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Auf die Harzer Tour: Streifzug durch den Oberharz

Foto: Michael Neumann
Kaffee nur im Kännchen, Kniebundhosen allerorten und die goldene Wandernadel über alles? Von wegen. Der Harz, Deutschlands wildestes Mittelgebirge nördlich der Donau, präsentiert sich längst vom alten Mief befreit und lockt den Multisportler. Morgens Wildwasser paddeln, mittags klettern, nachmittags mountainbiken? Bitte schön. Und gut wandern lässt es sich natürlich immer noch.
Immer wieder samstags: Kraftwerksablass an der wilden Oker. | Foto: Michael Neumann

Und Rutsch! Und Platsch! Und Rutsch! Und Platsch! Wie die Lemminge stürzen sich die Kajakfahrer in ihrer bunten Neoprenmontur über eine Rutsche am Parkplatz in Romkerhall in die Fluten der eisigen Oker. Obwohl der Hochsommer mit beinahe 30 Grad Lufttemperatur hält, was er verspricht, hat das Wasser der Oker gerade mal sechs Grad. Der Grundablass vom nahen Stausee ist schuld, denn bei einer Stauhöhe von 66 Meter ist es in seinen Tiefen immer gleich kalt. Vier bis sechs Stunden am Tag lässt der Stausee Wasser durch die Turbinen des Kraftwerks laufen, um es dann eineinhalb Kilometer weiter unten im Nachstaubecken wieder einzufangen. Auf der Strecke dazwischen geht es ordentlich zur Sache. Große Wackersteine zwingen das Wasser zu einem verzwickten Slalom und die bunten Kajaker haben ihre liebe Not damit. Wildwasser III-IV auf der ingesamt sechsstufigen Schwierigkeitsskala ist aufgerufen, experts only. Aufgrund des Temperaturunterschiedes liegt eine zähe Nebelbank über dem Fluss und verstärkt den Schwierigkeitseindruck noch. Da schlottern schon beim Zuschauen die Knie. Fragt man die Locals auf dem Wasser, bekommen sie trotzdem ganz glänzende Augen. Als tollstes Stück Wildwasser zwischen Flensburg und Fulda preisen sie »ihre« Oker. Und die Harzwasserwerke. Denn denen seien die regelmäßigen Ablasszeiten zu paddlergerechten Zeiten zu verdanken. Manche »Okerveteranen« kommen seit Jahrzehnten beinahe jedes Wochenende hierher, um sich in den Katarakten mit klangvollen Namen wie »Wilder Wilfried«, »Hexenritt« und »Geisterbahn« auszutoben.

Ein derartiges Temperament hätte man dem Harz gar nicht zugetraut. Beim vielleicht deutschesten aller Mittelgebirge, jahrzehntelang vom Eisernen Vorhang in zwei sehr ungleiche Stücke geteilt, denken viele immer noch an Kaffeefahrten mit Heizdeckenverkauf, Kneippkuren und rotsockige Wandersleut powered by Mephisto auf der Jagd nach der nächsten Wanderstockplakette. Klischees, die sich bei einer aktuellen Bestandsaufnahme als völlig haltlos erweisen.

 

Bildergalerie: Ein Streifzug durch den Oberharz

 

Der Hexe auf der Spur

Auch das obere Odertal gehört zum Nationalpark Harz. | Foto: Michael Neumann

Dabei ist die Oker nur eines von vielen Beispielen, dass es der Harz faustdick hinter den Ohren hat. Jüngstes Vorzeigeprojekt ist der Harzer-Hexen-Stieg. Dieser Fernwanderweg von Osterode bis Thale – erst 2008 vom Wandermagazin aus 200 Routen zum schönsten deutschen Wanderweg gekürt – reiht die Highlights des Oberharzes aneinander wie Roger Federer Grand-Slam-Siege. In vier Tagen läuft man auf alten Handelswegen durch dunkle Tannenwälder via Brocken bis zur Bodeschlucht bei Thale. Übernachtet wird ganz kommod in ausgewiesenen Pensionen und Hotels entlang der Route. Oft kreuzt der Weg ein künstliches Kanalsystem, welches einst die Harzer Bergbaubetriebe mit Energie versorgte. Das als »Oberharzer Wasserregal« bezeichnete Geflecht aus Bächen, Kanälen und Stauseen ist weltweit einzigartig und soll 2010 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt werden.  

