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Der kalte Bruder: Mit dem Kanu auf dem Tatshenshini

Foto: Michael Neumann
Der Tatshenshini River gilt als schönster Wildnisfluss des Planete­n. Er entspringt den Ebenen des Yukon Territory, bricht durch das vergletscherte Küstengebirge von Alaska und mündet in einer einsamen Bucht in den Pazifik. Eine epische Flussfahrt.

Der schönste Fluss der Welt? Darüber wird an den Paddler-Lagerfeuern leidenschaftlich gestritten, seit Generationen. Viele favorisieren den Grand Canyon des Colorado, einen zweiwöchigen Wildwasser-Ritt durch die monumentale Wüstenschlucht im Weste­n der USA. Doch es kann passieren, dass sich eine­r am Lagerfeuer zurücklehnt, die Stirn runzelt und leise sagt: »Der Grand Canyon ist ja schön, aber der König der Wildnisflüsse bleibt der Tatshenshini.«

Als ich diesen Satz zum ersten Mal hörte, musste ich erst mal nachfragen: »Tat-schen-wie-bitte?«

Kurz vor dem Start: Aufwärmen und Auftanken für das große Flussabenteuer. | Fotos: Michael Neumann

»Der Tatshenshini«, antwortete mein Gegenüber. Flackernde Flammen und wabernde Qualmwolken ließen ihn wirken wie einen indianischen Schamanen. »Das ist ein Fluss wie aus einer anderen Welt. Erst klein und wild, dann breit und majes­tätisch. Du startest am Ende der Welt und paddelst noch weite­r ins Nichts. Durch Schluchten und an riesigen Gletschern entlang. Totale Wildnis. Kälte, Regen. Der kalte Bruder des Grand Canyo­n, könnte man sagen.  Am Schluss treibst du gemeinsam mit Eisbergen ins Meer. Und auch an dieser Küste, irgendwo in Alaska, ist … nichts.«

Ich weiß nicht mehr, wie viel Biere der Schamane und ich am Feuer noch tranken – aber seit jener Nacht vor 20 Jahren wollte ich diesen Tat-Schen-Dingens unbedingt paddeln.

 

Traum mit Hindernissen

August 2011, Whitehorse. Die Hauptstadt des Yukon Territory ist für hiesig­e Verhältnisse ein urbaner Moloch: über 25.000 Einwohner! Auf den restlichen Yukon, der weit größer als Deutschland ist, verteilen sich wenige­r als 10.000 Menschen.

Für uns ist Whitehorse nur Durchgangsstation, wir fassen reichlich Provian­t und beeindruckende Mengen von Mücken- und Bärenspray. Das Deospray haben wir dafür zu Hause gelassen. Linda, die das Zelt mit mir teilen wird, kann schon seit einem halben Jahr alle Bärenregeln aus­wendi­g: Keine Lebensmittel mit ins Zelt nehmen! Nein, auch keine Schokolad­e! Aufs Klo nur mit bimmelnder Bärenglocke oder einem Liedchen auf dem Lippen! Und bloß kein Deo!

Wildwasser gibt‘s nur am ersten Tag, dafür wird die Wildnis stetig dramatischer. | Foto: Michael Neumann

Der Tatshenshini, von den einheimischen Paddlern lässig »Tat« genannt, mag ein Traumfluss sein, aber Logistik und Papierkram tendieren eher Richtung Albtraum. Eine Tat-Befahrung führt durch zwei kanadische Provinze­n – Yukon Territory und British Columbia – und dann weiter nach Alaska, also in einen amerikanischen Bundesstaat. Und die Anti-Terror-Politik der USA, das werden wir noch zu spüren bekommen, reicht bis in die hinterletzte Wildnis. Darüber hinaus durchmisst der Fluss auch das größte zusammenhängende Naturschutzgebiet der Erde, zu dem unter anderem Kluane National Park (Kanada) und Glacier Bay National Park (USA) zählen. Verwaltungstechnisch entsteht aus dieser Konstellation ein Wall aus Parkvorschriften, Permitregelungen und Grenzformalitäten, welche­r dem europäischen Besucher kaum überwindbarer erscheint als die zahllosen Gletscher und 4500 Meter hohen Gipfel entlang des Tatshenshini. Und dann kommt erst die »echte« Logistik: Kanus und Kajaks besorgen, ebenso Outdoorausrüstung für Temperaturen von minus 10 bis plus 30 Grad, Essen für 10 bis 12 Tage, bärensichere Müll- und Toiletten­kanister, die Organisation des Rückwegs am Ende der Flussfahrt … Aber zum Glück gibt es Bob.   

