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Bildband: Patagonien und Feuerland

Foto: Ralf Gantzhorn
Wer Patagoniens Schönheit entdecken will, muss viel ertragen: Regelmäßig enden Traumtouren im Sturm, Regen oder Wintereinbruch. Warum er dem Wilden Süden dennoch erlegen ist, schildert der Fotograf, Autor und Bergsteiger Ralf Gantzhorn in seinem Opus magnum Patagonien und Feuerland – das viel mehr ist als »noch so ein Bildband«.

Es gibt viele schöne Sätze über Patagonien, von Bruce Chatwin, Paul Theroux und Alberto de Agostini; doch der treffenste Einzeiler stammt wohl vom deutschen Kletterer Reinhard Karl: »Bergsteigen in Patagonien ist wie im Kühlschrank sitzen und Geldscheine verbrennen.«

Vier Wände in endloser Wildnis. | Foto: Ralf Gantzhorn

Ralf Gantzhorn – Bergsteiger, Geologe, Fotograf, Autor – kennt das Kühlschrank-Feeling zur Genüge. Mittlerweile 17 Mal ist er nach Patagonien gereist, hat dort insgesamt dreieinhalb seines Lebens zugebracht. Mit Wanderungen und Expeditionen. Und mit Bergtouren, die wegen des unberechenbaren Wetters mehrheitlich fehlschlugen. »1999 scheiterte ich am Monte Sarmiento, 2000 an den Torres del Paine, 2002 am Fitz Roy und wieder am Monte Sarmiento. 2004 gelang eine Besteigung des zweithöchsten Gipfels Patagoniens, dem Cerro San Lorenzo. 2005 dann wieder ein Abbruch am Monte Sarmiento. 2007 klappte es dann endlich mit dem Fitz Roy«, berichtet Ralf nüchtern. Viele Patagonien-Kletterer halten das für gar keine schlechte Quote.

Den ersten Kontakt mit der patagonischen Weite erlebte Ralf 1985, als er – im Rahmen einer ganzjährigen Südamerikareise – mit seinem Dreigangfahrrad die Stadt Bariloche erreichte. Das Rad ließ er liegen, erkundete mit Tramper-Daumen und Wanderschuhen den Wilden Süden von Chile und Argentinien – und verbrachte letztlich den Großteil seines freien Jahres in Patagonien. Ralf war angefixt.

Später studierte er Geologie (Diplomarbeit in Südpatagonien), wurde Fotograf (Schwerpunkt Patagonien) und Bergsteiger (bis heute mehr als ein Dutzend anspruchsvoller Gipfel und drei Erstbesteigungen in Patagonien).

Bildergalerie: Die Sucht nach Feuerland

»Patagonien und Feuerland«, soeben im Bergverlag Rother erschienen, zeigt die schönsten Bilder dieser Reisen und erzählt einige der unzähligen Geschichten über das widerspenstige Traumziel. Bergsteigen ist ein Schwerpunkt, doch auch bodenständige Trekker profitieren von Ralfs Erfahrung: Der Autor empfiehlt und beschreibt zwölf größere Wandertouren, dazu gibt‘s einen aktuellen und detaillierten Serviceteil. So ist »Patagonien« Bildband, Lesebuch, Reiseführer, Trekking- und Topo-Guide in Einem. Kompliment!

Zum Schluss natürlich die unvermeidliche Frage: Ralf, was kommt als Nächstes? »Dieses Jahr klappt es wohl nicht mit einer weiteren Tour, aber ganz sicher 2009 – wahrscheinlich geht‘s wieder zum Monte Sarmiento, zuvor möchte ich ein weiteres Mal den Torre Central versuchen.«

Wir wünschen Ralf viel Erfolg beim vierten Sarmiento-Versuch, ungebrochene Leidenschaft bei der 18. Patagonien-Reise – und dass er diesmal nicht allzu lange im Kühlschrank sitzen und mit Geld heizen muss.

 
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Bildband: »Patagonien und Feuerland«. 230 Seiten, Bergverlag Rother, 49,90 Euro. Globetroter-Bestellnummer: ILH-51001.

 

Ralf Gantzhorns Website mit News, Kontaktadresse und aktuellen Terminen: www.ralf-gantzhorn.de.