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Die Globetrotter des Jahres: Aufgewacht in Afrika

Foto: Fabian Nawrath
12 Stunden hin, 7 Monate zurück: Tim Starck und Fabian Nawrath flogen nach Kapstadt und radelten heimwärts – durch ganz Afrika. Ergebnis: haarsträubende Abenteuer, wunderschöne Erlebnisse, 9000 Euro Spendengelder und die Auszeichnung als »Globetrotter des Jahres«.

Ihr seid beide Anfang 20, eben raus aus dem behüteten Elternhau­s — und dann gleich 12.000 Kilometer mit dem Rad durch Afrika getingelt. Ging es denn nicht eine Nummer kleiner?

Ein wunderbarer Waschsalon: Lake Tanganjika, Sambia. | Foto: Fabian Nawrath

Tim: Ganz unbeleckt waren wir nicht. Fabian war als Back­packer schon in Tunesien und Marokko, ich hatte Freunde in Keni­a besucht. Dort merkten wir, dass Afrika anders ist, als man es sich hierzulande vorstellt. Es herrschen eine wahnsinnige Energi­e und viel Lebensfreude.
Fabian: Unsere Motivation war nicht, möglichst viele Gefahren zu überleben und die Helden zu spielen. Für viele Europäer ist Afrika immer noch ein weißer Fleck auf der Landkarte — wir wollten  herausfinde­n und berichten, was es neben all den negativen Nachrichten gibt, die in Deutschland aus Afrika ankommen. Die meisten Leute denken ja zuerst an wilde Tiere und Banditen.  

Wie war der Start ins Unbekannte?

Fabian: Gemütlich, Südafrika ist ja fast wie Europa. So richtig los ging es erst, als wir den Veterinärzaun in Namibia passierten. Diese­r riegelt den Südzipfel des Kontinents gegen unerwünschte Tiere ab, wir haben ihn aber auch als kulturelle Grenze empfunde­n. Dahinter begann das »richtige« Afrika.

Und? Seid ihr Löwen und Pistolenmännern begegnet?

Tim: Löwen gibt es ja kaum noch außerhalb der Nationalparks. Krokodil­e oder Nilpferde liefen uns auch selten über den Weg.
Fabian: Dafür wurden wir manchmal festgenommen …

Ihr wurdet öfter mal verhaftet?

Von Kapstadt nach Kairo – meistens auf Nebenstrecken. | Foto: Fabian Nawrath

Fabian: Das Wort »arrested« wird in Afrika vielfältig gebraucht, und nicht jede Verhaftung bedeutet Gefängnis. Einmal haben wir in einem Maisfeld gezeltet, mitten im Grenzgebiet von Sambia, Malawi, Tansania und Kongo. Ein Pick-up kam angefahren, Scheinwerfer leuchteten ins Zelt. Als wir den Reißverschluss ­öffneten, sahen wir einen Trupp Soldaten mit Kalaschnikows. Die ersten zehn Minuten waren heikel. Die einfachen Soldaten, ungefähr in unserem Alter, wirkten nicht aggressiv, aber die Offiziere treiben wohl gerne Machtspielchen. Der Kommandeur behauptete, wir seien israelische Spione. Nach einige­n Wortwechseln auf Englisch entspannte sich die Lage. Am Schluss wurden wir samt Zelt auf den Pick-up gepackt, aber zwei Kilometer weiter im Busch abgesetzt, wo wir campen durften.

Ging es den Soldaten um Schmiergeld?

Tim: Dort nicht. Aber in Kenia, wo wir uns mit den Rädern bergauf an einen langsamen LKW gehängt hatten. Man stoppte uns und wedelte mit Waffen und Handschellen. Wir seien »arrested«, weil das Anhängen an Trucks illegal sei.  
Fabian: Die Männer hatten keine Uniformen an und gaben sich todernst, deshalb verlangten wir, dass sie uns zur nächsten Polizei­station bringen. Stattdessen wollten sie zurück ins Tal — die 1000 Höhenmeter wieder runter, die wir uns gerade hochgequält hatten! Aber plötzlich grinste der Handschellen-Typ: Was wir denn zahlen würden? Wir schlugen den Preis für ein paar Cola vor, ungefäh­r vier Euro. Die Gegenforderung lautete 30 Euro pro Perso­n. Letztlich zahlten wir 20 Euro für uns beide, was für dortig­e Verhältnisse immer noch eine Stange Geld ist.

