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Auf Touren kommen: Kaufberatung Skitour

Aufstieg im Alpbachtal. | Foto: Julian Rohn
Aufstieg im Alpbachtal. | Foto: Julian Rohn
Keine Wintersportart hat so viele neue Freunde gefunden wie das Skitourengehen. Auch bei der Ausrüstung hat sich was getan. Der Globetrotter-Experte Florian Sagadin weiß, worauf es ankommt.
Wie es sich für einen Münchner gehört, hat Florian Sagadin (32) mit vier Jahren das Skifahren gelernt. Nach kurzem Irrweg auf dem Snowboard entdeckte er das Skitouren­gehen. Von Tagestouren in den Bayerischen Alpen bis zu 4000er-Skibesteigungen in den Westalpen hat er alles schon gemacht. Sein Ziel ist es, jeden Winter über 30 Tourentage zu schaffen. | Foto: Julian Rohn
Wie es sich für einen Münchner gehört, hat Florian Sagadin (32) mit vier Jahren das Skifahren gelernt. Nach kurzem Irrweg auf dem Snowboard entdeckte er das Skitouren­gehen. Von Tagestouren in den Bayerischen Alpen bis zu 4000er-Skibesteigungen in den Westalpen hat er alles schon gemacht. Sein Ziel ist es, jeden Winter über 30 Tourentage zu schaffen. | Foto: Julian Rohn

Florian, die letzte Skitourenberatung im 4-Seasons ist schon etwas her. Was hat sich bei den Tourenski verändert?

Generell fährt man jetzt auch im Touren­bereich etwas breitere Ski. Seit einigen Jahren hat sich auch die Form etwas geändert. Fast alle Modelle haben inzwischen einen sogenannten Rocker. Grob gesagt ist dabei die Schaufel vorne stärker und länger aufgebogen, somit schwimmt der Ski im Tiefschnee leichter auf, dreht deutlich besser und frisst sich auch nicht mehr so stark in Harschdeckel. Man kann also sagen: Die Ski sind einfacher zu fahren.

Das klingt gut, wie finde ich als Einsteiger ein passendes Modell?

Wir unterteilen in aufstiegsorientierte, Allroun­d- und abfahrtsorientierte Tourenski. Mit allen kann man prima auf Skitour gehen. Die aufstiegsorientierten Ski sind eher schmal und leicht – die abfahrtsorientierten Ski dagegen eher breit und etwas schwerer. Ein leichter und schmaler Ski ist schwieriger abzufahren. Ein schwererer und breiterer Ski ist im Aufstieg anstrengender, dafür liegt er in der Abfahrt satter auf dem Untergrund und schwimmt im Tiefschnee besser auf. Zurück zu deiner Frage: Für Einsteiger und ganz normale Tourengeher ist ein guter Allrounder bis maximal 90 Millimetern unter der Bindung idea­l. Der ist nicht schwer und kommt mit allen Schneeverhältnissen gut klar. Denn es ist eher selte­n, dass du auf einer Tour von oben bis unten perfekten Schnee findest.

Top Allrounde­r: Scott Super­guide mit 88 Millimete­rn unter der Bindung. | Foto: Scott
Top Allrounde­r: Scott Super­guide mit 88 Millimete­rn unter der Bindung. | Foto: Scott

Wie wähle ich die Länge?

Früher sagte man: bis zur Nasenspitze. Heute mit den Rockerski wählt man eher Körpergröße. Damit ist der Genuss in der ­Abfahrt größer, Spitzkehren im Steilgelände werden aber etwas hakeliger.

Zum Ski brauche ich eine Bindung, was gibt es zu beachten?

Da gibt es zwei Arten. Auf der einen Seite die Rahmenbindungen, die mit ihrer durch­gehenden Konstruktion der klassischen Alpin­bindung ähneln. Auf der anderen Seite die minimalistischen Pinbindungen, die den Schuh nur mit kleinen Metallstiften fixieren. Weil auch die leichten Pinbindungen immer bessere Kraftübertragung und Sicherheitsauslösung gewährleisten, geht der Trend ganz eindeutig in diese Richtung. Der Einstieg in die Bindung muss am Anfang geübt werden, dafür ist die Abroll­bewegung im Aufstiegsmodus sehr natürlich. Eine Rahmenbindung dagegen empfehle ich Leuten, die auch regelmäßig Piste fahr­en und nur gelegentlich aufsteigen wollen. Für die ­ers­ten Skitouren-Versuche kann man damit sogar normale Pistenstiefel benutzen.

