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Ausrüstungsberatung: Trekking auf dem Arctic Circle Trail auf Grönland

Diese Ausrüstung braucht man für den Arctic Circle Trail.
Bild: 4-Seasons
Was genau packt man ein für einen langen Nordland-Trek wie den Arctic Circle Trail auf Grönland? Die 4-Seasons-Packlisten-Polizei hat Marcus Piep heraus­gewunken, eine äußers­t gründliche Gepäckkontrolle vorgenommen und im persönlichen Verhör einige Profitricks erfahren.
Marcus Piep, 37, ist in der Hamburger Globe­trotter-Zentrale als Einkäufer für die Bereiche Radsport, Brillen und Wintersport zuständig. | Foto: Archiv Piep

Marcus, Globetrotter führt mehr als 25.000 Artikel. Wie viele haben es in den Rucksack für den Arctic Circle Trail (ACT) geschafft?

Viel zu viele und doch zu wenig. Bei einer so lange­n und extremen Tour kommt einiges zusammen — bei mir waren es knapp 80 Teile. Trotzdem muss man auf einige Dinge verzichten, will man nicht schleppen wie ein Muli. Es waren übrigens auch ein paar Sachen dabei, die Globetrotter nicht oder nicht mehr führt — aber dafür gibt’s ja den Sonderbestellservice.

Hier geht's zu Marcus' ausführlicher Packliste für den Arctic Circle Trail.

 

Wie schwer war dein Rucksack?

Losgelaufen bin ich mit gut 30 Kilo, ein Dritte­l war Essen und wurde mit der Zeit zum Glück weniger. Wir haben den Arctic Circle Trail Mitte September gemacht — ziemlich spät in der grönländischen Trekking-Saison. Da mussten natürlich auch ein paar warme Sachen mit ...

 

Ihr wart zu zweit. Hatte deine Freundin Anja auch 30 Kilo auf dem Rücken?

Sie ist deutlich leichter als ich, also habe ich schon etwas mehr getragen. Auch die Kleidergröße macht was aus: Meine L-Ausrüstung wiegt deutlic­h mehr als ihre in S. Dafür spart man zu zweit gegenüber einer Solotour auch Gewicht, weil man nicht alles doppelt braucht. Als Paar ist das am einfachsten, aber auch Gruppen können mit guter Planung im Vorfeld einige Kilo sparen.

 

Wie hast du deine Standard-Packliste an den Arctic Circle Trail angepasst?

Das Besondere ist, dass du Verpflegung für zwölf Tage an der Backe hast. Daher blieb alles zu Haus­e, was nicht zwingend nötig war. Anstatt mehrerer Sets Synthetikunterwäsche habe ich für den ACT beispiels­weise Merino genommen, weil man da einfac­h mit weniger Teilen auskommt, ohne ab dem zweiten Tag böse zu müffeln.  

 
4-Seasons Info
 

Kurzprofil Arctic Circle Trail Grönland

 
  • Charakter: Anspruchsvolles Nordland-Trekking in Tundra und Gebirge. Lange Etappen, arktisches Klima mit Regen und Minusgraden, keine Hilfe oder Nachschub von außen.
  • Länge: 170 Kilometer, 8–12 Tage.
  • Gepäck: Komplette Ausrüstung inklusive Zelt und Proviant.
 

Hast du auch spezielle Leichtgewichtsausrüstung benutzt?

Neu gekauft haben wir nur das Zelt. Ansonsten war meine Standardausrüstung dabei, die ist allerdings ohnehin schon getunt und sehr leicht: Die Fleecejacke ersetzt bei mir das Kopfkissen, eine Plastiktüte den Kulturbeutel. So etwas lernt man schnell auf den ersten größeren Reisen. Gewichtsoptimierte Ausrüstung kann toll sein, aber bei ausgesetzten Touren auch Probleme bereiten. Die leichteste Jacke nützt wenig, wenn sie beim tagelangen Tragen des schweren Rucksacks durchscheuert. Im Zweifel gehe ich lieber auf Nummer sicher und wähle die robuste Variante.

 

Wichtigste Frage: Wie viele Unterhosen?

Zwei, aus Merino. Das ist nicht sehr sexy, aber besser als ein Bandscheibenvorfall durch einen im Wortsinn unerträglichen Rucksack. Passt das Wetter, kann man unterwegs auch mal Wäsche waschen.