Das klingt ja nicht unbedingt nach der puren Lebensfreude, die ihr erwartet hattet …

Tim: Diese Verhaftungen waren die Ausnahme, allermeist hatten wir positive Erlebnisse — oft dort, wo man sie nicht erwartet. In Uganda zum Beispiel war es paradiesisch: fröhliche Kinder, ländliche Ruhe und Gelassenheit, wahnsinnig nette Menschen. Wir durften bei Bauern übernachten. Es war eine der Gegenden, wo wir uns am sichersten fühlten. Zurück in Deutschland hörten wir, dass es zu dieser Zeit für Uganda eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts gab, wegen des Bürgerkriegs. Die Rede war sogar von Massenmord und brennenden Dörfern.

Hattet ihr euch unterwegs nicht über die aktuelle Lage informiert?

This is Africa: Jesus mit Schlagstock, Fahrrad-Taxi mit redundaten Systemen im Cockpit. | Foto: Fabian Nawrath

Fabian: Wir haben BBC geschaut und Spiegel Online gelesen. Da kriegt man schon einen Schreck, wenn es heißt: Bürgerkrieg im Sudan! Aber das ist eben nur die Information für das europäische Publikum. Der Sudan ist der drittgrößte Staat Afrikas, und der Bürgerkrieg betraf keineswegs das ganze Land.
Tim: Die Bürgerkriegszone hat sich diagonal durch den Südsudan gezogen. Wir sind einfach daran vorbeigefahren, auch anhand von Detailkarten auf der Website der UN-Blauhelme. Andere Reisende und Einheimische waren ebenfalls wichtige Infoquellen.

Ihr wart beim Tourstart gerade 19 und 21 Jahre alt. Im Nach­hinein betrachtet: Wart ihr tatsächlich reif für so einen Trip?

Tim: Am Anfang hab ich mich tatsächlich reif und erfahren ­gefühlt. Zwischendurch ausgesprochen naiv. Und am Ende wieder reif und erfahren.
Fabian: Naiv waren wir vielleicht, weil wir nicht mal Speichen repariere­n konnten. Wir hatten zwar das ganze Werkzeug dabei, aber keine Ahnung, wie man das Rad damit auseinanderbaut.  

 

Das Interview findet in einem äthiopischen Restaurant statt. Tim und Fabian erklären die Karte und freuen sich, viel Bekanntes zu entdecken. Dann bringt der Kellner das Essen — alles auf einem einzigen großen Teller, der mitten auf den Tisch kommt.

 

Isst man so in Äthiopien? Alle von einem Teller?

Tim: Ja, das ist total schön. Zu den verschiedenen Gerichten gibt’s ein großes Injera, eine Art Pfannkuchen aus Hirse. Jeder reißt davon kleine Stückchen ab, mit denen man das Fleisch und Gemüs­e greift.
Fabian: Beim äthiopischen Essen kann jeder von jedem essen. In Restaurants ist es oft passiert, dass uns Einheimische heranwinkten. Sie wollten ihr Essen mit uns teilen und sich unterhalte­n. Manchmal wurden wir von einem Tisch zum anderen eingeladen — und als unser Essen kam, hatten wir keinen Hunger mehr.

Wie reagierten die Leute auf Radreisende?

Tim: Auf dem Fahrrad waren wir ansprechbarer als Auto- oder Busfahrer. Wir hielten oft an und machten Faxen mit den Kindern, setzten sie auch mal auf den Sattel. Das kam immer sehr gut an.
Fabian: Wir mussten außerdem ständig nach Wasser fragen. Dadurc­h sind wir immer mit Leuten in Kontakt gekommen.

Das Wasser-Management ist auf so einer Tour sicher wichtig …

Auf Trubel folgt Einsamkeit. Wüstental Twyfelfontein in Namibia. | Foto: Fabian Nawrath

Fabian: In Südafrika haben wir noch Wasserflaschen gekauft. Das haben wir uns aber schnell abgewöhnt, sind erst auf Leitungs­wasser umgestiegen und später auf Wasser aus fließenden Gewässer­n. Sogar den Wasserfilter haben wir irgendwann weg­gelassen und stattdessen geschaut, wie es die Einheimischen mache­n. Zur Regenzeit in Äthiopien war der Nil richtig schön braun. Die Leute schöpfen daraus und warten einfach, bis sich der Dreck unten absetzt. Oben bleibt klares Wasser stehen.
Tim: Eine wichtige Lektion war: Wo es Menschen gibt, gibt es auch Wasser. Selbst in der Wüste sind wir selten mit mehr als drei Litern am Rad gefahren.

