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Hans Overduin: Vogelfotografie in Perfektion

Feldlerche im holländischen Blumenfeld – drei Wochen Arbeit stecken in diesem Bild. | Foto: Hans Overduin
Feldlerche im holländischen Blumenfeld – drei Wochen Arbeit stecken in diesem Bild. | Foto: Hans Overduin
Es sind fotografische Volltreffer, die Hans Overduin von seinen weltweiten Reisen mitbringt. Der Niederländer lichtet Vögel aber nicht nur ab, er setzt sich auch für ihren Schutz ein – unter anderem in der Outdoorbranche.

Wenn das Blaukelchen zurückkehrt und in der Morgensonne singt – da bin ich eins mit der Natur. | Foto: Hans Overduin
Wenn das Blaukelchen zurückkehrt und in der Morgensonne singt – da bin ich eins mit der Natur. | Foto: Hans Overduin
Die Frage war als Steilvorlage für eine ornithologische Jubelarie gedacht. Als Antwort erwarteten wir nicht weniger als ein flammendes Plädoyer fürs Federvieh. Doch Hans Overduin schaut, als hätte er noch nie ­darüber nachgedacht, und gibt die Frage zurück: »Was ich an Vögeln so faszinierend finde? Hm. Vögel sind überall. Wale zu fotografieren wäre schwieriger …«

Hans Overduin ist – sorry, dieses Wortspiel muss jetzt sein – ein lustiger Vogel. 45 Jahre alt, Niederländer, hauptberuflich als Berater für die Münchner Sportartikelmesse Ispo tätig. In der Branche kennen ihn die meisten als langjährigen Einkaufschef von Bever Outdoor & Travel, quasi dem holländischem Pendant zu Globetrotter. Hans war ein passionierter Kletterer. Und ein weiteres großes Hobby ist gerade dabei, vom Spiel- zum zweiten Standbein zu werden: die Vogelfotografie. »Damit verbringe ich 50 Prozent meiner Zeit und erlange zehn Prozent meines Einkommens«, sagt er schmunzelnd.

Was Hänschen gelernt hat …

»Vier Leute, vier Kameras – so war das schon, wenn ich mit meinem Bruder und meinen Eltern im Familienurlaub war.« Die Leidenschaft fürs Fotografieren wurde Hans quasi in die Wiege gelegt. Und weil er das Handwerk schon als Hänschen gelernt hat, verlegte er sich alsbald auf ein eher kleines und allzu oft flüchtiges Motiv. »Die meisten Menschen nehmen Vögel gar nicht wahr«, hat Hans beobachtet. »Die Leute schützen aber nur, was sie verstehen. Nur wenn sie erkennen, wie wunderschön Vögel sind, werden sie sich für die Tiere einsetzen.« Womit wir bei Hans, dem Vogelschützer, angekommen sind. Zu Hause in Den Haag beteiligt sich Hans drei Mal pro Jahr an Vogelzählungen. »Aktuell macht uns der Bestand der Stare große Sorge«, erzählt er. »Auch der Haussperling wird immer seltener, weil er in den sanierten Gebäuden keine ­Brutnischen mehr findet.« Hans ist Mitglied im Schutzverein

»Vogelbescherming Nederland«, stellt seine Bilder kostenlos für Schutzprojekte zur Verfügung – etwa als Identifikationsbilder oder für Schautafeln – und hält zahlreiche Bildvorträge. So auch bei der European Outdoor Conservation Association, der Umweltschutz­abteilung des Branchenverbands European Outdoor Group.

 

 

Bildergalerie: Vogelfotografie

 

Das Wichtigste ist Zeit – viel Zeit

Auch in Island war Hans schon auf der Pürsch. | Foto: Hans Overduin
Auch in Island war Hans schon auf der Pürsch. | Foto: Hans Overduin
Ob auf Fahrradtour mit seiner Frau oder auf Reisen in die USA oder nach Brasilien, Hans befindet sich stets auf der Suche nach fliegenden Motiven. Das müssen nicht unbedingt exotische Spezies sein. Genauso spannend findet er es, gewöhnliche Arten in ihrer gewohnten Umgebung zu fotografieren. Viele davon findet er in der heimischen Hauptstadt oder vor der Haustür an der Nordsee. »Wie bei der Reportagefotografie ist es auch bei Vögeln das Wichtigste, sich Zeit zu nehmen«, sagt Hans. »Man sieht den Bildern an, ob der Fotograf nur mal eben vorbeigeschaut hat oder ob er mit seinen Motiven quasi gelebt hat. Manche Vogelfotos verlangen stundenlanges Lauern oder zigfaches Ansitzen.« Ein Tarnzelt oder ähnliche Tricks verwendet Hans dabei fast nie. »Die Vögel sollen mich so nehmen, wie ich bin.« Das machen sie sicher gerne.

 

4-Seasons Web-Tipp

Mehr Fotos und Episoden vom Vogelfotografen: www.hansoverduin.nl.

 

 
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