 
Wasser marsch! Falteimer fürs Camp, Plastik- und Thermoflasche für unterwegs – und der Titanbecher, weil er so teuer war ;-) Dafür spart man sich auf dem ACT den Wasserfilter.

Hast du auf dem ACT etwas dazugelernt?

Anja und ich haben bei vielen Touren Erfahrungen gesammelt und konnten gut einschätzen, was uns erwartet. Wichtig ist immer, dass die Hose ohne Gürtel oder Hosenträger gut sitzt. Denn ein Gürtel verursacht unterm Rucksack-Hüftgurt schnell Druckstellen und auch Hosenträger können unter manchmal umständlich sein: wer nicht morgens vor dem Anziehen sein Geschäft verrichtet, wird sonst schnell zum unfreiwilligen Striptease-Tänzer.

 

Das muss das Zwiebelprinzip sein, von dem immer alle sprechen!

Fast. Aber tatsächlich begegnet man dem unberechenbaren Nordlandwetter am besten mit einem variablen Schichtensystem. Ganz unten feuchtigkeitstransportierende Wäsche, darüber eine Isolationsschicht und außen der Wetterschutz. Das variiert man entsprechend den Bedingungen: Sonne, Sturm oder Regen; Marschieren, kurze Pause oder Camp. Auf dem Arctic Circle Trail haben wir bestimmt drei-, viermal täglich eine Lage an- oder ausgezogen.

 

Du hast eine Weste plus Armlinge auf der Liste – wieso nicht gleich eine Jacke?

Ich habe lange über eine Softshell nachgedacht, auf diese aber zugunsten der Dreilagenjacke verzichtet. Die Weste wiegt fast nichts, lässt sich auf Faustgröße komprimieren und in Kombination mit den winddichten Armlingen ist man für fast alles gerüste­t — außer Regen natürlich.

 

160 Kilometer zu Fuß durch Grönland – welche Art Schuhe nimmt man da?

Einige Skandinavier setzen auf Gummistiefel. Der Trail führt oft durch mooriges Gelände, mit entsprechende­n Wandergummi­stiefeln kann man dort Luftlinie laufen und sich viele Schlenker sparen. Wer aber klassische Trekkingstiefel bevorzugt, braucht unbedingt eine Membran. So bleiben die Füße trocke­n. In Grönland herrscht ja ideale­s »Gore-Tex-Klima«.  

 
Bitte lächeln: Wer zeltet, hat seine Ruhe und findet die schöneren Plätze. | Foto: Marcus Piep

Was genau ist denn ideales »Gore-Tex-Klima«?

Das Tolle an Membranen ist ja, dass sie Nässe von außen abhalten und Schweiß in Form von Wasserdampf entweichen kann. Für Letzteres ist allerdings ein Temperaturgefälle zwische­n innen und außen nötig, sonst funktioniert der Abdampf­effek­t nicht mehr. In die Tropen brauchst du daher keine Membranjacke mitnehmen. Perfekt arbeiten Membranen bei Temperaturen zwischen null und zehn Grad — und genau die herrschen ja meistens bei Regenwetter im Nordland.

 

Du hattest mit dem Hanwag Alaska einen robusten Trekkingstiefel am Start. War ein leichterer Schuh keine Option?

Theoretisch ja, weil das Gelände meist einfach ist. Das Problem ist das Gewicht auf dem Rücken. Je leichter ein Schuh, desto weniger Halt und Führung gibt er. Und wenn du umknickst, ist keiner da, um dir zu helfen.   

 

Kann ich nicht per Handy Hilfe rufen?

Keine Chance. Auf solchen Wildnistouren müsstest du schon ein Satellitentelefon mitschleppen. Oder einen GPS-Sender, der im Notfall SOS funkt. Auf alle Fälle gehen wir lieber auf Nummer sicher und packen festes Schuhwerk ein.

 

Auf der Liste stehen Kompressionsstrümpfe und Unterziehsocken — warum das?