War Diebstahl ein Problem?

Tim: Einmal war ein abgestelltes Fahrrad weg, aber wir holten den Dieb schnell ein. Er behauptete, er wolle es nur besser verstecken, damit es niemand stiehlt. Na ja. Ein Geldbeutel kam auch weg, ich weiß aber nicht, ob der geklaut wurde oder ich ihn nur liegengelassen habe. Umgekehrt hat uns jemand mal einen vergessenen Geldbeutel nachgetragen — nicht eine einzige Münze fehlte!
Fabian: Das Gleiche beim GPS. Erst 500 Meter nach einem Check merkte ich, dass ich es nicht wieder eingepackt hatte. Als ich mich umdrehte, kamen schon 30 Kinder johlend mit dem Gerä­t angerannt.

Ihr hattet schon viel Glück, oder?

Tim: Viel Glück und viel Vertrauen in die Menschen. Das hängt schon auch zusammen …

Ihr kanntet euch vor der Tour nicht. Wie habt ihr euch gefunden?

Speichenbruch im Niemandsland. Irgendwann kommt Hilfe. Ganz bestimmt … | Foto: Fabian Nawrath

Fabian: Nach dem Abitur bin ich allein in Aachen losgeradelt, mein Ziel war Ägypten. In Istanbul kam ein Studienplatzangebot dazwischen, und ich bin zurück nach Deutschland. Seitdem schwirrt­e der Traum von Afrika in meinem Hinterkopf herum. Dann stieß ich im Internet auf www.radreise-forum.de auf ein gewinnendes Posting von Tim. Er suchte einen Mitradler für Afrika. Da war ich dabei.
Tim: In der siebten Klasse las ich das Buch »Radnomaden« von Sarah Pendzich und Markus Fix, die nach China gefahren sind. Das gefiel mir und das wollte ich auch machen. Irgendwann verlor ich aber die Lust an dieser Idee, hauptsächlich wegen der kommunistischen Regierung dort. Die Faszination, der Antrieb, war wieder weg. Aber als ich dann Freunde in Kenia besuchte, war schnell klar, dass es statt China nun Afrika werden sollte. Und weil aus meinem Freundeskreis niemand mitwollte, habe ich halt via Internet jemanden gesucht.

Habt ihr euch auf Anhieb verstanden?

Tim: Wir haben eine kleine Testtour gemacht. Dabei sind wir uns zwar nicht spontan um den Hals gefallen, sondern eher etwas zögerlic­h miteinander umgegangen. Aber das war schon okay so. Ich dachte mir, dass man ja beim Fahrradfahren ohnehin nicht so viel redet …
Fabian: Das hat sich unterwegs dann schnell gegeben. Wir sind gute Freunde geworden und geblieben.

Warum überhaupt zu zweit — und nicht solo?

So sucht man Gold im Sudan. | Foto: Fabian Nawrath

Fabian: Auf den 3500 Solokilometern von Aachen nach Istanbul hatte ich gemerkt, dass die Tage ganz schön lang werden können: 100 Kilometer durch die Puszta geradelt, das Zelt aufgebaut, gekoch­t — und trotzdem war es erst sechs Uhr abends, und ich wusste gar nicht, was ich mit meiner Zeit anfangen sollte. Manchmal bin ich dann wieder los und geradelt, bis die Gelenke schmerzten. Zu zweit ist man weniger allein — und vieles ist einfach praktischer und entspannter. Zum Beispiel passt einer auf die Räder auf, während der andere im Laden einkauft.
Tim: Ich wollte mit jemandem reisen, um die Erlebnisse verarbeiten zu können. Die großen Eindrücke, aber auch die zahllosen Kleinigkeiten und Details. Allein geht das kaum, und hinterher mit anderen Leuten reduziert sich doch vieles auf Anekdoten und Eckdaten. Die meisten sind jetzt total beeindruckt wegen der 12.000 Kilometer. Aber dieser Leistungsaspekt spielte unterwegs gar keine Rolle. Man fährt halt los und fährt dann immer weiter. Es ist wie ein Fluss.   

Also könnte im Prinzip jeder durch Afrika radeln?

Tim: Ich denke, jeder normal konstituierte Mensch kann das — wenn er es wirklich will.

Sind Afrikas Pisten denn fahrradtauglich?