»Da hinten wird‘s heller.« – »Sagst du seit Stunden.« – »Ich weiß.« | Foto: Michael Neumann

Bob Daffe, alter Wildwasser-Haudegen und Chef von »Tatshenshini Expeditions«, bietet im Yukon Raftingtouren für Touristen an. Außerdem ist er seit zig Jahren Anlaufstelle für Paddler, die den Tat oder den benachbarten Alsek River befahren wollen. Viele Leute sind das nicht, jedes Jahr nur eine Handvoll. Bob hatten wir unseren Plan vorgetragen: Vier Männer und vier Frauen, die den Tat mit eigenen Booten fahren und darüber eine­n Film und eine Reportage machen wollen. Ein Begleitraft fürs Gepäc­k und die Toiletten bräuchten wir; außerdem jemanden, der das Permit besorgt, den Papierkram erledigt und dafür sorgt, dass unten am Meer auch ganz bestimmt ein Buschflieger wartet, der uns zurück in die Zivilisation bringt. Ach ja, Bob, wenn man uns am Flughafen in Whitehorse abholen könnte, wäre das natürlich auch super …

Als wir mit zwölf Stunden Verspätung aus dem Flughafen stolperten, war Bob mit seinem gelben Schulbus da. Und er hatte alles organisiert. Unsere lang ersehnte Expedition, die dank Bob und seinem Team durchaus Züge einer Pauschalreis­e hat, konnte beginnen.

 

Fluss der Superlative

Der Verlauf des Tat ist tatsächlich einzigartig. Er entspringt in den Weiten des Yukon Territory, folgt aber nicht wie der große Yukon River über tausende Kilometer der Ebene nach Nordwesten, sondern wendet sich frech nach Süden. Dann stößt er durch eines der einsamsten und gewaltigsten Gebirge der Welt: die Coast Mountains riegeln das Land zum Pazifik hin ab. Vereinfacht gesagt liegt vor den Bergen Kanada und dahinter der schmal­e Küstenstreifen von Alaska. Straßen über diese Berge gibt es kein­e, deswegen ist zum Beispiel Alaskas Hauptstadt Juneau auch nur mit dem Schiff oder dem Flugzeug erreichbar.

Regenwahrscheinlichkeit 80 Prozent, sagt die Statistik zum Sommer in den Coast Mountains. | Foto: Michael Neumann

Allein die Natur hat einige wenige Lücken in dem über 1000 Kilometer langen Gebirge gelassen: Die Küstenorte Haines und Skagway liegen in topografischen Senken und haben Straßenanschluss, auch ein paar Flüsse schaffen den Weg zum Meer. Einer davon ist der Tatshenshini. Kurz vor der Küste mündet er in den Alsek River, der dann in der Dry Bay den Ozea­n erreicht. Das bedeutet, dass wir in den kommenden Tagen gute 200 Kilometer durch ein Gebirge paddeln werden – und zwar den spektakulärsten Teil der gesamten Coast Mountains, die St. Elias-Kette. Deren Gletsche­r bilden die größte Eisfläche der Erde außerhalb der Pole und Grönlands. Und der 4671 Meter hohe Mount Fairweather, vom Fluss aus immer wieder mal zu sehen, ist nur 25 Kilometer vom Meer – also See­höhe null – entfernt. So langsam begreifen wir die Dimensionen dieser gewaltigen Urlandschaft. Bob sieht es pragmatischer: »Zieht euch warm an, am Tat kann es wirklich scheißkalt werden!«

Bob hat gut lachen – er geht mit anderen Kunden am sonnigen Yukon paddeln. In die Kühlschrank-Welt von Tat und Alsek werden uns Debbie und Jeff begleiten und auch brav das Gepäckraft ruder­n. Somit haben wir nicht nur reichlich Platz für Proviant und Geraffel, sondern auch zwei Kanadier dabei, die uns mit guter Laune und Kochkünsten noch oft den Tag retten sollten. Okay: los!

