zeigen. Noch ist sie zuversichtlich, denn die berüchtigte 100 Mile Wilderness, die längste Strecke auf dem AT ohne Anschluss an die Zivilisation, steht bevor ...

 

The English Muffins: »Wir laufen den AT mal schnell für einen guten Zweck«
Die Wanderstiefel haben sich in Maines Wäldern als ziemlich wasserdicht erwiesen. Kaum zu glauben, wie viele Seen und Bäche sich in ihnen verstecken. Ein sonniger Morgen macht den Aufbruch in die Wilderness leicht und nach kurzer Zeit befinden wir uns wieder in besagtem Tunnel, nur dass er diesmal nicht grün ist, sondern in allen Farben des Indian Summer strahlt. Stunden ziehen vorbei, der Geist in Gedanken versunken, laufen die Füße ganz von allein. Derart entspannt merken wir nicht, dass wir von hinten beinahe von zwei Wanderern überrannt werden. »Hi, how are you?«, schmettert uns ein jugendliches Vollbartgesicht in die Rücken. Der beißende Geruch von monatelanger Wanderschaft haut mich fast um. Noch bevor ich ein knappes »Gut!« herauswürge, denke ich, die beiden müssten doch ohne Ende Elche anlocken. Beim obligatorischen Smalltalk stellt sich heraus, dass sie unter dem Trailnamen The English Muffins unterwegs sind und so etwas wie einen Spendenlauf auf dem AT veranstalten. Ob sie es deswegen eilig haben, lässt sich schwer sagen, aber nach dem Austausch der E-Mail- Adressen ziehen sie weiter – sie wollen bis Mitte Oktober das Ende des Trails auf dem Mount Katahdin erreichen, das ist in acht Tagen. Vielleicht sehe man sich ja auf dem Gipfel wieder. Wir verfallen wieder in den kontemplativen Trott, bis ich stolpere und dabei umknicke. Sofort ist mir klar, dass es das für die nächsten Tage war. Adieu, Mount Katahdin. 

 

Tagebucheintrag, sieben Monate danach: 
In den letzten Monaten habe ich mich öfter gefragt, ob die Muffins es noch auf den Katahdin geschafft haben. Vorgestern kam eine E-Mail von ihnen: ein Foto, wie sie nackt und eine rauchend auf dem Gipfel stehen. Heute schrieb mir Cool as a Moose: »Wurde Zeit, dass die mal auslüften :-) Nächstes Mal stehen wir so auf dem Katahdin.« 

 

4-Seasons Info
 

Lang, länger, Appalachen-Trail

Der Appalachian National Scenic Trail ist mit knapp 3500 km nicht nur einer der längsten, sondern auch ältesten Fernwanderwege der Welt. Er führt durch 14 Bundesstaaten von Springer Mountain in Georgia bis auf Mount Katahdin in Maine.

 

Allgemein
Die Gesamtwanderung dauert je nach Kondition und Zwischenstopps etwa vier bis sechs Monate, die meisten starten im März oder April im Süden. Der AT ist psychisch wie physisch eine große Herausforderung. Das stete Auf und Ab sowie tagelange Waldetappen ohne jegliche Fernsicht fordern dabei gleichermaßen ihren Tribut. Übernachtet wird in offenen Schutzhütten oder im eigenen Zelt. Reservierungen für die Hütten sind nur im Great Smoky NP nötig, ansonsten gilt: Wer zuerst kommt, schläft im Shelter. Wasser ist an den Sheltern meist vorhanden. Alle vier bis fünf Tage liegt ein Ort in der Nähe des AT, Vorräte lassen sich also problemlos aufstocken. Eine Anfahrt mit dem Auto ist an vielen Stellen möglich. Öffentlicher Verkehr kreuzt den AT nur selten.

 

Anreise
Flug: US Airways fliegt täglich von Frankfurt über Charlotte (Aussteigen, wenn man in die Great Smoky Mountains will) nach Atlanta (Georgia), zurück geht es bequem von Boston aus.
Vor Ort: Wer den AT von diversen Basislagern aus wandert, sollte einen Wagen mieten. Der Mietwagenbroker Holiday Autos ist gut und günstig: www.holidayautos.de

 

Strecken
Wer nicht die Zeit hat, den ganzen Trail auf einmal zu laufen, hat die Qual der Wahl. Sehr schön sind die Great Smoky Mountains in North Carolina, Virginia (besonders der Shenandoah NP) und Neuengland (White Mountains, Green Mountains, 100 Mile Wilderness). Infos: www.visitnc.de, www.virginia.org und www.discovernewengland.org

 

Basislager
Die folgenden Unterkünfte sind von Süden nach Norden geordnet und liegen nahe oder direkt am AT. Bis auf die Joe Dodge Lodge und das Mount Washington Resort bieten auf Anfrage alle Inhaber einen Abhol- und Bringservice zu bestimmten Punkten des AT, so dass sich von diesen Hotels aus mehrtägige AT-Wanderungen durchführen lassen (Vorwahl USA 001).
North Carolina: Snowbird Mountain Lodge, Robbinsville, Tel. 828/4793 433, www.snowbirdlodge.com
Hemlock Inn, Bryson City, Tel. 828/-4882 885, www.hemlockinn.com
Virginia: Stoneridge B&B, Lex-ington, Tel. 540/4634 090, www.stoneridge-inn.com
The Mimslyn Inn, Luray, Tel. 540/-7435 105, www.mimslyninn.com
Vermont: Mountain Meadows Lodge, Killington, Tel. 802/7751 010, www.mountainmeadowslodge.com
New Hampshire: Joe Dodge Lodge, Gorham, Tel. 603/4662 721, www.outdoors.org
Mount Washington- Resort, Bretton Woods, Tel. 800/3141 752, www.mountwashingtonresort.com
Maine: Pleasant Street Inn, Greenville, Tel. 207/6953 400, www.pleasantstinn.com
Fährt man von Maine nach Boston zurück, lohnt ein Abstecher in den Acadia NP. Übernachten in Bar Harbor: Bluenose Inn, Tel. 207/2883 348, www.barharborhotel.com

 

Literatur
Die Appalachian Trail Conservancy (www.appalachiantrail.org) hält alle nötige Wanderliteratur bereit: Für Abschnitte gibt es Guide Books, die meist nach den einzelnen Staaten gegliedert sind.
Für den ganzen AT steht entweder das Appalachian Trail Data Book (es enthält alle wichtigen Informationen) oder der Appalachian-Trail Thru-Hikers‘ Companion mit ausführlicheren Infos zu Orten und Städten am Trail zur Verfügung.
Zur Vorbereitung eignet sich: USA – Ostküste, Iwanowski Verlag, 25,95 €.
Unbedingt lesen: Bill Bryson: Picknick mit Bären, Goldmann Verlag, 388 S., 7,95 €, Globetrotter-Bestellnr. gol51.003.