Was hat sich bei den Pinbindungen denn konkret getan?

Mit der Fritschi Vipec ist jetzt ein Modell auf dem Markt, das auch vorne eine Sicherheitsaus­lösung hat*. Interessant ist auch die Kingpin von Marker, die greift den Schuh vorne mit Pins und gibt hinten durch einen klassischen Fersenautomaten guten Halt wie in ­einer Abfahrtsbindung. Insgesamt gebe­n auch die Pinbindungen inzwischen wirklich gutes Feedback an den Skifahrer. Viel hängt natürlich noch vom Stiefel ab.

* In einer früheren Version des Textes wurde hier auch die Dynafit Radical ST 2.0 genannt. Diese hat laut Dynafit vorne jedoch keine Sicherheitsauslösung sondern Rotationsvorderbacken. 

Was meinst du damit?

Je nach Einsatzbereich sind die Stiefe­l aus unterschiedlich harten Materialien ge­fertigt. Man unterscheidet außerdem die Zahl der Schnallen. Zweischnaller sind leicht, aber übertragen nicht ganz so direkt die Kräfte zwischen Ski, Bindung und ­Fahrer. Dafür sind sie im Gehmodus meist sehr beweglich und flexibel, das kann angenehm sein, wenn man zum Beispiel anfällig für Blasen und Druckstellen ist. Die Modelle mit vier Schnallen liegen am anderen Ende des Spektrums. Sie sind steifer, etwas schwerer und geben auch in der schnellen Freeride-Abfahrt noch viel Kontroll­e. ­Wichtig ist: Stiefel sollten von Anfang an möglichst gut passen – einlaufen funktioniert nicht, deshalb unbedingt vorhe­r ausgiebig anprobieren.

Bindungsfreudig: Die Radical 2 (links) von Dynafi­t ist ein überarbeiteter Klassiker. Die Kingpin von Marker verbindet Tourentauglichkeit mit Abfahrtsperformance. | Fotos: Dynafit und Marker
Bindungsfreudig: Die Radical 2 (links) von Dynafi­t ist ein überarbeiteter Klassiker. Die Kingpin von Marker verbindet Tourentauglichkeit mit Abfahrtsperformance. | Fotos: Dynafit und Marker

Wo wir gerade beim Thema sind, was kann man gegen Blasen tun?

Zunächst beraten wir schon beim Verkauf entsprechend der Fußform des Kunden. Denn jeder Hersteller hat seinen eigenen Leisten, und so fallen die Stiefel auch ­unter­schiedlich breit oder schmal aus. Danac­h können wir noch den Thermo-Innen­schuh anpassen und in ganz schlimmen Fälle­n auch die Schale bearbeiten. Ich rate aber immer erst mal, ein oder zwei Touren zu gehe­n, bevor man weitere An­passungen vornimmt. Ansonsten schwöre ich auf Merinosocken und gute Blasen­pflaster, mit denen man schon präventiv gefährdete Scheuerstellen schützen kann.

Thema Stöcke: Kann ich da auch die Trekking­modelle aus dem Sommer nehmen?

Wenn sich die Teller an deinem Stock tauschen lassen, geht das schon. Du brauchst einen großen Tiefschneeteller, der im ­weichen Schnee nicht versinkt. Spezielle Skitourenstöcke haben einen längeren Griff, den du auch kürzer greifen kannst, das ist besonder­s bei Querungen sehr angenehm. Außerde­m empfehle ich dir ein Modell mit Außenklemmung, das lässt sich auch mit Handschuhen noch gut bedienen.

Nach dem Aufstieg erfüllt sich oft der Traum von der Pulverschneeabfahrt. | Foto: Julian Rohn
Nach dem Aufstieg erfüllt sich oft der Traum von der Pulverschneeabfahrt. | Foto: Julian Rohn

Carbon oder Alu?

Das ist letztlich eine Budgetfrage. Bei ­Carbonstöcken solltest du darauf achten, dass das untere Segment verstärkt oder gleich aus Alu ist, weil Carbon gegen Skikanten doch recht empfindlich ist.

Zwei oder drei Segmente?

Weil du auf Skitour die Stöcke eigentlich nie ganz klein am Rucksack befestigen musst, sind zweiteilige Stöcke auch in Ordnung. Das ist eine Geschmacksfrage.