Paddeln wie im Kühlschrank. In einem sehr schönen Kühlschrank allerdings. | Foto: Michael Neumann

Halt: Erst steht noch eine Busfahrt Richtung Haines an, schließlich reisen wir in ein paar Tagen paddelnd in die USA ein und brauchen noch ein paar Stempel. Der vermeintlich kurze Ausflug (nur 70 Kilometer zur Grenze, im Yukon ein Katzensprung) dauert länger, weil eine US-Grenzbeamtin unseren Kanufahrer Falk auf dem Kieker hat. Über eine Stunde wird er verhört, spart sich aber zum Glück alle naheliegenden Witzchen über mit Paddeln bewaffnete Terroristen, die hier offensichtlich per Kanu den abgelegensten Ort der gesamten USA unterwandern wollen. Am Ende bekommt Falk eine letzte Ermahnung (»It‘s not a given right to travel into the United States, it‘s a privileg­e!«) – und den Stempel. Uff. So, aber jetzt!

 

Kanada wie aus dem Bilderbuch

Ein kühler Wind bläst über den Tatshenshini, der sich hier oben an der Straße zwischen Haines Junction und Haines als junger, freundlicher  Wildfluss präsentiert. Immerhin regnet es nicht. Die Locals haben uns inzwische­n beigebracht, dass auf dem Tat jede Minut­e ohne Regen un­beding­t zu schätzen und zu genießen sei.

Egal, was die Fährtenleser hierzu sagen, Linda bimmelt auf jeden Fall. | Foto: Michael Neumann

Unsere Flotte setzt sich in Bewegung: Sechs Kajaks mit Kathi, Linda, Mirja­m, Michi, Olaf und mir; der Zweierkanadier mit Isa und Falk, irgendwo hinten das Raft mit Debbie und Jeff. Sie werden uns spätestens bei den verabredeten Campspots einholen. Die Straße und damit das letzte Anzeichen von Zivilisation bleibt zurück, der Fluss nimmt uns mit durch weite Wälder und kleine Schluchten, wie man sie auch in den Voralpen findet. Die großen Berge sind noch weit entfernt. Die Landschaft ist geradez­u lieblich. Wir entdecken die ersten Weißkopf-Seeadler und mache­n aufgeregt Fotos. Linda bimmelt vorsichtshalber schon mal mit ihrer Bären­glocke.  

Dann verlagert sich die Spannung aufs Wasser. Der sieben Kilometer lang­e Canyon vor uns gilt als einzige »richtige« Wildwasserstrecke unsere­r Tour, mehrere Rapids im dritten Schwierigkeitsgrad (sechs Grade gibt es) sind angekündig­t. Die meisten von uns sind routinierte Wildwasser­fahrer; auch Falk und Isa haben das Angebot, ihr offenes Kanu für die sportliche Passage aufs Raft zu schnallen, dankend abgelehnt. Der Wasserstand ist moderat und wir komme­n gut durch die Stromschnellen, die weit wenige­r dramatisch sind als ihre Namen – wie zum Beispiel »Black Bear Rapi­d«, »M&M Falls« oder »The Wall«.

Am Seitenflüsschen Silver Creek öffnet sich die Schlucht. Ein wunderschönes Fleckchen Erde – und unser erstes Camp. Die Sonne kommt raus und taucht die bewaldete Flusslandschaft in ein sanftes Licht. Kanada wie aus dem Bilderbuch.

 
 

Es wird nass

Ein Stück flussab ist eine Gruppe Rafter angelandet. Wir marschieren rüber und werden ans Lagerfeuer eingeladen. Die Rafter sind ein Trupp alter Freunde, die den Tat schon mehrmals befahren haben. Die Rafter staunen über unsere Kajaks, wir über ihre seltsamen OP-Anzüge. »Ich weiß«, lacht Jim, der Ober-Rafter, »die sehen beknackt aus. Aber sie sind mückendicht und schützen die Kleidun­g drunter vor Essensgeruch, der die Bären anzieht.« Linda bimmelt ein bisschen, die Herren im deutschen Team geben sich weltmännisch und witzeln über das angebliche Horrorwetter. Ist ja gar nicht soooo schlimm!

