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Hersteller Osprey: Für jede Reise ein Rucksack

Osprey Rucksäcke sind vielen Outdoorern treue Begleiter - egal ob Tages- oder Trekkingtour. | Foto: Archiv Osprey
Osprey Rucksäcke sind vielen Outdoorern treue Begleiter - egal ob Tages- oder Trekkingtour. | Foto: Archiv Osprey
Vor 40 Jahren gründete Mike Pfotenhauer – kein Witz, der Mann heißt wirklich so – in Kalifornien die Rucksackfirma Osprey. Als einer der Ersten seiner Zunft verwendete er besonders leichte und atmungsaktive Materialien. Mikes Perfektionismus geht so weit, dass er mitsamt seiner Familie nach Vietnam zog, um dort die Produktion zu betreuen.

Mike Pfotenhauer in den 1970er-Jahren mit einem seiner ersten selbst gemachten Rucksäcke. ... | Foto: Archiv Osprey
Mike Pfotenhauer in den 1970er-Jahren mit einem seiner ersten selbst gemachten Rucksäcke. ... | Foto: Archiv Osprey
Okay, 1974 war Woodstock schon fünf Jahre Vergangenheit. Aber der Geist der Hippiebewegung lebte weiter. Besonders im kalifornischen Santa Cruz, wo dem jungen Mike Pfotenhauer noch nicht recht klar war, was er aus seinem Leben machen wollte. Er wusste nur, es sollte eine eigene Firma und kein Bürojob für andere Leute sein. Weil Mike es satthatte, auf Trekkingtouren mit seinem Vater und den Brüdern schlecht sitzende Ranzen zu tragen, ließ er sich als 16-Jähriger von seiner Mutter das Nähen beibringen und fertigte seinen ersten Rucksack. »Ich genieße das Leben mehr, wenn ich mich mit Dingen umgebe, die ich selbst gemacht habe«, sagt er selbst dazu.

Die Leute in Mikes Umfeld bekamen mit, dass da einer Talent als Tüftler und Erfinder hat. Wenn sie nicht gerade beim Surfen waren, schauten sie bei Mike vorbei und gaben ihm Dinge in Auftrag, die sie anderswo nicht finden konnten: vom Rollstuhlsitzkissen bis zur Tragetasche für Surfboards. Mike spezialisierte sich immer mehr auf Rucksäcke und gründete »Osprey Packs«, benannt nach dem englischen Wort für Fischadler. In Heimarbeit fertigte Mike die Backpacks und machte sich schnell einen Namen als innovativer Entwickler.

... Und kürzlich mit dem Leicht-Tourenrucksack Talon 33. Am Kran hängen nur rund 850 Gramm. | Foto: Archiv Osprey
... Und kürzlich mit dem Leicht-Tourenrucksack Talon 33. Am Kran hängen nur rund 850 Gramm. | Foto: Archiv Osprey
Er vernähte zum Beispiel bereits 1976 leichtes, atmungsaktives Netzgewebe (Mesh) und bot individuell verstellbare Innenrahmen an – zu einer Zeit, als in Europa Schüler noch Rucksackmonster mit Alu-Außengestell auf ihren Interrailfahrten herumschleppten.

Die Nachfrage stieg schnell, auch weil das renommierte Magazin »Outside« das Osprey-Modell Ariel in höchsten Tönen gelobt hatte. Aber in den damaligen Boomzeiten fand Mike nicht genügend Personal, das seine genialen Ideen zügig umsetzte und zu den Leuten brachte. »Mir fehlten qualifizierte Mitarbeiter. Es war ein ständiger Überlebenskampf«, erzählt Mike. 1990 fiel die ­Entscheidung: Mike und seine Frau und ­Geschäftspartnerin Diane Wren zogen nach Dolores in Colorado um. Das 800-Seelen-Dorf war für Osprey besonders interessant, weil dort soeben eine Gore-Tex-Fabrik dichtgemacht hatte und die Arbeiter aus dem angrenzenden Navajo-Reservat einen neuen Job suchten. Für Mike war das ein Glücksfall.

