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App-Fotograf Felix Fiedler: Fotografieren so nebenbei

Beim Sprung in den Gardasee mal »nebenbei« erwischt. | Foto: Felix Fiedler
Der Globetrotter-App-Fotograf muss kein gestandener Profi sein. Gerne geben wir jungen Fotografen eine Chance auf der großen Bühne. Diese betritt heute: Felix Fiedler aus München mit seinen Bildern.

Felix, du warst unsicher und zaghaft bei deiner Bewerbung zum Globetrotter App-Fotografen. Warum? Deine Bilder sind abwechslungsreich und hinterließen in der Redaktion einen bleibenden Eindruck.

Erst einmal danke für das Kompliment. Hätte auch ein Schuss in den Ofen sein können, diese Bewerbung. In der Familie und so beim »Herzeigen« habe ich immer schon viel positive Resonanz bekommen, doch man weiß ja nie, ob Freunde und Verwandte immer so die Wahrheit sagen oder nur Schmeicheln wollen. So war ich mir bis zu eurem Anruf eher unsicher und musste mich vorher auch erst überreden lassen, meine Bilder überhaupt einzureichen. Aber nun bin ich froh, dass ich es gemacht habe.

Jetzt  werden deine Bilder für den nächsten Monat auf den Großbildschirmen in den Globetrotter-Filialen und in der Globetrotter-App gezeigt. Glückwunsch. Den Zuschauern präsentierst du ein sehr breites Portfolio?

Viel mehr als nur ein Schnappschuß – unterwegs im Karwendel. | Foto: Felix Fiedler
Die Kamera ist eigentlich immer nebensächlich dabei. In den letzten Jahren hatte ich die Möglichkeit viele interessante Länder zu bereisen, außerdem wohne ich in München und man kann auch mal schnell in die Berge oder einen See im Alpenvorland. So reicht mein Portfolio vom indonesischen Strandfoto über das norwegische Fjell zu den grandiosen Bayrischen Voralpen. Meine große Vorliebe ist dabei eher die Landschaften verschiedener Länder aufzunehmen, wobei auch gerne mal eine Person drin vorkommen kann, die dann dem Bild noch die extra Würze gibt. Meine Fotos entstehen dabei meist nebenbei, da ich mir keine Models leiste, sondern alles mit Freunden aufnehme. Das geht nur so lange, wie sich die Jungs und Mädels von der späteren Bildauslese motivieren lassen, so ist auch der ein oder andere Schnappschuss in der Auswahl, wenn es mal wieder schnell gehen musste. 

Verfolgst du eine bestimmte Taktik bei der Fotokomposition?

Dabei vertraue ich vollkommen auf meine und die spontanen Handlungen meiner Freunde. Oft kommen witzige und gute Motive einfach so zustande. Ich muss ja keine Auftragsarbeiten abliefern oder bestimmte Produkte in Szene setzen. Ganz selten dirigiere ich natürlich auch mal und lasse meine »Models« verstohlen in den Himmel schauen oder händchenhaltend durchs Panorama marschieren. Aber immer nur so, dass keiner genervt ist und der Tag nicht in Arbeit ausartet. Schließlich machen wir das alles ohne Auftrag nur für uns - und jetzt eben mal für die Globetrotter-App.

 

Bildergalerie: App-Fotograf Felix Fiedler: Fotografieren so nebenbei

Was machst du dann im richtigen Leben?

Ich bin Student an der Fachhochschule in München – eingeschrieben im Fachbereich Energie- und Gebäudetechnik. Kurz nach meinem Abitur habe ich mich ein Semester mit einem E-Technik-Studium an der TU München versucht. Ich musste aber feststellen, dass mir die theoretische Ausrichtung eines Universitätsstudiums nicht liegt. Die Zeit an der TU möchte ich trotzdem nicht missen. Viele nette Leute begleiten mich seit diesem Jahr auch heute noch in den Bergen und sind auch auf den App-Bildern häufiger zu sehen. Ich habe dann schnell an die Fachhochschule gewechselt und dort mein E-Technik-Studium weitergeführt, inzwischen bin ich bei Energie- und Gebäudetechnik gelandet. Ganz ursprünglich, war eh ein Sportstudium vorgesehen.

