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Davos: am weltbesten Zauberberg

Badevergnügen: Der Davosersee erreicht im Sommer eine Wassertemperatur von 20° Celsius. | Foto: davos-images
Badevergnügen: Der Davosersee erreicht im Sommer eine Wassertemperatur von 20° Celsius. | Foto: davos-images
Davos kennen wir als Ausrichter des Weltwirtschaftsforums. ­Dabei ist die Region vor allem eins: ­Urlaubstausendsassa.

Renn, renn, renn, renn!« Ausbilder Maxi brüllt mir hinterher. Ich stolpere den Berg hinunter. Falle mehr, als dass ich irgendeine eines Erwachsenen würdige Laufbewegung mache. »Nach oben schauen! Kontrollblick! Bremse!«, schreit es, »lauf weiter!« Wie auf Autopilot tue ich, wie mir geheißen. Meine Füße wackeln so seltsam über den Boden, als würden sie in der Luft hängen. Moment. Sie hängen in der Luft. Ist das geil. Ich fliege! Mein Herz hüpft vor Freude und Aufregung wie ein wild gewordener Flummi in meiner Brust. Vor lauter Ist-das-geil-Gefinde vergesse ich total, was in der Theorie so lapidar einfach schien: das Landen. Auf so einem Idiotenhügel im Tal ist man ja beim ersten Gleitschirmflug nur ein paar Sekunden in der Luft, bevor man schon wieder in Richtung Boden fliegt; der gerade ziemlich schnell näher kommt. Ich renne in einem Affenzahn – vollgepumpt mit Adre­nalin und Glückshormonen – über die Wiese. Stolpere natürlich. Und bin wunschlos glücklich. Davos Klosters wirbt damit, das weltbeste Gästeprogramm zu haben. Starke Worte. Für mich Anlass, mal ein paar Sachen auszuprobieren, die ich immer schon mal machen wollte.

Ob episch mit Gleitschirm ... | Foto: air-davos.ch/M. Heckmeier
Ob episch mit Gleitschirm ... | Foto: air-davos.ch/M. Heckmeier

Nach der Gleitschirm-Grundkurs-Action kommt die nächste Luftnummer dran: Ich will, mit der mit Luft prall aufgepumpten Marshmallo-Version eines Surfbretts, auf den Davosersee. Auf Hawaii war das Stand Up Paddling ausschließlich dem König vorbehalten. Nur dieser durfte sich auf dem Wasser stehend fortbewegen. Mit dieser Info im Hinterkopf mache ich ein paar wackelige Paddelschläge in Richtung Seemitte und lege mich dann auf mein Brett. (Ich bin schließlich kein König.) Der Blick geht auf die sich auftürmenden Hochgebirgsspitzen. Einer von diesen wolkengekrönten Gipfeln müsste eigentlich das Jakobshorn sein. Der Startpunkt für den Mountainbike-Trail mit dem klingenden Namen »Alps Epic Trail ­Davos«. Drei Routen in den Alpen haben es in die Liste der Epic Rides der International Mountainbiking Association geschafft. Der Trail hier – durch das Landwassertal – ist einer von ihnen. Und ich will ihn unbedingt ausprobieren.

Alles kann – nichts muss

... oder sportlich zu Fuß: die Berge um Davos bieten tiefe und weite Blicke. | Foto: swiss-image.ch/Ivo Scholz
... oder sportlich zu Fuß: die Berge um Davos bieten tiefe und weite Blicke. | Foto: swiss-image.ch/Ivo Scholz

Aber nicht jetzt. Jetzt plätschern die kleinen Seewellen so beruhigend an mein SUP-Board und die Sonne wärmt so angenehm. Wollte ich nicht heute noch mit der Standseilbahn zur Schatzalp hoch? Eine Trailrunning-Runde auf dem Panoramaweg drehen? Auf dem Zauberberg ein wenig Sport treiben? Das Jugendstilhotel Schatzalp ist ein ehemaliges Sanatorium. Hier ließ sich ­Thomas Mann zum »Zauberberg« ­inspirieren. Wäre doch ein toller Ausgangspunkt für eine Running-Runde. Ach, morgen vielleicht. Die Segelboote ziehen gerade so malerisch ihre Bahnen.

In der Ferne das Jauchzen der Jungs von der Wakeboard-Liftanlage. Ich bin heute lieber faul. Oder nein: ich mache Achtsamkeits-­Meditation. Klingt besser. In jedem Fall bleibe ich heute lieber unten. Da ist es in Davos genauso schön wie oben.

 
GM Info

Wer will noch mal?

In und um Davos Klosters gibt es Hunderte von Aktivitäten, die ausprobiert werden wollen. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Ein einmaliges Gästeprogramm wartet auf Reisende, die in der Region übernachten: Sie haben – zwischen Mai und Oktober – die Möglichkeit, an über 70 kostenlosen Aktivitäten (insgesamt 800 Erlebnisse den ganzen Sommer hindurch) teilzunehmen. Die Infos dazu findet man unter: www.davos.ch/active

 

 
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