Wir haben jetzt Ski, Stöcke, Bindung und Stiefel – das reicht für die erste Skitour auf der Piste. Wenn es aber richtig ins Gelände geht, was braucht man noch zusätzlich?

Als reiner Pistengeher brauchst du noch keine Lawinenausrüstung. Aber sobal­d du das gesicherte Gelände verlässt, benötigst du das komplette Sicherheits­equipment. Also Lawine­n-Verschütteten-Suchgerät (LVS), Schaufel und Sonde.

Ist Schaufel gleich Schaufel?

Nein. Das Blatt sollte möglichst scharf und aus Metall sein, damit es gut in harten Schnee eindringt. Ich persönlich bevorzuge Modelle mit D-Griff, da komme ich auch mit Fäustlingen rein. Teleskop­stiele sind praktisch, wobei man hier auf eine gute Verarbeitung achten sollte. Noch wichtiger finde ich, dass die Schaufel eine Hackfunktion hat. Damit lässt sich der Aushub beim Graben zur Seite befördern.

Pinbindungen wie die Fritschi Diamir Vipec fixieren den Stiefel über Metallstifte. | Foto: Julian Rohn
Pinbindungen wie die Fritschi Diamir Vipec fixieren den Stiefel über Metallstifte. | Foto: Julian Rohn

Worauf muss ich bei Sonden achten?

Probiere im Laden, wie die Sonde einrastet und wie sie mit Handschuhen zu bedienen ist. Auch hier gibt es Alu- und Carbon­modelle. Von der Länge sind 240 Zentimeter gut. Liegt der Verschüttete tiefer, wird es schwer, ihn rechtzeitig auszubuddeln. Noch ein Tipp: Die Sonden werden mit ­kleinen Tasche­n verkauft, die du aber getrost zu Hause lassen kannst. Denn wenn ich die Sonde erst mit Handschuhen aus der Hülle fummeln muss, kostet das nur Zeit. Lieber das Stangenbündel mit einem dünnen Gummiband fixieren und direk­t in die vorgesehene Halterung im Rucksack stecken. Das dünne Gummi zerreißt im Notfall, und los geht’s …

Wie oft kontrollierst du deine Sicherheitsausrüstung?

Am Anfang der Saison checke ich, ob mein LVS-Gerät ein Software-Update benötigt. Die Updates für Mammut, Pieps und Ortovox kann man bei uns in der Filiale machen lassen. Vor jeder Tour prüfe ich die Batterien des LVS-Geräts, und zwar schon zu Hause. Gelegentlich schleife ich auch das Schaufelblatt mit einer Handfeile nach.

Was für ein LVS-Gerät empfiehlst du?

Drei-Antennen-Systeme sind Standard. Eine gute Markierungsfunktion ist wichtig, die dir bei Mehrfachverschüttungen hilft. Einige Geräte haben auch eine­n Hangneigungsmesser oder Kompass. Das hilft zwar auch Anfängern, Gelände einschätzen zu lernen, allerding­s können zu viele Funktionen auch verwirren. Egal welches Gerät: Es ist nur so gut wie sein Anwender, der sich damit auskennt. Auch das Sondiere­n und Schaufeln sollte man üben.

Der Airbag im Scott Air Free AP 30 KIT Alpride Rucksack lässt sich auch rausnehmen. | Foto: Scott
Der Airbag im Scott Air Free AP 30 KIT Alpride Rucksack lässt sich auch rausnehmen. | Foto: Scott

Wie oft sollte man mit der Sicherheits­ausrüstung üben?

Am Anfang sollte man auf jeden Fall einen Lawinenkurs beim Alpenverein oder bei einer Berg­schule absolvieren. Ich übe dann mehrmals pro Winter. Besonders, wenn ich mit einer neuen Gruppe unterwegs bin oder mal eine Pause von ein paar Wochen hatte. Zum Beispiel, wenn man früh auf einer Hütte ankommt und Zeit totschlagen müsste.

Was zeichnet einen guten Skitouren­rucksack aus?

Wir haben Rucksäcke mit und ohne Airbagsysteme. Alle sollten gut sitzen, vernünftige Skihalterungen haben sowie ein Extrafach für die LVS-Ausrüstung, damit sie immer gut und schnell greifbar ist. Für Tages touren reichen 30 Liter Volumen locke­r. Wenn Hütten- oder sogar Winterraumübernachtungen geplant sind, darf es auch ein 45-Liter-Sack sein. Bei Skitouren finde ich es gut, etwa­s mehr Platz für die Isojacke oder ein paar Extrahandschuhe zu haben.