Sportstudium und E-Technik, da liegen doch Welten dazwischen?

Straßenverkehrsordnung – Pustekuchen auf den Straßen Dehlis.| Foto: Felix Fiedler
Auf den ersten Blick schon, aber ich konnte mich für beides faszinieren und nachdem ich durch eine schwerere Verletzung kurz vorm Abitur das Sportstudium streichen musste, war klar, dass es in die technische Richtung geht. Aber diese Knieverletzung hat mir auch eine andere Tür geöffnet. Eigentlich hatte ich schon Geld zurückgelegt, um die Wintersaison wieder voll auskosten zu können. Das war nun übrig und so investierte ich in eine Canon EOS 450D und ein Sigma 18-200mm Objektiv. Beides benutze ich noch heute. Die Zeit, in der ich gezwungenermaßen die Beine hochlegen musste, habe ich genutzt, um mich mit der Technik vertraut zu machen. Internet und Bücher sind ein unerschöpflicher Wissensspeicher, was Fotografieren betrifft. Doch alle Theorie nützt nichts, wenn man nicht übt, Neues ausprobiert und sich auch mit anderen Fotografen austauscht. 

Das ist nun sechs Jahre her, hast du dir nie eine andere Kamera gewünscht - Vollformat?

Wünschen kann man sich ja viel, aber ich betreibe das Fotografieren im Moment nur als Hobby und dafür reicht aus meiner Sicht diese Standardausstattung. Außerdem hat man als Student ja leider nicht die großen finanziellen Möglichkeiten und wer sich mit der Hardware in der Fotografie auskennt, der weiß wovon ich rede und was so eine gute DSLR kostet! Nicht verzichten möchte ich auf mein Kompakttelezoom-Objektiv, das bietet einfach sehr viel Spielraum und man hat immer die Möglichkeit verschiede Bildsituation auch in schwierigen Situationen, wie am Klettersteig einzufangen. Zwischendurch habe ich auch schon mal daran gedacht, die Sache professioneller anzugehen und dann stößt die Auflösung der Kamera schon an ihre Grenzen. Außerdem könnte man mit einem besseren Objektiv die Bildqualität erheblich verbessern und hätte noch einen größeren Spielraum, um schwierigere Situationen aufnehmen zu können. Die meisten professionellen Bildvermarkter im Internet setzen da andere Hardware-Voraussetzungen an. 

Ein weiterer Schritt zum professionellen Bild ist die Bearbeitung. Wie gehst du hier vor?

Pulau Tioman und nicht Heiligenhafen.| Foto: Felix Fiedler
Auch hier bin ich noch am Experimentieren und habe keinen festgelegten Workflow. Manche Bilder gefallen mir von vornherein, bei anderen verbringe ich viel Zeit mit Schärfen, Kontrasteinstellung und Farbkorrektur. Eine zentrale Richtung, die alle meine Bilder eint, suche ich noch - vielleicht muss es die aber auch gar nicht geben. Ich  glaube auch, dass bei der Bearbeitung die Geschichte der Bilder manchmal eine Rolle spielt. Ich versuche das Bild immer so darzustellen, dass die Situation, die in dem Moment herrschte, möglichst rüber kommt. Anderseits probiere ich einfach oft rum und musst dann nach gewissen Einstellungen feststellen, dass mir das Bild recht gut gefällt. Also eine genau Erklärung zur Bildbearbeitung kann ich von meiner Site nicht geben, sondern mach es einfach aus einem gewissen Gefühl heraus. Im Moment gefallen mir auch vorgefertigte Filter sehr gut, die man sich als Presets runterladen kann

Das drumherum spielt bei dir eine große Rolle. Dabei fällt auf, dass du wohl alle Spielarten des Bergsports beherrscht: Trekking, Mountainbike, Klettern, Skitour – vollkommen egal, oder gibt es einen Favoriten?