Tim: Man kann von Kapstadt bis Kairo auf Asphalt fahren, von einem Stück zwischen Kenia und Äthiopien abgesehen. Der Verkehr ist auch nicht sehr dicht. Die Frage ist eher, ob der schnellste Weg auch der schönste ist. Wir sind meist über Nebenstrecken mit Feldwegcharakter gefahren. Oft haben wir sie verflucht, wenn wiede­r mal Speichen brachen. Aber dort hatten wir auch die schönsten Begegnungen mit Einheimischen.

Wieviel wiegt das Equipment eines autarken Afrika-Radlers?  

Fabian: Komplett mit Fahrrad, Wasser und Essen hatte jeder etwa 45 Kilo zu bewegen.

Welche Ausrüstung habt ihr vermisst und was war überflüssig?

Fabian: Eine Kettenpeitsche wäre hilfreich gewesen, um den Zahnkranz abzunehmen und Speichen zu wechseln. Und ein Ketten­nieter. Dafür hätte ich den dicken Schlafsack zu Hause lasse­n können, denn die Nächte in der Sahara waren lange nicht so kalt wie erwartet.
Tim: Wenn man damit leben kann, dass ein paar Viecher rumkrabbeln, braucht man nicht einmal ein Zelt. Jedenfalls nicht wegen des Wetters. Eher wegen der Moskitos.

Gab es unterwegs auch mal eine Krise?

Die halbe Strecke ist geschafft: In Uganda überqueren Tim und Fabian den Äquator. | Foto: Fabian Nawrath

Fabian: In Sambia war ich mal ziemlich down. Die anfangs geschilderte Beinahe-Verhaftung zehrte an den Nerven, dazu kam wohl auch schlechtes Essen. Ich wurde jedenfalls krank und brauchte ein paar Tage Pause. Wir beschlossen dann auch, für eine Weile getrennt zu reisen.
Tim: Das tat uns beiden ganz gut, ein bisschen geht man sich ja doch auf den Keks in der langen Zeit. Erst habe ich das Soloradel­n genossen, aber nach vier Tagen kam es in Burundi umso übler. Das Land ist bergig und extrem dicht besiedelt. Ich kroch die Straße­n hinauf, überall waren Menschenmassen, die mich anstarrte­n und teilweise auch anschrien. Ich kam mir vor wie ein Tier im Zoo und konnte mich nie verstecken, außer nachts. Das ist an meine psychischen Grenzen gegangen.

Ist man zu zweit vor solchen Situationen geschützt?

Tim: Nicht unbedingt, aber den Stress kann man dann entweder aneinander auslassen oder miteinander ertragen, je nach Lust und Laune. Doch natürlich gibt es Grenzen: In einer Region in Äthiopien fühlten wir uns auch zu zweit hilflos, weil die Kinder oft so aggressiv waren. Sie warfen Steine, steckten Stöcke in die Speichen. Wir fragten uns, was wir falsch machten. Wir hatten doch nur freundlich auf Amharisch gegrüßt.

Wisst ihr mittlerweile, wieso die Kinder Steine nach euch warfen?

Tim: In einem Restaurant der Gegend sprachen wir die Sache an. Die Leute fragten nur, warum wir denn keine Steine zurückwerfen würden! So läuft das wohl dort: Die Ladenbesitzer werfen Steine auf Jugendliche, um sie zu verscheuchen, die Jugendlichen werfen Steine auf ihre jüngeren Geschwister, und diese wiederum werfen Steine auf Kühe und weiße Radfahrer. Eine richtige Antwort haben wir nicht gefunden. Aber dass manche Dinge rätselhaft bleiben, gehört auch zu den Erkenntnissen so einer Reise.

Ihr sammelt mit eurer Tour Spenden für »Ärzte ohne Grenze­n«. Warum das?

Kicker-Contest am Wegesrand. Fabian verliert zwei Flaschen Cola. | Foto: Fabian Nawrath

Fabian: Wir hatten von Anfang an das Ziel, den Trip medial aufzubereiten, zum Beispiel mit einem Blog und einem Film. Wir möchten den Daheimgebliebenen ein anderes Bild von Afrika zeigen — und von dieser Aufmerksamkeit soll wiederum Afrika irgendwie profitieren. Geplant ist ein Euro pro Kilometer.
Tim: Wir konnten unterwegs ja nicht jedem Menschen am Wegesrand helfen. Deswegen haben wir den Spendenaufruf über »Ärzte ohne Grenzen« gestartet, die Hilfe und Spenden verteilen können, wo es wirklich nötig ist. Bisher sind gut 9000 Euro zusammen. Und wir machen auf jeden Fall weiter, bis die 12.000 geradelten Kilometer in Euro komplett sind.