Vor allem im Morast »schlupft« der Fuß im Schuh ganz schön und man läuft sich schnell Blasen. Die Unterziehsocke nimmt die Reibung vom Fuß und verhindert so Scheuerpunkte. Kompressionsstrümpfe unterstützen schon beim Laufen die Regeneration und ich hatte auf langen Etappen das Gefühl, weniger schwere Beine zu haben. Welche­n Anteil daran der Strumpf und welchen der Placebo-Effekt hatte, kann ich allerdings nicht genau beziffern.

 

Bildergalerie: Der Arctic Circle Trail auf Grönland

 

Dein Rucksack war ein Arc’teryx Bora 95 — sag nicht, das steht für 95 Liter Volumen …

Doch. In Grönland hat man eben seinen ganzen Hausstand dabei. Wegen meiner Rückenlänge brauche ich ohnehin ein größeres Modell und nutze den Bora auch für Wintertouren und andere gepäckintensive Hobbys.

 

Je größer der Rucksack, desto mehr packt man ein — sagt ein altes Pfadfindergesetz.

Das sagt auch Anja. Sie meint immer, dass ich zu viel mitschleppe. Von meiner ersten großen Tour vor 18 Jahren musste ich tatsächlich ein Paket nach Hause schicken, um Gewicht loszuwerden. Aber so lernt man eben. Es hilft auch, zu Haus­e die gesamte Ausrüstung auszubreiten und zu hinterfragen. Brauch­e ich das dritte T-Shirt wirklich? Nur vielleicht? Dann weg damit!

 
See-Fahrt am ACT: Ein altes Kanu dient Trekkern als »Fähre«. | Foto: Anja Kleeberg

Für die meisten Trekkingtouren reichen ja 20 Kilo Gepäck. Was ist zu beachten, wenn man erstmals einen so anspruchsvollen Schwerlast-Trail angeht?

Für normale Touren empfehlen wir immer, nicht mehr als 20 bis 25 Prozent des Körpergewichts zu schleppen. Bei langen Touren werden es auch schnell an die 30 Prozent. Wer mehr tragen will oder muss, sollte Erfahrung und Fitnes­s mitbringen. Je größer die Zuladung, desto entscheidender wird der Hüftgurt des Rucksacks. Die Flossen von Gregory-Packs sind eher steif — das ist nicht für jede Hüfte angenehm. Dafür nehmen sie aber auch schwere Lasten von Schultern und Rücken. Mir persönlich sind etwas weichere Systeme wie beim Bora dennoch lieber. Das probiert man am besten im Laden aus — und zwar bitte mit realistisch be­ladenen Rucksäcken! Ich gebe aber gerne zu, die 30 Kilo beim Tourstart waren schon hart an der Grenze.

 

Auf dem ACT gibt es doch Hütten — wieso habt ihr ein Zelt mitgeschleppt?

Weil man dann unabhängig von den Hütten ist. Wer auf Fernwanderungen ganz aufs Zelt verzichtet, muss jede Etappe durchlaufen, egal wie bescheide­n das Wetter ist. Außerdem sind die Hütten manchmal voll oder versifft. Auch bei den ACT-Hütten lag leider viel Müll, rundherum war hinter jedem Stein ein Donnerbalken. Wir wollten lieber autark unterwegs sein, schöner­e Camps finde­n und die Natur genießen. Da schleppe ich gern ein Zelt.

 

In der Regel nimmt man für solche Touren ein Tunnelzelt. Aber der kleine Winnetou in dir wollte wohl unbedingt ein Tipi ...

Eher der pragmatische Grammzähler. Das GoLite Shangri-La 5 wiegt schlappe 2,4 Kilo, ohne Innenzelt sogar nur 1,3 Kilo. Aber du hast 6,6 Quadratmeter Bodenfläche, auf denen du auch mal den kompletten Rucksack auspacken kannst. Gerade bei schlechtem Wetter ist es unbezahlbar, ge­nügend Raum für die nasse Ausrüstung zu haben. Aber natürlich kann man darüber mit der Tunnelzelt-Fraktion treffliche Streitgespräche führen. Zur Zeit ist das GoLite aber ohnehin nicht in Europa am Markt verfügbar — das verkürzt wiederum die Diskussion.

 

Dein Zeltboden hat »nur« 3000 mm Wassersäule, andere Hersteller bieten 10.000 mm. Deine Meinung?

