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Alle Herbste wieder: Die Grippe-Impfung

Prof. Dr. Tomas Jelinek leitet das Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin (www.bcrt.de).
Prof. Dr. Tomas Jelinek leitet das Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin (www.bcrt.de). | Foto: Jens Klatt
Dr. Thomas Jelinek klärt auf, warum der Frühherbst die wichtigste Zeit für die Grippevorbeugung ist.

Es ist wie mit den Winterreifen: Kaum jemand denkt schon im September oder Oktober an die bevorstehende Grippesaison. Husten und Fieber erscheinen noch genauso weit weg wie Schneeschauer und Glatteis. Dabei ist jetzt, im Frühherbst, die wichtigste Zeit zur Grippevorbeugung. Aber der Reihe nach …

 

Was ist noch Erkältung, wo beginnt Grippe?

Erkältung, Grippe, grippaler Infekt – die Verwirrung beginnt schon bei den Begriffen. Selbst Ärzte meinen meist eine Erkältung, wenn sie vom »grippalen Infekt« sprechen. Manche Symptome sind gleich. Husten und Halsschmerzen kommen sowohl bei Grippe als auch bei Erkältung vor. Und doch gibt es wichtige Unterschiede:

  • Eine Erkältung kommt schleichend, oft beginnend mit Halskratzen. Eine Grippe hingegen setzt schlagartig ein, etwa mit starken Kopf- und Gliederschmerzen.
  • Bei einer Erkältung hat man in der Regel kein Fieber, höchstens leicht erhöhte Temperatur. Bei einer Grippe tritt häufig Fieber über 38,5 Grad auf.
  • Sofern keine Komplikationen auftreten, ist eine Erkältung nach einer Woche ausgeheilt. Eine Grippe verläuft meist langwieriger. Fünf bis sieben Tage Bettlägerigkeit sind keine Ausnahme.
  • Eine Erkältung ist lästig, aber harmlos. Die Grippe kann tödlich enden. Im Winter 2015 / 16 starben deutschlandweit 161 zumeist ältere Menschen daran.
  • Ursache für eine Erkältung können verschiedenste Erreger sein. Die Grippe indes wird von einer ganz speziellen Virusgattung ausgelöst: den Influenza-Viren. Und hier kommt die Impfung ins Spiel.
 

Wie funktioniert die Grippeimpfung?

Gegen Erkältungen gibt es keinen Impfstoff, aber Hinweise darauf, dass Menschen mit Grippeimpfung seltener erkältet sind. Die Erreger der »echten Grippe« mutieren sehr schnell. Deshalb bringen die Pharmafirmen auf Empfehlung der WHO jeden Herbst neue Impfstoffe heraus. Bedeutet: Man muss sich jeden Herbst aufs Neue impfen lassen. Es gibt sogar Jahre, in denen im Herbst ein unerwarteter Virusstamm auftaucht, den der Impfstoff nicht abdeckt. Es kann also in seltenen Fällen vorkommen, dass man trotz Impfung an Grippe erkrankt.

 

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Grippeschutzimpfung ist gut verträglich und verlässlich (80-prozentiger Schutz gegen schwere Verläufe). Eigentlich könnte – und sollte – sich also jeder den jährlichen Pikser beim Arzt abholen. Die Impfung kostet 25 bis 30 Euro. Oft zahlt das die Kasse. Besonders empfohlen wird die Impfung für die Hochrisikogruppen:

  • Personen ab 65 Jahre
  • Bewohner von Pflegeeinrichtungen und Massenunterkünften
  • Personen mit chronischen Lungen- bzw. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes mellitus), Niereninsuffizienz oder Immunschwäche
  • Personen in Jobs mit viel Kundenverkehr
  • medizinisches Personal
  • Schwangere

Der Impfschutz tritt zwei Wochen nach dem Spritzen ein. Daher rechtzeitig zum Arzt!

 

Was gibt es für Impfstoffe?

Manche Impfstoffe eignen sich eher für Jüngere, andere für Ältere. Oder auch für Hühnereiweiß-Allergiker. Fragen Sie Ihren Arzt!

 

Wann ist Grippesaison?

Auf der Nordhalbkugel treten von Dezember bis April Epidemien auf. Auf der Südhalbkugel von April bis Oktober. In den Tropen wird Grippe das ganze Jahr übertragen.

 

Sollte man sich auf Reisen schützen?

Das Infektionsrisiko hängt von Jahreszeit und Ort ab. Es gab schon Grippe-Epidemien auf Kreuzfahrtschiffen – eingeschleppt von Passagieren aus Weltteilen, in denen gerade das Influenzavirus kursierte. Klimaanlagen in Hotels oder Flugzeugen fördern die Verbreitung. Daher sollte für folgende Reisen eine Influenza-Impfung erwogen werden:

  • Reisen in die Tropen unabhängig von der Jahreszeit
  • Reisen auf die Südhalbkugel von April bis September
  • Gruppenreisen mit Personen aus Epidemiegebieten
 
Globetrotter Magazin Info

Reisepraxen in den Globetrotter-Filialen Hamburg, Dresden, Köln, Frankfurt, München, Stuttgart und Berlin*. Öffnungszeiten: Mo – Fr 15 – 19 Uhr, Sa 12 – 17 Uhr. Die Reisepraxen beraten zu allen reise-medizinischen Themen. Impfungen erfolgen direkt vor Ort.
Anmeldung nicht erforderlich.

* Die Impfambulanz bei Globetrotter Berlin (Mo – Fr 15 – 19 Uhr, Sa 11 – 15 Uhr) wird vom Institut für Tropenmedizin der Charité betrieben, die Reisepraxen der anderen Filialen vom BCRT.

 

 
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