Vorher sagtet ihr, dass ihr euch bergauf auch mal an einen LKW gehängt habt. Ist das unter sportlichen Aspekten nicht gemogelt?

Fabian: Da waren wir nicht so dogmatisch. Wir sind auch mal mit einer Fähre gefahren. Aber sportlichen Ehrgeiz gab es auch: Tim wollte zum Beispiel unbedingt die ganze Schlucht des Blauen Nil aus eigener Kraft hochstrampeln. Ich war per LKW-Schlepp zwei Stunden früher oben und habe derweil mit Kindern Kicker gespiel­t. Zwei Cola haben die mir abgezockt.

Immer redet ihr von Cola. War das eure Ersatzwährung?

Fabian: Genau. In jedem Land mit neuer Währung kauften wir immer erst eine Cola, die in Afrika billiger als Wasser ist. So bekamen wir ein Gefühl dafür, wie viel eine Banane oder eine ­Übernachtung kosten darf. Das klappte fast immer. Einmal jedoch erwarben wir versehentlich eine ganze Bananenstaude — die ­wurde dann auf den Gepäckträger gebunden, und wir mampften morgen­s, mittags und abends Bananen …

Hat Globetrotter Ausrüstung eure Tour eigentlich gesponsert? Auf Fabians Radtaschen prangt ja groß das Globetrotter-Logo.

Fabian: Nein, die Radtaschen habe ich als ganz normaler Kunde gekauft, wegen der Qualität und des guten Preis-Leistungs-Verhältnisse­s. Allerdings haben wir uns nach der Rückkehr mit unserem Projekt als »Globetrotter des Jahres« beworben — und den mit 2500 Euro dotierten Preis tatsächlich gewonnen. Sollten mein­e Radtaschen bei der Entscheidung der Jury eine kleine Roll­e gespielt haben, wäre das Preis-Leistungs-Verhältnis natürlich noch besser …

Jetzt seid ihr wieder zu Hause. Ist Afrika noch in den Köpfen?

Ausrollen vor Kairo. Die Pyramiden haben sich sich in 4500 Jahren besser gehalten als der Fahrradsattel in 7 Monaten. | Foto: Fabian Nawrath

Tim: Sogar sehr. Mein persönliches Projekt ist ein Buch über die Reise, das momentan etwas schleppend vorangeht; ich habe viel mit meiner Ausbildung um die Ohren. Was es allerdings schon gibt, ist unsere Fotoausstellung »Begegnungen mit Afrika« und eine 90-minütige Diashow, die wir auf Anfrage zeigen (Kontakt über www.africabybike.de, Anm. der Redaktion).
Fabian: Ich schneide gerade ein kleines Roadmovie über die Tour zusammen, brauche aber wohl noch einen distanzierteren Blick für den Feinschliff. Bei einem Film über die eigene Reise ist man immer einen Tick zu nah dran. Man muss sich in die Zuschauer­rolle versetzen, das gelingt mir noch nicht.
Tim: Dass die Erinnerungen an die Reise je aus unseren Köpfen verschwinden werden, glaube ich ohnehin nicht. Es gibt einen Satz von Hemingway, der es gut trifft: »I never knew of a morning in Africa when I woke up that I was not happy.«

 
4-Seasons Info
 

Mehr von den »Globetrottern des Jahres«

Fabian Nawrath, geboren 1989 in Aachen, benutzt sein Fahrrad nicht nur für Trips nach Istanbul oder Afrika, sondern auch für die tägliche Fahrt zur Fachhochschule Aachen, wo er Kommunikationsdesign studiert. Wenn diese Heft erscheint, ist er Richtung Pamir unterwegs.

Tim Starck, geboren 1991 in Tübingen, macht am Bodensee eine Ausbildung zum Physiotherapeuten. Danach will er Medizin studieren und träumt davon, eines Tages als Arzt nach Äthiopien zurückzukehren. Der nächste Trip geht aber erst mal Richtung Osten, nach Kambodscha.

Auf www.africabybike.de kann man das Afrika-Abenteuer anhand von Blogposts und vielen Fotos nachverfolgen, zudem gibt’s Infos zur Spendenaktion, Fotoausstellung und Diashow sowie zum geplanten Film und Buch.

 
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