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Arkaba Walk: Könige in der Wildnis

Bei der geführten Wanderung vermitteln die Guides auch viel Outback-Wissen. | Foto: Tourism Australia
Tagsüber durch die uralten Flinders Ranges streifen und Kängurus beobachten, abends am gedeckten Tisch Wein nippen und Sterne ­gucken. Der Arkaba Walk vereint großartige ­Wildnis mit großartigem Komfort.

Der Wecker ist hier draußen überflüssig. Die Augen blinzeln bereits, wenn der Himmel blau dämmert, und sobald man sich erinnert, wo man ist – im südaustralischen Outback, am dritten Tag auf dem Arkaba Walk –,  schält man sich schnell aus dem Swag, um den Morgen nicht zu verpassen. Denn die ersten Minuten, in denen Geräusche und Farben langsam in die verschlafene Stille des Outbacks dringen, sind besonders. Im Schlafanzug sitzt man auf dem kleinen Holzdeck und trinkt English-Breakfast-Tee. Im Sichtfeld ruht die Elders Range, hinter dem Rücken taucht die Sonne auf. Behutsam tunkt sie die Spitzen der Bergkette in warme Farben und lässt ihre Strahlen den Fels heruntergleiten, erst rot, dann pink, dann orange. Als sie die Spitzen der Eukalyptusbäume und Zypressen erreicht, fangen ein paar grüne Ringsittiche an zu plappern. Beim letzten Schluck Tee rollt sich das ganze Licht der Morgensonne wie ein goldener Teppich auf dem staubigen Erdboden zum Fuße des Schlafgemachs aus. Frühstücksfernsehen vom Allerfeinsten.

Feierabend im Ouback. | Foto: Randy Larcombe
Feierabend im Ouback. | Foto: Randy Larcombe

Der viertägige Arkaba Walk vereint zwei Welten: Wildnis und Komfort. Das heißt: tagsüber durch den wilden australischen Busch wandern, und nachts komfortabel wie die Könige speisen, trinken und im Luxus-Swag – der typischen australischen Kombination aus Zelt und Schlafsack – schlafen. Der Weitwanderweg ist 45 Kilometer lang und führt durch einen Teil des Flinders Ranges National Park und die angrenzende 24 000 Hektar große Arkaba Station in Südaustralien. Die Gegend ist steinalt, vor 600 Millionen Jahren wurde sie geformt – ein Paradies für Geologen. Um sich einen Überblick zu verschaffen, kraxelt man am ersten Tag dem Guide hinterher auf den südlichen Rand des Wilpena Pound, eines natürlichen, 17 Kilometer langen und 8 Kilometer breiten Berg-Amphitheaters. Von dort oben erblickt man die Weite und die Wanderroute. Das Outback ist nicht flach wie gewohnt; noch vor dem Horizont erheben sich Berge.

Drei-Gänge-Menü im Busch

Die erste Nacht verbringt man im Black’s Gap Camp. Schon 1850 war dies eine Übernachtungsstätte der Schaffarmer. Damals gab es statt des Drei-Gänge-Menüs Bush Tucker – sozusagen alles Essbare aus dem Busch – und Tee aus der Billy-Metalldose. Ein Steinofen erinnert noch an diese Zeit, nun steht er ein bisschen verloren da. Seit 2009 ist das Land rund um die Arkaba Station in Besitz von Wild Bush Luxury, die es in ein privates Naturschutzgebiet verwandelt haben. Das heißt: keine Schafe und keine Landwirtschaft mehr. Das Land soll sich jetzt erst einmal von der 150-jährigen Schafzucht erholen. Die ehemaligen Schafweiden sieht man am nächsten Tag, als der Pfad über hügelige Landschaften führt. Man läuft zwei Kilometer den Heysen Trail entlang, benannt nach dem deutschstämmigen australischen Künstler Hans Heysen, der sich 1926 bei seinem ersten Besuch in den Flinders Ranges von dem Licht, den Farben und vor allem den Eukalyptusbäumen verzaubern ließ. Am Wegesrand stehen diese Eukalyptusbäume, und wenn man die Blätter zwischen den Fingern zerreibt, die wie das Schaumbad zu Hause riechen, und die helle Rinde streift, die sich vom Stamm abschält, kann man Herrn Heysen nur zu gut verstehen. Am liebsten würde man die Landschaft selbst verewigen und als Erinnerung mitnehmen, in Heysens Wasserfarbtönen Rot, Ockergelb, Bronze und gebrannter Siena.

Das ist schon noch ein kleines bisschen schöner als ein Bett im Kornfeld. | Foto: SATC
Das ist schon noch ein kleines bisschen schöner als ein Bett im Kornfeld. | Foto: SATC

Die Farben haben sich über die Zeit nicht verändert, alles wirkt ein bisschen verbrannt und rot und verblasst von der gleißenden Hitze, gesprenkelt mit hellgrünen Büschen. Man läuft an ausgetrockneten Flussbetten und Sandsteinfelsen vorbei, und alles wirkt so still, bis wieder ein Schatten durch die Sträucher hüpft. In dieser ­Gegend sind  ­Gelbfuß-Felskängurus und Rote Riesen­kän­gu­­rus heimisch, und sie springen so federleicht herum, als wären sie auf ­einem Pfad aus kleinen Trampolinen unterwegs.

An den Abenden setzt man sich an den gedeckten Tisch, auf der weißen Tischdecke wird ein Drei-Gänge-Menü serviert, am Himmel zeigen sich die Sterne. Südaustralischer Wein füllt die Gläser, und man fühlt sich wie im Traum. Man spürt das wilde, weite Outback drumherum, doch wie das bei schönen Träumen so ist, ist alles ein bisschen leichter. Man riecht gut dank der Outdoordusche, isst gut dank der Spitzenküche und wird nach zwei Nächten im Swag nun im Bett des restaurierten Farmhauses, der Arkaba Home­stead, schlafen. Gebannt schaut man in das knisternde Lagerfeuer, für das Hans Heysen sicher bereits die richtigen Wasserfarben gemischt hätte, und freut sich schon darauf, dem Outback morgen von der Veranda beim Aufwachen zuzuschauen.

 
GM Info

Arkaba Walk

Der Arkaba Walk ist einer der Great Walks of Australia und führt 45 Kilometer lang vom Wilpena Pound Resort zum Arkaba Homestead. Die Wanderung findet regelmäßig von Mitte März bis ­Mitte Oktober statt und ist mittelschwer bis anspruchsvoll. Ein Guide führt eine Gruppe von bis zu zehn Personen. Inklusive sind zwei Nächte im Luxus-Swag, eine Nacht im Arkaba Homestead, Gourmet-Mahlzeiten und Wanderverpflegung, professioneller Wanderführer, südaustralischer Wein, Transport des Gepäcks von Camp zu Camp und Nationalparkeintritt.

Info und Buchung: www.arkabawalk.com

Über Südaustralien allgemein: www.southaustralia.com

 

 
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