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Ausgezeichnet: Christof und Christoph

Das preisgekrönte Buch und die ausgezeichneten Wakhan-Abenteurer auf ihrer Tour.
Das preisgekrönte Buch und die ausgezeichneten Wakhan-Abenteurer auf ihrer Tour.
Afghanistan-Expedition und Fußmarsch durch China: Globetrotter hat den Globetrotter des Jahres gekürt und den Reisebuchpreis 2012 vergeben.

Jedes Jahr wählt Globetrotter den Globetrotter des Jahres, und wenn ein Buch ins Haus flattert, das den gleichen Entdeckergeist weckt, gibt es auch einen Reisebuchpreis.

Globetrotter des Jahres 2012: Christof Nettekoven und sein Expeditionsteam

Wie stellt sich der Ausrüstungsberater den Globetrotter des Jahres vor? Die Webseite verrät es: »Individualisten, die Länder nicht im Schnellgang abhaken, sondern die sich für ein Schwerpunktthema engagieren.« Letztes Jahr haben sich die Globetrotter des Jahres Fabian Nawrath und Tim Starck intensiv mit dem Thema Afrika auseinandergesetzt: und den Kontinent in sieben Monaten einmal längs durchradelt.

 

Die Globetrotter des Jahres 2012 haben ihre Pinnnadel in den Wadhan-Korridor in Afghanistan gesteckt.  

»Wir suchen Globetrotter im klassischen Sinn, z.B. Amateur-Forscher«, heißt es weiter auf der Globetrotter-Webseite. Klassischer geht es kaum: Christof Kettekoven und seine internationalen Teamgefährten Sarah Sheridan, Malgorzata Skowronska, Mariusz Hoffmann und Andreas Schnall (aus Deutschland, Polen und Australien) suchten sich einen namenlosen Berg (5725m), den sie erstbesteigen wollten. »Sie wagten sich in ein geopolitisches Relikt und einen der entlegensten Orte dieser Welt mit ihren ganz eigenen Regeln«, zeigt sich Florian Bosse von Globetrotter, der mit in der Jury saß, beeindruckt.

Die fünf Hobby-Bergsteiger durchquerten im Sommer 2012 den Wakhan Korridor von West nach Ost. Wichtig war ihnen, alles ohne großen Materialeinsatz und ohne Hochträger zu meistern – das heißt: ab dem Basislager nur mit eigener Kraft vorankommen, Müll wieder mitnehmen. Das machte natürlich auch die Erstbesteigung des namenlosen Berges in einem Seitental der Ak Su Kette (afghanisches Kleines Pamir) besonders reizvoll.

Ist es nicht ein bisschen überraschend, dass es tatsächlich noch unbestiegene Berge gibt? In den »goldenen Jahren« des Bergsports in Afghanistan standen höhere Berge im Fokus: wie der Noshaq und andere 7000er, gefolgt von 6000ern. Der Einmarsch der russischen Truppen 1978 beendete den Bergsport in der Gegend vorerst. 2003 belebten Pinelli und Predan den Bergsport mit einer Expedition zum Noshaq wieder.

»Wir haben die gesamte Expedition filmisch dokumentiert, um eine positive Aufmerksamkeit für Afghanistan allgemein und den Wakhan im Speziellen zu fördern«, schreibt Christof Nettekoven in seiner Bewerbung als Globetrotter des Jahres. Filme, Fotos und weitere Berichte gibt es unter www.wakhanexpedition2012.jimdo.com.
 

Reisebuchpreis 2012: Christoph Rehages The Longest Way

Die Reiseliteraturszene in Deutschland muss wiederbelebt werden, setzt sich Globetrotter zum Ziel. Und vergibt aus diesem Anlass regelmäßig den Reisebuchpreis. Auch an Autoren, von denen man gar nicht wusste, dass sie auch schreiben und sich nicht nur dabei filmen, wie der Bart lang und kraus wird. Kommt das Bild bekannt vor? Christoph Rehages Video flitzte durch das Internet und wurde bei der EOFT gezeigt. Währenddessen schrieb Cristph das Buch zum Hintergrund seines Bartwachstums.

Er lief 4646 Kilometer durch China und betitelte sein Buch passenderweise »The longest way«. Sein Studium an der Filmakademie in Bejing wollte er nicht einfach nur mit dem Heimflug abschließen. Er schnürte die Wanderschuhe und marschierte los. Auf seinem Weg begegnet er Lehrer Xie, der auch zu Fuß unterwegs ist. Auch eine Liebesgeschichte ist dabei: seine Freundin Juli kommt und geht und der Plan ist, den ganzen Weg zu ihr nach Europa zu wandern.

Das Nachhauselaufen scheint ihm zu liegen: als er nach dem Abitur ein Jahr in Paris verbrachte, lief er letztendlich auch nach Hause nach Niedersachsen. »Christoph Rehage hat mit seinem Buch ein Dokument geschaffen, welches eine entschleunigte Form des Reisens zeigt.«, erklärt Florian Bosse die Preisvergabe. »Mit der Zeit für Land und Leute werden Zusammenhänge von Geschichten, Kultur und Gegenwart verständlicher.«


 

 
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