Höhepunkt eines Paddlerlebens: die Einfahrt in den Alsek Lake. | Foto: Michael Neumann

Jim lacht wieder: »Hier am Oberlauf herrscht noch das kontinentale Klima der Yukon-Ebene. Aber sobald man in die Berge paddelt, übernimmt die Wetterküche des Nordpazifik. Unser Regenschnitt aus vier Tat-Touren ist 20 zu 80.«  

»20 Prozent Regen und 80 Prozent trocken – du, das ist bei uns in Europa auch ganz normal.«

»Nein, Junge: umgekehrt!«

Jim sollte leider recht behalten. Der Morgen bleibt noch trocken, aber am weiten Horizont schieben dunkle Wolken heran. Der flott strömende Fluss trägt uns der grauen Suppe entgegen. Gerad­e falle­n die ersten Tropfen, als wir eine Flussbiegung weiter drei dunkle Schatten entdecken. Bären. Lind­a, bitte bimmeln! Die nächsten fünf Minute­n zähle­n zu den spannendsten meiner Paddelkarriere – doch als wir die Biegung erreiche­n, sind die drei Grizzlys schon wieder verschwunden. Dann setzt der Regen ein. Das Camp bauen wir im Regen auf, wir kochen im Regen und schlafen im Regen. Jetzt freuen wir uns schon, dass es wenigstens nicht schneit. Die Temperaturen fallen. Die Gletscher kommen näher.

 

Es wird kalt

Die Landschaft verändert sich mit jeder Stunde. Das Tal des Tatshenshini wird breiter, die flankierende Bergwelt höher. Tiefe Wolken verfangen sich in den Felswänden und geben ab und zu den Blick auf kleine Hängegletscher frei.
Im Camp das nächste Bärenabenteuer: Ein großer Grizzly wandert auf der anderen Flussseite herum – auf das Lager zu, dass Jims Gruppe in höflichem Abstand zu uns aufgeschlagen hat. Wir schreien und bimmel­n, bis die Jim-Gruppe aufmerksam wird. Der Bär marschiert, begleitet von wildem Gejohle, in weitem Bogen um das Lager herum und verschwindet im Wald. Dann wird es dunkel.  

Am Morgen paddeln wir rüber. »Da sind wir aber gestern froh gewesen, dass der Bär auf eurer Seite war.« – »Am Anfang schon«, sagt Jim, »aber als es langsam dunkel wurde, ist er doch über den Fluss geschwomme­n und hat Kurs auf euer Camp genomme­n. Habt ihr gar nichts gehört?« Äh, nein. War vielleicht auch besser so …

Im Zeitraffer zurück: mit dem Buschflieger über den Alsek Lake nach Haines. | Foto: Michael Neumann
Die folgenden Tage bestätigen Jims 80:20-Quote mit erschreckende­r Genauigkei­t. Mal regnet es anderthalb Tage am Stück und die Flusslandschaft lässt sich eher erahnen als erkennen. Dann wieder hebt die Natur den Vorhang für ein paar Stunden und wir paddeln mit offenem Mund durch die gewaltigen Panoramen der Coast Mountains. Weites Schwemmland, in dem der Tat sich immer neue Kanäle sucht, darüber grün schimmernde Wälder und schneebedeckte Berge. Monströse Gletscher­zungen schieben sich die Seitentäler herab – und das sind nur die Ausläufer der gigantischen Eisfelder oben in den Bergen. See­adler begleite­n uns, ab und zu schaut ein Elch, einmal hoppelt ein Bär in sichere­r Entfernung durchs Tal. Und dann: wieder Wolken, wieder Regen, wieder Bibbern im Boot. Vorhang zu, die Wildnis hat Sendepause.   

Aber dafür stellt sich jenes Phänomen ein, dass Schönwetter-Urlauber niemals kennenlernen: Die Freunde an den kleinen Dingen. Jede Regenpause, jeder Sonnenstrahl wird bejubelt, jede Tasse Suppe oder Kaffee zum Fest. Als sich eines Abends die Wolken auflösen und ein strahlender Himmel das Camp erleuchtet, verfällt die Gruppe in kollektive Euphorie. Wir lagern in einer kilometerbreiten Arena, mehrere Täler, jedes von vergletscherten Bergketten flankiert, treffen aufeinander. Der Tatshenshini mündet hier in den Alsek. »Der schönste Zeltplatz der Welt«, sagt Falk. Wir anderen nicke­n – nicht ahnend, was da noch kommen wird.

