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App-Fotograf Karl-Heinz Schmid: Andalusien

Von einer Sierra zur nächsten: Blick von der Sierra de Cazorla y Segura zur Sierra Magina. | Foto: Karl-Heinz Schmid
Karl-Heinz Schmid ist ein Andalusien-Kenner. Mehr als 20 Reisen führten ihn schon in den südlichsten Zipfel der Iberischen Halbinsel. In der Globetrotter-App zeigt er in den kommenden Wochen seine besten Bilder. Im Interview gibt er Tipps für eine Reise in die Sierra.

Karl-Heinz, deine Bilder sind alle in Andalusien entstanden. Das spanische Hinterland steht nicht bei jedermann auf der Reiseagenda. Wie kam dein Erstkontakt zustande?

Meine Frau Silja hat ein Jahr in Sevilla gelebt und gearbeitet. Während dieser Zeit bereisten wir das Andalusische Hinterland, haben Freundschaften geschlossen und uns in diesen Landstrich verliebt.

Andalusien wie man es kennt. Cordoba an der maurischen Stadtmauer. | Foto: Karl-Heinz Schmid
Kannst du dich noch an deine erste Reise nach Andalusien erinnern?

Ja, kann ich ziemlich genau – im Jahr 2000. Es war reichlich strapaziös. Mit dem Flieger von Hamburg über Barcelona nach Malaga. Von dort mit öffentlichen Verkehrsmitteln von einer Stadt zur nächsten, dann mit dem Zug von Sevilla nach Madrid und von dort mit dem Flieger über Frankfurt wieder nach Hamburg. Alles mit Zwischenstopps und in fünf Tagen.  Eine kurze Reise, aber sehr beeindruckend. Die Landschaft hat mich fasziniert und inzwischen habe ich auch die Zeit gefunden, die gesamten Stationen der ersten Reise abzuwandern.

Was ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?

Die fantastische Berglandschaft. Mit der Sierra Morena und der Sierra Nevada liegen zwei der größten Gebirgszüge Spaniens in Andalusien. Und auch die höchsten Berge Spaniens stehen nicht in den Pyrenäen, sondern hier im Süden. Dazu ist die Besiedlung sehr dünn, so verbleiben die Sierras naturbelassen und einsam, so wie Gott sie schuf.

 

Bildergalerie: App-Fotograf Karl-Heinz Schmid: Andalusien

 

Andalusien ist mehr als doppelt so groß wie die Schweiz. Wie viel Mal muss man die Provinz bereisen, um sich so gut auszukennen wie du?

Um sich einen Überblick zu verschaffen, reicht wahrscheinlich ein Trip mit guter Reiseplanung oder eine geführte Tour. Wenn dann die Liebe geweckt ist, gibt’s kein zurück mehr. Ich werden wohl inzwischen so über 20 Mal dort gewesen sein. Jede Reise hinterließ neue Eindrücke und so stehen mir wohl noch einige Reisen ins Haus.

20 Mal an einem Ort. Gibst du dein Wissen inzwischen auch weiter oder ist Andalusien für dich immer nur privates Reiseziel?

Meine Frau ist genauso großer Andalusien-Enthusiast wie ich und hat ihr Hobby bereits vor einigen Jahren zum Beruf gemacht. Sie veranstaltet Reisen (andalusiennet.de) und führt kleine Gruppen durchs Land. Ein- bis Zweimal im Jahr schaffe ich es, mich ihren Gruppen anzuschließen und so immer wieder Neues zu entdecken. Für 2015 haben wir ein gemeinsames Projekt geplant: eine geführte Fotoreise für Natur- und Fotobegeisterte. Die restliche Zeit meiner 30 Tage Urlaub im Jahr bin ich privat unterwegs. Rein in die Natur oder auch mal Kultur und Historie entdecken.

Die Sierra Cazorla lebt - jeder findet hier seinen Platz. | Foto: Karl-Heinz Schmid
Kannst du uns einen Tipp geben, was man unbedingt in Andalusien machen sollte?