Über die Wasserdichtigkeit beim Zeltboden wird viel diskutiert, weil man speziell im Knien einen hohen Druck auf den Boden ausübt und so Nässe durchkommen kann. Mit 10.000 mm ist man da auf der sicheren Seite. Andererseits ist das ein marginales Problem im Vergleich zur Kondenswasserbildung, finde ich. Wir hatten jedenfalls mit dem GoLite keine Probleme, haben es allerding­s auch nicht in Pfützen aufgebaut und dann Yogaübungen auf den Knien gemacht.

 
Bettzeug: High-End-Daunenschlafsack (Western Mountaineering), ein Inlett isoliert zusätzlich. Die Isomatte NeoAir wiegt trotz 63 Millimeter Dicke nur 540 Gramm. Marcus‘ Luxus: 480 Gramm extra fürs Gurtsystem, das die Matte zum Stuhl macht.

Wie sah dein Bettzeug aus?

Die NeoAir-Matten von Therm-a-Rest sind sehr leicht, komfortabel und isolieren gut. Und wer beim Schlafsack das optimale Verhältnis von Wärmeleistung und Gewicht will, kommt um Daune nicht herum. Allerding­s muss man Daunen unbedingt vor Feuchtigkeit schützen, weil sie sonst ver­klumpen und nicht mehr isolieren. Deshalb sind gutes Lüften und ein wasserdichter Packbeutel Pflicht. Auch beim Schlafen müssen vor allem große Leute aufpassen: Man stößt schnell mal mit den Füße­n an die Zeltwand und die Penntüte zieht Feuchtigkei­t. Abhilfe schaffen Modelle mit Gore-Tex-Außenhülle.

 

Dein Kulturbeutel ist ja recht übersichtlich …

Ich habe mir genau einmal den Kopf gewaschen, weil mir vom Mützetragen irgendwann die Haarwurzeln wehtaten. Ansonsten ist tatsächlich eher Katzenwäsche angesagt. Anja hat sich mal morgen­s am Fluss das Gesicht gewaschen und nicht gemerkt, dass der Wasserdampf aus der Luft auf ihren ausgekühlten Wangen gefriert — Frostbeulen waren das Ergebnis. Dann lieber stinken und die erste Dusch­e in der Zivilisation umso mehr genießen.

 
4-Seasons Info
 

Kochertuning: der Omnifuel von Marcus Piep

 

Extra-Windschutz von Esbit. | Foto: Marcus Piep

Der Omnifuel von Primus schluckt fast jede­n Brennstoff und hat sich so in jedem Winkel der Erde bewährt. Optimiert hat Marcus den Primus mit einem aufgebohrten Windschutz von Esbit und Edelstahlhaken als Aufsatz für den Topf (ohne diese »Abstandshalter« ist die Konstruktion zu winddicht – der Kocher geht aus).

Auf die Flamme kommt ein Primus EtaPower-­Topf, zwar nicht der leichteste, aber dank Wärmetauscher extrem effektiv (80 % Wirkungsgrad): Für elf Tage auf dem ACT reichten Anja und Marcus zwei Liter Waschbenzin.  
Gegessen wird direkt aus dem (einzigen) Topf — mit Sporks aus Plastik, die die Anti­haftbeschichtung nicht angreifen.

Praxistipp von Marcus: Für das Hantieren mit Kleinteilen unbedingt eine Unterlag­e benutzen. Benzin­düse, Dichtungsringe und Co. sind sonst schnell im hohe­n Gras verschwunden.

 

Kälte, Regen, lange Etappen — wie wichtig ist da die Zeltküche?

Sehr! Gekocht wird vor allem abends mit meinem getunten Omnifuel. Das gefriergetrocknete Tüten­futter wiegt nicht viel und ist sehr nahrhaft, uns aber meist zu geschmacksintensiv. Wir strecke­n das Ganze deshalb gern mit Reis oder Schnellkochnudeln. Wenn die Akkus mal richtig leer sind, kommt etwas Pemmikan dazu, das ist Energie pur. Nach einem ordentlichen Müsli­frühstück bringen mich Energieriegel und Nüsse ganz gut über den Tag. Apropos Müslimischung: Die sollte man jeden Morgen portionsweise mixe­n. Sonst sind schnell die leckeren Knusper­flocken weg und nur der langweilige Hafer ist übri­g, der sich in einer großen Tüte unten absetzt.