Osprey wusste früh, was Frauen wünschen

Mikes Anmerkungen bei der Logosuche: diesen Adler mit jenen Schwingen bitte. | Foto: Archiv Osprey
Mikes Anmerkungen bei der Logosuche: diesen Adler mit jenen Schwingen bitte. | Foto: Archiv Osprey
Die »Fischadler« fühlten sich gleich wohl in der Provinz. Der ­Laden brummte, Osprey verdoppelte fast jedes Jahr den Umsatz. »Wir hatten damals so eine Art Boot-Camp«, erinnert sich Personalchef Erik Wegner: »Alle neuen Mitarbeiter durften in ihrenersten zwei Wochen Schulter- und Hüftgurte ausstopfen, um zu verstehen, wie die Arbeit an der Fertigungsstraße aussah.« Osprey bot als einer der ersten Rucksackhersteller Tragesysteme spe­ziell für die weibliche Anatomie an. Daraufhin nahm das US-Wirtschaftsmagazin »Fortune« Osprey in die Firmen-Hitliste »America’s Best« auf.

Mitte der 90er-Jahre zog Osprey wieder um, nach Cortez in Colorado. Doch da ahnte Mike schon, dass die Fertigung am teuren US-Standort keine Zukunft haben würde. Immer wieder schob er die Entscheidung hinaus. Erst zur Jahrtausendwende lagerte er die Fertigung nach Vietnam aus. »Wir haben alles versucht, um die Produktion in Colorado zu halten«, erklärt Mike. »Aber die Lage war prekär. Wir waren die Einzigen, die noch im Land geblieben waren.« Marilyn Jones, eine Näherin der ersten Stunde, erinnert sich: »Einige von uns wurden zu einem Meeting gerufen. Man sagte uns: ›Wir schließen die Fabrik, aber ihr dürft bleiben.‹ Ich klatschte in die Hände und rief laut ›Yes!‹« Heute arbeitet Marilyn im Reparaturservice: Osprey gewährt lebenslange Garantie bei Material- und Verarbeitungsfehlern.

     
Trekkingrucksack anno 2015: Der Atmo AG 65... | Foto: Osprey
Trekkingrucksack anno 2015: Der Atmo AG 65... | Foto: Osprey
         
         
... mit dem revolutionären Tragesystem, das zugleich luftig und stabil ist. (199,95€, 24.89.74). | Foto: Osprey
... mit dem revolutionären Tragesystem, das zugleich luftig und stabil ist. (199,95€, 24.89.74). | Foto: Osprey
    

Auch Mike klatschte in die Hände, denn 2001 war auf dem Cover des Magazins »Time« Erik Weihenmayer zu sehen, der als erster blinder Bergsteiger den Gipfel des Mount Everest erreichen sollte. Auf dem Rücken trug er einen Aether 60 von Osprey. Mehr Marken-Publicity geht fast nicht. Doch Mike kümmerte sich auch um Grundlegendes: 2003 zog er mit seiner Familie nach Ho-Chi-Minh-Stadt, um in den folgenden Jahren die Produktion in ­Vietnam zu betreuen. Für einen US-Amerikaner war das ein großer und auch symbolischer Schritt, nicht einmal 30 Jahre nach Ende des Vietnamkriegs.

Firmenpartys mit Hühnerfüße-Wettessen

Eine Näherin der ersten Stunde:  Marilyn Jones im Reparaturcenter. | Foto: Archiv Osprey
Eine Näherin der ersten Stunde: Marilyn Jones im Reparaturcenter. | Foto: Archiv Osprey
Die Vietnamesen spürten, dass Mike nicht einfach billige Arbeitskräfte suchte, sondern dass sich da ein Ami aufrichtig für ihre Kultur und Geschichte interessierte. »Mr. Osprey« gründete vor Ort ein Zentrum für Design und Qualitätsmanagement, besetzte es mit einheimischen Mitarbeitern und übertrug ihnen Verantwortung. Das Team dankte es ihm durch Engagement und Loyalität. Eine vietnamesische Mitarbeiterin sagte mal: »Wenn Mike mir aufträgt, einen Stein in den Rucksack einzunähen, würde ich das glatt machen. Er ist einfach der Beste.« Die gute Betriebsatmosphäre äußerte sich auch in gemeinsamen Ausflügen und in ausgelassenen Partys mit Hühnerfüße-Wettessen.