 

Finale furioso

Ob das passt? Der Buschflieger ist das einzige Transportmittel vom Ende der Tour zurück in die Zivilisation. | Foto: Michael Neumann

Der Alsek ist ein Monster von Fluss, das den zarten Tatshenshini regelrecht verschlingt. Genährt von geschmolzenem Eis, hunderte Meter breit, schnell strömend. Die Temperaturen fallen nochmal spürbar. Paddeln wie im Kühlschrank. Die Gletscherzungen reichen jetzt bis fast ans Ufer. Am Walkergletscher campen wir, denken wieder, dass diese Kulisse nicht zu steigern ist – aber dann folgt anderntags das Finale furioso: der Alsek Lake. Dieser See, den der Alsek durchfließt, hatte mich schon auf Google Earth beeindruckt, aber in natura ist er ein schlicht unfassbarer Ort. Man paddelt um eine Flussbiegung – und findet sich plötzlich zwischen meterhohen Eisbergen wieder, die bläulich durch den Nebel leuchten. Vier gigantisch­e Gletscher kalben direkt in den See, die Eistrümmer treiben in Zeit­lupe umher und zwingen uns Paddler zu weiten Umwegen. Es ist wie eine Fahrt durch eine bizarre Geisterbahn aus Wasser und Eis. Den Rege­n, der längst wieder eingesetzt hat, nimmt keiner von uns wahr.

Die letzte Etappe: Zwischen den Eisbergen treibend Richtung Ozean, ganz wie es mir vor 20 Jahren am Lagerfeuer versprochen wurde. Die Berge treten zurück, am Horizont markieren große Vogelschwärme die Küstenlinie. Ein Seehund kommt den Fluss herauf geschwommen und begleite­t uns eine Weile. Dann die Rangerstation und der Landestreifen. Morgen wird uns ein Buschflieger abholen. Ich würde gerne weiter paddel­n – weiter in dieses wunderbare Nichts.

 

4-Seasons Info
 

Flussreise Tatshenshini und Alsek

 

Die Befahrung von Tat und Alsek zählt zu den schönsten und intensivsten Kanutouren überhaupt. Nichtpaddler können an geführten Trips mit Ruderrafts teilnehmen.

 

Charakter
Die Befahrung von Tat und Alsek führt über 220 km von Dalton Post (Yukon Territory) nach Dry Bay (Golf von Alaska). Von dort geht‘s per Busch­flieger zurück nach Haines oder Whitehorse. Dauer: 10 bis 12 Tage.

Voraussetzungen
Am Tat (Canyon, erster Tag) 7 km Wildwasser III+, danach leichter. Vor allem der Alsek (bis WW II) ist aber so breit und kalt, dass Kenterungen wirklich gefährlich werden können. Die komplette Fahrt im eigenen Kajak ist nur geübten Paddlern zu empfehlen.
Bei Raftbegleitung können ein bis zwei Paddler samt Kajaks bei Bedarf zeitweise aufs Raft steigen. Auch Nichtpaddler können den Tat genießen: Bob Daffe bietet ein- bis zweimal jährlich reine Rafttrips an, die Schlauchboote werden von Guides gelenkt (10 Tage, ca. 2900 Euro). Auch andere Raftveranstalter haben den Tat im Programm, sind aber nochmal deutlich teurer.

Logistik/Permit
Selbstorganisierte Touren sind ebenfalls möglich, erfordern jedoch ein Permit (Infos zu Anmeldung und Warteliste unter www.nps.gov/glba/planyourvisit/rafting.htm) sowie eine ausgefeilte Logis­tik vor Ort. Einfacher geht‘s – wie im Text beschrieben – mit Bob Daffes »Tatshenshini Expeditions«, der auch individuelle Kajaktrips unterstützt. Fast alles ist möglich und Verhandlungssache. Aber auch  Bob muss Permits organisieren, daher sehr früh anfragen.

Beste Zeit & Anreise
Juli und August. Direktflüge nach Whitehorse von Frankfurt (mit Condor) und Zürich (Edelweiss Air), beide Airlines nehmen auch Kajaks mit. Vor Ort lässt man sich am besten von einem lokalen Outfitter transportieren.

Ausrüstung
Komplette Paddel- und Outdoor-Ausrüstung, bei Bedarf besorgt Bob Leihausrüstung. Warme Klamotten einpacken, unterwegs zählt jede Lage.
Das gilt auch beim Paddeln, Neokappe, -socken und Handschuhe sind zu empfehlen. Das Fazit unserer Gruppe: gerne wieder zum Tat – aber nur im Trockenanzug!

Informationen vom Experten
Das KANUmagazin ist Europas größtes Paddler Magazin. Einen Bericht über den Tat findet sich auch hier: Zwei Flussgötter im hohen Norden.

Infos & Kontakt mit Bob
www.tatshenshiniyukon.com.

 
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