Dazu kommen ja auch noch der Biwaksack und das Erste-Hilfe-Set …

Ich habe auch noch eine zweite Rettungsdecke dabei. Sowie ein Multitool, mit dem man die Bindung einstellen oder am Belag eine Macke glätten kann. Klebeband oder Kabel­binder können auch hilfreich sein.

Empfiehlst du einen Airbag-Rucksack für Skitouren?

Generell sind die etwas schwerer als nor­male Rucksäcke, aber für Tagestouren und Variantenfahren empfehlenswert. Bei längeren Touren muss man überlegen, ob man das Extragewicht schleppen möchte. Wir führen verschiedene Systeme, die alle unterschiedliche Vor- und Nachteile haben.

Regelmäßig üben: Die Lawinen-Ausrüstung ist nur so gut wie ihre Benutzer. | Foto: Michael Neumann
Regelmäßig üben: Die Lawinen-Ausrüstung ist nur so gut wie ihre Benutzer. | Foto: Michael Neumann

Welche Systeme hat Globetrotter?

Wir führen das Alpride-System von Scott und das System von ABS. Bei Alpride entfaltet sich ein Ballon im Nacken, der für Auftrieb sorgt. Bei einigen dieser Modelle lässt sich das Airbag-System herausnehmen, dann kannst du den Rucksack auch im Sommer nutzen. Alp­ride ist relativ leicht, und die Kartuschen lassen sich am einfachsten im Flugzeug transportieren. ABS dagegen hat zwei seitliche Auftriebs­körper, die meist fest eingebaut sind. Praktisch bei ABS: Beim Vario-System kann man Packsäcke unterschiedlicher Größe an die Basiseinhei­t anzippen.

Steigfelle selber zuschneiden oder gleich passend kaufen, was ist besser?

Fast alle Hersteller bieten zum Skimodell passende Felle an. Damit kannst du gleich loslaufen. Felle zuschneiden ist aber kein Hexen­werk. Da kann ich das Fell auch individuell anpassen, zum Beispiel bei einer breiten Schaufel mit viel Rocker einfach vorne im ungenutzten Bereich schmaler schneiden – das spart Gewicht. Wenn ich schon ein Fell besitze, kann ich das auch mit einem Zuschneidewerkzeug weiter anpassen und muss nicht gleich das Originalfell kaufen. Die Kanten dann mit einem Lötkolben veröden, dami­t sie nicht ausfransen.

Wie muss das Fell anliegen?

Es sollte den Belag gut ab­decken. Vor allem unter der Bindun­g. Nur die Kanten müssen frei bleibe­n, sonst rutschst du bei harten Querungen weg. Die Länge muss ausreichen und der Kleber noch kleben.

Ein Trio für Sicherheit: LVS-Gerät Pieps DSP Pro, Schaufel Pro Alu II und die Sonde 240 Carbon PFA von Ortovo­x. | Foto: Pieps, Ortovox
Ein Trio für Sicherheit: LVS-Gerät Pieps DSP Pro, Schaufel Pro Alu II und die Sonde 240 Carbon PFA von Ortovo­x. | Foto: Pieps, Ortovox

Kann man den Kleber erneuern?

Ich habe einen Kumpel, der hat den fünften Kleber drauf. Das alte Fell haben wir eingespannt und den alten Kleber mit Heißluftföhn und Spachtel entfernt. Anschließend mit Meterware von Contour wiederauf gebügelt, Plastikfolie abgezogen und fertig.

Worin unterscheiden sich Fell-Materialien?

Wenn ich schnell unterwegs sein will, greife ich zu Mohair, das gleitet sehr gut, ist aber nicht so robust wie ein Kunststofffell, das dafür nicht so gut gleitet. Eine gute Alter­native sind Mischfelle. Die kombinieren die Vorteile beider Materialien. Wichtig ist, die Felle immer gut zu impräg­nieren, damit sie kein Wasser ziehen, gefriere­n oder stollen können.

Wie geht das Imprägnieren von Fellen?

Wir haben dafür Sprays oder auch Wachse, die man gegen den Strich über das Fell zieht. Du kannst aber auch eine einfache Kerze mit viel Paraffin nehmen. Besonders im Frühjahr, wenn man häufiger durch nassen Schnee geht, habe ich immer ein Stück Wachs im Erste-Hilfe-Set.