Um mit der Firmenzentrale in den USA effizient kommunizieren zu können, bestellte Mike spezielle hochauflösende Kameras für die Skypekonferenzen. Die Produktmanager können dabei auch Details der frisch aus der Näherei kommenden Rucksäcke erkennen und entscheiden, ob alles nach Plan läuft. Das tut es in vielerlei Hinsicht: 2003 expandierte Osprey über den großen Teich und macht seitdem den europäischen Rucksack-Platzhirschen mit cleveren Ideen Konkurrenz: zum Beispiel mit einer neuartigen Hüftgurt-Technologie, die sich der Anatomie des Trägers anpasst, oder mit neuen Modellreihen wie Talon und Exos, die auch anspruchsvolle Leichtgewichts-Enthusiasten überzeugen.

Der Trekkingrucksack Stealth 60 aus dem Jahr 1994. »Times change.« | Foto: Archiv Osprey
Der Trekkingrucksack Stealth 60 aus dem Jahr 1994. »Times change.« | Foto: Archiv Osprey
Mike, der 2010 aus Asien zurückkehrte, meldete viele seiner Ideen zum Patent an. Seine Detailversessenheit und die unermüdliche Suche nach neuen, noch besseren Materialien treiben das Osprey-Team manchmal an den Rand der Verzweiflung. Aber es zahlt sich aus. Wenn Mike etwa die Vision einer perfekten Kindertragekraxe verfolgt, werden nicht weniger als 15 Prototypen entwickelt, von denen nur einer überlebt: der allerbeste.

Längst leistet die Firma einen Beitrag für den Umweltschutz, schließlich lebt sie von der Natur. Osprey hat zum Beispiel fast 29 000 Euro für ein Raubvogelschutzprojekt in Georgien gespendet, dessen Ziel es ist, die illegale Jagd auf Greifvögel im Kleinen Kaukasus zu beenden. Die Analogie liegt auf der Hand: Mike hatte seine Firma Osprey getauft, weil der Fischadler damals eine ­bedrohte Spezies war. »Ich dachte mir: Wenn dieser Vogel die nächsten rauen Jahre überlebt, wird uns das auch gelingen.«

Die Zukunft von Osprey beginnt bei Globetrotter

Tourenrucksack „Exos 38“ - Technisch raffiniert – und leicht dabei!  (139,95€) Globetrotter-Bestellnummer 23.16.64 | Foto: Osprey
Tourenrucksack „Exos 38“ - Technisch raffiniert – und leicht dabei! (139,95€) Globetrotter-Bestellnummer 23.16.64 | Foto: Osprey
Mike selbst, Jahrgang 1953, rechnet sich noch nicht zu den bedrohten Arten. Auch im Jubiläumsjahr redet er bei den Entwicklungen mehr als ein Wörtchen mit. Der Exos 48 etwa wiegt bei 48 Litern Stauraum nur 1,13 Kilo dank ultraleichter Materialien, schmaler Gurtbänder und filigraner Schnallen. 20 Jahre zuvor sah so ein Rucksack noch ganz anders aus: Der Stealth 60, Baujahr 1994, brachte satte 2,7 Kilo auf die Waage und bot nur unwesentlich mehr Platz. Darauf angesprochen, sagt Mike lakonisch: »Times change.« Und so dürfen die Globetrotter-Kunden bereits einen Blick in die Zukunft von Osprey werfen: Im kommenden Januar und Februar gibt es exklusiv bei Globetrotter die neuen Osprey-Flaggschiffe Atmos AG und das Frauenmodell Aura AG (jeweils mit 50 oder 65 Litern) zu kaufen. Der Trekkingrucksack wurde bei der Leitmesse in Friedrichshafen bereits mit dem »OutDoor Industry Gold Award« ausgezeichnet. Solche Lorbeeren nimmt Mike ungerührt entgegen – mit einem vieldeutigen Lächeln, das er wohl von seinen vietnamesischen Freunden gelernt hat.