 
Die Outdoor-Zwiebel: Marcus’ Rucksack-Kleiderschrank für den Oberkörper: Membranjacke, Daunenjacke, Leichtweste, drei Merinoteile und Armlinge. Das reicht.

Kommt auch mal Luxus auf den Tisch?

Schokolade ist immer dabei. Aber nie die Lieblingsnascherei — die ist sonst viel zu schnell weggefuttert. Zu meinem Geburtstag hat Anja mich allerdings mit Toffifee und Lakritz überrascht.

 

Was darf generell auf keiner Tour fehlen?

Ein kleines Reparaturset, Erste Hilfe und meine Kamera sind immer dabei. Auch eine kleine Schaufel, um meine biologischen Hinterlassenschaften zu vergraben.

 

Was hast du dir auf dem ACT gegönnt, auch wenn der Rucksack dadurch ein paar Gramm schwere­r wurde?

Das Sitzsystem, mit dem man seine Therm-a-Rest-Matte in einen Stuhl verwandeln kann — der Komfort-Hit schlechthin! Dieses Teil wird auf keiner Tour mehr fehlen.

 
4-Seasons Info
 

Der Arctic Circle Trail ...

 

... ist ein ca. 160 Kilometer langer Fernwanderweg an der südlichen Westküste Grönlands. 100 Kilometer nördlich des Polarkreises führt der Trek durch die unberührten, aber auch unbesiedelten Weiten des arktischen Fjälls.

 

Allgemein
Grönland ist die größte Insel der Erde und sechsmal so groß wie Deutschland — hat aber nur 56.000 Einwohner. Vom nördlichsten Punkt des Landes, dem Kap Morris Jesup, sind es nur 740 Kilometer bis zum Nordpol. Der Arctic Circle Trail verbindet die nahe am Inlandeis gelegene Stadt Kangerlussuaq mit der Küstensiedlung Sisimiut. Ursprünglich als Jagd- und Fischereiweg angelegt, ist der ACT inzwischen ein Klassiker für erfahrene Trekke­r. Vorbei an kristallklaren Seen, durch malerische Flusstäler und entlang des Kangerluarsuk Tulle­q Fjords führt der Weg zu den schroffen Gebirgen der West­küste. Für den 160 km langen ACT sollte man acht bis zwölf Tage einplanen. Acht Hütten auf der Rout­e stehen Wanderern kostenlo­s zur Verfügung.

Beste Reisezeit
Anfang Juli bis Ende August. Vorher kann die Schneeschmelz­e einig­e Flüsse unpassierbar mache­n, ab Mitte September beginnt der grönländische Winter. Je später man loszieht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die ersten Nachtfröste die Mücke­n erledigt haben — dafü­r können aber auch die Tages­temperaturen schon empfindlich niedrig sein.

Anreise
Air Greenland fliegt, je nach Saison, mehrmals pro Woch­e von Kopenhagen nach Kanger­lussuaq (ca. 780 Euro, www.airgreenland.com).

Verpflegung
Kompletten Proviant (inkl. Notfallration) mitbringen, unterwegs keinerlei Einkaufsmöglichkeiten. Trinkwasser gibt es entlang des Trails dafü­r überall ausreichend.

Tipp
In einem kleinen Laden gegenüber dem Flughafen in Kangerlussuaq kann man Benzin und mit ein bisschen Glück sogar Gas für den Kocher kaufen. Man sollte nämlich nicht versuchen, das bei der Anreise mit ins Flugzeug zu schmuggeln ;-)

Infos
Buch: D. Kuhnert, O. Schröder: Grönland: Arctic Circle Trail, Conrad Stein Verlag, 144 Seiten, Globetrotter Best.-Nr. 14.96.00, 12,90 Euro.
Englischsprachige Website: www.arcticcircletrail.com.

 

Mehr Beratung?

» Lampen, Kleidung, Zelte & Co: Alle Kaufberatungen aus 4-Seasons auf einen Blick.

