präsentiert von:

Globetrotter-Kollege Dennis Pfitzner: Träume geben

Als Marketingmann möchte Dennis Pfitzner die Globetrotter-Kunden dafür begeistern, ihre Träume zu leben. Wie wertvoll das ist, hat er selbst erfahren – in fernen Ländern und vor der Haustür.
Dennis Down Under. Der fünfte Kontinent wurde seine zweite Heimat. | Foto: Archiv Dennis Pfitzner

Den Grauen Riffhai hat Dennis nicht kommen sehen. Eben schnorchelte er noch durch das warme und putzig-bunte Findet-Nemo-Land im Ningaloo Reef. Das 250 Kilometer lange Korallenriff vor der Nordwestküste Australiens ­ist UNESCO-Welterbe und Taucherparadies. Als Dennis langsam über die Riffkante ­gleitet, ändert sich die Stimmung schlag­artig. Plötzlich ist das Wasser empfindlich kälter, Strömung zerrt an den Flossen, es ist dunkel. Vor ihm ein farbloser, schemenhafter ­Kegel, in ständiger Bewegung. Groß wie ein dreistöckiges Haus. Dennis taucht näher heran und erspäht etwa 30 Haie, die um eine Station von Putzerfischen schwärmen. Dennis hört nur sein Blut in den Ohren rauschen und den eigenen Herzschlag pochen. Und plötzlich kreist dieser Graue Riffhai mit dreieinhalb ­Meter Länge um ihn herum. Dennis nur mit Schnorchel und Flossen, ihm gegenüber ein ­Raubtier in seinem ­Element. Zum allerersten Mal fühlt sich Dennis der Natur ausgeliefert. »Ich wusste: Egal, was ich mache, es hat keinerlei ­Auswirkung.« Nach kurzem Mustern verliert der Hai sein Interesse und entschwindet in der Dunkelheit. Traum oder Albtraum? Noch heute ergreift Dennis eine tiefe Ehrfurcht, wenn er sich an diese ­Begegnung erinnert.

Reisen bedeutet: raus aus der Komfortzone

Dennis Pfitzner, 34 Jahre alt, ist Team­leiter im ­Zentralmarketing am Neuen ­Höltigbaum in Hamburg Rahlstedt. Er befeuert den Globetrotter-Slogan »Träume leben«, um bei den Kunden einen Funken zu zünden. Er kümmert sich um Media- und Kampagnenplanung, ist die Schnittstelle zwischen Agenturen, Herstellern und Globetrotter. Reisen sind für Dennis mehr als Urlaub und Entspannung. »Für mich geht es beim Reisen darum, Horizonte zu erweitern und Erfahrungen zu sammeln. Wie reagiere ich auf Situationen, die mir neu sind, und auf Umgebungen, die ich nicht kenne.« Dazu können Hai-Kontakte zählen, ein dramatischer Wetterumschwung am Klettersteig in den Schweizer Alpen, oder ganz einfach auch nur eine neue Wanderung in den ­Hamburger Wäldern.

Es macht immer Tuk-Tuk. Auf einem Thailand-Trip. | Foto: Archiv Dennis Pfitzner

In seiner Heimatstadt Köln studierte er Kommunikationswissenschaften und war regelmäßig Kunde in der Globetrotter-Filiale. »Für mich immer noch die schönste. Ich würde dort sofort fünf Tage die Woche Urlaub machen.« 2010 bewarb er sich bei ­Globetrotter, weil er seinen Beruf enger mit seinen Freizeitaktivitäten verknüpfen wollte. Statt Ferien im Olivandenhof ­bekam Dennis eine Stelle in der Ham­burger Globetrotter-Zentrale.

Zuständig auch für Andreas Kieling

Ist es nicht schwierig, im Büro zu sitzen und an den Träumen der Kunden zu ­basteln? Dennis lacht und winkt ab: »Nein, das ist toll. Ich werde selbst jeden Tag ­wieder neu inspiriert.« Sei es durch Kollegen, Kunden oder das Sortiment. Dennis koordiniert unter anderem auch das ­Sponsoring. Wüstenfotograf Michael ­Martin und Naturfilmer Andreas Kieling zählen zu ­den prominenten Partnern,
aber auch die Höhenbergsteigerin Alix von Melle, zugleich Pressesprecherin bei ­Globetrotter München. »Zudem liefern wir vom Marketing Input für die Website oder auch für die Print­aus­gabe von 4-Seasons.« Diese Medien bieten viel Raum für neue Impulse. Aber »Träume leben« sei nicht nur auf sportliche Heldentaten und auf Outdoor­aktivitäten voller Entbehrung und Schmerzen gemünzt. »Es umfasst alle ­Erlebnisse in der ­Natur und auf Reisen«, sagt Dennis. »Egal ob Strandurlaub in ­St. Peter-Ording oder eine Besteigung des Kilimandscharo. Da hat Globetrotter für jeden ­etwas zu ­bieten.«

Dennis lässt nichts unversucht – egal, ob Kufen... | Foto: Archiv Dennis Pfitzner

