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Per Bike von Hamburg nach Kapstadt

Foto: Archiv Kostbade
Im Frühjahr 2004 hat Franziska Kostbade ihren Job als Einkaufsleiterin Textil bei Globetrotter Ausrüstung gekündigt, Freund Hendrik geheiratet und die Fahrradkette geölt. Ziel der Hochzeitsreise ist Südafrika – im Frühjahr 2006. 4-Seasons hat die Pedaleros nach der Sahara-Durchquerung um einen Zwischenstand gebeten.

Ihr kennt jetzt halb Europa aus dem Fahrradsattel. Wohin würdet ihr 4-Seasons-Leser schicken, die ins Reiseradeln reinschnuppern wollen?

Grundsätzlich eignen sich gerade die »Wasserradwege« sehr gut als Einstieg. Die Wege sind meistens realtiv flach und gut ausgeschildert, außerdem gibt es gute Literatur dazu. Wir selbst sind bei der Anreise mit viel Spaß ein Stück des Weserradweges gefahren. Und Elbe und Rhein kennen wir von früheren Touren.

 

Nach deinem Job bei Globetrotter Ausrüstung gab es wohl kaum Pannen mit der Ausrüstung, oder?

Stimmt, zumindest im Textilbereich. Und die Hose kann ja nichts dafür, dass sie nicht mehr passt, weil Hendrik 15 kg abgenommem hat. Ansonsten haben wir fast alles austauschen müssen. Dabei muss aber erwähnt werden, dass wir die Ausrüstung seit fast einem Jahr jeden Tag nutzten, so dass die »normale« Lebensdauer vieler Produkte überschritten war. Auch waren die Bedingungen zum Teil sehr extrem: in Europa hatten wir fast jeden Tag Regen und die Sahara war enorm sandig.

 

Hat sich das Liegerad als Langstreckenvehikel bewährt?

Auf jeden Fall. Die vollgefederten Räder sind sehr komfortabel, auch nach 100 km auf Waschbrettpisten tut einem der Hintern nicht weh. Auch Berge kommt man besser hoch als mit einem normalen Tourenrad. Und mit dem Liegerad fällt man immer auf, so dass man sehr schnell mit den Leuten ins Gespräch kommt.

 

Gab es schon Momente, an denen ihr aufgeben wolltet?

Nein, auch wenn die Durchquerung der Sahara an die Substanz ging: Sand, Sandstürme, Sandpiste, Schieben im Sand, Essen im Sand und Sand im Essen.

 

Die Sahara liegt hinter euch. Nun geht es durchs Herz Afrikas, der wohl unkalkulierbarste Teil der Reise. Vor welchen Ländern fürchtet ihr euch?

Angst und Furcht haben wir nicht als Reisebegleiter gewählt, nur die Neugierde. Und keine Bange, die vor uns liegende Strecke durch Mali, Burkina Faso, Togo und Benin nach Nigeria sollte relativ problemlos verlaufen. Danach wird es spannend, da wir noch nicht wissen, ob die Strecke durch Angola möglich ist. Zum Glück haben wir genügend Zeit und sind flexibel.

 

Was macht ihr, sobald ihr in Kapstadt angekommen seit? Umdrehen und zurückradeln?

Erst einmal werden wir uns im »Pfannkuchenhaus« in Kapstadt sattessen ... Ein befreundetes Paar mit Kind will dann gemeinsam mit uns eine Radtour in Südafrika machen, außerdem wollen meine Mutter und mein Bruder uns auch noch besuchen kommen. Danach schauen wir mal.