Große Teile der Strecke führen durch den Nationalpark Harz. Dieser umfasst seit 2006 weite Teile des Oberharzes zwischen Herzberg, Bad Harzburg, Ilsenburg und Braunlage, ist Deutschlands größter Waldnationalpark und trägt einen erheblichen Teil zum Bild des neuen »wilden« Harzes bei. Momentan werden 41 % der Fläche sich selbst überlassen, womit der Harz quasi der Lehrling unter den deutschen Nationalparks ist, bis spätestens 2020 soll diese »Naturdynamikzone« auf über 75 % ausgedehnt werden.

Highlight der Tour ist der Brocken, nicht nur aufgrund seiner Höhe von 1142 Metern. Der Hauch der Geschichte weht einem dort oben beständig um die Ohren. Schon Goethe ließ seinen Faust auf dem »Blocksberg« mit den Hexen tanzen. Und Heinrich Heine trug sich unbestätigtem Gerüchten zufolge auf seiner »Harzreise« wie folgt ins Gipfelbuch ein: »Viele Steine, müde Beine, Aussicht keine, Heinrich Heine.« Nach der deutschen Teilung wurde der Brocken 1961 militärisches Sperrgebiet, und erst am 30. März 1994 verließ der letzte sowjetische Soldat den Berg. Noch heute künden die riesigen Abhöranlagen von dieser unseligen Zeit. Bis nach Frankfurt am Main konnten die Russen damit den Funkverkehr der NATO abhören.
 

Harz für ganz Harte

 

Stilvolle Steighilfe: Die Schmalspurbahn auf den Brocken. | Foto: Michael Neumann

Der Brocken hat noch mehr sonderbare Seiten. Mit jährlich über 300 Nebeltagen und einer Jahresdurchschnittstemperatur von 2,6 °C ist das Klima auf dem Gipfel vergleichbar mit dem Islands. Subalpine Heiden bestimmen das Landschaftsbild, die Baumgrenze findet sich etwas unterhalb bei 1100 Meter – was fantastische Fernblicke in alle Richtungen garantiert. Wer es ganz extrem mag, kann im Oberharz sogar für größere Wintertouren in arktischen Gefilden trainieren. Eine Schneedecke liegt an 176 Tagen im Jahr und die Temperaturen gehen bis minus 28 °C in den Keller.

Das zweite »große Ding« neben den Hunderten von Wanderkilometern ist das Mountainbiken. Bergradler finden zwischen Seesen und Schierke 62 speziell ausgeschilderte Touren mit 1800 Kilometern Länge und 50.000 Höhenmetern. Und wer nicht ständig Schilder im Wald suchen will, bekommt zu allen Touren auch die passenden GPS-Tracks. Unterstützt wird das Projekt von den regionalen Volksbanken, so dass man – die Allianz-Arena in München lässt grüßen – von der »Volksbank-Arena Harz« spricht, wenn man das beste Mountainbiken in Norddeutschland meint.