Dennis kennt diese Träume und Bilder, die sich ein Leben lang im Kopf festbrennen. Als Fünfjähriger bekam er seine erste eigene Ansichtskarte: von seiner Tante, aus Australien. Das Foto weckte Sehnsüchte, und über die Jahre formte sich ein Traum, den er nach seinem Studium verwirklichte: Dennis kündigte 2003 Wohnung und Job, packte seinen Rucksack und flog für ein Jahr nach Australien. Ohne Plan und Ziel stand er am Flughafen von Sydney. »Ich fühlte mich total frei. Es war egal, ob ich links, rechts oder geradeaus gehe.« Dennis fand seinen Weg. Wenn nötig, machte er ein paar Dollar mit Gelegenheitsjobs. »Ich war Tourguide nahe Cairns und Bagger­fahrer in Sydney.« Immer gerade so viel ­Arbeit, dass es für eine Woche im Busch oder zum ­Wellenreiten genügte. Inzwischen kenne er Australien besser als ­Europa, meint Dennis. Fünfmal flog er bis heute nach Down ­Under. Das Land hat ihn nicht mehr losgelassen.

Nach seinem Medienstudium hat Dennis ein weiteres Mal die Hörsaalbank gedrückt: ­Biologie bis zum Vordiplom. Aber eine ­Arbeit im Labor war für ihn unvorstellbar. »Nun habe ich eben bei Globetrotter einen Finger am Puls der Natur.« Auf Reisen ­wurde seine Beobachtungsgabe geschärft, die australische ­Wüste öffnete ihm die ­Augen: »Ich war ­zuerst total überfordert, weil da nichts ist außer Ödnis. Dann gehst du in die Hocke, deine Augen gewöhnen sich an die Langsamkeit. Auf einmal siehst du vor dir im Sand einen Dorn­teufel, das
ist eine Echsenart. Du ­erkennst die Fülle an Leben in so einer Umgebung und bekommst einen ganz ­anderen Fokus.«

Wer wandert, wird bewandert

Gleiches gelte für Deutschland, erklärt Dennis. Wenn er aus dem Büro blickt, schaut er auf Wald: Naturschutzgebiet, ehemaliger Truppenübungsplatz. »Manche Leute marschieren ­stundenlang durch den Wald und haben nichts gesehen. Die sollten sich einfach mal ­hinsetzen und eine halbe Stunde warten.« Rothirsche, Kraniche und Marder hat ­Dennis in den ­Wäldern und Naturschutzgebieten rings um Hamburg ­beobachtet. »Nördlich von Bargteheide wurden sogar Wölfe gesichtet.« Keine 50 Kilometer von der Reeperbahn entfernt.

... oder Klettersteig. | Foto: Archiv Dennis Pfitzner

Bei seiner ersten Australienreise wog ­Dennis’ Rucksack über 30 Kilo. Nach einem Monat trennte er sich von der Hälfte des ­Gepäcks. Aber egal ob Wald- und  ­Wiesentour in Hamburg oder Dschungel­abenteuer im Nationalpark Khao Sok in Thailand, ­etwas hat Dennis immer dabei: sein Leatherman Tool. Auf der letzten Tour wog der Rucksack nur noch zwölf Kilo, und Dennis hat nichts vermisst. Trägt man alles auf dem Rücken, was man für den Alltag braucht, bekommt man einen veränderten Blick aufs ­Leben, findet Dennis: »Wer wandert, wird bewandert.« Und: ­»Reisen lehrt Demut. In Australien habe ich Südafrikaner kennengelernt, die den Sonnenuntergang am Strand genossen haben. ­Wegen der Kriminalität in ihrer Heimat hätten sie sich dort in der Dämmerung kaum mehr rausgetraut.« Da erscheint das Leben in Deutschland doch gleich in einem freundlicheren Licht.

Dennis ist mit Hundeschlitten in Norwegen gefahren, hat Krokodile in Australien und Königskobras in Thailand beobachtet. Aber als Hardcore-Outdoorer will er sich nicht bezeichnen. »Meine ­Aktivitäten ­hatten nie mit Performance zu tun. Ich wollte nie alle Achttausender besteigen – nur meine Neugier stillen.« Vor vier Jahren wanderte Dennis 155 Kilometer auf dem Rothaarsteig. »Ein wunderschönes Mittelgebirge mit alten Mischwäldern. Totale Ruhe, mitten in Deutschland.« Es war ein Aha-Erlebnis. Dass man um die halbe Welt fliegen muss, um seine Träume zu leben – davon verabschiedet sich Dennis gerade ein Stück weit.

 
weiterführende Artikel: 
07.08.2013ArtikelMenschenKollege Globetrotter

Kollege Berglöw – eine Frages des Überlebens

Niklas Berglöw verkauft Isomatten und Zelte in der Hamburger Globetrotter-Filiale. Bei seinen privaten Wildnistrips sind für ihn eine bequeme Matte und ein Dach über dem Kopf überflüssiger Luxus. Denn Niklas ist Survivalspezialist. zum Artikel
26.04.2013ArtikelMenschenKollege Globetrotter

Globetrotter-Kollege in der Spur

Rocco Ganzert ist der Ski-Chef bei Globetrotter Dresden – und nutzt jede Möglichkeit, um selbst auf die Bretter zu kommen. Auch den Termin mit 4-Seasons verlegte er kurzerhand auf die Loipe. zum Artikel