Ich würde mich jetzt nicht Bergprofi nennen, aber ich werde im Freundeskreis schon öfter als »bergverrückt« bezeichnet! Ich liebe es über alles, mit guten Freuden ein oder mehrere Tage in den Bergen zu verbringen. Das Gefühl ist einfach klasse, wenn man nach mehreren Stunden Aufstieg auf dem Gipfel steht und eine irre Fernsicht hat. Das ist für mich ein super Ausgleich zum Studium und die perfekte Möglichkeit mich vom Lernstress zu erholen. Auf Grund der Jahreszeiten und der unterschiedlichen Möglichkeiten Gipfel zu erreichen, kann man mich schon als kleinen Allrounder bezeichnen. Das heißt im Winter werden die Touren oft mit Schneeschuhen und Board oder auf Tourenski unternommen, wobei im Sommer dann eher die Wanderstiefel, das Mountainbike oder der Klettersteiggurt im Vordergrund stehen. Einen richtigen Favoriten gibt es eigentlich nicht, wichtig ist mir nur, dass ich einen tollen Tag erlebt habe und alle Beteiligten am Abend glücklich und zufrieden sind. Nebenbei dürfen dann auch wieder schöne Fotos entstanden sein.

Auf deinen Bildern taucht immer wieder ein weißer Bus auf, dein Reisegefährt?

Siggi – mehr als ein Reisegefährt. | Foto: Felix Fiedler
Unser Familienbus - ein Mazda namens »Siggi« - ist inzwischen 28 Jahre alt und hat mich schon bis zu den Lofoten gebracht. Immerhin 9.500 Kilometer in vier Wochen, ohne zu murren. Ich liebe es, mit dem Bus unterwegs zu sein, immer die Möglichkeit zu haben, einfach überall stehen zu bleiben und Nachtquartier zu beziehen. Außerdem habe ich das Gefühl schnell und unkompliziert Leute und Landschaftsabschnitte kennenzulernen, denen man in einer Hotelanlage oder auf einer Pauschalreise niemals begegnet wäre. Zusätzlich ist er wahnsinnig praktisch, um bei spontan gutem Wetter schnell in die Berge zu kommen und dort ein kleines »Basislager« aufzubauen.

... und wohin geht die Reise nun?

Geplant ist im August zum Trekken nach Norwegen zu fahren. Im Studium steht ein Praxissemester an, dann in zwei Semestern hoffentlich der Bachelorabschluss und eventuell ein anschließendes Masterstudium. Zwischendurch sollte immer genügend Zeit sein, um mal schnell in die Alpen zu entschwinden, sei es mit Kletterzeug, Radel oder Ski. Zusätzlich versuche ich auch noch mal eine größere Reise zu starten. Südamerika und die Provinz Ladakh in Nordindien würden mich sehr reizen.

 

 

4-Seasons Info

Felix Fiedler ...


studiert in seiner Heimatstadt München an der dortigen Fachhochschule Energie- und Gebäudetechnik. Neben der Fotografie gehören viele alpine Sportarten, wie MTB, Trekking, Klettern und Skitouren zu seinen größten Hobbys. Die Kombination aus Fotografie und Sport in der Natur sowie einzigartige Erlebnisse und Eindrücke von fremden Kulturen und Ländern, festgehalten mit der Kamera, findet man auf seiner Homepage www.felix-fiedler.de.

 

Wanted: Fotos für die Globetrotter-App

Der News-Feed der iPhone- und iPad-App von Globetrotter Ausrüstung zeigt im (meist) vierwöchigen Wechsel Aufnahmen begeisterter Fotografen und Traveller.

Auch Sie wollen ihre Bilder unters Volk bringen? Oben rechts in der Randspalte gibt's das Teilnahmeformular — wir freuen uns auf tolle Fotos!

 
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