Auf Skihochtour kommt noch die Gletscherausrüstung dazu. | Foto: Julian Rohn
Auf Skihochtour kommt noch die Gletscherausrüstung dazu. | Foto: Julian Rohn

Sind Klebefelle überhaupt noch State of the Art?

Es gibt auch Silikon- und Adhäsionsfelle. Die kann man ohne viel Kraft auseinanderziehen und unterm Wasserhahn reinigen.  Gelegentlich hat man damit aber das Probleme, dass sie nicht so gut am Ski haften wie ein Klebefell.

Hast du immer Harscheisen dabei?

Ja, wir empfehlen, Harscheisen zur Bindung gleich mitzukaufen. Wenn du erst mal in einem eisigen und steilen Hang stehst, ist es nämlich zu spät, und dann geht es schnell mal abwärts ... Klar, bei perfektem Pulverschnee braucht man keine Harsch­eisen, aber sobald der Schnee hart und das Gelände steil wird, sollen sie dabei sein.

Was sagst du zu Fangriemen?

Die finde ich nicht so gut, weil sie dir beim Sturz die scharfen Skikanten direkt um Wade und Schienbein kreiseln lassen. ­Außerdem wirst du in einer Lawine die Ski nicht los, sie ziehen dich dann wie ein ­Anker nach unten. Etwas uncool, aber echt praktisch sind Tiefschneebänder. Die be­-fes­tigst du an der Bindung und steckst das ­andere Ende unten in die Hose. Sobald du die Ski verlierst, wickelt sich das Band ab und markiert den Weg zum Ski.

Skibrillen wie die Notice OTG von Scott helfen auch auf Tour bei Schneefall und im Fahrtwind klaren Blick zu bewahren. | Foto: Scott
Skibrillen wie die Notice OTG von Scott helfen auch auf Tour bei Schneefall und im Fahrtwind klaren Blick zu bewahren. | Foto: Scott

Was sagst du zum Helm auf Skitour?

Ich trage für die Abfahrt immer einen! Es gibt inzwischen leichte Skitourenhelme. Die sind so gut belüftet, dass man sie sogar beim Aufstieg tragen kann. Manche dieser Helme erfüllen zugleich die Norm für Kletterhelme.

Sonnenbrille oder Skibrille?

Ich nehme für den Aufstieg eine Sonnenbrille und eine Skibrille für die Abfahrt oder wenn es stürmt und schneit

Was brauche ich zusätzlich noch für Skihochtouren?

Zu LVS-Ausrüstung und Helm noch eine Gletscherbrille, Gurt, Eisschrauben, Pickel, Steigeisen, Bandschlingen, Karabiner – eben die normale Gletscherausrüstung wie im Sommer auch. Ich nehme immer noch ein GPS mit, falls ich in Nebel oder einen Schneesturm komme. Da siehst du nix mehr. Besonders auf einem Gletscher sind dann absolut keine Orientierungspunkte mehr zu finden. Ich bin schon bis auf drei Meter an Hütten rangelaufen, ohne sie vorhe­r sehen zu können.

Nur 320 Gramm: Beim K2 Route fällt die Ausrede »Helme sind zu schwer für die Skitour« einfach weg. | Foto: K2
Nur 320 Gramm: Beim K2 Route fällt die Ausrede »Helme sind zu schwer für die Skitour« einfach weg. | Foto: K2

Was muss ich bei der Kleidung beachten?

Nimm spezielle Skitourensocken, die sind etwas dünner als Alpinskisocken. Bei der langen Unterwäsche schwöre ich auf Merinowolle. Darüber eine Hose und Jacke aus Softshell- oder Windstoppermaterial. Überhose und Hard­shelljacke hab ich beim Aufstieg im Rucksack, genauso wie eine dicke Isojacke für Pausen oder Notfälle. Außerdem habe ich je noch ein Paar dünne und dicke Handschuhe dabei sowie Mütze, Stirnband und ein Buff-Tuch.

Hast du noch einen letzten Ratschlag?

Ich habe immer den Satelliten-Messenger Spot Gen 3 dabei, der alamiert im Notfall auf Knopfdruck die Rettungskräfte – ganz ohne Handynetz. Und neben aller Ausrüs­tung: Du benötigst entsprechendes Know-how. Ohne einen Lawinenkurs zum Beispiel würde ich dich nicht ins Gelände lassen.

 
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