präsentiert von:

Alix von Melle und Luis Stitzinger auf der Shisha Pangma

Alix von Melle und Luis Stitzinger auf dem Gipfel der Sisha Pangam in Tibet. | Foto: Archiv GoClimbAMountain – Stitzinger/von Melle
Das deutsche Höhenbergsteigerpaar Alix von Melle und Louis Stitzinger haben Ende April ihren sechsten Gipfelerfolg an einem Achttausender gefeiert. Die Shisha Pangma zeigte sich dabei für die Pressesprecherin der Globetrotter Filiale München von ihrer unbequemen erwarteten Seite: viel Schnee und stürmisch!

Den kleinsten der 14 Achttausender hatte sich das deutsche Höhenbergsteigerpaar Alix von Melle und Luis Stitzinger für 2013 vorgenommen. Als einziger Achtausender steht die Shisha Pangma komplett auf tibetischem Grund. Auch wenn der 8027 Meter hohe Berg zu den eher einfachen Achttausendern zählt, vereiteln oft starke Winde, kalte Temperaturen und tiefer Schnee eine erfolgreiche Besteigung. 

Der Hauptgipfel, den ein langer exponierter und häufig stark überwechteter Grat vom Zentralgipfel trennt, wird nur selten erreicht. Ziel von Alix und Luis war die Begehung der klassischen Route der Erstbesteiger ohne Hochträgerunterstützung und Verwendung von zusätzlichem Sauerstoff. Im Anschluss sollte die vollständige Skibefahrung des Berges stehen. 

Manaslu 2012: Saskia statt Luis, doch nur auf dem Foto - hinter der Kamera ist auch Luis beim Gipfelversuch dabei. | Foto: Archiv GoClimbAMountain – Stitzinger/von Melle
Früher als erwartet, erfolgte nun die Nachricht des Gipfelsiegs. »Die ganze Expedition hat wirklich wie am Schnürchen geklappt, kein Tag des Wartens wegen schlechten Wetters oder anderer Verzögerungen«, berichten von Melle und Stitzinger aus dem Basislager in Tibet. Schließlich waren nur 25 Tage seit Expeditionsbeginn vergangen. »Angeblich wurde die Shisha Pangma noch nie vor Mai – mit Ausnahme von Moros und Morawskis Winter-Begehung – bestiegen. Wir schätzen uns glücklich, so schnell und komplikationslos zum Zuge gekommen zu sein“, so das Ehepaar.

Somit ist Alix von Melle und Luis Stitzinger bereits der sechste Gipfelerfolg an einem Achttausender ohne Verwendung von zusätzlichem Sauerstoff geglückt. In den Jahren zuvor standen sie auf den Gipfeln des Cho Oyu, Gasherbrum II, Nanga Parbat, Dhaulagiri und Broad Peak – am Makalu, K2 und Manaslu hatten sie umkehren müssen.

 

Trotzdem zeigte sich die Shisha Pangma von der erwarteten unbequemen Seite. Schon im Basislager berichten die Beiden von ungewöhnlich viel Schnee, sodass bereits der weitere Aufstieg auf Ski erfolgen konnte. Die Bestückung der Hochlager erfolgte zusammen mit dem befreundeten Expeditionsbergsteiger Rupert Hauer. Unerwartet früh erfuhren sie von einer positiven Wetterprognose und so entschieden sie sich für einen frühen Gipfelversuch am 30. April. Zwei Tage zuvor brachen von Melle, Stitzinger und Hauer zunächst zum Lager 1 (6450 m) und einen Tag später zum Lager 2 (7100 m) am oberen Ende eines vergletscherten Hochtales auf.

Der Gipfeltag begann kalt – die Bergsteiger hatten bereits im Daunenanzug in den Schlafsäcken genächtigt. Um 2.15 Uhr brachen sie auf und stiegen mit Pickeln ohne Fixseile über 40-45 Grad steile Hänge – wechselnd durch Schnee oder über Blankeis. Angesichts der Verhältnisse entschieden sie sich, anstelle der Normalroute auf den Zentralgipfel, die Inaki-Variante durch die Nordost-Wand des Gipfels zum Hauptgipfel zu versuchen. Diese führte sie – bei zunächst traumhaft schönem Wetter – durch eine bis zu 50 Grad steile Rinne, in der knietiefer Schnee mit pickelhartem, blauem Wassereis abwechselte.

Schon ab dem Basislager ging es nur mit Ski weiter. | Foto: Archiv GoClimbAMountain – Stitzinger/von Melle
Unterhalb des ausgesetzten Gipfelgrates überraschte die Bergsteiger ein jäh zunehmender Wind. »Die Böen erreichten Geschwindigkeiten, die uns ein paar Mal regelrecht von den Füßen hoben«, berichtet von Melle. Sie sahen ihre Chancen schon schwinden. Nach einer halben Stunde Wartezeit wurde der Wind schwächer, am kurzen Seil starteten sie einen Versuch und erreichten über den messerscharfen Grat einen Vorgipfel. Um 13.30 Uhr standen sie auf dem höchsten Punkt: 8027 Meter. Etwa eine halbe Stunde genossen sie die Aussicht auf Mt. Everest, Lhotse, Nuptse und Cho Oyu. Dann begann der Abstieg: Luis Stitzinger fuhr mit Ski, Alix von Melle stieg zu Fuß ab. Im Hochlager 2 trafen sie sich wieder. Nach einer weiteren Nacht fuhren sie bei schlechtem Wetter gemeinsam mit Ski ab bis zum Gletscherbruch oberhalb des Basislagers. Mittlerweile sind beide auf der Rückreise über Kathmandu (Nepal) nach Hause.

Wen es auch einmal auf einen Achttausender zieht, findet in Alix’ Packliste alles Nötige für diesen Trip.

 
weiterführende Artikel: 
16.05.2011ArtikelMenschenKollege Globetrotter

Alix von Melle: Auf dem fünften Achttausender

Alix von Melle hat die steilste Karriere gemacht, die eine studierte Geografin machen kann: Sie kam von der Waterkant, lernte klettern, stieg auf die Gipfel von bisher vier Achttausendern – und eroberte zuletzt den Posten als Pressesprecher zum Artikel
27.07.2011ArtikelAktuell

Broad Peak: Alix von Melle auf dem Gipfel

Alix von Melle — Pressesprecherin der Münchner Globetrotter Filiale — und ihr Lebensgefährte Luis Stitzinger haben es trotz langer Schlechtwetterphase auf den Gipfel des Broad Peak geschafft. zum Artikel