Den Guadalquivir, den längsten Fluss Andalusiens, von der Quelle im Naturschutzgebiet »Sierra Cazorla y Segura las Villas« bis zur Mündung in den Atlantik im Naturschutzgebiet »Coto de Donana« erleben. Egal ob zu Fuß, mit Auto oder dem Boot, so lernt man Andalusien in all seinen Facetten kennen. Das geht auch von einem Basisquartier am Fluss in Tageswanderungen.

Was sollte man besser nicht machen?

Ich habe beschlossen, dass es besser ist, die Sache ein wenig ruhiger anzugehen. Nicht jeden Tag eine neue Stadt oder Sierra entdecken zu wollen, sondern sich die besagte »Zeit« für Land und Leute zu nehmen, so plane ich heute meine Reisen und empfehle es auch anderen.

Mit 20 Trips auf dem Rücken, hast du doch bestimmt einen Insider-Tipp parat?

Für Wanderer und Outdoor-Enthusiasten ist die »Sierra de Cazorla y Segura las Villas« ein echter Tipp. 430 Kilometer Rundweg über viele Pässe mit teils bis zu 1000 Metern Höhenunterschied und Strecken zwischen 25 und 40 Kilometern Tagespensum, sprechen für sich. Die Sierra bietet genügend Outdoor–Abenteuer für einen ganzen Urlaub, denn alleine sie ist dreimal so groß wie Hamburg und nahezu unbewohnt.

Als Spanienkenner hast du in den letzten Jahren Veränderungen bemerkt?

Es hat sich vieles verändert. Es wird viel mehr Wert auf einen sanften und schonenden Tourismus, insbesondere in den Sierras und Naturschutzgebieten gelegt. Die Pflege der Natur hat inzwischen einen viel höheren Stellenwert als noch vor zehn Jahren. Das ist gut so!

Zwar menschenleer, aber Landwirtschaftlich genutzt. Hier die Sierra Magina vom Castil Albanchez de Ubeda. | Foto: Karl-Heinz Schmid
Wie muss man sich deine Reisen vorstellen? Reisender Fotograf oder fotografierender Reisende?

Kamera und Rucksack sind immer dabei. Meine Reisen plane ich im Vorfeld, so dass Region, Ziele und Unterkünfte bekannt sind. Ich erkundige mich über die Region, habe entsprechendes Kartenmaterial. Wanderrouten sind geplant sowie Hintergrundinformationen eingeholt. Einige Fotomotive habe ich bereits im Kopf, andere ergeben sich spontan.

Mit was für Ausrüstung bist du unterwegs? Kamera, Objektive, Stativ?

Spiegelreflex und drei Objektive (18-135mm, 75-300mm und ein leichtes 18-55mm) sind immer dabei. Ich verstaue sie im Acs Photopack von Jack Wolfskin. Außerdem nehme ich mein leichtes Drei-Bein–Stativ von Cullmann und viele SD-Karten mit. 

In was investierst du nun deine 100€ Globetrotter Gutschein?

Eine leichte dunkle Hose, die man abzippen kann, die bisherige hat doch schon sehr gelitten.

 

Globetrotter App-Fotograf

Karl-Heinz Schmid ...

... Jahrgang 1960, ist bereits seit seinem sechzehnten Lebensjahr von der Fotografie begeistert. Nach dem Studium der Physikalischen Technik entwicklte er eine Leidenschaft fürs Wandern in der Natur und im Gebirge. Diese Kombination führte ihn anfänglich in die deutschen Mittelgebirge, später in die Hochalpen von Österreich und der Schweiz. Seit der Jahrtausendwende reist er, wann immer es möglich ist, nach Andalusien. Mit Rucksack, Spiegelreflexkamera, Objektiven und Speicherkarten, geht es mal mit Fahrrad, mal mit Mietwagen oder Bus und Bahn in die kulturhistorischen Städte oder in die zahllosen Naturparks. Karl-Heinz liebt es, die unbekannten Wege, die Naturparks zu erkunden und neue vom Massentourismus verschonten Ziele zu erschließen. Immer im Einklang mit der Natur entstehen die fotografischen Zeugnisse einer Reise. Unter www.bildhorizonte.com findet man eine Auswahl der Reisen und fotografischen Themenwelten.

 

 
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