Hoch hinaus mit Netz und doppeltem Boden

Und Zieh! Und Schnauf! Und Zieh! Und Schnauf! Der Kreis dieses Harzer Streifzuges schließt sich wieder im Okertal, wo etwas flussab des Nachstaubeckens die Marienwand in den Himmel wächst. Dort wird geklettert, was die Reibung hergibt. Der griffige Granit und unzählige gesicherte Routen bis zum Schwierigkeitsgrad VI+ machen den Fels zur ersten Adresse für alle Hobby-Kraxler. Und anders als auf dem nahen Wildwasser der Oker können an der Marienwand auch Anfänger ihre ersten Höhenmeter kraxeln – natürlich nur unter Anleitung vom Kletterlehrer. Die Bergsport Arena in Sankt Andreasberg beispielsweise schult hier das kleine und große Einmaleins des Kletterns. Wer zunächst seinen Schwindel überwinden und Seiltechnik probieren will, kann auch in deren Hochseilgarten üben.

Und das Kleingedruckte? Klar, im Vergleich zu Alpen & Co. ist das Mittelgebirge Harz nur eine Miniaturausgabe. Und doch lässt sich hier auf kleinstem Raum ein Aktiv-Urlaub verbringen, der alles hat: ein bisschen Gardasee, ein bisschen Schweden, ein bisschen Kanada, ein bisschen Sibirien – zu einem bisschen der Kosten.

 

4-Seasons Info

Streifzüge durch den Oberharz

Wer im Harz richtig hoch hinauswill, fährt in den Oberharz. Zwischen Buntenbock und Sankt Andreasberg entkommt man in bis zu 900 Meter Höhe der Sommerhitze oder kann sich im Winter an Schnee satt erfreuen. Auf der To-do-Liste: wandern, paddeln, biken, klettern, baden, Gleitschirm fliegen und Ski fahren. Kurzum: der Harz ist ein Outdoor-Paradies allererster Kajüte.
 

Karte HarzBeste Zeit
Der Harz hat rund ums Jahr Saison und seine Lage wirkt auf Ballungszentren wie Hamburg und Berlin wie ein Magnet. Wer jedoch die Hauptferienzeiten meidet und auch mal mit den Hühnern aufsteht, kann viele Wege und Orte ganz für sich allein genießen – Kanada-Feeling inklusive.  

Wandern
Hunderte Kilometer Wanderweg vom barrierefreien und damit rollitauglichen Pfad bis hin zur kernigen Mehrtagestour erfreuen den Wandervogel. Prunkstück des Wegenetzes ist der Harzer-Hexen-Stieg. Er verbindet Osterode mit Thale und kann in bis zu sieben Etappen »bezwungen« werden. Wer mag, kann dies sogar ohne Gepäck tun, denn zahlreiche Anbieter haben eine perfekte Logistik rund um den Stieg ersonnen. Weitere Infos unter www.hexenstieg.de.

Paddeln
Allererste Wahl für alle Kanu-Neulinge sind die fünf Talsperren des Oberharzes. Auf Oker- und Odertalsperre bietet die Bergsport Arena Sankt Andreasberg (www.action-im-harz.de) Kanutouren an. Wer lieber etwas Strömung unterm Kiel will, sollte mit dem gleichen Veranstalter die Rhume im Harzvorland ansteuern, einer der schönsten Kleinflüsse Norddeutschlands. Auf die wilde Oker dagegen sollten sich nur sattelfeste Kanuten wagen. Allgemeine Infos zum Sport unter www.kanumagazin.de.

Klettern
Richtige Berge, die man nur mit  Seil und Klettergurt ersteigen kann, gibt es im Harz nicht. Wohl aber Hunderte kleiner Felsen, an denen sich Bergfexe ordentlich austoben können. Bekanntester Kletterfels im Oberharz ist die Marienwand bei Romkerhall. Allgemeine Infos: www.klettern.de.

Mountainbike
Ausgeschilderte Trails und bikefreundliche Pensionen, bei denen man nach der Tour sein Bike »abkärchern« kann – Radlerherz, was willst du mehr? GPS-Tracks vielleicht. Bitte schön, auch die gibt‘s: www.volksbank-arena-harz.de.
 

Übernachten

Logo Oberharz

Infos
Infoquelle Nr. 1 ist das Online-Urlaubsportal www.oberharz.de.

 

 

Kommentare

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