» Beratungsfilme in Sachen Ausrüstung gibt's unter www.4-seasons.tv/kaufberatungen.

 
weiterführende Artikel: 
13.02.2012ArtikelBeratung und Service

Marcus Pieps Packliste für den Arctic Circle Trail

Weniger ist oft mehr. Das gilt gerade beim Packen für Outdoor-Trips. Doch was muss unbedingt mit und worauf kann ich getrost verzichten? Marcus Piep hat schon viele Gepäcktouren gemacht und weiß, worauf es ankommt. zum Artikel

Kommentare

Hallo zusammen,
erst einmal vielen dank für diesen hilfreichen und interessanten artikel!
wir wollen den ACT ebenfalls Ende September laufen und würden uns daher sehr für die wetterbedingungen, die ihr im späten September hattet, interessieren.
War der Weg stark schlammig? Die Flüsse problemlos passierbar?
Der Weg trotz (möglichen) neuschnees gut sichtbar - oder war GPS notwendig?
Vielen dank im voraus
Grüße
Rebecca

Hallo Rebecca, hier die Antwort von ACT-Mann Marcus:

Hallo Rebecca!
Wir sind den Weg vom 5. bis 16. September gelaufen und hatten super Wetter (bis 15°C). Dafür würde ich aber meine Hand nicht ins Feuer legen. In Hüttenbüchern haben wir gelesen, dass es Ende August eine Woche nur geregnet hat und danach der erste Schnee kam. naja, wir kamen dann und hatten Sonne, Nachtfrost und kaum Regen. Der Weg ist immer in Teilen naß (es sei denn gefroren), da überall kleine Bäche, sumpfige Stellen und Moor im Wege liegen. Bei uns war der Weg (also der getrampelte) manchmal einfach eine große lange Pfütze oder besser ein Stehgewässer. Mein weicht daher auch immer mal vom Weg ab oder er verläuft sich an morastigen Stellen und man muss etwas suchen. Aber verlieren kann man ihn eigentlich nicht, wenn man sich nach der Hüpfeinlage möglichst direkt auf die Suche macht. Ich würde nicht ohne Gps versuchen, Querfeldein zu laufen. Der Weg ist auch so super, dass ich auch nicht auf die Idee kommen würde. Wir hatten keinen Neuschnee auf dem Weg. falls man so spät laufen will, würde ich immer ein Gps mitlaufen lassen. Man ist schon im Off und nach der Jagdsaison kommen da auch nicht mehr viele vorbei. Wir haben nur noch 5 andere Wanderer getroffen. Die Flüsse waren alle ok passierbar und später im Jahr (solange es nicht schüttet) sollte das auch nie ein Problem sein. Hose ausziehen kann aber mal sinnvoll sein. So hoffe habe alles beantwortet. Gruß Marcus

Lieber Marcus, lieber Philip,
danke für die ausführliche und hilfreiche Antwort.
Grüße
Rebecca

Hallo Marcus,

welchen Winschutz von Esbit hast du genau für deine "Modifizierung" des Kochers genommen? Gibt es den beim globetrotter zu bestellen?
Vielen Dank und schöne Grüße
Stefan

Hallo Stefan,

sorry für die späte Antwort. Marcus war sich nicht mehr 100%ig sicher, aber wir glauben, dass es der Windschutz des Esbit Spirituskocher-Sets (http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=132617) war, den er zum Modifizieren gebraucht hat. Einfach mal in einer der Filialen fragen, ob das Teil auch einzeln bestellbar ist!

Viele Grüße aus der Redaktion
Philip

Sind Ende August/Anfang September den ACT gegangen und hatten an 4 von 9 Tagen Schneefall, teils mit fast geschlossener Schneedecke. Der Weg war nicht mehr zu identifizieren. Die Navigation (mit Wanderkarte die Höhenreliefs anzeigt) war aber wegen fehlender Bäume und reichlich Relief auch ohne GPS oder Kompass seeehr einfach (solange nicht auch noch Nebel hinzukam...). Einmal sind wir in einer Hütte bei der Mittagspause eingeschneit und mussten den Tag nach 4 Stunden beenden.
Mücken hatten wir dafür keine einzige und andere Insekten nur am ersten Tag.

Rucksack mit ca 3l Wasser gut 27kg. Zu zweit 500ml Waschbenzin mit MSR Whisperlite und FourSeasons Faltwindschutz

Wie der Trail Ende September sein kann ist hier dramatisch beschrieben:
http://aaronlinsdau.com/gear/articles/greenland08_1.html